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Nr. 21    15. November 2011

Länder und Märkte


Wirtschaftskrise trifft griechischen Import

Handel mit Deutschland ist rückläufig

Das griechische Handelsbilanzdefizit (inklusive Brennstoffe und Schiffe) wies in den ersten acht Monaten des Jahres 2011 ein Minus von rund 1,1 Mrd. Euro auf, das ohne Brennstoffe und Schiffe sogar auf 2,4 Mrd. Euro steigt. Die Exporte legten im gleichen Zeitraum um 23,2% zu, die Importe um knapp 4,6%.

Die Handelsbeziehungen mit der Europäischen Union stellen mehr als die Hälfte des griechischen Handels dar. Bilateral betrachtet, schrumpfte der Handel mit Deutschland in den ersten sieben Monaten des Jahres 2011 um 9,5%.

Schlimmste Krise der Nachkriegszeit

Vor dem Hintergrund der schlimmsten Wirtschaftskrise in der Nachkriegszeit geben die griechischen Exporte einen Hoffnungsschimmer. Aufgrund der immer stärker nachlassenden Inlandsnachfrage scheint die internationale Orientierung einen Ausweg zu bieten.

In den ersten acht Monaten des Jahres 2011 lagen die Ausfuhren inklusive Brennstoffe und Schiffe 23,2% über dem Vorjahresniveau (13,1 Mrd. Euro gegenüber 10,7 Mrd. Euro). Die Steigerungsrate wird für das gesamte Jahr 2011 auf 13% geschätzt.

Im 1. Halbjahr 2011 ließen die Einfuhren gemäß dem griechischen Statistischen Amt EL.STAT um 14,1% nach, während die Exporte um eindrucksvolle 40% stiegen. Nach Daten von Eurostat lagen die Importe um 20% unter denen des Vorjahres.

Exporte konzentrieren sich auf die EU

Die Verminderung des gesamten Handelsbilanzdefizits in den ersten acht Monaten des Jahres 2011 ist auf das Sinken des Handelsbilanzdefizits ohne Schiffe und Brennstoffe um 2,4 Mrd. Euro sowie auf die verminderten Netto-Zahlungen für Schiffe um 10,3 Mio. Euro zurückzuführen.

Die Netto-Zahlungen für Brennstoffimporte sind allerdings um 1,4 Mrd. Euro gestiegen. Mehr als die Hälfte (53,5%) der griechischen Importe stammten im 1. Halbjahr 2011 aus EU-Ländern. Auch die Exporte konzentrierten sich (52%) auf die EU.

Griechische Importe 1. Halbjahr 2011
LandMio. Euro
Quelle: EL.STAT
Deutschland2.335
Russland2.333
Italien2.018
China1.301
Frankreich1.198
Niederlande1.140
Belgien790
Spanien705
Korea (Rep.)655
Vereinigtes Königreich614
Insgesamt21.384


In der Rangordnung der Abnehmerländer griechischer Produkte für das 1. Halbjahr 2011 landete Deutschland auf Platz 3. Inzwischen stehen Italien und die Türkei an erster und zweiter Stelle mit Anteilen in Höhe von 9,9 und 8,2%. Der Anteil Deutschlands lag bei 8,0%.

Griechische Exporte im 1. Halbjahr 2011
LandMio. Euro
Quelle: EL.STAT
Italien1.043
Türkei866
Deutschland849
Zypern628
USA581
Bulgarien571
Vereinigtes Königreich738
Frankreich345
Rumänien288
Singapur262
Insgesamt10.530



Trotz der Wirtschaftskrise war Deutschland auf der Grundlage der gesamten Handelsbeziehungen auch im 1. Halbjahr 2011 der wichtigste Handelspartner Griechenlands. Über Jahrzehnte expandierte der bilaterale Warenaustausch. Im Rahmen der Wirtschaftskrise wurde er seit 2010 allerdings rückläufig. Nach Angaben von EL.STAT für das 1. Halbjahr 2011 schrumpfte das gesamte bilaterale Handelsvolumen um 9,5% und lag bei 3,2 Mrd. Euro.

Geringe Kaufkraft schwächt Wirtschaft

Bereits 2010 sanken die Einfuhren aus Deutschland (EL.STAT: -15,7%, Statistisches Bundesamt: -10,8%), besonders aufgrund der geringeren Kaufkraft der griechischen Verbraucher. Im 1. Halbjahr 2011 gingen sie im Vergleich zur Vorjahresperiode um 11,8% zurück (EL.STAT).

Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes für die ersten sieben Monate 2011 waren es im Vergleich -7,8%. Deutschland konnte seinen ersten Platz bei den Importen im 1. Halbjahr 2011 halten, wobei sein Anteil bei 10,9% lag, gefolgt von Russland (10,9%) und Italien (9,4%).

Unter den deutschen Warenlieferungen nach Griechenland dominieren die Enderzeugnisse und die Vorerzeugnisse, so das Statistische Bundesamt (Januar bis Juli 2011: 66 und 11,5%). In der Betrachtung nach Warengruppen verzeichnete Deutschland die größten Importanteile bei pharmazeutischen Erzeugnissen (11,8%) sowie bei Personenkraftwagen und Wohnmobilen (4,4%).

Die Kategorien Enderzeugnisse und Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs prägten in den ersten sieben Monaten 2011 die Güterstruktur griechischer Lieferungen nach Deutschland (39,6 und 18,5%). Die absatzstärksten Enderzeugnisse auf dem deutschen Markt waren pharmazeutische Erzeugnisse (14,3%) während die Obstzubereitungen und Konserven (4,2%) die wichtigsten Produkte der Kategorie Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs waren.
Michaela Balis
westeuropa@gtai.de

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