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Pressemitteilung
29.03.2019

Zwischen Chancen und Herausforderungen

Präsidentschaftswahlen in der Ukraine

Berlin, Kiew (GTAI) - In der Ukraine wird am Sonntag, den 31.03.2019 ein neuer Präsident gewählt. In Verbindung mit den Parlamentswahlen im Herbst stehen in dem Land wichtige Weichenstellungen an. Letzten Prognosen zufolge gilt es als unwahrscheinlich, dass einer der Kandidaten in der ersten Wahlrunde die absolute Mehrheit erreicht. Eine Stichwahl am 21.04. scheint sehr wahrscheinlich. Wer auch immer die Wahl gewinnt: Die Ukraine steht nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich vor vielen Herausforderungen.

„Die Ukraine setzt ihren Erholungskurs fort. Die Nationalbank rechnet dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent. Doch die sozialen Ungleichgewichte sind hoch, viele Ukrainer verlassen das Land. Das Wachstumstempo ist zu niedrig, mehr ausländische Direktinvestitionen wären nötig. Voraussetzung hierfür sind aber deutliche Verbesserungen bei Korruption und der Rechtssicherheit“, so Fabian Nemitz, Ukraine-Experte bei Germany Trade & Invest (GTAI) in Kiew. Auch bei Privatisierungen sei kaum etwas vorangekommen, bei großen Unternehmen sogar gar nicht.

Immerhin befinden sich die öffentlichen Finanzen auf Konsolidierungskurs. Die Staatsverschuldung ist 2018 auf 63 Prozent des BIP gesunken, nachdem sie im Jahr 2017 noch bei 72 Prozent lag. Auch die Ende 2018 wieder aufgenommene Zusammenarbeit mit dem IWF trägt erste Früchte. Die Währungsreserven sind auf einen mehrjährigen Höchststand gestiegen, der Wechselkurs ist stabil. Die Weiterführung der Kooperation wird auch nach der Wahl entscheidend sein, sonst könnte schnell eine neue Währungs- und Finanzkrise drohen, da 2019 und 2020 hohe Rückzahlungen von Auslandsschulden anstehen.

Nemitz nennt weitere Lichtblicke: „Die Landwirtschaft hat 2018 eine Rekordernte erzielt. Über 70 Millionen Tonnen Getreide sind ein historischer Höchststand. Der IT-Sektor wächst rasant. Aus Sicht der Unternehmen besonders positiv: IT-Fachkräfte arbeiten häufig als Selbständige und zahlen nur fünf Prozent Einkommensteuern. Dies hat die Abwanderung von Fachkräften aus dem Sektor gestoppt. Erneuerbare Energien boomen ebenfalls, immer mehr ausländische Firmen investieren in den Bau von Wind- und Solarparks.“ Viele Unternehmen, darunter zahlreiche deutsche Kfz-Zulieferer, haben in den vergangenen Jahren vor allem in der Westukraine Werke eröffnet. Schon heute stehen Kfz-Teile und Kfz-Elektronik für rund ein Viertel der ukrainischen Exporte nach Deutschland.

Weitere Informationen zur Ukraine unter: www.gtai.de/ukraine

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