Zoll

Basiswissen Einfuhr in Peru

Autorin: Susanne Scholl (September 2015)

Basiswissen Einfuhr geht kurz auf die Zugehörigkeit Perus zu internationalen Wirtschaftsvereinigungen und dem Freihandelsabkommen mit der EU ein. Daneben bietet die Publikation einen Kurzüberblick zu Zöllen und Einfuhrnebenabgaben, Einfuhrlizenzen/Genehmigungen, Etikettierungs-und Kennzeichnungsvorschriften sowie Zertifizierung/Normen und Standards in dem südamerikanischen Land.

Einfuhrzölle und weitere Einfuhrabgaben

Peru ist seit dem 1.1.95 Mitgliedstaat der WTO. Zwischen Peru, Kolumbien und der Europäischen Union besteht ein Freihandelsabkommen (vorläufige Anwendung seit dem 1.3.2013). In Peru gilt das Harmonisierte System. Der Einfuhrzoll beträgt 6 oder 11 %. Darüber hinaus sind zahlreiche Produkte zollfrei. Bemessungsgrundlage ist im Regelfall der cif-Wert. Verbrauchsteuerpflichtig sind Mineralölprodukte, alkoholische Getränke, Tabak und Tabakprodukte und Kraftfahrzeuge.
Die Einfuhrumsatzsteuer beträgt grundsätzlich 16%. Steuerfrei sind u.a zahlreiche Grundnahrungsmittel und unverarbeiteter Tabak. Weiterhin werden bei Einfuhren erhoben die Steuer zur Förderung der Gemeinden in Höhe von 2% auf alle Operationen, die Gegenstand der Verkaufsteuer sind, die Zollabfertigungsgebühr (0,686 % der jeweils geltenden Steuereinheit, Höhe seit dem 1.1.2015: 3.850 Nuevos Soles, 1 Nuevo Sol = 0,27 €, Stand: 14.9.2015) und die Versicherungssteuer (produktabhängig zwischen 0,5 und 3,5 %).

Zollabfertigung

Für die Abfertigung zum freien Verkehr übermittelt der Importeur die Daten der Zollanmeldung über das elektronische Datenbearbeitungssystem SIGAD (Sistema Integrado de Gestión Aduanera - http://www.sunat.gob.pe/gobiernoelectronico/princ_serv_sigad.html) an die Zollbehörde. Importeure müssen sich ab einem Warenwert von mehr als 2.000 US$ durch einen Zollagenten vertreten lassen. Besonders zeit- und kostensparend ist das Verfahren der vorgezogenen Abfertigung (Despacho Anticipado) 15 Tage vor Eingang der Warensendung, das peruanische Importeure seit einigen Jahren verstärkt nutzen. Es stehen folgende weitere Zollverfahren zur Auswahl: Versandverfahren, Vorübergehende Verwendung, Veredelung, Zolllager, Verbringung in eine Zollfreizone, Ausfuhr.

Einfuhrlizenzen / Genehmigungen

Waffen, Sprengstoff und Substanzen zur Herstellung von Sprengstoff bedürfen einer Einfuhrlizenz bzw. der Genehmigung der "Superintendencia Nacional de Control de Servicios de Seguridad, Armas, Munición y Explosivos de Uso Civil“. Einfuhrgenehmigungen der jeweils zuständigen Behörden sind ebenfalls erforderlich für Amoniumnitrat, chemische Produkte, Vorprodukte zur Kokainherstellung und für Spielzeug.

Warenbegleitpapiere

Der Zollanmeldung sind beizufügen: Handelsrechnungen, zweifach, in spanischer oder englischer Sprache mit Angabe der Unterposition des peruanischen Zolltarifs, Konnossement oder Luftfrachtbrief, Zollwerterklärung, ggf. Ursprungszeugnisse bzw. für EU-Ursprungswaren die Warenverkehrsbescheinigung EUR.1, Einfuhrlizenzen, ggf. gesundheitsamtliche Bescheinigungen, Prüfzertifikate und eine Packliste.

Etikettierungs- und Kennzeichnungsvorschriften, Verpackung

Konsumprodukte müssen für den Endverbraucher in spanischer Sprache mit der Warenbezeichnung, dem Ursprungsland, dem Verfallsdatum und dem Namen des Herstellers gekennzeichnet sein. Holzverpackungen müssen dem internationalen Standard ISPM 15 der International Plant Protection Convention (IPPC) entsprechen (mit Hitze oder Methylbromid behandelt, entsprechende Markierung).

Einfuhrverbote

Einfuhrverbote bestehen für einige Chemikalien, Heroin, einige Pflanzenschutzmittel, Asbest, gebrauchte Kleidung für kommerzielle Zwecke, gebrauchte Reifen und bestimmte Yoyo-Spielzeuge.

Zertifizierung/Normen und Standards

Zertifizierungspflichtig sind unter anderem Grundnahrungsmittel, Getränke, Schuhe, chemische Produkte, Produkte aus Kautschuk und Kunststoff und verschiedene Metallprodukte. Die Zertifizierung erfolgt durch ein in Peru zugelassenes und dort niedergelassenes Institut. Der "Servicio Nacional de Acreditación" des unabhängigen öffentlichen „Instituto Nacional de Defensa de la Competencia y de la Protección de la Propiedad Intelectual“ (www.indecopi.gob.pe/) erteilt Instituten die Genehmigung zur Durchführung von Konformitätsprüfungen.

Für weiterführende Informationen lesen Sie bitte unser Merkblatt über gewerbliche Wareneinfuhren – Peru

Kontakt

Susanne Scholl

‎+49 228 24 993 348