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Pressemitteilung
06.03.2019

Digitalisierung: 35 Länder im Vergleich

GTAI untersucht Stärken, Schwächen und Perspektiven

Bonn, Berlin (GTAI) - Ob Künstliche Intelligenz (KI), die digitale Patientenakte oder E-Government: Große wie kleine Wirtschaftsnationen weltweit haben sich ehrgeizige Ziele für die Digitalisierung gesteckt. Germany Trade & Invest (GTAI) hat in über 30 Ländern untersucht, welche Strategien einzelne Staaten beim Thema Digitalisierung verfolgen, welche Stärken und Schwächen sie haben und welche Perspektiven sich vor Ort in Zukunft bieten.

Die USA verfolgen bislang keine umfassende Strategie, um künstliche Intelligenz (KI) zu fördern. Das Feld bleibt bisher weitgehend den Technologiekonzernen überlassen. Im Februar 2019 hat der Präsident die Bundesbehörden angewiesen, der Forschung und Entwicklung von KI bei der Mittelvergabe Priorität einzuräumen und Forschern weiteren Zugang zu Regierungsdaten zu gewähren. Beim Mobilfunkstandard 5G wollen die USA wieder Weltmarktführer werden, wie bereits bei 4G. Dabei spielt gewiss eine Rolle, dass die US-Regierung bei 5G eine Einbindung chinesischer Technologie verhindern will. Für 2019 sind mehrere Frequenzauktionen geplant.

Gerade Daten gelten als entscheidender Treibstoff für die Forschung im Bereich der KI. Chinesische Unternehmen, die in diesem Sektor forschen, können auf die uneingeschränkte Unterstützung der Regierung setzen und auf riesige Datenmengen zurückgreifen. „China könnte so auch bei der digital gestützten Mobilität mit Konzepten wie autonom fahrenden Autos und Busflotten seine Stärken ausspielen. Die Entwicklung schreitet hier deutlich schneller als anderswo voran”, sagt Corinne Abele von der GTAI in Shanghai. “China mischt insgesamt ganz weit vorne mit, und das nicht nur bei KI, sondern auch bei disruptiven Technologien wie Blockchain.”

Auch im restlichen Asien sind die Weichen in Richtung digitale Zukunft gestellt: Japan treibt die Entwicklung zur „Society 5.0“ voran und will bei der KI vorn dabei sein. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung könnten in zehn bis zwanzig Jahren fast 50 Prozent der Arbeitskräfte in Japan durch Roboter oder KI ersetzt werden. Und während in vielen Staaten noch die Vorbereitungen für die Einführung von 5G laufen, wird in Südkorea im ersten Halbjahr 2019 voraussichtlich eines der ersten 5G-Netze weltweit eingeführt. Auch im E-Government wird Südkorea in diversen Rankings als weltweit führend eingestuft.

In Europa sind aufgrund des geplanten Brexit viele Blicke auf das Vereinigte Königreich (VK) gerichtet. Ungeachtet dessen verfügt das Land über einen hohen Digitalisierungsgrad: Fast alle öffentlichen Anträge können im Internet abgewickelt werden, Arzttermine online gebucht, Gemeindesteuern über das Netz bezahlt und ebenso Gesellschaften gegründet werden. In einer UN-Studie von 2018 rangierte das VK bei der digitalen Verwaltung weltweit auf Platz vier. Nur Dänemark, Australien und Südkorea konnten noch besser abschneiden. Trotz des bevorstehenden Brexit dürfte auch die robuste digitale Start-up-Szene ein wichtiges Standbein der Wirtschaft bleiben.

Informationen rund um den digitalen Wandel in vielen Branchen weltweit finden Sie auf: www.gtai.de/wirtschaft-digital

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