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Nr. 13    19. Juli 2011

Geschäftsservice und Praxis


Wieder bessere Bedingungen für Geschäfte mit Kuba

Höhere Deviseneinnahmen und Tilgung von Rückständen schaffen Raum für neue Geschäfte

Mexiko-Stadt (gtai) - Die Perspektiven für Handelsgeschäfte mit Kuba hellen sich auf. Nach Aussagen deutscher Bankenvertreter werden nach starken Liquiditätsengpässen auf kubanischer Seite infolge der globalen Wirtschaftskrise seit 2011 wieder mehr Handelsfinanzierungen nachgefragt. Die Devisengenehmigung durch die kubanische Zentralbank ist jedoch ein langwieriger Prozess mit ungewissem Ausgang. Zumindest hat das Land durch höhere Rohstoffpreise und steigende Tourismuseinnahmen wieder mehr Mittel für Anschaffungen.

Durch den Verfall der Rohstoffpreise (vor allem Nickel), steigende Nahrungsmittelpreise und fallende Tourismuseinnahmen hatte der kubanische Staat seit 2008 mit erheblichen Devisenengpässen zu kämpfen. Daraufhin hatte die kubanische Regierung die Devisenkonten ausländischer Unternehmen in Kuba eingefroren. Euro-Guthaben konnten somit nicht mehr ins Ausland zurück überwiesen werden.

Auch Handelsgeschäfte, die über prioritäre Sektoren wie Lebensmittel und Arzneimittel hinausgingen, konnten von kubanischer Seite nicht beglichen werden und viele ausländische Banken fuhren hohe Außenstände auf. Gleichzeitig zogen sich auch deutsche Banken aus der Handelsfinanzierung mit kubanischen Abnehmern zurück.

Von der Krise hat sich Kuba überwiegend erholt

Seit Ende 2010 hat sich die Lage verbessert, für 2011 erwartet das kubanische Statistikamt ONE ein dreiprozentiges Wachstum des Bruttoinlandprodukts

Höhere Tourismuseinnahmen und stärkere Zuflüsse aus dem Nickelexport ermöglichen dem kubanischen Staat wieder Anschaffungen etwa für die Energieerzeugung sowie von Ausrüstungen für den Tourismus zu tätigen. Gleichzeitig wurde ein Großteil der eingefrorenen Konten wieder aufgetaut, sodass ausländische Unternehmen wieder zu Geschäften mit der kubanischen Seite bereit sind.

Die kubanische Regierung investiert vor allem in die Energieversorgung, die Verkehrsinfrastruktur und die Nahrungsmittelproduktion. Grundsätzlich bietet die Erneuerung veralteter Maschinenparks großes Potenzial. Weiter setzt Havanna auf den Tourismussektor, da er ein verlässlicher Devisenbringer ist. Zudem bietet sich der Inselstaat als Drehscheibe für den Handel mit Zentralamerika und der Karibik an.

Kuba 1)
CSV Export
1) Daten beziehen sich auf das Jahr 2010; 2) das kubanische Statistikamt ONE legt den Dollar-Angaben eine Umrechnung aus CUP zum Kurs von 1:1 zugrunde; 3) Schätzung der Economist Intelligence Unit; 4) Statistisches Bundesamt
Quelle: Statistikamt ONE
Bevölkerung11,2 Mio.
Bevölkerungswachstum0,05%
HauptstadtHavanna
KorrespondenzsprachenSpanisch
Bruttoinlandsprodukt 2)66.420 Mio. US$
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 2)5.713 US$
Nettoauslandsverschuldung 3)19,4 Mrd. US$
Währungsreserven 3)4,65 Mrd. US$
Öffentliches Defizit in % des BIP3,4%
Warenimporte9,1 Mrd. US$
Warenexporte4,1 Mrd. US$
Warenimporte aus Deutschland 4)163,2 Mio. Euro
Warenexporte nach Deutschland 4)44,5 Mio. Euro


Mit drei deutschen Banken, die besonders stark im Kubageschäft tätig sind, wurde im Oktober 2010 eine Umschuldung vereinbart. Die Rückzahlungen wurden gestreckt und Kuba eine tilgungsfreie Übergangszeit eingeräumt. Bei frühzeitiger Tilgung vereinbarten die Partner die Möglichkeit neuer Handelsfinanzierungen. Dadurch konnten 2011 bereits wieder einige Handelsgeschäfte initiiert werden.

Deutschen Unternehmen stehen in Kuba staatliche Deckungen seitens Euler Hermes zur Verfügung. Kreditversicherer anderer Länder bieten derzeit keine staatlichen Sicherheiten an, da diese Länder weiterhin gegenüber Kuba große Außenstände haben. Vor allem spanische und japanische Unternehmen sind hier im Nachteil. Gleichzeitig bieten befreundete Wirtschaftspartner wie Venezuela, China und Brasilien Kuba weiterhin günstige Kreditfinanzierungen für Infrastrukturprojekte an.

Deutschland hatte zur Jahrtausendwende mit Kuba ein Umschuldungsabkommen unter anderem für kubanische Schulden gegenüber der DDR getroffen. Daher hat Kuba gegenüber dem deutschen Staat derzeit keine Überfälligkeiten. In der Folgezeit wurde wiederholt auf die Einhaltung der Vereinbarungen gepocht und Kuba hat bisher Kredite mit Hermes-Deckungen zeitnah zurückgezahlt.

Auch in der Wirtschaftskrise wurden weiterhin Hermes-Sicherheiten für Handelsgeschäfte mit Kuba angeboten. Derzeit besteht ein Plafond von 20 Mio. Euro für kurzfristige Kredite und 40 Mio. Euro für langfristige Kredite. Wie verlautet, bieten in Deutschland unter anderem die DZ Bank, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sowie die Bayerische Hypo- und Vereinsbank für Kubageschäfte Handelsfinanzierungen an.

Weitere Banken - wie etwa die AKA Bank - wollen zunächst abwarten und sehen, wie die kubanische Seite ihre Verbindlichkeiten in den kommenden Monaten begleicht.

In der Vergangenheit wurden im Handel mit Kuba auch andere Finanzierungsmodelle praktiziert. So hatte Kuba für die Lieferung von Transportbändern für den Nickelbergbau Devisenforderungen an deutsche Banken abgetreten und damit das Geschäft finanziert. Die kubanische Seite ist bei der Abtretung von Devisenforderungen dem Vernehmen nach aber sehr zurückhaltend und zieht andere Finanzierungsformen vor, die nicht direkt die Deviseneinnahmen beeinträchtigen und sich zeitlich strecken lassen.

Der Zeitpunkt für einen Einstieg ins Kubageschäft ist aber insgesamt gesehen, insbesondere mit Blick auf die behutsame Marktöffnung günstig. Mit einer neuen Publikation - "Tipps für das Kubageschäft" - gibt Germany Trade & Invest detaillierte Einblicke in den Inselstaat und die dortigen Geschäftsmöglichkeiten und hilft deutschen Unternehmen bei der Vorbereitung ihres Kubageschäfts.

Weitere Informationen über die aktuelle Wirtschaftslage enthalten die "Wirtschaftstrends Kuba zum Jahreswechsel 2010/11".

Peter Buerstedde
amerika@gtai.de

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Kontaktanschrift

Euler Hermes Kreditversicherungs-AG
Herr Jens Kruse, Tel.: 0049 40/883 40
Internet: www.hermes-kredit.com
DZ Bank
Herr Helmut Müller, Tel.: 0049 69/74 47 27 23
E-Mail: helmut.mueller@dzbank.de
Bayerische HypoVereinsbank
Frau Eveline Berger, Tel.: 0049 89/37 82 56 73
E-Mail: eveline.berger@unicreditgroup.de
Commerzbank
Herr Thomas Krieger, Tel.: 0049 69/13 62 48 62
E-Mail: thomas.krieger@commerzbank.com
AKA Ausfuhrkreditgesellschaft mbH
Frau Emma Krauss, Tel.: 0049 69/298 91 07
E-Mail: emma.krauss@akabank.de

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