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02.07.2009
Zahlungsverkehr in Japan läuft weiter korrekt ab
Zahlungsverkehr in Japan läuft weiter korrekt ab
Kreditvergabe wegen Finanzkrise allerdings erschwert / Von Detlef Rehn
Tokio (gtai) - Japans Unternehmen bemühen sich trotz der internationalen Finanzkrise um eine ordentliche Abwicklung ihrer Zahlungsverpflichtungen. Leitgedanke ihres Handelns ist, in keinem Fall die bestehenden Geschäftsbeziehungen in Frage zu stellen. Trotzdem ist es 2009 in einzelnen Fällen zu Abweichungen von den gewohnten Formen der Begleichung von Forderungen gekommen.
Die Zahlungsmoral solventer japanischer Unternehmen ist im Allgemeinen sehr gut. Sie legen großen Wert darauf, Vereinbarungen einzuhalten und die geschäftlichen Beziehungen zu ihren in- und ausländischen Kunden keinen unerwünschten Reibungen auszusetzen. Denn einmal eingegangene Partnerschaften sollen auch schwierige Zeiten überdauern.
Diese Prinzipien werden auch in der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrise hochgehalten. Wie in Japan ansässige Händler von Industriemaschinen berichten, läuft der Zahlungsverkehr fast durchweg unproblematisch und in den gewohnten Formen ab. So ist es üblich, mit dem Abnehmer einer neuen Anlage eine Anzahlung (bei Auftragserteilung), eine Hauptzahlung (bei Verschiffung) und einen Rückbehalt (nach Abnahme) zu vereinbaren; eine häufig vorkommende Relation ist 30:60:10. Auch sind im Geschäft mit Maschinenersatzteilen Schuldscheine ("Tegata") ein verbreitetes Zahlungsinstrument, wobei die Zahlungsziele zwischen 90 und 210 Tagen liegen.
Allerdings sehen sich auch solide arbeitende japanische Unternehmen wegen der Krise einer großen Zurückhaltung der heimischen Banken bei der Vergabe von Finanzierungskrediten gegenüber. Die Händler berichten, dass deshalb 2009 in sehr vereinzelten Fällen von den üblichen Formen des Zahlungsverkehrs abgewichen wurde.
Zum einen ist es vorgekommen, dass Firmen bei der Begleichung von Rechnungen um eine Verlängerung von Zahlungszielen auf bis zu ein Jahr gebeten haben. Ferner wurden fällige Zahlungen dadurch gestreckt, vereinbarte Lieferdaten auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Schließlich war auch zu beobachten, dass Maschinenorders auf Leasingfirmen umgestellt werden, und der eigentliche Kunde im Anschluss die Maschine nur geleast hat.
Aus diesen Beispielen kann allerdings nicht auf eine Lockerung der generell guten Zahlungsmoral in Japan geschlossen werden. Die Einzelfälle betrafen vor allem Unternehmen, die mit der Kfz-Industrie in geschäftlichen Beziehungen stehen. Dieser Bereich gehört zu denen, die am stärksten von der Wirtschafts- und Finanzkrise in Mitleidenschaft gezogen wurden. (D.R.)
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