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18.04.2012

Russland benötigt moderne Straßenbaumaschinen

Importtechnik dominiert den Markt / Örtliche Produzenten beziehen Komponenten aus dem Ausland

Moskau (gtai) - Der russische Markt für Straßenbaumaschinen hat das Konjunkturtal durchschritten. Seit 2010 beleben sich die Einfuhren und die öffentliche Hand investiert Milliardensummen in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Bei Autobahnen werden teilweise private Betreiber-Firmen hinzugezogen. Für den spezialisierten deutschen Fahrzeug- und Maschinenbau vergrößern sich dadurch Geschäftsmöglichkeiten. Lokale Fertigungen erleichtern den Zugang zum Markt. (Kontaktanschriften)

Das Marktvolumen bei selbstfahrenden Straßenbaumaschinen belief sich 2010 auf 2,65 Mrd. US$. Der Anteil der Importe betrug 1,35 Mrd. US$ beziehungsweise 58%. Werden noch die Komponenten und Zulieferteile aus dem Ausland hinzugerechnet, die russische OEMs beziehen und in eigene Endprodukte einbauen, lag der Einfuhranteil sogar noch höher. Außerdem montieren einige internationale Markenhersteller in Russland Straßenbaumaschinen. Die deutsche Quote an den russischen Importen erreichte bei selbstfahrenden Straßenbaumaschinen 2010 rund 8%.

Russland: Gesamteinfuhr von Straßenbaumaschinen (in Mio. US$)
Warengruppe 2008 2009 2010
Selbstfahrende Straßenbaumaschinen 2.834,5 574,9 1.353,1
.davon aus Deutschland 220,2 35,7 116,4
.Planiermaschinen auf Gleisketten 568,1 156,1 323,3
..davon aus Deutschland 1,1 0,2 0,3
.andere Planiermaschinen 14,2 2,1 11,8
..davon aus Deutschland 0 0 0,2
.Erd- oder Straßenhobel 65,7 11,5 34,4
..davon aus Deutschland 9,9 0,6 4,4
.Straßenwalzen 155,8 24,8 54,4
..davon aus Deutschland 96,4 16,3 32,0
.Frontschaufellader 721,6 128,3 335,8
..davon aus Deutschland 12,4 0,9 10,1
.Maschinen mit drehbarem Oberwagen 1.159,4 241,4 519,8
..davon aus Deutschland 98,8 17,8 69,2
.andere Maschinen 149,4 10,4 73,5
..davon aus Deutschland 1,5 0,04 0,09

Quelle: UN Commodity Trade Statistics Database (2012)

Der Bedarf an Maschinen und Technik in den Straßenbaufirmen ist groß. So gelten 50% des Kapitalstocks als abgeschrieben, wie die spezialisierte Leasinggesellschaft Gosudarstwennaja Transportnaja Leasingowa Kompanja (GTLK) in einer Studie für das Transportministerium herausstrich. GTLK wurde 2008 von der Regierung eigens zur Modernisierung der Automobilindustrie und der Produktion von Straßenbaumaschinen umprofiliert, um Hersteller und Abnehmer dieser beiden Branchen mit günstigen Leasingangeboten zu unterstützen.

Im regionalen Vergleich ist die Abschreibungsquote gemäß der Studie im Fernen Osten Russlands am höchsten und im Südwesten am geringsten. Der Bestand an Straßenbaumaschinen ist wiederum in der westlichen Region am größten und im Fernen Osten am kleinsten. Daran lässt sich auch die unterschiedliche regionale Intensität des Straßenbaus ablesen. Neben einem quantifizierbaren Austauschbedarf stellten die Autoren der Studie fest, dass die Qualität der vorhandenen Straßenbautechnik teilweise zu wünschen übrig lässt - eine zügige Modernisierung ist daher dringend angeraten.

Zustand des Technikparks in Straßenbau- und Kommunalunternehmen nach Regionen (Anteile in %)
Region Anteil der Technik, die 2011 bis 2015 ausgetauscht werden muss Anteil des Technikparks am russischen Gesamtbestand
Südlicher Föderalbezirk 25 6
Föderalbezirk Nordkaukasus 33 7
Nordwestlicher Föderalbezirk 53 10
Föderalbezirk Sibirien 53 15
Föderalbezirk Ural 54 17
Zentraler Föderalbezirk 55 27
Föderalbezirk an der Wolga 60 15
Föderalebezirk Ferner Osten 62 3

Quelle: Ministerium für Transport (MinTrans), Moskau, 2012

Moderne Ausrüstungen lassen sich vorerst nur durch Importe beziehungsweise per Technologietransfer beschaffen. Genau aus diesem Grund kontrollieren ausländische Hersteller 60% des Marktes. Für westliche Anbieter sprechen auch ihr After-Sales-Service, ihre professionelle Intervall-Wartung der Technik sowie Ausbildungsangebote für das Bedienungspersonal; nicht zu vergessen der linear steigende Grad an lokaler Fertigung, was ihre Konkurrenzfähigkeit erhöht. Dass russische Wettbewerber dennoch Abnehmer finden, liegt an ihren günstigen Verkaufspreisen. Eine Kombination aus beiden Angeboten, das heißt aus anspruchsvoller Technologie und moderaten Anschaffungskosten, bieten importierte Gebrauchtmaschinen.

Über eine lokale Fertigung verfügen 7 von 20 ausländischen Anbietern auf dem russischen Markt (beziehungsweise stehen kurz davor). Dazu gehören Caterpillar, Komatsu, Volvo Construction Equipment, Liebherr, Terex, John Deere und CNH. Hitachi Construction Machinery hatte seine Lokalisierungspläne wegen der Finanzmarktkrise 2009 vorläufig auf Eis gelegt. Mit eigenen Vertriebsniederlassungen operieren unter anderem Kobelco, Doosan Infracore, Wirtgen und JCB.

Unter den wichtigsten russischen Herstellern befindet sich Dormash aus Orjol. Um technologisch und qualitätsmäßig zur ausländischen Konkurrenz aufschließen zu können, bezieht dieser Produzent unter anderem Motoren von Deutz und Cummins sowie Getriebe und Kupplungen von DANA und GETRAG. Weiterhin stammen Hydraulik und Hebevorrichtungen aus Italien sowie Federungen aus Deutschland.

Weitere Branchenunternehmen sind Twerskoj Ekskawator, Brjanskij Arsenal, Tscheljabinskije Stroitelno-Doroschnye Maschiny und Zawolschskij Zawod Gusenitschnych Tjagatschej, die allesamt zur Holding GAZ-Gruppe gehören. Bei Twerskoj Ekskawator handelt es sich um einen Hersteller von selbstfahrenden Baggern mit drehbaren Oberwagen, die sowohl auf Rädern als auch auf Gleisketten fahren. Weiterhin werden Gabelstapler und Lkw-basierte Bagger gefertigt.

Brjanskij Arsenal fertigt Planiermaschinen (Grader), Asphaltleger/Teermaschinen, Straßenfräsen sowie Schwerlastanhänger. Tscheljabinskije Stroitelno-Doroschnye Maschiny gehört zu den Herstellern schwerer Planiermaschinen, Frontladern sowie von Technik für die Forstwirtschaft. Das Werk ist 2010 umfassend modernisiert worden.

Das Unternehmen Zawolschskij Zawod Gusenitschnych Tjagatschej produziert schwere Gleiskettentransporter, die zum Straßenbau in entlegenen und klimatisch schwierigen Zonen benötigt werden.

Wichtige Vertriebs- und Servicepartner der russischen Hersteller sind unter anderem Speztechnika-Gruppa GAZ (http://www.sdm-rpa.ru), Profmasch (http://www.profmash.ru), beide aus Moskau, Awtodorserwis (http://adss.ru) sowie Uralskaja Speztechnika (http://www.uraltehnika.ru), beide aus Tscheljabinsk.

Profmasch handelt zusätzlich mit gebrauchten Straßenbaumaschinen ausländischer Herkunft. Wie das Vertriebsunternehmen mitteilte, zählt der niedrige Anschaffungspreis zu den Hauptargumenten, warum russische Bauunternehmen westliche Gebrauchttechnik ordern und dabei spezialisierte Händler mit einer fachgerechten Vorauswahl beauftragen.

Zu den Argumenten bei der Anschaffung von Gebrauchttechnik gehört auch die stark schwankende Konjunktur im Straßenbau. Deshalb rechnen sich Investitionen in teure Maschinen für die Unternehmen nicht unbedingt, denn eine durchgehende Auslastung des Technikparks kann nicht gewährleistet werden. In einigen Landesteilen sind Straßenbauprojekte zudem von Entscheidungen der Kommunalpolitik abhängig. Stehen zum Beispiel Jubiläen oder Großereignisse bevor, auf die sich Kommunen vorbereiten, werden gelegentlich Ausbesserungsarbeiten am Straßennetz durchgeführt. Eine belastbare Planungsgrundlage stellt das für Tiefbaufirmen aber nicht dar.

In speziellen Fällen, so die Ingenieure von Profmasch, sollen sich importierte Straßenbaumaschinen der neuesten Generation sogar als weniger geeignet für die klimatischen Bedingungen Russlands erwiesen haben als ihre Vorgängermodelle, die serienmäßig mit robusteren Motoren oder weniger aufwändiger Steuerungselektronik ausgestattet waren.

Kontaktanschriften:

Twerskoj Ekskawator

ul. Industrijalnaja 11

170000 Twer, Russische Föderation

Tel.: 007/4822/778 122, Fax: -346 490

E-Mail: tvexcs@tvcom.ru, Internet: http://www.tvexc.ru

Brjanskij Arsenal

ul. Kalinina 98

241050 Brjansk, Russische Föderation

Tel.: 007/4832/661 794, Fax: -661 794

E-Mail: info@arsenal-sdm.ru, Internet: http://www.arsenal-sdm.ru

Tscheljabinskije Stroitelno-Doroschnye Maschiny

ul. Stepana Razina 1

454005 Tscheljabinsk, Russische Föderation

Tel.: 007/351/261 4707, Fax: -261 3894

E-Mail: chsdm_sales@mail.ru, Internet: http://chdsm.gaz.ru

Zawolschskij Zawod GusenitschnychTtjagatschej

ul. Scheleznodoroschnaja 1

606524 Zawolschje, Russische Föderation

Tel.: 007/83161/21 403, Fax: -21 400

E-Mail: sdm@zzgt.ru, Internet: http://www.zgt.ru

Gosudarstwennaja Transportnaja Leasingowa Kompanja

Leningradskij Prospekt 31a

125284 Moskau, Russische Föderation

Tel.: 007/495/221 00 12, Fax: -221 00 06

E-Mail: gtlk@gtlk.ru, Internet: http://www.gtlk.ru

(U.U.)

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Russland Bau- und Baustoffmaschinen

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