

Höhere Deviseneinnahmen und Tilgung von Rückständen schaffen Raum für neue Geschäfte
Mexiko-Stadt (gtai) - Die Perspektiven für Handelsgeschäfte mit Kuba hellen sich auf. Nach Aussagen deutscher Bankenvertreter werden nach starken Liquiditätsengpässen auf kubanischer Seite infolge der globalen Wirtschaftskrise seit 2011 wieder mehr Handelsfinanzierungen nachgefragt. Die Devisengenehmigung durch die kubanische Zentralbank ist jedoch ein langwieriger Prozess mit ungewissem Ausgang. Zumindest hat das Land durch höhere Rohstoffpreise und steigende Tourismuseinnahmen wieder mehr Mittel für Anschaffungen.
Durch den Verfall der Rohstoffpreise (vor allem Nickel), steigende Nahrungsmittelpreise und fallende Tourismuseinnahmen hatte der kubanische Staat seit 2008 mit erheblichen Devisenengpässen zu kämpfen. Daraufhin hatte die kubanische Regierung die Devisenkonten ausländischer Unternehmen in Kuba eingefroren. Euro-Guthaben konnten somit nicht mehr ins Ausland zurück überwiesen werden.
Auch Handelsgeschäfte, die über prioritäre Sektoren wie Lebensmittel und Arzneimittel hinausgingen, konnten von kubanischer Seite nicht beglichen werden und viele ausländische Banken fuhren hohe Außenstände auf. Gleichzeitig zogen sich auch deutsche Banken aus der Handelsfinanzierung mit kubanischen Abnehmern zurück.
Von der Krise hat sich Kuba überwiegend erholt
Seit Ende 2010 hat sich die Lage verbessert, für 2011 erwartet das kubanische Statistikamt ONE ein dreiprozentiges Wachstum des Bruttoinlandprodukts
Höhere Tourismuseinnahmen und stärkere Zuflüsse aus dem Nickelexport ermöglichen dem kubanischen Staat wieder Anschaffungen etwa für die Energieerzeugung sowie von Ausrüstungen für den Tourismus zu tätigen. Gleichzeitig wurde ein Großteil der eingefrorenen Konten wieder aufgetaut, sodass ausländische Unternehmen wieder zu Geschäften mit der kubanischen Seite bereit sind.
Die kubanische Regierung investiert vor allem in die Energieversorgung, die Verkehrsinfrastruktur und die Nahrungsmittelproduktion. Grundsätzlich bietet die Erneuerung veralteter Maschinenparks großes Potenzial. Weiter setzt Havanna auf den Tourismussektor, da er ein verlässlicher Devisenbringer ist. Zudem bietet sich der Inselstaat als Drehscheibe für den Handel mit Zentralamerika und der Karibik an.
| CSV Export 1) Daten beziehen sich auf das Jahr 2010; 2) das kubanische Statistikamt ONE legt den Dollar-Angaben eine Umrechnung aus CUP zum Kurs von 1:1 zugrunde; 3) Schätzung der Economist Intelligence Unit; 4) Statistisches Bundesamt Quelle: Statistikamt ONE | |
| Bevölkerung | 11,2 Mio. |
| Bevölkerungswachstum | 0,05% |
| Hauptstadt | Havanna |
| Korrespondenzsprachen | Spanisch |
| Bruttoinlandsprodukt 2) | 66.420 Mio. US$ |
| Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 2) | 5.713 US$ |
| Nettoauslandsverschuldung 3) | 19,4 Mrd. US$ |
| Währungsreserven 3) | 4,65 Mrd. US$ |
| Öffentliches Defizit in % des BIP | 3,4% |
| Warenimporte | 9,1 Mrd. US$ |
| Warenexporte | 4,1 Mrd. US$ |
| Warenimporte aus Deutschland 4) | 163,2 Mio. Euro |
| Warenexporte nach Deutschland 4) | 44,5 Mio. Euro |
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