Zoll

Basiswissen Einfuhr in Saudi-Arabien

Autorin: Amira Baltic-Supukovic (Juli 2018)

Basiswissen Einfuhr in Saudi-Arabien bietet deutschen Exporteuren einen kurzen Überblick über die wichtigsten Zoll- und Einfuhrbestimmungen des Landes. Es informiert über Zollverfahren, Warenbegleitpapiere, Einfuhrabgaben, Einfuhrverbote und -beschränkungen.

Einfuhrzölle und weitere Einfuhrabgaben

Saudi-Arabien ist Mitglied der WTO. Zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Kuwait, Katar, Oman und Bahrain ist Saudi-Arabien Mitglied des Golfkooperationsrates (Gulf Cooperation Council - GCC). Angewandt werden ein gemeinsames Zollgesetz und ein gemeinsamer Zolltarif mit einigen wenigen Ausnahmen. Der Außenzollsatz beträgt 5 Prozent für die meisten Waren. Bemessungsgrundlage für den Zoll ist in der Regel der CIF-Wert. Viele Produkte können zollfrei eingeführt werden.
Der Warenhandel innerhalb des GCC ist zollfrei. Präferenzzollsätze gelten grundsätzlich für Ursprungswaren aus Ländern der Great Arab Free Trade Area (GAFTA), der European Free Trade Association (EFTA) und Singapur. Der Golfkooperationsrat hat zum 15. Mai 2018 Schutzzölle für bestimmte Eisen- und Stahlprodukte eingeführt. Die Schutzmaßnahme gilt für drei Jahre.
Eine Mehrwertsteuer in Höhe von 5 Prozent wird seit Anfang 2018 erhoben. Seit Juni 2017 gilt außerdem eine Sonderverbrauchsteuer für gesundheitsschädliche, kohlensäurehaltige Getränke in Höhe von 50 Prozent und 100 Prozent für Tabakwaren und Energiegetränke. Die Zollsätze und sonstigen Einfuhrabgaben können in der Marktzugangsdatenbank der EU, http://madb.europa.eu/ kostenlos abgerufen werden.

Zollabfertigung

Folgende Abfertigungsmöglichkeiten stehen zur Wahl: Abfertigung zum freien Verkehr, vorübergehende Verwendung, Durchfuhr (Transit), Re-Export und Drawback, Zollgutlagerung und Freizonenverkehr. Das Verfahren der vorübergehenden Verwendung kann nicht mit einem Carnet ATA durchgeführt werden. Das Programm für den Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten (Authorized Economic Operator - AEO) wurde im Januar 2018 eingeführt. Internetadresse der Zollverwaltung Saudi-Arabiens: https://www.customs.gov.sa/sites/sc/en

Einfuhrgenehmigungen

Für einige Waren wie Pflanzen, lebende Tiere oder Arzneimittel sind Einfuhrgenehmigungen erforderlich. Je nach Warenart können andere Genehmigungsstellen zuständig sein, etwa das Ministerium für Umwelt, Wasser und Landwirtschaft oder das Ministerium für Handel und Investitionen.

Warenbegleitdokumente

Der Zollanmeldung sind grundsätzlich beizufügen: Frachtpapiere, Handelsrechnung mit allen handelsüblichen Angaben, eine Packliste sowie ein nicht-präferenzielles Ursprungszeugnis. Je nach Warenart können bei der Einfuhr besondere Dokumente verlangt werden. Für die meisten Konsum- und Industriewaren wird ein Konformitätszertifikat verlangt. Für Pflanzen, Pflanzenteile und Saatgut sind Pflanzengesundheitszeugnisse vorzulegen. Für lebende Tiere und tierische Erzeugnisse ist u.a. ein Veterinärzeugnis nötig. Ein Halal-Zertifikat wird für viele Lebensmittel, Kosmetika aber auch andere Waren verlangt.

Einfuhrverbote

Ein Einfuhrverbot gilt für Rauschgifte, alkoholische Getränke und alle Lebensmittel, die Alkohol enthalten; Waren israelischen Ursprungs, geschützte Tier- und Pflanzenarten, lebende Schweine sowie Nahrungsmittel, bei denen Tierblut oder Schwein als Zutat zum Einsatz kommt, z.B. in Lederwaren oder Gelatine; Süßwaren in Form von Zigaretten, bestimmte Spielzeugwaffen, gebrauchte oder runderneuerte Fahrzeugreifen, ferngesteuerte Modellflugzeuge, rohes Elfenbein und Rhinozeros-Horn, Glücksspielautomaten, gefährliche Abfälle, radioaktiv belastete Produkte, ozonschädigende Substanzen; Plastiktüten, die nicht biologisch abbaubar sind; rote Laserpointer und Asbest; Produkte, auch Publikationen und Kunstwerke, die in Saudi-Arabien aus moralischer oder religiöser Sicht als anstößig empfunden werden.

Standardisierung

Für die Erstellung und Implementierung saudi-arabischer Normen ist die Saudi Standards, Metrology and Quality Organization-SASO zuständig. Im Falle einer Ausfuhr ist zunächst zu prüfen, ob für das jeweilige Produkt SASO-Standards existieren. Sind keine anwendbaren SASO-Standards vorhanden, werden GCC-Standards oder entsprechende ISO-Standards angewandt.
Für die Einfuhr nahezu aller Konsumgüter und Industriewaren muss ein Konformitätszertifikat (Certificate of Conformity-CoC) vorgelegt werden. Das Konformitätszertifikat wird nach der Prüfung durch eine akkreditierte Prüfstelle im Exportland ausgestellt. Von der Konformitätsprüfung und anschließenden Zertifizierung ausgenommen sind genehmigungspflichtige Waren wie Medizinprodukte, Printmedien und Nahrungsmittel. Bei Hochrisiko-Produkten muss eine Vorversandkontrolle durchgeführt werden.

Für weiterführende Informationen lesen Sie bitte unser Merkblatt für gewerbliche Wareneinfuhren - Saudi-Arabien.

Kontakt

Amira Baltic-Supukovic

‎+49 228 24 993 347