Zoll

Basiswissen Einfuhr in Südafrika

Autor: Hans-Jürgen Diedrich (November 2016)

Südafrika ist ein wichtiger Überseemarkt für die deutsche Exportwirtschaft und bietet zahlreiche Lieferchancen. Frühzeitige Informationen über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen helfen dabei, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden. Basiswissen Einfuhr gibt einen kurzen Überblick über die bei der Einfuhr in Südafrika zu beachtenden wichtigsten Vorschriften.

Einfuhrzölle und weitere Einfuhrabgaben

Südafrika ist Mitglied der WTO. Freihandelsabkommen bestehen u.a. mit der EU, der EFTA, der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) und dem MERCOSUR. Außerdem bildet Südafrika zusammen mit Botsuana, Lesotho, Namibia und Swasiland die Zollunion des südlichen Afrika (SACU).
Der Zolltarif Südafrikas basiert auf der Nomenklatur des Harmonisierten Systems zur Bezeichnung und Codierung von Waren (HS 2012, ab 1.1.2017 - HS 2017). Der südafrikanische Zolltarif entspricht dem Gemeinsamen Außenzolltarif der SACU.
Südafrika erhebt überwiegend Wertzölle. Bemessungsgrundlage ist der Zollwert. Für einige Waren gelten spezifische Zölle oder Mischzölle.
Zusätzlich ist die südafrikanische Mehrwertsteuer (Normalsteuersatz: 14%) zu zahlen. Als weitere Einfuhrabgaben können anfallen: Verbrauchsteuern (Excise Tax, u.a. für alkoholische Getränke, Tabak- und Mineralölerzeugnisse sowie für bestimmte „Luxusprodukte“),  „Excise Levies“ (Fuel Levy und Road Accident Levy auf bestimmte Mineralölprodukte) sowie Umweltabgaben (bestimmte Neufahrzeuge, Plastiktaschen, Glühlampen).

Zollabfertigung

Gewerbliche Einführer und Zollagenten müssen in Südafrika bei der Zollbehörde (South African Revenue Service) mit einer Customs Code Number und beim Ministerium für Handel und Industrie mit einer Registration Number registriert sein. Die Einschaltung eines Zollagenten ist, außer bei ausländischen Wirtschaftsbeteiligten ohne Registrierung/Niederlassung, nicht obligatorisch.
Vertrauenswürdige und zuverlässige Wirtschaftsbeteiligten können im Rahmen des "Preferred Trader"-Programms in den Genuss von Erleichterungen bei sicherheitsrelevanten Zollkontrollen und Vorteilen bei der Zollabfertigung kommen. Die Teilnahme erfordert eine Zertifizierung durch die südafrikanische Zollverwaltung. Das Programm ist ähnlich dem zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten der EU (AEO) konzipiert.
Die Einfuhranmeldung zum freien Verkehr bzw. den Zollverfahren (Zoll- und Steuerlager, vorübergehende Verwendung, Versand bzw. Transit sowie Veredelung) erfolgt über elektronischen Datenaustausch (Electronic Data Interchange – EDI).

Einfuhrlizenzen / Genehmigungen

Die Einfuhr von Waren in Südafrika ist grundsätzlich liberalisiert. Für eine Vielzahl von Waren ist trotzdem eine Einfuhrgenehmigung erforderlich. Unabhängig davon ist die Einfuhr gebrauchter Waren, einschließlich Abfall und Schrott aller Art grundsätzlich genehmigungspflichtig. Zuständig für die Erteilung der Einfuhrgenehmigungen ist die International Trade Administration Commission of South Africa (ITAC).
Daneben sind für eine Vielzahl von Waren bei der Einfuhr Sonderregelungen zum Schutz von Mensch, Tier, Pflanzen und Umwelt zu beachten.
Einfuhrgenehmigungen/-lizenzen müssen bereits erteilt sein, bevor die betreffende Ware das Exportland verlässt

Warenbegleitpapiere

Der Zollanmeldung sind folgende Warenbegleitpapiere beizufügen: Handelsrechnung, in englischer Sprache mit allen handelsüblichen Angaben, evtl. Packliste, Einfuhrgenehmigung/-lizenz, soweit erforderlich, Präferenznachweise, soweit eine Zollvergünstigung in Anspruch genommen werden soll, Frachtpapiere (Konnossemente oder Luftfrachtbriefe) und je nach Ware sonstige Zeugnisse/Bescheinigungen, sofern erforderlich.

Etikettierungs- und Kennzeichnungsvorschriften, Verpackung

Eine Vielzahl von Gütern, wie Konsumgüter, Lebensmittel, Textilprodukte und Medizinprodukte einschl. –apparate unterliegen besonderen Etikettierungsvorschriften.
Grundsätzlich sind etikettierungspflichtige Waren mit einem Etikett zu versehen, das in Englisch oder einer der offiziellen südafrikanischen Landessprachen, gefasst ist. Das Etikett ist an der Ware selbst oder - wenn nicht anders möglich - an der Umverpackung anzubringen. Darüber hinaus muss von Fall zu Fall geprüft werden, ob besondere Etikettierungsvorschriften gelten.

Einfuhrverbote

Einfuhrverbote bestehen in Südafrika für Psychopharmaka, Klappmesser, Munition, Sprengstoff, Reproduktionen von urheberrechtlich geschützten Publikationen und Waren, die in Gefängnissen oder Strafanstalten hergestellt wurden.

Zertifizierung/Normen und Standards

In Südafrika eingeführte Waren müssen den vom South African Bureau of Standards (SABS) entwickelten Sicherheits- und Umweltstandards entsprechen. Deutsche Zertifikate/Testberichte, die den südafrikanischen Regeln entsprechen, können dabei anerkannt werden.
Die Verwaltung und Einhaltung der Vorschriften erfolgt durch den „National Regulator for Compulsory Specifications - NRCS“.

Zollbehörde: South African Revenue Service (SARS) - www.sars.gov.za
Für weiterführende Informationen lesen Sie bitte unser Merkblatt über gewerbliche Wareneinfuhren – Südafrika

Kontakt

Hans-Jürgen Diedrich

‎+49 228 24 993 345