| Datenbank: | Länder und Märkte |
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| Titel: | Interesse an importierten Lebensmitteln in Japan weiter hoch |
| Datum: | 07.04.2010 |
| Land: | Japan |
| Produktkategorie: | Artikel |
| Ihr Ansprechpartner bei Germany Trade and Invest: | Frau Ratzeburg, Ruf: 0221/2057-265 |
Tokio (gtai) - Der japanische Nahrungsmittelmarkt ist einer der größten der Welt und bietet trotz unsicherer Gesamtperspektiven für ausländische Anbieter weiter viel Potenzial. Auch Deutschland will in der Zukunft hieran stärker partizipieren, denn deutsche Unternehmen nutzen die geschäftlichen Chancen bislang nur sehr unzureichend. Vor allem die meist guten Preise rechtfertigen den Aufwand, der mit Einstieg und Bearbeitung des Marktes verbunden ist. Die "Foodex Japan" ist die wichtigste lokale Messe. (Kontaktanschrift)
Die geschäftliche Lage auf Japans Markt für Nahrungsmittel und Getränke ist gegenwärtig unklar. Neben allgemeinen strukturellen Problemen wie einer alternden und schrumpfenden Bevölkerung wirkt sich auch die schwache Konjunktur aus: Vor allem die Deflation macht große Sorgen. Als Folge stagnieren oder fallen die Lebensmittelumsätze beispielsweise in Supermärkten und Warenhäusern. Für einen gewissen positiven Ausgleich sorgt die Tatsache, dass viele Verbraucher aus Kostengründen ihre Restaurantbesuche eingeschränkt haben und stattdessen mehr zu Hause kochen. Auch wegen der im Verlauf von 2009 gesunkenen Rohmaterialpreise bewerten die Nahrungsmittelhersteller die Aussichten des Inlandsmarktes nicht ganz so pessimistisch.
Auch wenn der Markt zuletzt insgesamt nur wenig Bewegung zeigte, bleibt er einer der größten der Welt. Im Kalenderjahr 2009 hatte er ein Volumen (Produktion + Importe - Exporte) von etwa 26,2 Bill. Yen (200,9 Mrd. Euro; 1 Euro = 130,3 Yen - Jahresdurchschnitt 2009). Dabei erreichte die Inlandsproduktion nach Schätzungen des Fachblatts "Beverage and Food Statistical Monthly" des Verlags Nikkan Keizai Tsushinsha eine Höhe von 22,6 Bill. Yen.
Ausländische Produkte spielen in Japan eine sehr wichtige Rolle. Legt man den Kalorienbedarf zugrunde, decken Importe gegenwärtig etwa 60% ab. Auf Grundlage des Marktvolumens stellen die Einfuhren von Nahrungsmitteln und Getränken hingegen nur 35%. Dies entsprach 2009 in absoluten Zahlen rund 5,6 Bill. Yen (HS-Positionen 1 bis 24 der Außenhandelsstatistik). Dabei wurden verarbeitete Lebensmittel, Getränke und Genussmittel für 1,9 Bill. Yen, Waren tierischen Ursprungs für etwas mehr als 1,8 Bill. Yen und pflanzliche Produkte für 1,8 Bill. Yen importiert.
Im Vergleich zu anderen Ländern ist Deutschland auf dem japanischen Markt nur gering vertreten. So erreichte der Importwert 2009 lediglich 124,3 Mrd. Yen. Ohne Nahrungsmittelreste und Tabak (HS-Positionen 23 und 24) beliefen sich die Einfuhren auf etwas mehr als 27,7 Mrd. Yen; dies war ein Marktanteil von 0,5%. Verarbeitete Lebensmittel und Getränke (HS-Positionen 16 bis 22) lieferte Deutschland für 10,1 Mrd. Yen und kam damit auf einen Marktanteil von 0,8%. Die wertmäßig größten Warengruppen waren Käse und Quark, Malz und Hopfen, Wein sowie Süßwaren (hier insbesondere Gummibonbons).
Im Prinzip bieten sich deutschen Anbietern in Japan zahlreiche geschäftliche Möglichkeiten. So gibt es beispielsweise bei Käse angesichts eines jährlichen Pro-Kopf-Verbrauchs von nur etwa 1,8 kg viel Spielraum nach oben. Allerdings sind die Essgewohnheiten zu berücksichtigen, die sich von den europäischen unterscheiden. Die in japanischen Geschäften erhältlichen Biere oder Weine spiegeln die große Vielfalt des deutschen Angebots kaum wider. Deutscher Honig ist Japanern fast nicht bekannt, und auch Brot kann bisher nur in einigen Spezialgeschäften der Großstädte gekauft werden.
Ferner hat Japan die Importe von Frischfleisch und nicht-hitzebehandelten Wurstwaren aus Deutschland wegen der Fälle von BSE und Schweinepest schon seit Längerem gestoppt. Die Verhandlungen zwischen den Regierungen beider Länder über eine Wiederaufnahme der Lieferungen laufen. Wie aus diplomatischen Kreisen zu hören war, gibt es Hoffnungen auf eine zufriedenstellende Lösung.
Der Einstieg in den japanischen Markt und seine Bearbeitung sind aber nicht einfach. So sind die sprachlichen und kulturellen Barrieren hoch und die Verbraucher zum Beispiel schon im Hinblick auf die Produktverpackung sehr anspruchsvoll. Des Weiteren müssen Produktgrößen unter Umständen angepasst werden. Diese und viele andere Aspekte machen eine sehr sorgfältige Vorbereitung des Japan-Engagements nötig.
Gerechtfertigt wird der Aufwand durch ein Preisniveau, das trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise generell immer noch hoch ist. Zwar achten viele Konsumenten aufgrund der schlechten Einkommenssituation und der Deflation beim Einkauf auf möglichst günstige Angebote. Auch sind im Einzelhandel Preiskämpfe und ein starker Anstieg billigerer Eigenmarken zu beobachten. Jedoch gelten für viele ausländische Nahrungsmittel diese Tendenzen bislang nicht. Wie die starke Präsenz von Unternehmen insbesondere aus den USA, Australien, Frankreich oder Italien zeigt, lassen sich trotz hoher Kosten offenbar sehr gute Geschäfte auf dem japanischen Lebensmittelmarkt machen.
In den kommenden Jahren soll nach dem Wunsch des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) die deutsche Präsenz auf dem japanischen Markt sichtbar ausgebaut werden. Denn Japan ist eines von sieben Ländern, die für die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft als besonders aussichtsreich gelten. Entsprechend will das Ministerium interessierte Unternehmen bei der Markterschließung in verschiedenen Formen, so zum Beispiel über Messen oder Erkundungsreisen, unterstützen.
Die "Foodex" ist für in- und ausländische Anbieter von Nahrungsmitteln und Getränken die wichtigste Fachausstellung in Japan. Sie wird alljährlich in der Makuhari Messe (Präfektur Chiba) abgehalten und fand in ihrer jüngsten Auflage vom 2.3. bis 5.3.10 statt. An der gut besuchten Messe nahmen mehr als 2.500 Aussteller aus über 60 Ländern teil.
Deutschland war auf der "Foodex" wieder mit einem eigenen Pavillon präsent. Er umfasste zwölf Aussteller. Zudem wurden einige Firmen auch von japanischen Importeuren vertreten. Präsentiert wurden unter anderem Käse, Sauerkonserven, Süßwaren, (hitzebehandelte) Fleischwaren, Honig, Knäckebrot, Gewürzsoßen sowie Bier. Termin der nächsten "Foodex" ist der 1.3. bis 4.3.11. Veranstaltungsort ist wieder die Makuhari Messe.
Japans Nahrungsmittel- und Getränkeimport (ausgewählte Produkte, in Mio. Yen)
| HS-Position | Produkt | 2008 | Davon aus Deutschland | 2009 | Davon aus Deutschland |
| 0406 | Käse und Quark | 103.488,1 | 4.579,1 | 76.048,5 | 3.524,8 |
| 1107.10-021 | Malz | 35.164,6 | 2.266,1 | 34.672,8 | 2.415,8 |
| 1210 | Hopfen | 4.884,0 | 2.549,9 | 5.307,9 | 2.166,7 |
| 1601 | Würste | 17.492,3 | 185,6 | 17.764,5 | 133,0 |
| 1704.90 | Andere Süßwaren | 8.263,7 | 1.349,2 | 7.876,3 | 1.045,3 |
| 1905.90 | And. Backwaren | 32.743,0 | 302,4 | 27.273,7 | 279,2 |
| 2001.10 | Gurken | 653,0 | 88,9 | 574,7 | 68,2 |
| 2005.99-230 | Sauerkraut | 51,2 | 29,4 | 49,9 | 27,0 |
| 2009.71,79 | Apfelsaft | 22.101,5 | 156,3 | 10.842,6 | 106,3 |
| 2009.90 | Saftmischungen | 2.674,2 | 598,3 | 1.496,7 | 38,8 |
| 2101 | Lösl. Kaffee u. Tee | 17.489,6 | 816,0 | 15.336,6 | 477,0 |
| 2103 | Würzsaucen, Senf | 24.272,9 | 118,4 | 24.132,0 | 95,7 |
| 2203 | Bier | 5.969,0 | 352,2 | 4.964,8 | 341,6 |
| 2204.10 | Schaumwein | 40.616,8 | 334,8 | 23.163,6 | 184,1 |
| 2204.21-30 | Wein | 90.830,5 | 2.229,8 | 71.592,0 | 1.671,3 |
| 2208.70 | Likör | 10.727,7 | 266,5 | 9.884,1 | 240,2 |
Quelle: Japan Tariff Association
Foodex Japan Secretariat
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3-1-22 Shiba Koen, Minato-ku, Tokyo 105-8522
Tel.: 0081 3/34 34-34 53; Fax: -80 76
E-Mail: foodex@jma.or.jp Internet: www.jma.or.jp/foodex
(D.R.)