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13.04.2012

Rohstoffe bleiben Australiens "Lebensversicherung"

Neuer Bergbauboom nimmt Konturen an / Maschinenlieferanten könnten stärker profitieren / Von Michael Sauermost

Sydney (gtai) - Australiens Wirtschaftswachstum wird weiterhin maßgeblich vom Bergbausektor angetrieben. Neue Projekte sind in der Pipeline, und selbst Unsicherheiten in Bezug auf die zukünftige Besteuerung lassen den Optimismus der Branche nicht verblassen. Im Einklang mit der ungebrochenen Rohstoffnachfrage im Ausland wächst der Bedarf an Bergbaumaschinen. Deutsche Kapitalgüter sind beliebt, könnten ihren Stellenwert allerdings noch steigern. (Kontaktanschriften)

Auf dem fünften Kontinent dreht sich weiterhin alles um Rohstoffe. Zahlreiche neue Großprojekte sind geplant, und längst hat sich ein neuer Boom angekündigt. Spätestens seitdem sich die bedeutenden Abnehmerländer von der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise erholt zeigen, wird daran nicht mehr gezweifelt. Die vor Ort diskutierten "Störfaktoren" - die Einführung einer Bergbausteuer sowie des "Emission Trading Scheme" - dürften die Entwicklung lediglich verzögern, erwarten Wirtschaftsvertreter. In den Jahren 2006 bis 2011 verzeichnete die australische Bergbauindustrie ein durchschnittliches jährliches Wachstum von knapp 10%.

Vom Gesamtwert der geförderten Rohstoffe entfällt ein Anteil von 45% auf Eisenerze. Kohle kommt auf einen Anteil von 30%, für Öl und Gas sind es 20%. Etwa 70% der auf dem fünften Kontinent geförderten Rohstoffe werden exportiert. Die verbleibenden 30% entfallen hauptsächlich auf die lokale Metallindustrie, die Öl- und Gasindustrie sowie die Stromerzeugung vor Ort.

Gewinnung ausgewählter Rohstoffe (Veränderung in %)
Kategorie Einheit 2009/10 *) 2010/11 *) Veränderung
Bauxit Mio. t 68 69 1,5
Steinkohle Mio. t 837 733 -12,4
Braunkohle Mio. t 69 k.A. -
Kupfer 1.000 t 819 952 16,2
Diamanten 1.000 Kt 11.138 8.027 -27,9
Gold t 240 265 10,4
Eisenerz Mio. t 423 450 6,4
Nickel 1.000 t 160 194 21,3
Uran t 7.109 7.069 -0,6
Zink 1.000 t 1.362 1.479 8,6
Rohöl Mio. l 25.583 24.793 -3,1
LPG Mio. l 4.097 3.907 -4,6
Methan Mio. cbm 43.527 46.761 7,4
Flözgas Mio. cbm 5.166 6.157 19,2

*) jeweils Finanzjahr 1.7. bis 30.6.

Quelle: Bureau of Resources and Energy Economics (BREE)

Die Exporte im Rohstoff- sowie Energiesektor erreichten offiziellen Statistiken zufolge im Kalenderjahr 2011 eine Rekordsumme von rund 190 Mrd. $A (rund 143 Mrd. Euro; 1 Euro = circa 1,33 $A). Das waren circa 15% mehr als noch im Vorjahr. Allerdings muss das Ausmaß der Zunahme vor dem Hintergrund der Stärke des Australischen Dollars betrachtet werden. Die Landeswährung gewann im Vergleich zu 2010 gegenüber dem US-Dollar um 12% an Wert. Der Bergbausektor erwirtschaftet derzeit etwa 7,5% des australischen BIP.

Bisweilen sind vom Internationalen Währungsfonds (IMF) Warnungen zu hören, der fünfte Kontinent solle sich nicht zu stark auf den Bergbau konzentrieren und somit in die Abhängigkeit der Abnehmerländer begeben. Daher versuchen die großen Bergbauunternehmen "Down Under", langfristige Abnahmeverträge abzuschließen. Eine gewisse Lieferabhängigkeit von der VR China und Indien ist jedoch nicht zu verleugnen. Derzeit gehen 30% der australischen Rohstoffausfuhren in die VR China. Bei Japan beträgt der Anteil etwa 25%; bei Korea (Rep.) sind es circa 10%. Indien wird als Land mit dem größten Wachstumspotenzial ausgemacht.

Einer Untersuchung des Bureau of Resources and Energy Economics (BREE) zufolge befanden sich im Oktober 2011 insgesamt 102 größere Bergbauvorhaben in einem fortgeschrittenen Stadium. Dem Vernehmen nach handelte es sich dabei um Kapitalanlagen von zusammen etwas mehr als 230 Mrd. $A. Diese Summe entsprach gegenüber dem Stand von April 2011 einer Steigerung von 34%. Im Vergleich zu Oktober 2010 wurde sogar eine Zunahme um 74% registriert.

Im Wirtschaftsjahr 2010/11 beliefen sich die Ausgaben für Explorationen im Bergbau- und Energiesektor auf etwa 6,2 Mrd. $A, was einem Plus von 9% gegenüber 2009/10 entsprach. Neue Kapitalanlagen im Bergbau erreichten 2010/11 eine Summe von ca. 51 Mrd. $A - knapp 30% mehr als noch im Vorjahr. Schätzungen, die auf Plänen der großen Bergbauunternehmen basieren, beinhalten für das Wirtschaftsjahr 2011/12 ein Wachstum dieser Investitionen auf 80 Mrd. $A. Zwischen Mai und Oktober 2011 kam es dem Vernehmen nach zum Abschluss von 13 Projekten im Gesamtwert von 9,6 Mrd. $A.

Bei den größeren lokalen Produzenten von Bergbau-, Hoch- und Tiefbaumaschinen handelt es sich im Regelfall um multinationale Unternehmen. Der ausländische Kapitalanteil stieg in den letzten Jahren durch Firmenübernahmen kontinuierlich. Die Branchenumsätze der lokalen Produzenten beliefen sich im Jahr 2010/11 auf etwa 4,7 Mrd. $A. Die Hersteller konzentrieren sich dem Vernehmen nach im Bergbau auf technisch weniger anspruchsvolle Maschinen oder suchen nach Nischensegmenten im Bausektor.

Ein Großteil der Hersteller ist in Western Australia angesiedelt, wo 55% der gesamten Bergbauumsätze des fünften Kontinents erwirtschaftet werden. Zu den Marktführern zählen die Hersteller Sandvik Mining and Construction Australia (Marktanteil: knapp 16%), Joy Manufacturing Company Limited (knapp 14%) sowie Atlas Copco South Pacific Holdings (11,5%). Weiterhin von Bedeutung sind Bradken Limited, Boart Longyear Limited oder Caterpillar of Australia.

Dadurch dass Bergbauprojekte mit zunehmender internationaler Kapitalbeteiligung realisiert werden, steigt ebenfalls der Importanteil bei Bergbaumaschinen kontinuierlich. Für den Markteintritt sind bestehende Lieferbeziehungen mit den Projektbetreibern weiterhin außerordentlich wichtig. Vor dem Hintergrund des steigenden Wettbewerbs spielten allerdings in den letzten Jahren die Kostenreduzierung für die Anlieferung, die Qualitätserhöhung beim After-Sales-Service sowie Aspekte der Energieeffizienz eine größere Rolle, heißt es.

Insgesamt sind die Importe von Bergbau-, Hoch- und Tiefbaumaschinen 2010 nach einem außerordentlich schwachen Jahr 2009 wieder rasant gestiegen. Dieser Trend hat Branchenvertretern zufolge auch 2011 angehalten. Schätzungen zufolge dürfte in Kürze wieder der Wert von 2008 erreicht werden, als sich das Einfuhrvolumen von Branchenerzeugnissen auf etwas mehr als 3,5 Mrd. US$ belief.

Deutsche Lieferanten konnten allerdings bislang nicht so stark von dem allgemeinen Wachstum profitieren. Das Potenzial dafür sollte jedoch da sein. Während der Importmarkt 2010 um etwas mehr als ein Drittel zulegte, kamen Branchenerzeugnisse "Made in Germany" auf einen Zuwachs von mageren 3%. Dennoch reichte es im Import-Länderranking zu Platz 3. Der Abstand zu den USA und Japan ist allerdings sehr groß. Frankreich, Schweden, Finnland und die VR China zählen zu den Konkurrenzländern.

Ausgewählte Importe von Bergbau-, Hoch- und Tiefbaumaschinen (nach SITC; in Mio. US$)
SITC-Code Warenbezeichnung 2009 2010 Veränd. *)
723 Berg-, Hoch- und Tiefbaumaschinen 2.038 2.740 34,4
.Deutschland 259 267 3,1
.723.1 Planiermaschinen, Erd- und Straßenhobel 257 355 38,1
.Deutschland 2 2 0,0
.723.2 Bagger, Schürf- und Schaufellader 590 1.082 83,4
.Deutschland 64 65 1,6
.723.3 Maschinen zur Erdbewegung, zum Planieren, Verdichten, Bohren, Abbauen etc. 273 286 4,8
.Deutschland 86 39 -54,7
.723.4 Andere Bau- und Bergbaumaschinen 292 165 -43,5
.Deutschland 24 57 137,5
.723.9 Teile der SITC-Pos. 723 626 852 36,1
.Deutschland 83 105 26,5

*) Veränderung gegenüber Vorjahr in %

Quelle: UN Comtrade-Datenbank

Kontaktanschriften:

Department of Resources, Energy and Tourism

Bureau of Resources and Energy Economics (BREE)

51 Allara Street

Canberra, ACT-2601, Australien

Tel.: 00612/62 76 10 00; Fax: -62 43 70 37

Internet: http://www.ret.gov.au; http://www.bree.gov.au

The Australian Mines and Metals Association (AMMA)

L10, 607 Bourke Street

Melbourne, VIC-3000, Australien

Tel.: 00613/96 14 47 77; Fax: -96 14 39 70

Internet: http://www.amma.org.au

Australian Petroleum Production and Exploration Association (APPEA)

Level 10, 60 Marcus Clarke Street

Canberra, ACT-2600, Australien

Tel.: 00612/62 47 09 60; Fax: -62 47 05 48

Internet: http://www.appea.com.au

Die 13. Asien-Pazifik Konferenz der Deutschen Wirtschaft (APK) wird vom 1. bis 3. November 2012 in Gurgaon, New Delhi, stattfinden. Die APK, die seit 1986 alle zwei Jahre in Asien veranstaltet wird, hat sich inzwischen als bedeutendstes Netzwerktreffen in der Region etabliert. Mehr als 700 Entscheidungsträger aus Unternehmen, Verbänden und Bundesministerien nahmen an der letzten APK in Singapur 2010 teil.

Die Organisation vor Ort liegt bei der AHK Indien (Indo-German Chamber of Commerce, IGCC), bei der weitere Informationen unter der E-Mail Adresse: apk2012@indo-german.com oder auf folgender Homepage: http://indien.ahk.de/apk/ erhältlich sind.

Organisiert wird die APK von den Auslandshandelskammern (AHKs) in der Region Asien-Pazifik, dem Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (APA) - mit seinen Trägerverbänden Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Deutscher Industrie-und Handelskammertag e.V. (DIHK), German Asia-Pacific Business Association (OAV), Bundesverband des deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Bankenverband - und dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWi).

Kontaktanschriften:

Department of Resources, Energy and Tourism

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51 Allara Street

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(S.M.)

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