Branchencheck

07.12.2018

Branchencheck - Botsuana (Dezember 2018)

Inhalt

Kleiner Markt mit Schwerpunkten bei Bergbau und Energie / Von Fausi Najjar

Johannesburg (GTAI) - In Botsuana, dem am dünnsten besiedelten Land Afrikas, fallen Beteiligungsmöglichkeiten begrenzt aus. Sie konzentrieren sich auf Energiewirtschaft, Infrastruktur und Bergbau.

Energiewirtschaft: Botsuana wird zum Stromexporteur

Drei Projekte zum Abbau und zur Verstromung von Kohle werden gegenwärtig umgesetzt: Mabesekwa Coal Independent Power Producer (federführend: Kibo Energy, 600 Megawatt), Sese Power-Projekt (First Quantum Minerals, circa 450 Megawatt) und Lesedi-Projekt (Tlou Energy, Methan aus Kohleflöz, 50 oder 100 Megawatt). Angekündigt sind der Bau eines Solarkraftwerks (100 Megawatt), dessen Umsetzung unsicher ist, sowie die dezentrale Elektrifizierung von 20 Dörfern auf Solarbasis. Mit Umsetzung der Vorhaben und der laufenden Modernisierung des Kohlekraftwerks Morupule entwickelt sich Botsuana zum Netto-Exporteur von Strom.

Bauwirtschaft: Mittelgroße Projekte im Schienenverkehr

Der Hochbaumarkt ist klein. In der Pipeline sind eine Shopping-Mall in Francistown und bei Gaborone die 135 Hektar große Kgale Lake City. Die Mega-Schienenvorhaben zum Kohletransport nach Namibia oder Mosambik sind nicht aktuell. Wahrscheinlicher erscheinen Projekte mittlerer Größe, etwa zum Ausbau der Verbindungen nach Südafrika und Sambia. Das Chobe-Zambezi Water Transfer Project und das Zambezi Water Transfer Project sind im Vorentwurf. Aus den Flüssen Chobe und Zambezi soll Wasser in den Südosten geleitet werden sowie aus dem Zambezi über Pandamatenga nach Gaborone.

Gesundheitswirtschaft: Kliniken geplant und im Bau

Botsuana verfügt über eine gute medizinische Grundversorgung. Das Land ist stark von HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose betroffen. Schwierigere Krankheitsfälle werden in der Regel nach Südafrika überwiesen. Geplant ist der Bau eines öffentlichen Krankenhauses in Kasane (120 Betten). Im Bau sind das öffentliche Shakawe Primary Hospital (80 Betten) sowie die privaten Polykliniken Sidilega (110) und Francistown (150; Projektstand unklar). Bedarf besteht im Ausbildungsbereich und bei der Einrichtung von Dialysezentren. Botsuana hat 2017 medizinische Ausrüstung für rund 30 Millionen US-Dollar importiert.

Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei: Kaum Förderung für den Agrarsektor

Der Anteil der Landwirtschaft fällt mit 2 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) sehr klein aus. In dem trockenen Land sind 80 Prozent des Agrar-BIP auf die Rinderzucht ausgerichtet. Ein Teil der Viehhaltung ist für den Export bestimmt und entwickelt sich dynamisch. Die Milchwirtschaft legt bei niedrigem Ausgangsniveau kräftig zu. Die Fisch- und Geflügelzucht bleiben als mögliche Nischen unter ihrem Potenzial. Budgetmittel für den Agrarsektor sind in den letzten Jahren gesunken.

Bergbau: Investitionen in den Kupfer- und Kohleabbau

Steigende Weltmarktpreise fördern den Kupfer-Nickel-Abbau. Gegenwärtig weitet die Mowana-Kupfermine ihre Kapazitäten aus. Bedeutender ist die laufende Reaktivierung der Kupfer-Silber-Förderung in der Khoemacau-Mine. Ebenso wird der Kohleabbau für den (bescheidenen) Export und die Verstromung im Land zulegen. In den kommenden fünf Jahren werden Investitionen in den Diamantenabbau notwendig sein, um das gegenwärtige Produktionsniveau zu halten. Womöglich wird der Mangan-Abbau angeschoben. Mit 822 Millionen Tonnen Uran verfügt Botsuana über eines der größten nicht-entwickelten Uranvorkommen.

Weitere Informationen:

Botsuanas Kupfermine Khoemacau soll ab 2021 exportieren

http://www.gtai.de/MKT201808298002

Botsuanas Bergbau erweitert die Produktpalette

http://www.gtai.de/MKT201711068000

Botsuana kann noch einige Jahrzehnte Diamanten abbauen

http://www.gtai.de/MKT201711028004

Nahrungsmittelindustrie: Produzierendes Gewerbe schwach aufgestellt

Mit der geplanten Teilprivatisierung der staatlichen Botswana Meat Commission und der Aufhebung von deren Monopol für die Rinderausfuhr ist mehr Bewegung in der privaten Schlachtwirtschaft und beim Rinderexport zu erwarten. Eine starke Währung aufgrund hoher externer Einkommen sowie fehlende Schutzzölle sorgen dafür, dass sich das Land auch bei der Nahrungsmittelverarbeitung kaum gegen die starke Konkurrenz aus Südafrika behaupten kann. Die steigende Eigendeckung des Milchbedarfs verbessert die Voraussetzungen für eine Verarbeitung von Molkereiprodukten.

Umwelttechnik (Wasser/Abfall/Luft): Entsorgung steht noch am Anfang

Die Aussichten für die Abfallwirtschaft hängen von der Umsetzung eines verhältnismäßig guten Regelwerks ab. Mit wachsendem Wohlstand und Verstädterung steigt der Bedarf bei der Entsorgung von Feststoffabfällen. Diese werden zu 60 Prozent "wild" entsorgt. Die offiziellen Deponien sind oftmals unzureichend ausgestattet. Das Recycling ist mit geringen Quoten informell organisiert. In dem von Wasserknappheit geprägten Land steckt die Aufbereitung und Wiederverwendung von Wasser noch in den Kinderschuhen. Ein wichtiger, technisch anspruchsvoller Markt ist die Wasseraufbereitung im Bergbau.

Dieser Artikel ist relevant für:

Botsuana Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, allgemein, Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz, allgemein, Bergbau / Rohstoffe, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Medizintechnik, allgemein

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