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30.11.2011

Kasachstan steigert die Förderung von Gold

Langfristig auch mehr Investitionen in die Gewinnung seltener Erden erwartet / Von Uwe Strohbach

Astana (gtai) - Kasachstans Erzbergbau lockt mit zahlreichen Projekten. Zu den aufstrebenden Sektoren gehört auch die Förderung und Aufbereitung von Golderzen. Bis 2015 soll der Ausstoß von heute rund 30 t auf 70 t Gold pro Jahr gesteigert werden. Langfristig zunehmen dürften auch die Investitionen in die Gewinnung seltener Erden, die bislang überwiegend als Abfallprodukt bei der Förderung anderer Metalle anfallen. Die heutige Produktion liegt weit unter dem Niveau zu Sowjetzeiten.

Kasachstans Bergbausektor bleibt auf Investitionskurs. Zahlreiche Projekte gibt es auch in der Förderung und Aufbereitung von Golderzen. Nach Angaben der Nationalen Bergbaugesellschaft Tau-Ken Samruk gibt es im Land 287 Lagerstätten. Gegenwärtig werden etwa 120 Vorkommen für Förder- und/oder Erschließungsaktivitäten genutzt. Die nachgewiesen Vorräte werden mit 800 t und die prognostizierten Ressourcen mit 1.800 t angegeben. Im Jahr 2010 betrug der Ausstoß von unverarbeitetem Gold 29,9 t (darunter raffiniertes Gold 13,3 t) gegenüber 17,8 t im Jahr 2005. Bis 2015 soll der Ausstoß laut Regierungsangaben auf 70 t steigen.

Hinter dem ehrgeizigen Ziel steht unter anderem die im Mai 2010 erfolgte Inbetriebnahme einer neuen Fabrik für die Goldgewinnung im Kombinat Wasilkowskoje (heutiger Firmenname: AO Altyntau Resources) im Gebiet Akmola mit einer maximalen jährlichen Produktionskapazität von 17 bis 20 t Gold. Ab 2012 soll das geplante jährliche Aufkommen 15 bis 18 t/Jahr betragen. Hinzu kommt die industrielle Erschließung der großen Lagerstätte Bakyrtschik durch die Gesellschaft Ivanhoe Mines Ltd/Altynalmasgold (Förderziel für 2014: 11,5 bis 12 t; 2015: 15 t und 2020: bis zu 20 t), eine Verdoppelung des Ausstoßes im Unternehmen AO GMK Kasachaltyn/OAO Poljus Soloto (Zielquote für 2016: 5 bis 8 t) und der Ausbau der Förderkapazitäten in der Lagerstätte Warwarinskoje (OAO Polimetall/Russland). Außerdem steht die Inbetriebnahme einer Reihe von Förderkapazitäten in mittelgroßen und kleineren Lagerstätten sowie eine stabile Goldgewinnung in komplexen Erzlagerstätten (AO Kaszink: künftig mindestens 10 t/Jahr, AO Kasachmys: mindestens 4 t/Jahr) an.

Langfristig dürfte es auch zu mehr Investitionsaktivitäten in den Sparten seltene Erden und Seltenerdenmetalle kommen. Das Aufkommen solcher und ähnlicher Produkte in Kasachstan basiert bisher mehr oder weniger ausschließlich auf Abfallprodukten aus technologischen Lösungen bei der Gewinnung anderer Metalle. In der AO Kaszink zum Beispiel fallen im Produktionsprozess Indium, Thallium, Tellur und Selen an, aber nur in dem Maße, wie es die Herstellung von hochwertigem Zink, Blei, Gold und Silber aus technologischer Sicht erfordert. Das aktuelle Potenzial der Unternehmen Kaszink und Jushnopolimetall in der Produktion von Thallium (99,98%) und Indium (99,97%) beziffern Marktkenner auf etwa 5.000 kg/Jahr beziehungsweise 700 bis 800 kg/Jahr. Das Unternehmen Sheskasganrjedmet produziert Rhenium als Folgeprodukt der Kupferschmelze.

Die heutige Produktion von Seltenerdenmetallen in Kasachstan liegt weit unter dem zu Zeiten der UdSSR erreichten Niveau. Wachsende Aktivitäten in der Sparte Seltenerdmetalle entfaltet gegenwärtig vor allem das Institut für Hochtechnologien der Nationalen Atomgesellschaft Kasatomprom. Die Umsetzung eines 2009 von der Regierung verabschiedeten Entwicklungsprogramms für die Sparte mit den Produktschwerpunkten Osmium, Vanadium und Molybdän und eine angestrebte massive ausländische Beteiligung an den Projekten kommen nur sehr schleppend voran. In einer ersten Etappe sollen Primärmetalle oder Konzentrate produziert werden. In einer weiteren Phase ist die Gewinnung von Legierungen und in einer dritten Etappe (in etwa sieben bis zehn Jahren) die Herstellung von Enderzeugnissen geplant. (U.S.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Kasachstan Bergbau / Rohstoffe, allgemein