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30.07.2009
Ostafrika will Zahlungsverkehr vereinheitlichen
Ostafrika will Zahlungsverkehr vereinheitlichen
Kostensenkung und Handelsförderung angestrebt / Außenzolltarif soll überarbeitet werden
Nairobi (gtai) - In der Ostafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAC) wird die Einführung eines einheitlichen Zahlungssystems zur Förderung des intra-regionalen Handels geplant. Zwischen den Zentralbanken der fünf Länder laufen Verhandlungen über Modalitäten und Nominierung eines zuständigen Instituts. Kenia und Tansania verhandeln bilateral über Maßnahmen zur Harmonisierung der Handelspolitik. Auf EAC-Ebene steht die Überarbeitung des Gemeinsamen Zolltarifs an. (Kontaktanschriften)
Die East African Community (EAC: Kenia, Uganda, Tansania, Ruanda, Burundi) plant die Einführung eines einheitlichen Zahlungswesens innerhalb der Gemeinschaft nach dem Vorbild der EU. Hierzu werden derzeit die ersten vorbereitenden Schritte eingeleitet, mit der kenianischen Zentralbank an der Spitze der Initiative. So sind nach Verlautbarung von Zentralbankgouverneur Njuguna Ndung'u die fünf Mitgliedstaaten nunmehr gehalten, eine der Banken als verantwortliche Institution für das zukünftige neue Zahlungssystem zu nominieren.
Bislang wird in der Region hauptsächlich cash bezahlt. Laut Schätzungen entfallen etwa 60% aller Bankentransaktionen auf Barzahlung. Wertmäßig allerdings machen nichtbare Transaktionen bereits über 50% aus, mit starken Abweichungen zwischen den EAC-Ländern. Ein vereinheitlichtes Abrechnungssystem soll die hohen Transaktionskosten im regionalen Handel verringern, wenn zukünftig Kunden alle Zahlungen im Binnen- und Außenhandel über ein einziges Konto abwickeln können.
Bankenvertreter in der Region plädieren für die Adaption des EU-Modells SEPA (Single Euro Payments Area), das die Unterschiede bei Zahlungen innerhalb und zwischen den Mitgliedsländern beseitigt hat. Ein solches System könnte nach Meinung von Experten noch vor Jahresende 2009 installiert sein. Entsprechende Verhandlungen laufen derzeit nach Berichten der lokalen Wirtschaftspresse zwischen den beteiligten Zentralbanken und führenden Geschäftsbanken der Länder.
Kenianische Banken haben in letzter Zeit schon begonnen, ihr Filialnetz in der Region auszuweiten, so vor allem die Kenya Commercial Bank (KCB) und Equity Bank. Mit der Einführung eines einheitlichen Zahlungssystems wird eine Verstärkung des Wettbewerbs zwischen den Instituten in der Region erwartet. Nach Angaben aus Bankenkreisen dominiert als Währung bisher der Kenia-Schilling im intra-regionalen Warenverkehr.
Zwischen Kenia und Tansania laufen gegenwärtig Verhandlungen über den Abschluss eines bilateralen Handelsabkommens. Nach Auskunft der kenianischen Vertretung in der tansanischen Hauptstadt Dar es Salaam wird die Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung als "Joint Commission Agreement" in den nächsten Wochen erwartet. Danach soll es vor allem um eine Harmonisierung der Handelspolitik einschließlich Tarifen und Gesetzen zwischen den beiden Partnerstaaten gehen, in Übereinstimmung mit dem Binnenmarktprotokoll der EAC.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den beiden Ländern weichen zum Teil erheblich voneinander ab. In einem Bericht der regionalen Wirtschaftszeitung "Business Daily" wurden einige dieser Disparitäten untersucht. So gibt es zum Beispiel eklatante Unterschiede bei den Gebühren für Lizenzen und Registrierungen im Geschäftsverkehr. Diese sind in Tansania sehr hoch, während Kenia nur nominale Gebühren etwa für die jährliche Registrierung einer ausländischen Fachkraft erhebt. Auch die Registrierung von Pharmazeutika kostet in Tansania ein Vielfaches der Gebühren in Kenia. Dies gilt nicht zuletzt als einer der Hauptgründe für die Überschwemmung des tansanischen Markts mit Produktfälschungen von Arzneimitteln.
Im Handel zwischen den EAC-Mitgliedsländern klagen Unternehmen vor allem über die nach wie vor bestehenden nichttarifären Hemmnisse. Hier haben sich die Kenianer seit einiger Zeit um einen Abbau der Bürokratie für die Privatwirtschaft bemüht. Beim Finanzministerium besteht seit 2005 ein Arbeitsausschuss für eine Reform des staatlichen Regulierungssystems der Wirtschaft.
Für überseeische Handelspartner ist ferner die Ankündigung des EAC-Sekretariats von Bedeutung, wonach erstmals in diesem Jahr eine Überarbeitung des Gemeinsamen Zolltarifs ansteht. Eine solche ist nach der Satzung der Gemeinschaft alle fünf Jahre vorgesehen. Gegenwärtig liegt der Höchstsatz bei 25% für Fertigwaren, gegenüber 10% für Zwischenprodukte und einem Nullsatz bei Rohstoffen.
Kontaktanschriften:
East African Community Secretariat
Arusha International Conference Centre
5th Floor Kilimanjaro Wing
P.O. Box 1096, Arusha, Tanzania
Tel.: 00255 27/250 42 53, Fax: -250 42 55
E-Mail: eac@eacq.org, Internet: http://www.eac.int
Kenya Private Sector Alliance (Kepsa)
2nd Floor, Shelter Afrique, Mamlaka Road
P.O. Box 3556 - 00100 GPO Nairobi, Kenya
Tel : 00254 20/273 03 71, Fax : -273 03 74
E-Mail: info@kepsa.or.ke, Internet: http://www.kepsa.or.ke
(I.H.)
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