Branchencheck

20.05.2019

Branchencheck - Côte d'Ivoire (Mai 2019)

Inhalt

Bauboom im Großraum Abidjan / Von Carsten Ehlers

Abidjan (GTAI) - Durch den seit Jahren anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung bestehen Geschäftsmöglichkeiten in vielen Branchen Côte d'Ivoires, etwa im Goldbergbau und künftig auch der Ölförderung.

Energiewirtschaft: Die ersten drei Solarparks werden gebaut

Im Stromsektor stehen diverse Vorhaben auf der Agenda. Weiter ausgebaut werden die beiden privat betriebenen thermischen Kraftwerke Ciprel (Ciprel V mit 390 Megawatt; MW) und Azito (Phase IV, zusätzliche 250 MW). Darüber hinaus entstehen nun auch drei Solarparks im Norden des Landes. Die Anlage in Boundiali finanzieren Deutschland und die EU. Bis 2020 möchte Côte d'Ivoire mit Solarparks 150 MW Erzeugungskapazität erreichen. Derzeit verfügt das Land über eine Gesamtkapazität von circa 2.200 MW, bis zum Jahr 2030 sollen es rund 4.000 MW sein.

Bauwirtschaft: Erste Métro-Linie in Abidjan wird gebaut

Im Großraum Abidjan ist die Bautätigkeit derzeit auf Rekordniveau, verbunden mit zahlreichen Geschäftschancen. Insbesondere der Staat investiert im Vorfeld der Wahlen massiv in die Reparatur der Straßen. Die beiden größten Projekte sind der Bau der ersten Métro-Linie durch ein französisch-südkoreanisches Konsortium sowie des zweiten Containerterminals "TC2" von einer chinesischen Baufirma, im Auftrag des französischen Konzessionärs Bolloré. Darüber hinaus investieren private Akteure in Abidjan in Büros, Einkaufszentren, Hotels und Wohnungen.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Côte d'Ivoires Bausektor befindet sich in Hochstimmung

http://www.gtai.de/MKT201905178009

Gesundheitswirtschaft: Regierung will 2,4 Milliarden Euro bereitstellen

Immer wieder kommt es zu Investitionen im Gesundheitssektor, allerdings bislang in vergleichsweise geringem Umfang. Im April 2019 kündigte die Regierung an, dass sie 2020 bis 2024 etwa 2,4 Milliarden Euro in den Gesundheitssektor investieren möchte. Was die Realisierbarkeit derart hoher Investitionen anbelangt, müssen jedoch die Präsidentschaftswahlen 2020 abgewartet werden. Die privaten Investitionen beschränken sich weitgehend auf Einrichtungen in Abidjan, wie die Kliniken Nouvelle Clinique Farah (NCF) oder die Polyclinique Internationale Sainte-Anne-Marie (PISAM).

Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei: Kakao und Cashewnüsse sollen zunehmend lokal verarbeitet werden

Das Wachstum der ivorischen Landwirtschaft dürfte 2019 und 2020 nicht mehr so stark ausfallen wie in den Vorjahren. Die seit einiger Zeit drastisch gestiegene Produktion von Cashewnüssen leidet inzwischen unter deutlich gefallenen Preisen. Hier ist mit einem Rückgang zu rechnen. Auch die Preise für Kautschuk, Kakao und Palmöl sind niedrig, sodass die Anbauflächen nicht erweitert werden. Investiert wird hingegen in den Anbau von Zuckerrohr und in die Geflügelzucht. Darüber hinaus dürfte mittelfristig mehr Mais für Tierfutter und vor allem auch mehr Reis angebaut werden.

Weitere Informationen:

Hochkonjunktur in der ivorischen Landwirtschaft

http://www.gtai.de/MKT201810088007

Bergbau: Roxgold hofft auf gute Funde in seiner Séguéla-Konzession

Seit etwa zehn Jahren kommen immer mehr internationale Goldbergbau-Gesellschaften nach Côte d'Ivoire. Die inzwischen zahlreichen Minenbetreiber tätigen regelmäßig Käufe von Bergbautechnik. Bis 2020 strebt die ivorische Regierung eine Goldproduktion von 60 Tonnen im Jahr an. Zuletzt wurde Anfang 2018 die Sissingué-Goldmine von Perseus Mining eröffnet. Die Ity-Goldmine von Endeavour soll noch 2019 mit der Produktion beginnen und Roxgold zahlte jüngst 30 Millionen US-Dollar für die Übernahme der Suchrechte in der Séguéla-Konzession von Newcrest.

Öl/Gas: Es könnte bald zu größeren Projekten kommen

Die Ölförderung steckt noch in der Vorbereitung. Aufgrund der vielversprechenden Aussichten sind Unternehmen wie Tullow Oil, Exxon Mobil, Total und Anadarko für die Exploration ins Land gekommen. Es deutet sich bereits an, dass in den kommenden Jahren mit der Ölförderung vor der ivorischen Atlantikküste begonnen wird, einschließlich entsprechender Nachfrage nach Ausrüstungen. Durch die stetige Ausweitung der thermischen Kraftwerke nimmt auch der Bedarf an Erdgas zu, das ebenfalls vor der Küste gefördert und dann verarbeitet werden könnte.

Nahrungsmittelindustrie: Produzenten in Abidjan bestellen regelmäßig

Zahlreiche Nahrungsmittelhersteller, die in den Abidjaner Industriezonen Youpogon und Vridi angesiedelt sind, investieren regelmäßig und in großem Umfang. Die Aussichten für weitere Vorhaben sind gut. Deutsche Unternehmen verkaufen vor allem Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen (Ausfuhrvolumen 2018: etwa 11,2 Millionen Euro). Hohes Wachstumspotenzial birgt unter anderem die Fleischproduktion. In Abidjan haben in den vergangenen Jahren Fastfood-Ketten wie KFC, Burger King und Pizza Hut eröffnet, was die Nachfrage nach Fleischerzeugnissen deutlich steigert.

Weitere Informationen:

Côte d'Ivoire entwickelt sich zum Brotkorb Westafrikas

http://www.gtai.de/MKT201805158001

Umwelttechnik (Wasser/Abfall/Luft): Viel Geberkapital für die Wasserversorgung

Vor der Wahl kündigt die Regierung umfangreiche Investitionen in die Wasserversorgung an. Es bleibt gleichwohl abzuwarten, ob dies realistisch ist. Die Finanzierung derartiger Projekte überließ man bislang vor allem internationalen Gebern wie der Weltbank, Frankreich oder China. Der Bedarf an Investitionen ist groß. Insbesondere im Norden des Landes herrscht in den Städten Wasserknappheit. In Abidjan muss die Aufbereitungskapazität dringend erweitert werden. In der Stadt Divo plant ein privater Investor ein Biomassekraftwerk, in dem Abfälle aus dem Kakaoanbau verfeuert werden sollen.

Weitere Informationen:

Côte d'Ivoire sucht Investoren für die Abfallentsorgung

http://www.gtai.de/MKT201805158003

Frankreich und die Weltbank engagieren sich zunehmend in der Wasserversorgung Côte d'Ivoires

http://www.gtai.de/MKT201805148005

Nahrungsmittelmarkt: Supermarktketten investieren weiter

In Abidjan wird weiter in neue Supermärkte wie Carrefour investiert. Dies steigert tendenziell den Bedarf an hochwertigen importierten Nahrungsmitteln. Gleichwohl bieten die meisten der überwiegend französischen Ketten vor allem Produkte aus Frankreich an. Dies entspricht auch den Konsumgewohnheiten der ivorischen Mittelklasse. Chancen hat deutsche Ware im Billigsegment, das vorwiegend auf den offenen Märkten angeboten wird. Hierzu zählen zum Beispiel Produkte mit Weizen, Milchpulver oder Fleisch.

Kfz-Markt: Neuwagenverkäufe nehmen zu

Für das Jahr 2019 erwarten Branchenkenner einen deutlichen Zuwachs bei den Verkäufen von Neuwagen um etwa 20 Prozent. Im Vorjahr betrug die Absatzmenge etwa 12.000 Einheiten. Grund ist unter anderem die seit Januar 2019 restriktivere Haltung der Regierung bei Importen von Gebrauchtwagen. Insbesondere bei Bussen dürfte der Absatz hoch sein. So vergibt der Staat im Vorfeld der Wahlen Großaufträge für neue Stadtbusse. Mercedes hat mit Etoile-CI (Tractafric) seit 2018 einen neuen Vertriebspartner in Abidjan.

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll und Ausschreibungen in Côte d'Ivoire finden Sie unter http://www.gtai.de/cote-d-ivoire

Dieser Artikel ist relevant für:

Côte dIvoire Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, allgemein, Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz, allgemein, Bergbau / Rohstoffe, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Medizintechnik, allgemein, Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Öl, Gas

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