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14.09.2011

Banken in Südafrika geben viel Geld für IT-Ausstattung aus

Banken in Südafrika geben viel Geld für IT-Ausstattung aus

Investitionen von rund 3 Mrd. Euro geplant / Der Markt für Informationstechnologie wächst deutlich / Von Heiko Stumpf

Bonn (gtai) - Südafrikas IT-Markt wird kontinuierlich größer. Investitionen gehen insbesondere von Unternehmen des Finanzsektors aus. Allein die vier großen Geschäftsbanken wollen in den nächsten Jahren einen Milliarden-Euro-Betrag für die Erneuerung und den Ausbau der IT-Systeme ausgeben. Einen Schwerpunkt bildet dabei Mobile Banking. In anderen Branchen wird die Informationstechnologie ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht. (Kontaktanschriften)

In Südafrika investieren die großen Geschäftsbanken kräftig in ihre IT-Systeme. Dies ist das Ergebnis einer im Juli 2011 veröffentlichten Studie der Unternehmensberatungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Demnach werden die First National Bank (FNB), Nedbank, ABSA und Standard Bank in den nächsten drei Jahren ungefähr 30 Mrd. Rand (R; rund 3 Mrd. Euro; 1 R = circa 0,10 Euro) in den Ausbau und die Erneuerung der IT-Infrastruktur fließen lassen. Kleinere Kreditinstitute, darunter zum Beispiel die Investec und die Bidvest Bank, werden der Studie zufolge mindestens 589 Mio. R für eine verbesserte IT-Ausstattung aufwenden.

Diese Vorhaben markieren den höchsten Stand der Ausgaben südafrikanischer Banken für Informationstechnologie in den letzten Jahren. Für deutsche Unternehmen eröffnen sich im Rahmen dieser Aktivitäten interessante Geschäftsmöglichkeiten.

Die größte der Geschäftsbanken in Südafrika ist die Standard Bank mit einem Marktanteil von 25,5%. Bereits 2010 gab das Unternehmen annähernd 2,7 Mrd. R für den Ausbau des IT-Bereiches aus. In den kommenden drei Jahren soll dieser Betrag kontinuierlich steigen. Die ABSA Group, die einen Marktanteil von 21,6% hält, will sich ihre IT-Ausstattung bis 2013 annähernd 8 Mrd. R kosten lassen, nach 2 Mrd. R im Jahr 2010.

Auch die an dritter Stelle rangierende FNB (Marktanteil 18,8%) wird nach eigener Aussage in den nächsten Jahren mehr Anschaffungen im IT-Bereich tätigen. Für das Wirtschaftsjahr 2010 (1.7. bis 30.6.) beziffert die Bank die Investitionen in den IT-Bereich mit 2,3 Mrd. R. Die mit einem Marktanteil von 17,8% kleinste der vier führenden Geschäftsbanken, Nedbank, hat bekanntgeben, dass zur Jahresmitte 2011 rund 3,2 Mrd. R für die Erneuerung und den Ausbau der Informationstechnologie und Software bereitgestellt waren.

Einen Schwerpunkt der Aktivitäten werden dabei nach Aussagen der Geschäftsbanken Investitionen in Systeme zur Nutzung von Bankanwendungen via Mobiltelefon (Mobile Banking) bilden. Mobile Banking ist am Kap bereits weit verbreitet. Einer Studie des südafrikanischen Forschungsinstitutes WorldWideWorx vom Mai 2011 zufolge nutzen schon 37% der Bevölkerung diese Dienstleistung gegenüber 8,5% in Europa.

Alle großen Geschäftsbanken Südafrikas verfügen bereits über Systeme für Mobile Banking, wobei FNB und ABSA bislang die Führungsrolle einnehmen. So stellte die FNB im Juli 2011 eine neue mobile Bankanwendung für moderne Smartphones vor, während ABSA im August 2011 einen Kooperationsvertrag mit Vodacom unterzeichnet hat.

Die Systeme für Mobile Banking werden in den kommenden Jahren systematisch ausgebaut. Die südafrikanischen Banken haben dabei insbesondere neue Kunden im Visier. Noch immer haben mehr als 11 Mio. Südafrikaner keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen, insbesondere in den ländlichen Regionen. Dies entspricht fast einem Viertel der Gesamtbevölkerung. Die Abdeckung mit Mobiltelefonen liegt dagegen bei 100%. Die Banken in Südafrika investieren deshalb kräftig in Mobile Banking.

Dazu plant die ABSA ein System, mit dem fast vollständig auf klassische Bankfilialen verzichtet werden kann. Stattdessen sind einzelne Mitarbeiter mit IT-Anwendungen und technischen Geräten, wie Laptops, Scannern, Thermodruckern und Kartenschreibern, mobil mit den IT-Systemen der Bank verbunden. Auch in abgelegenen Regionen soll es möglich sein, Bankkonten innerhalb von zehn Minuten zu eröffnen. Identitätsausweise werden vor Ort eingelesen und Bankkarten sofort ausgestellt.

Das Potenzial, das für den IT-Bereich durch Mobile Banking gesehen wird, zeigt sich auch in der kürzlich erfolgten Übernahme des südafrikanischen IT-Anbieters für mobile Bankanwendungen, Fundamo, durch die US-amerikanische Visa. Das Kreditkartenunternehmen ließ sich das Geschäft 110 Mio. US$ kosten.

Der Finanzsektor investiert aber nicht nur in Mobile Banking, sondern auch in andere Bereiche, wie den Ausbau des klassischen Internetbanking, Datenspeicherung, integrierte Systeme für Geschäftsabläufe und Systeme zum Schutz vor Bank- und Kreditkartenbetrug.

Auch in anderen Branchen wird in den kommenden Jahren die IT-Infrastruktur erneuert. Der südafrikanische IT-Markt wächst deshalb stetig. Im Jahr 2010 konnte eine Zunahme von 10,7% verzeichnet werden, wodurch ein Gesamtumsatz von 68,7 Mrd. R erreicht wurde. Für 2011 rechnen Branchenexperten mit einem weiteren Anstieg von 8,5%. Auch für die Zukunft wird eine kontinuierliche Expansion prognostiziert. Branchenkenner schätzen das jährliche Wachstum der IT-Branche in den kommenden drei Jahren auf durchschnittlich 7,6%. Im Jahr 2015 soll demzufolge ein Gesamtumsatz von 99,1 Mrd. R erreicht werden.

Das größte Marktsegment sind die IT-Dienstleistungen. Hier konnte 2010 ein Plus von 13,3% erzielt werden, so dass sich der Umsatz auf 32,8 Mrd. R belief. Bis 2015 wird von einer jährlichen Steigerung von 8,7% ausgegangen. Das entspräche einem Jahresumsatz von 49,8 Mrd. R. Insbesondere der Bereich des Cloud Computing wird sich nach Einschätzung von Branchenkennern weiter positiv entwickeln. Bis 2020 will Südafrika zudem eine 100%-Abdeckung mit Breitbandzugängen erreichen, was eine deutliche Ausweitung gegenüber der momentanen Rate von 12% bedeutet.

Der Hardware Bereich war 2010 mit einem Umsatz von 22,9 Mrd. R das zweitgrößte Marktsegment. Die Wachstumsrate betrug 7,6% und soll bis 2015 bei jährlich 3,5% liegen. Das kleinste Marktsegment ist der Softwarebereich, der für 2010 einen Umsatz von 13 Mrd. R (+9,9%) ausweist. Hier wird das jährliche Plus bis 2015 auf 9,8% geschätzt, was einem Umsatz von 20,8 Mrd. R gleichkäme. Potenziale bieten dabei insbesondere die Bereiche Virtualisierungsmanagement, Echtzeitkommunikation und Business Intelligence.

Kontaktanschriften:

Standard Bank

P.O. Box 7725, Johannesburg, 2000, South Africa

Tel.: 0027 11/299 47 01

E-Mail: information@standardbank.co.za, Internet: http://www.standardbank.co.za

ABSA

P.O. Box 7735, Johannesburg, 2000, South Africa

Tel.: 0027 11/350 40 00, Fax: - 40 09

E-Mail: absa@absa.co.za, Internet: http://www.absa.co.za

First National Bank

P.O. Box 1153, Johannesburg, 2000, South Africa

Tel.: 0027 11/369 10 88

E-Mail: info@fnb.co.za, Internet: http://www.fnb.co.za

Nedbank

P.O. Box 1144, Johannesburg, 2000, South Africa

Tel.: 0027 11/294 44 44, Fax: -65 40

E-Mail: info@nedbank,co.za, Internet: http://www.nedbank.co.za

(He.St.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Südafrika, Südliches Afrika EDV-, Telekommunikationsdienstleistungen, allgemein, Telekommunikationsdienste, Software / EDV-Dienstleistungen, Internetdienste

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