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28.10.2011

Australiens Mega-Bergwerk darf ausgebaut werden

Australiens Mega-Bergwerk darf ausgebaut werden

Erweiterung des Olympic Dam in South Australia erhält "grünes Licht"

Sydney (gtai) - In Australien könnte die weltweit größte Mine entstehen. Nachdem der Bergbaukonzern BHP Billiton eine Umweltgenehmigung für den Ausbau des Olympic Dam erhielt, wird der Beginn dieses Vorhabens im Laufe des Jahres 2012 erwartet. Uran, Kupfer, Gold und Silber sind die bedeutendsten Bodenschätze des Bergwerks. Auch andere Unternehmen könnten vom Olympic Dam profitieren. (Kontaktanschrift)

Nach einer sechs Jahre anhaltenden Umweltverträglichkeitsprüfung steht fest: Unter bestimmten Konditionen darf der Olympic Dam ausgebaut werden. Der bislang größte Untertagebau Australiens in South Australia ist die weltweit größte, bekannte Uranquelle der Welt. Kupfer und Gold sind ebenfalls im Überfluss vorhanden. Trotzdem wird sich das Management des Eigentümers, BHP Biliton, bis zur Jahresmitte 2012 entscheiden müssen, ob sich die aufwendigen Investitionen in das Projekt, im Zentrum des Bundesstaates South Australia, lohnen. Allgemein wird allerdings davon ausgegangen, dass das Vorhaben an den Start geht.

Die Erweiterung des Bergwerks und Verarbeitungszentrums dürfte insgesamt etwa 27 Mrd. Australische Dollar ($A; ca. 20,25 Mrd. Euro; 1 $A = rd. 0,75 Euro) verschlingen. Seit dem Jahr 2005 befindet sich der Olympic Dam im Besitz des Bergbaukonzerns BHP Billiton. Es handelt sich dabei bereits jetzt um das größte Untertage-Bergwerk Australiens. Bereits im Jahr 2008 war eine Machbarkeitsstudie für das Projekt nahezu abgeschlossen. Allerdings wurde das Vorhaben auf Grund der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 zunächst in die Warteschleife gesetzt.

Insgesamt ließ sich das Unternehmen die Umweltverträglichkeitsuntersuchungen bislang rd. 30 Mio. $A kosten. Eine Genehmigung wurde schließlich unter den zahlreichen Auflagen für die kommenden 30 Jahre erteilt. Schätzungen zufolge könnte sich das Projekt über eine Zeitspanne zwischen 40 und 100 Jahren erstrecken. Allerdings dürfte es zunächst sieben bis acht Jahre lang dauern, bis die zusätzliche Förderung in größerem Rahmen startet. In diesem Zeitraum sind zudem sehr hohe Kapitalinvestitionen erforderlich.

Der Kupferabbau des Olympic Dam soll von derzeit 180.000 t jährlich auf 750.000 t bis zum Jahr 2027 erhöht werden. Experten gehen davon aus, dass sich dieses Volumen noch auf etwa 1 Mio. t ausdehnen lässt. Das wäre dann die zweitgrößte Kupfermine weltweit. Die Nummer 1 wird der Olympic Dam für den Uranabbau sein. Von derzeit 4.000 t p.a. könnte die Fördermenge auf 19.000 t wachsen. Bei Gold sei eine Steigerung von derzeit 80.000 Unzen auf 800.000 Unzen im Bereich des Möglichen. Bei Silber könnten aus 800.000 Unzen in Zukunft 4 Mio. Unzen werden, lauten die Pläne.

Allerdings melden sich auch kritische Branchenvertreter zu Wort, die bezweifeln, ob sich die Investitionen von insgesamt knapp 30 Mrd. $A für die Erweiterung des Olympic Dam rechnen. Eine endgültige Entscheidung über den Ausbau dürfte spätestens zur Jahresmitte 2012 zu erwarten sein. Das Projekt steht und fällt mit den Erwartungen über die zukünftige Entwicklung der Rohstoffpreise, urteilen Fachleute. Und die sehen mittel- bis langfristig nicht schlecht aus.

Insbesondere die erwartete Entwicklung der Kupferpreise dürfte die Entscheidung für die Erweiterung des Olympic Dam bekräftigen. Die Preise für Uran dürften ebenfalls steigen. Eine besondere Bedeutung für das Projekt werden die künftigen wirtschaftlichen Entwicklungen in der VR China sowie Indien haben.

Nach Abschluss der Ausbaumaßnahmen wird der Olympic Dam eine Länge von 4,1 km, eine Breite von 3,5 km sowie eine Tiefe von 1 km aufweisen. Eine der Bedingungen die für einen möglichen Ausbau erfüllt werden muss, ist ein klares Bekenntnis zum Projekt von Seiten der Investoren innerhalb von zwölf Monaten. Im Jahr 2012 muss daher eine endgültige Entscheidung fallen. Der Bundesstaat South Australia ist an den Umsätzen bei Uranerz zunächst mit 5% beteiligt und bei den übrigen Metallen mit 3,5%. Es wird keine Reduzierung im Vergleich zu den herkömmlichen Abgaben geben. Im Gegenzug entfallen keine Nutzungszahlungen.

BHP-Biliton dürfte Optionsrechte für notwendige infrastrukturelle Ausbauarbeiten (Transport, Wasseraufbereitungsanlagen etc.) erhalten. Entsprechend hoch sind die Erwartungen von Zulieferfirmen, die von dem Projekt allgemein profitieren könnten. Das Hochtief-Tochterunternehmen Leighton hofft Pressemeldungen zufolge, an dem Ausbau des Olympic Dam beteiligt zu werden.

Kontaktanschrift:

BHP Billiton Limited

BHP Billiton Centre, 180 Lonsdale Street

Melbourne, VIC-3000

Tel.: 00613/1300 55 47 57; Fax: -96 09 30 15

Internet: http://www.bhpbilliton.com

(S.M.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Australien Bergbau / Rohstoffe, allgemein

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‎0228/24993-327

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