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07.06.2011

VR Chinas Markt für Bergbaumaschinen dynamisch

VR Chinas Markt für Bergbaumaschinen dynamisch

Erzeugung steigt um ein Viertel / Sehr starke asiatische Konkurrenz / Von Bernd Schaaf

Shanghai (gtai) - Chinas Markt für Bergbaumaschinen hat sich nach einer leichten Delle 2009 erholt und befindet sich wieder auf dem Wachstumspfad. Laut Angaben des Branchenverbandes legte 2010 die Erzeugung von Bergbaumaschinen im Vergleich zum Vorjahr um 26,0% zu. Gleichzeitig explodierten mit einem Plus von knapp 70% die Importe, so dass China die USA als bislang weltweit größten Abnehmer abgelöst haben. Deutsche Lieferanten tun sich angesichts der staken asiatischen Konkurrenz schwer. (Kontaktanschrift)

Der chinesische Markt für Bergbaumaschinen erlebte zwar 2009 eine kleine Delle, legte aber 2010 wieder kräftig zu und dürfte auch künftig gute Geschäftschancen bieten. Nach Angaben des Branchenverbandes China Construction Machinery Association (CCMA) belief sich die Maschinenproduktion für die Bergbau- und Verhüttungsindustrie 2010 auf rund 325 Mrd. Renminbi Yuan (RMB; rund 36 Mrd. Euro; 1 Euro = 8,97 RMB - Jahresdurchschnitt 2010). Dies entsprach einem Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr um 26,0%.

Der gewaltige Rohstoffbedarf zwingt Beijing dazu, den Abbau eigener Erze energisch voranzutreiben, um die Abhängigkeit von ausländischen Lieferungen zu verringern. So steigen die Investitionen in den Bergbausektor seit Jahren mit hohen Zuwachsraten. Die Branche profitierte insbesondere von den großen Konjunkturpaketen der chinesischen Regierung zur Abwendung der Wirtschaftskrise. So wuchsen die gesamten Bergbauinvestitionen 2010 nach Angaben des National Bureau of Statistics im Vergleich zum Vorjahr um 27,5% auf 676 Mrd. RMB. Und dies, nachdem die Ausgaben schon 2009 um 26,2% auf 420 Mrd. RMB zugelegt hatten. Im laufenden Jahr dürfte sich das Wachstum zwar verlangsamen, aber Branchenbeobachter erwarten eine weitere Steigerung um 15% auf etwa 780 Mrd. RMB - fast doppelt so viel wie noch 2008.

Im Gefolge legte auch der Ausstoß von Bergbauerzeugnissen teilweise rapide zu. So wurden allein 2010 etwa 3,24 Mrd. t Kohle abgebaut; das waren 8,9% mehr als im Vorjahr. Dennoch mussten im gleichen Jahr 185 Mio. t Kohle importiert werden, ein Zuwachs von 40% im Vergleich zu 2009. Ähnlich sieht es bei Eisenerz aus. Obwohl die Produktion 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 21,6% auf 1,07 Mrd. t anstieg, mussten 620 Mio. t aus dem Ausland bezogen werden. Und für 2011 wird mit einem Anstieg um 10% auf 680 Mio. t gerechnet.

Die größten Berg-, Hoch- und Tiefbaumaschinenhersteller Chinas 2009 (Umsätze in Mio. RMB; Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)
Unternehmen 2008 2009 Veränd.
XCMG Group (Jiangsu) 30.028 50.518 68,2
Changsha Zoomlion Heavy Industry Science & Technology Development Co., Ltd 23.003 33.726 46,6
Sany Group (Hunan Changsha) 20.946 30.425 45,3
Guangxi Liugong Machinery Co., Ltd. 12.852 13.936 8,4
Chengdu Kobelco Construction Machinery Co., Ltd. (Chinesisch-Japanisches Joint Venture) 6.629 8.788 32,6
Shanghai Mitsubichi Elevator (Chinesisch-Japanisches Joint Venture) 7.735 k. A. -
Doosan Infracore China Corp. (Shandong) (100% Koreanisch) 7.646 k. A. -
Shantui Construction Machinery Co., Ltd. (Shandong) 5.914 6.994 18,3
Lonking Machinery Co., Ltd. 6.144 6.901 12,3
Hitachi Construction Machinery Co. Ltd.(100 % Japanisch) 6.660 k. A. -

Quelle: China Machinery Industry Yearbook 2010

Die Geschäftschancen für ausländische Anbieter von Berg-, Hoch- und Tiefbautechnik (SITC 723) sind daher aktuell günstig und dürften auch künftig attraktiv sein. Der chinesische Import jedenfalls überholte 2010 erstmals den der USA und wurde damit zum weltweit größten Markt. Der Zuwachs der Einfuhren belief sich im Vergleich zum Vorjahr auf ein Plus von 68,9% auf 7,2 Mrd. $. Und die Entwicklung in den ersten Monaten 2011 deutet darauf hin, dass 2011 erstmals die 10-Milliarden-US$-Grenze überschritten wird. Dies entspräche einer Steigerung im Vergleich zu 2010 um weitere 40%.

Von der außerordentlich dynamischen Konjunktur konnten 2010 insbesondere japanische Lieferanten profitieren. Die chinesischen Maschinenbezüge von dort stiegen 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 103,4% auf 3.755 Mio. $. Sie stellten damit 52,5% der Gesamteinfuhren in dieser Branche. Noch stärker waren allerdings die Südkoreaner: Sie konnten mit einem Plus von 113,1% auf 1.496 Mio. $ punkten und hielten damit 20,9% der chinesischen Importe.

Schwach entwickelte sich die drittplatzierten USA (+30,5% auf 544 Mio. $) sowie Deutschland (+34,9% auf 448 Mio. $). Für deutsche Lieferanten ist dieses Ergebnis zwar ein Allzeithoch, aber, gemessen an der Entwicklung der Gesamteinfuhr, dennoch kein Grund zum Jubel.

Welteinfuhr von Berg-, Hoch- und Tiefbaumaschinen 1) (in Mio. US$; Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)

2008 2009 2010 2) Veränd.
Weltimport 113.217 65.105 88.100 35,3
China 4.968 4.238 7.158 68,9
USA 9.994 4.922 6.930 40,8
Kanada 5.627 3.512 4.694 33,7

1) gegliedert nach SITC 723; 2) Schätzung von Germany Trade & Invest

Quellen: UN; Chinesische Zollstatistik

Während sich die chinesischen Berg-, Hoch- und Tiefbaumaschinenimporte im Zeitraum 2000 bis 2010 verzehnfachten, stiegen die deutschen Lieferungen nur um den Faktor drei. Deutsche Hersteller verloren daher seit dem Jahr 2002, als sie 17,8% der chinesischen Einfuhren in diesem Segment stellten, kontinuierlich Marktanteile und erreichten 2010 nur noch eine Quote von 6,3%. Dem deutschen Verlust von 11,5 Prozentpunkten in der vergangenen Dekade stehen ein Gewinn von 9,9 Punkten (Japan) beziehungsweise 8,5 Punkten (Korea, Rep.) gegenüber.

Im gleichen Zeitraum wurden chinesische Maschinenproduzenten als Exporteure zu ernsthaften Konkurrenten für deutsche Hersteller auf Drittmärkten. Die chinesischen Branchenexporte erhöhten sich seit 2000 um mehr als das Zwanzigfache von 328 Mio. $ auf 7.348 Mio. $ (2010). Das Land wurde zwischenzeitlich zum Nettoexporteur von Bergbautechnik und lieferte 2010 beispielsweise dem Wert nach acht Mal so viel Maschinen nach Japan wie deutsche Hersteller.

Dabei scheinen sich die Geschäftsbeziehungen zwischen Erzlieferanten wie Rio Tinto und Bergbautechnikexporteuren wie China nachhaltig zu verändern. Rio Tinto hat in den vergangenen Jahren schätzungsweise 1 Mrd. t Eisenerz nach China geliefert. Parallel hierzu baut der australisch-britische Konzern seine Beschaffung in China seit 2003 kontinuierlich aus. Schon 2010 bezog die Firma Waren für 500 Mio. $ aus dem Reich der Mitte, und für 2011 sind schon 1 Mrd. $ vorgesehen.

Ende Mai 2011 wurde nun erstmals ein Liefervertag für Bergbaumaschinen unterzeichnet. Danach sollen vom staatlichen Maschinenbauer Xiangtan Electric Manufacturing Corp. (XEMC) bis Ende 2011 vier schwere Bergbau-Kipper mit einer Ladekapazität von jeweils 230 t an Rio Tinto geliefert werden. Die laut Firmenaussagen "maßgeschneiderten" Schwer-Lkw - die Motoren stammen von Detroit Diesel - sollen in der Pilbara-Mine in Westaustralien zum Einsatz kommen, wo Rio Tinto den Ausstoß von Eisenerz bis 2015 auf 330 Mio. t nach oben treiben will.

Struktur der Einfuhr von Berg-, Hoch und Tiefbaumaschinen (Struktur nach HS; in Mio. US$; Veränderung im Vergleich zur Vorperiode in %)
HSPos. Warengruppe 2009 2010 Veränd.
8429 Planiermaschinen, Hobel, Bagger 1.736 3.397 95,7
.8429.52 Bagger mit um 360 Grad drehbarem Oberwagen 1.524 3.189 109,3
8430 Abbau-, Streckenvortriebsmaschinen 705 662 -6,1
.8430.41 And. Bohrmaschinen und Tiefbohrgeräte 267 212 -20,6
8431 Teile und Zubehör 2.051 3.348 63,2
8474 Sortiermaschinen 887 920 3,7
8479.10 Andere Berg-, Hoch-, Tiefbaumaschinen 106 181 70,8
Insgesamt 5.485 8.508 55,1

Quelle: Chinesische Zollstatistik; Berechnungen von Germany Trade & Invest

Kontaktanschrift:

China Construction Machinery Association (CCMA)

No. 26, Yuetan South Street, Xicheng District, 100825 Beijing

Tel: 0086 10/68 51 98 36, Fax: -68 51 78 17

E-Mail: yinxiaoli888@163.com; Internet: http://www.cncma.org

(S.G.)

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China Bergbaumaschinen, Geo-Bohrtechnik

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