Branchencheck

30.05.2019

Branchencheck - Belgien (Mai 2019)

Inhalt

Wachstum hält in vielen Sparten an / Von Torsten Pauly

Brüssel (GTAI) - Der Umsatz des verarbeitenden Gewerbes erhöhte sich 2018 um 3,7 Prozent, der Dienstleistungsumsatz um 4 Prozent. Verschiedene Branchen bieten Chancen für deutsche Unternehmen.

Maschinenbauindustrie: Kapazitäten sind besser ausgelastet

Die Kapazitäten der Maschinen- und Anlagenbauer waren im April 2019 zu 81,7 Prozent und damit besser als vor Jahresfrist (80,5 Prozent) ausgelastet. Auch in der Technologieindustrie im weiteren Sinn gab es im April 2019 einen Anstieg von 80,2 Prozent auf 82,2 Prozent. Belgiens Maschinen- und Anlagenbauer konnten ihren Umsatz 2018 kalendertagbereinigt um 3,5 Prozent steigern. Die Branche hat 2017 eine Bruttowertschöpfung von 3,7 Milliarden Euro realisiert. Mit einem Anteil von 6,6 Prozent am Gesamtergebnis des verarbeitenden Gewerbes ist sie damit ein führender Industriezweig des Landes.

Weitere Informationen:

Maschinen: Briten liefern Waren im Wert von rund 20 Milliarden Euro in die EU: http://www.gtai.de/MKT201805308017.

Maschinenmarkt in Belgien wächst 2017 noch dynamischer: http://www.gtai.de/MKT201704048001.

Chemieindustrie: Milliardenschwere Projekte in Antwerpen

Die Chemieindustrie ist Belgiens wichtigster Industriesektor und Antwerpen der führende Standort. Im Jahr 2018 ist der Umsatz der Chemie- und Pharmabranche kalendertagbereinigt um 7,6 Prozent gestiegen. Großprojekte von Ineos, Borealis oder Total lassen die Branche weiter wachsen. Bereits 2017 hat die Chemiebranche 16,4 Prozent zur gesamten Bruttowertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes beigesteuert. Dabei haben die Pharmaindustrie 13,5 Prozent und die Petrochemie 3,6 Prozent erbracht. Im April 2019 waren die Kapazitäten der Chemieindustrie geringer als vor Jahresfrist ausgelastet.

Weitere Informationen:

Ineos baut riesiges Chemiewerk im belgischen Antwerpen: http://www.gtai.de/MKT201901298005.

Biotechnologie boomt in Belgien:

http://www.gtai.de/MKT201809108006.

Belgien ist einer der wichtigsten Chemiestandorte weltweit: http://www.gtai.de/MKT201805168014.

Energiewirtschaft: Atomausstieg erfordert mehr Nordseewindparks

Belgiens Energiesektor muss sehr stark investieren. Im Jahr 2017 war der Nettoimport von Energie 3,2 mal so hoch wie die inländische Produktion. Zur dieser Erzeugung haben Atomkraftwerke 74 Prozent und erneuerbare Quellen 22 Prozent beigesteuert. Wegen eines Modernisierungsstaus sind auch alte Nuklearmeiler trotz wiederholter Pannen noch am Netz. Um wie geplant 2025 komplett auszusteigen, bedarf es vor allem weiterer Nordsee-Windparks. Die dortigen Kapazitäten sollen bis 2030 von 1,2 Gigawatt auf 4 Gigawatt steigen. Auch große Industriebetriebe investieren in Anlagen zur Selbstversorgung.

Weitere Informationen:

Belgien muss Windenergieausbau forcieren:

http://www.gtai.de/MKT201904088001.

Belgien hat viel Bedarf an Solarthermie:

http://www.gtai.de/MKT201609218002.

Bauwirtschaft: Auftragslage auf hohem Niveau

Die realen Bauinvestitionen sollen in Belgien 2019 um 1,7 Prozent zunehmen, so die Kommission der Europäischen Union (EU). Anfang 2019 waren die Baufirmen laut belgischem Bauverband im Durchschnitt über sechs Monate und damit so lange wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr ausgelastet. Die neu genehmigte Wohnfläche ist 2018 um 17,3 Prozent gestiegen, das bewilligte Volumen in anderen Gebäuden dagegen um 12,1 Prozent gesunken. Die Bruttowertschöpfung der belgischen Bauwirtschaft hat sich 2018 real um 1,2 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro erhöht. Im selben Jahr hat der Sektor 5,3 Prozent der belgischen Bruttowertschöpfung erbracht.

Weitere Informationen:

Hochbau legt in Belgien zu:

http://www.gtai.de/MKT201904248003.

Belgien und Luxemburg investieren in Metro und Straßenbahnen: http://www.gtai.de/MKT201708018006.

Gesundheitswirtschaft: Klinikneu- und -ausbauten bieten Chancen

Im belgischen Gesundheitswesen bietet eine Reihe großer Klinikprojekte deutschen Anbietern vielfältige Auftragschancen. Zu den größten Vorhaben zählt das 500 Millionen Euro teure neue Grand Hopital de Charleroi. Weitere Projekte sind der neue Komplex im Brüsseler Krankenhaus Saint Luc für 400 Millionen Euro, die neue Klinik Montlégia in Lüttich (260 Millionen Euro), der Ausbau der beiden Häuser Notre Dame des Bruyères und Sart-Tilman der Lütticher Universitätsklinik für zusammen 295 Millionen Euro sowie die Erweiterung des Genter Spitals Sint Lucas (112 Millionen Euro).

Weitere Informationen:

Belgien und Luxemburg mit großen Krankenhausprojekten: http://www.gtai.de/MKT201902138005.

Belgien investiert in Krankenhäuser:

http://www.gtai.de/MKT201810318001.

Nahrungsmittelindustrie: Kapazitätsauslastung steigt leicht

Belgiens Nahrungsmittel- und Getränkehersteller haben 2017 zusammen 14,6 Prozent der Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe erbracht und sind mit Konzernen wie dem weltgrößten Bierbrauer AB-Inbev und dem Renommee vieler Spezialitäten der zweitgrößte Industriezweig des Landes. Im April 2018 waren die Produktionskapazitäten der Nahrungsmittelindustrie zu 80,7 Prozent und damit etwas besser als vor Jahresfrist (80,2 Prozent) ausgelastet. Ein interessanter Markt ist Belgien für deutsche Branchenausrüster auch deshalb, weil viele Betriebe ihre Energieeffizienz verbessern müssen.

Kfz-/Kfz-Teile-Produktion: Hersteller setzen auf Elektromotoren oder Brennstoffzellen

Im Belgien setzen die beiden Autobauer Audi und Volvo auf Elektro- und Hybridmotoren. Die Hersteller von Nutzfahrzeugen Van Hool und E-Trucks-Europe entwickeln Brennstoffzellen- und Batterieantriebe. Die Kapazitätsauslastung der Fahrzeugindustrie war im April 2019 mit 88,5 Prozent deutlich höher als vor Jahresfrist (83 Prozent), vor allem weil in Brüssel die Produktion des weltweit ersten Elektro-SUV von Audi angelaufen ist. Der Umsatz der Kfz-Industrie war 2018 um 7,3 Prozent gesunken, was ebenfalls auf zwischenzeitliche Produktionsausfälle wegen Fertigungsumstellungen zurückzuführen ist.

Weitere Informationen:

Kfz-Industrie in Belgien profitiert von Elektroautofertigung: http://www.gtai.de/MKT201711108015.

Alle Kfz-Hersteller setzen auf neue Antriebe:

http://www.gtai.de/MKT201803128027.

Infrastruktur muss sich noch stark verbessern:

http://www.gtai.de/MKT201803128028.

Umwelttechnik (Wasser/Abfall/Luft): Investitionen in Kreislaufwirtschaft

In Projekte der Kreislaufwirtschaft sollen unter anderem 800 Millionen Euro im Rahmen des Programms der Europäischen Investitionsbank Belfius Smart Cities Climate Circular Economy II fließen. Ein weiteres, 180 Millionen Euro schweres Programm zur Nachhaltigkeitsinfrastruktur in Wallonisch-Brabant ist in der Ausarbeitung. Die belgische Vergabe von Umwelttechnik unterscheidet sich bis hin zu den Amtssprachen stark, da Instanzen vor Ort entscheiden. Bereits 2017 hat Belgien weniger als 1 Prozent seines Kommunalmülls deponiert. Dagegen wurden 20 Prozent kompostiert, 34 Prozent recycelt und 43 Prozent zu Energie verwandelt.

Weitere Informationen:

Belgiens Abfallwirtschaft will Rolle als internationaler Recycling-Hub stärken: http://www.gtai.de/MKT201805258002

Elektronik- und Elektroindustrie: Umsätze legen leicht zu

In der Elektronik- und Elektroindustrie waren die Kapazitäten im April 2019 zu 79,9 Prozent und damit fast so sehr wie vor Jahresfrist ausgelastet (79,8 Prozent). Im Jahr 2018 waren die Umsätze der Elektronik- und Elektrohersteller preisbereinigt um 0,2 Prozent beziehungsweise 0,6 Prozent gestiegen. Beide Sparten zählen zu Belgiens wichtigsten Industriebranchen und haben 2017 zusammen 4,7 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe erbracht. Hohe Wachstumschancen bietet die künstliche Intelligenz, zu der es in Leuven einen Studiengang und in Kortrijk eine Akademie gibt.

Weitere Informationen:

Belgien will bei der Digitalisierung Rolle als europäischer Hub festigen: http://www.gtai.de/MKT201902278029.

Digitalisierung gewinnt in Belgien weiter an Bedeutung: http://www.gtai.de/MKT201701128003

IKT-Sektor wächst in Belgien und Luxemburg kräftig: http://www.gtai.de/MKT201701188004.

Kfz-Markt: Viele Städte richten Umweltzonen ein

Die belgischen Zulassungen von Neuwagen waren im ersten Quartal 2019 um 5,9 Prozent geringer als in den ersten drei Monaten 2018. Bei den neuen Nutzfahrzeugen (Nfz) gab es im selben Zeitvergleich einen Anstieg um 3,2 Prozent. Im Jahr 2018 war die Zahl der Neuwagenregistrierungen um 0,6 Prozent auf 549.632 Pkw gestiegen. Auch bei den Nutzfahrzeugen gab es eine Zunahme um 3,1 Prozent auf 89.812 Stück. Viele belgische Großstädte richten Umweltzonen ein. Die Nfz-Maut, die auf Autobahnen und in der Brüsseler Innenstadt gilt, richtet sich auch nach ökologischen Kriterien.

Weitere Informationen:

Belgischer Fahrzeugmarkt wächst weiter:

http://www.gtai.de/MKT201801318008.

Elektromobilität Belgien: 86.000 Zulassungen 2020 anvisiert: http://www.gtai.de/MKT201803128026.

Belgien erhöht 2018 Tarife für die Lkw-Maut:

http://www.gtai.de/MKT201712288000.

Weitere Informationen zu Belgien finden Sie unter http://www.gtai.de/Belgien

Dieser Artikel ist relevant für:

Belgien Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein, Elektronik, allgemein

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