
13.02.2012
Produktion von Windkraftanlagen in den USA wächst
US-Hersteller dominieren / Marktpotenzial nicht ausgeschöpft / Von Ullrich Umann
New York (gtai) - Die US-Windenergiebranche wird 2012 voraussichtlich 2,6% mehr umsetzen als die im Vorjahr erreichten 13,2 Mrd. US$. Die Anbieter von Anlagen, Komponenten und Dienstleistungen erwirtschafteten damit einen Gewinn von 1 Mrd. US$ nach Steuern. Insgesamt sind in den USA Windparks mit einer Gesamtleistung von 38 GW installiert. (Internetanschriften)
Die Windenergiebranche in den USA gilt als zukunftsträchtig. Zurzeit besteht sie aus 238 Unternehmen, die mehrheitlich Planungs- oder Wartungsdienstleistungen anbieten. Neugründungen sind an der Tagesordnung. Allerdings zeigen sich auch schon erste Anzeichen der Konsolidierung, wie Unternehmensaufkäufe und Fusionen.
Die US-Hersteller exportierten 2011 mit einer Gesamtausfuhr von rund 7,6 Mio. US$ etwa die Hälfte ihres Ausstoßes. Daran wird deutlich, wie stark sie international aufgestellt und verflochten sind. Wichtige Zielmärkte sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Indien und Spanien. Im Visier der US-Anlagenbauer befinden sich aber auch kleinere Märkte wie Venezuela, Trinidad and Tobago sowie Staaten in Zentralasien und im Kaukasus.
Der US-Markt fragt auch Importe nach, sei es, weil die heimische Industrie die gewünschten Anlagen oder Komponenten nicht im Sortiment hat oder teurer ist als die ausländische Konkurrenz. Zudem hat eine Reihe von Komponentenherstellern Fertigungskapazitäten nach Mexiko ausgelagert. Die dort hergestellten Teile und Komponenten werden auf Basis des Freihandelsabkommens NAFTA abgabenfrei in die USA zurückgeführt.
Einfuhr von Stromerzeugungsaggregaten (windgetrieben), einschl. Windturbinen (HS 8502310000, in Mio. US$)
| 2009 | 2010 | Januar bis November\x{2028}2010 | Januar bis November\x{2028}2011 | Veränderung 2010/2011 (in %) *)* | |
| Gesamt | 2.227 | 1.168 | 993 | 1.200 | 20,9 |
| davon aus | |||||
| .Dänemark | 786 | 780 | 607 | 695 | 14,6 |
| .Italien | 0 | 86 | 86 | 300 | 249,9 |
| .Spanien | 303 | 83 | 83 | 95 | 14,7 |
| .Deutschland | 204 | 51 | 51 | 51 | -1,7 |
| .VR China | 7 | 7 | 6 | 26 | 297,6 |
*) Veränderung Januar bis November 2011 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum
Quelle: U.S. International Trade Commission, 2012
Mexiko bietet sich wegen seiner geographischen Nähe für die Komponentenmontage an. Das gilt vor allem für Firmen im Bundesstaat Texas, wo rund 27% der Fertigungskapazitäten installiert sind. Es folgen Iowa (10%), Kalifornien (8%), Washington (6%), Oregon, Minnesota (je 5%) sowie Illinois und New York (je 4%).
Die US-Windturbinen dienen zu 62,5% der kommerziellen Stromerzeugung. Den Rest stellen kleine Anlagen für Privathäuser und Gehöfte oder Spezialzwecke. Zu den wichtigsten Kunden gehören meist unabhängige beziehungsweise ökologisch ausgerichtete Betreiberfirmen von Windparks. Diese sind wegen der notwendigen Netzanschlüsse zur Kooperation mit den großen Stromfirmen gezwungen. Sie verfügen in der Regel über keine eigenen Übertragungsleitungen.
Große Energiekonzerne haben sich bei der Errichtung von Windparks zurückgehalten, gelten jedoch als potenzielle Kunden mit reichlich Liquidität. Noch werden die Turbinenhersteller aber auf sie warten müssen, da die konventionellen Methoden der Stromerzeugung kurzfristig preisgünstiger werden. Durch den Einsatz der Fracking-Methode wird die Förderung tief liegender Lagerstätten von Erdgas und Erdöl in den USA wirtschaftlich. In der Folge steigt das Angebot, was Preissenkungen nach sich zieht.
Die sich verschärfenden Umweltgesetze und andere administrative Vorgaben werden einen Einstieg der Energiekonzerne in die Windenergie aber regelrecht erzwingen: Sie müssen künftig "grüne Quoten" bei der Stromerzeugung einhalten. Eine solche Pflicht existiert in 30 Bundesstaaten und die Bandbreite schwankt zwischen 7,5% in Florida und 40% auf Hawaii. Der landesweite Schnitt liegt bei 20%.
Vier Staaten sind in Sachen Windkraft führend: In Iowa stammen 19,7% der Stromproduktion aus Windparks, in South Dakota sind es 13,3, in North Dakota 11,9 und in Minnesota 10,7%. Je nach Klima und natürlichen Gegebenheiten steht die Windkraft jedoch in harter Konkurrenz zur Wasserkraft sowie zum Solarstrom, teilweise auch zur Verstromung von Biomasse.
Die aktuellen Preissteigerungen beim Stahl stellen die Hersteller von Windkraftanlagen vor Herausforderungen. Die steigenden Rohstoffpreise an den Endkunden weiterzugeben, ist nur bedingt möglich, was die Margen mindert.
Der Ausbau der Kapazitäten orientiert sich technologisch am Angebot führender Hersteller wie General Electric Energy (GE). GE kontrolliert den Markt zu 40% und liefert dabei vorrangig 1,5 MW-Turbinen aus. Turbinen mit 1,66 oder 1,81 MW kommen eher in Projekten anderer Lieferanten zum Einsatz. Die Konkurrenten folgen mit weitem Abstand. So hat etwa Clipper Windpower 3,9% Marktanteil, Southwest Windpower 1,8 und Northern Power Systems 1,6%.
Die dänische Vestas gehört mit einer Montage in Windsor (Colorado) und einer US-Zentrale in Portland (Oregon) ebenfalls zu den namhaften Anbieter. Die spanische Gamesa verfügt über eine Fabrik in Ebensburg (Pennsylvania), wo Rotorblätter gefertigt werden. Nordex USA hat sich in Jonesboro (Arkansas) niedergelassen. Siemens Power Generation operiert von Dänemark (Siemens Wind Power) aus, besitzt in den USA aber Vertretungen, unter anderem in Houston (Texas).
Obwohl sich 48% der weltweiten Herstellungskapazität für Windturbinen in der VR China befinden, verfügt kein einziges chinesisches Unternehmen über eine Fertigung in den USA. Generell gilt der US-Markt für Windturbinen aus chinesischer Sicht als unterentwickelt. Wie jedoch das Private-Equity-Unternehmen U.S. Renewable Energy Group (US-REG) verkündete, prüft der erste chinesische Hersteller, die A-Power Energy Generation Systems, ob er in den USA investieren soll.
Zusammen mit dem Immobilienentwickler American Nevada Company wollen die Chinesen in Nevada eine Produktionsanlage für Windturbinen errichten. Damit würde sich A-Power ein lokales Produktionsstandbein schaffen, um schnell und kostengünstig nord- und südamerikanische Märkte beliefern zu können. Wie A-Power versicherte, würde der lokale Anteil an den verbauten Komponenten und Materialien 70% nicht unterschreiten.
Betreiber nehmen zunehmend Offshore-Windparks auf offener See in Angriff, unter anderem wegen der inzwischen übergroßen Rotorblätter, die auf der Straße kaum noch transportiert werden können. Vor den Toren von Boston wurde eigens in Atlantiknähe ein Testgelände in Betrieb genommen, am dem überlange Rotorblätter per Schiff angelandet werden.
Internetanschriften:
Verbände und Behörden
American Wind Energy Association - http://www.awea.org
U.S. Department of Energy: Energy Efficiency and Renewable Energy - http://www.eere.energy.gov
Fachzeitschrift:
North American Windpower - http://www.nawindpower.com
Wind Systems - http://www.windsystemsmag.com
Messe:
Windpower 2012 (3. bis 6.6.2012, Atlanta, G.A.) - http://www.windpowerexpo.org
Hersteller:
General Electric Wind Energy - http://www.ge.com
Siemens Wind Power Generation - http://www.energy.siemens.com/hq/en/power-generation/renewables/wind-power/
Clipper Windpower - http://clipperwind.com
Bergey Windpower - http://www.bergey.com
DeWind Inc. - http://de.dewindco.com/ger/
Suzlon Energy - http://www.suzlon.com
Gamesa Corporation - http://www.gamesacorp.com
Vestas Wind Systems - http://www.vestas.com
Northern Power Systems - http://www.northernpower.com
The Wind Turbine Company - http://www.windturbinecompany.com
Avionex - http://www.avionexusa.com
Nordex - http://www.nordex-online.com/de/
(U.U.)
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USA Strom-/ Energieerzeugung, WindWeitere Informationen
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