Branchencheck

31.10.2018

Branchencheck - Indonesien (Oktober 2018)

Inhalt

Währungskrise belastet importabhängige Industrie / Von Frank Malerius

Jakarta (GTAI) - Zwischen Januar und Oktober 2018 hat die Rupiah gegenüber dem US-Dollar um bis zu 15 Prozent an Wert verloren. Für die indonesische Industrie werden so Investitionen erheblich teurer.

Maschinenbauindustrie: Kleine Branche mit geringer Wertschöpfungstiefe

Die heimische Branche ist klein, wächst aber. Laut Statistikamt gab es 2017 nur 565 Firmen mit zusammen 100.000 Mitarbeitern. Größte Abnehmerbranche ist die Nahrungsmittelindustrie. Indonesische Firmen können nur einfache Maschinen herstellen. Anspruchsvollere Technik wird von ausländischen Unternehmen oder Joint Ventures produziert. Allerdings ist die Wertschöpfungstiefe oft relativ gering, viele Teile müssen importiert werden. Indonesische Unternehmen sind auch nicht in der Lage, komplexe Industrieanlagen in Eigenregie zu bauen. Die Maschinenimporte wachsen 2018, allerdings wird die Währungskrise die Einfuhren mittelfristig erschweren.

Weitere Informationen:

In Indonesien stagniert die Nachfrage nach Textilmaschinen

HYPERLINK "http://www.gtai.de/MKT201708318002"http://www.gtai.de/MKT201708318002

Indonesiens Markt für Nahrungsmittelmaschinen schwächelt

HYPERLINK "http://www.gtai.de/MKT201711248005"http://www.gtai.de/MKT201711248005

Indonesiens Maschinenimporte bleiben 2017 schwach

HYPERLINK "http://www.gtai.de/MKT201708188008"http://www.gtai.de/MKT201708188008

Chemieindustrie: Raffineriekapazitäten werden erhöht

Viele Sparten des Chemiesektors haben ein Problem: Die petrochemischen Verarbeitungskapazitäten sind zu gering. Der Staatskonzern Pertamina will daher in Kooperation mit ausländischen Partnern neue Raffinerien bauen und alte Anlagen erweitern. Doch vor 2021/2022 dürften sie nicht in Betrieb gehen. Die konsumnahen Sparten erfreuen sich steigender Umsätze: Die wachsende Mittelschicht fragt Pflegemittel nach. Die Pharmaindustrie profitiert vom Aufbau einer nationalen Krankenversicherung. Beide Branchen bauen daher neue Werke. Auch in der Agrochemie stehen die Zeichen auf Expansion.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Indonesiens Chemieindustrie birgt großes Potenzial

http://www.gtai.de/MKT201705318002

Indonesien baut petrochemische Kapazitäten kräftig aus

http://www.gtai.de/MKT201704188003

Pharmakonsum in Indonesien wächst wohl noch viele Jahre

http://www.gtai.de/MKT201612088014

Energiewirtschaft: Strombedarf steigt rasant

Indonesien rechnet mit einer Verdoppelung des Strombedarfs in den kommenden zehn Jahren. Zwar werden die Ziele des von der Regierung für die Jahre 2015 bis 2019 initiierten 35.000-Megawatt-Programms deutlich verfehlt. Dennoch werden überall im Land in rasantem Tempo Kraftwerke und Übertragungsnetze gebaut. Der Stromsektor gehört zu den Branchen mit den höchsten Auslandsinvestitionen. Basis der Stromerzeugung bleibt auch in Zukunft die heimische Kohle. Von den erneuerbaren Industrien hat nur die Wasserkraft ein größeres Potenzial.

Weitere Informationen:

Indonesien muss Stromerzeugung verdoppeln

http://www.gtai.de/MKT201711078010

Erneuerbare Energien entwickeln sich in Indonesien nur langsam

http://www.gtai.de/MKT201711078008

Nachfrage nach Kabeln in Indonesien steigt rasant

http://www.gtai.de/MKT201711208002

Bauwirtschaft: Infrastrukturausbau hat Priorität

Die Erweiterung der Infrastruktur hat in den kommenden Jahren oberste Priorität. Überall im Land werden Straßen, Bahnlinien, Häfen und Airports gebaut oder erweitert. Ausgaben in Höhe von mehreren 100 Milliarden US-Dollar (US$) sind eingeplant. Allerdings müssen Maschinen und Beratungsleistungen im Ausland eingekauft werden. Durch die Währungskrise werden viele Projekte mit hohem Dollar-Anteil verschoben werden müssen. Großprojekte werden oftmals von chinesischen oder japanischen Generalunternehmern durchgeführt, die die Finanzierung mitbringen.

Weitere Informationen:

Jakarta kämpft gegen Stau und Müll

http://www.gtai.de/MKT201802208001

Branchenanalyse: Bauwirtschaft in Indonesien

http://www.gtai.de/MKT201710258006

Indonesien beschleunigt den Ausbau der Infrastruktur

http://www.gtai.de/MKT201701028003

Gesundheitswirtschaft: Privatwirtschaft treibt die Nachfrage

Der Aufbau einer allgemeinen Krankenversicherung, die bis 2020 nahezu die gesamte Bevölkerung umfassen soll, treibt den Bedarf nach Medizintechnik. Überall im Land entstehen neue Krankenhäuser und -stationen. Die staatlichen Gesundheitsausgaben haben sich zwischen 2013 und 2017 mehr als verdoppelt. Es sind aber vor allem Privatkliniken, die die Nachfrage beflügeln. Denn die wachsende Mittelschicht lässt sich Gesundheit etwas kosten. Medizintechnik "made in Germany" genießt einen hervorragenden Ruf und führt die Importrangliste an.

Weitere Informationen:

Krankenhausausbau in Indonesien treibt Medizintechnikbedarf

http://www.gtai.de/MKT201711228000

Branche kompakt: Markt für Medizintechnik in Indonesien wächst stetig

http://www.gtai.de/MKT201708078010

Indonesiens Bedarf an Bio-, Labor- und Analysetechnik schwächelt

http://www.gtai.de/MKT201609058007

Landwirtschaft: Auf den Export ausgerichtet

Der Primärsektor trug 2017 gut 13 Prozent zur Entstehung des Bruttoinlandsprodukts bei und beschäftigte 30 Prozent der Arbeitskräfte. Indonesien ist trotz der großen verfügbaren Fläche auf Nahrungsmittelimporte angewiesen. Grund dafür sind veränderte Ernährungsgewohnheiten und die Konzentration auf den Anbau von Exportgütern wie Palmöl, Kaffee oder Kautschuk. Mit der Plantagenwirtschaft sind auch moderne Züchtungs- und Anbaumethoden in die indonesische Landwirtschaft eingezogen. Bei allen Grundnahrungsmitteln wurden in den vergangenen Jahren die Hektarerträge deutlich gesteigert.

Weitere Informationen:

Indonesiens Düngemitteleinfuhren legen gegen den Trend zu

http://www.gtai.de/MKT201602018006

Bergbau: Bau von Metallschmelzen in Planung

Indonesiens Rohstoffsektor vollzieht einen Kurswechsel. Die Regierung hat den Export von unverarbeiteten Erzen verboten. Dadurch sollen die Bergbaufirmen gezwungen werden, Metallschmelzen zu bauen, sodass mehr Wertschöpfung im Land bleibt. Bisher lassen Ausnahmeregelungen und die damit verbundene Unsicherheit über die Nachhaltigkeit des Regierungskurses die Bergbaukonzerne zögern, die Milliardeninvestitionen zu tätigen. Denn die Anlagen müssen überwiegend mit ausländischem Know-how errichtet werden. Im Aluminiumsektor sind ganz konkret neue Schmelzanlagen geplant.

Weitere Informationen:

Indonesien errichtet neue Aluminiumschmelzen

HYPERLINK "http://www.gtai.de/MKT201711078007"http://www.gtai.de/MKT201711078007

Bergbau in Indonesien

http://www.gtai.de/PUB201511308002

Metallbergbau in Indonesien hat Talsohle durchschritten

http://www.gtai.de/MKT201706028004

Nahrungsmittelindustrie: Halal-Gesetz schafft Unsicherheit

Die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie ist die mit Abstand größte Branche des verarbeitenden Gewerbes. Die Marktteilnehmer sind auf Technologieimporte angewiesen. Die Einfuhr verarbeiteter Nahrungsmittel ist in den ersten acht Monaten 2018 um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen (auf einen Wert von fast 3 Milliarden US$). Große Unsicherheit für Lieferanten birgt die bevorstehende Umsetzung des Halal-Gesetzes, die vermutlich nicht nur Zutaten, sondern auch Produktionsanlagen und Transportbehälter betreffen wird.

Weitere Informationen:

Indonesiens Nahrungsmittelindustrie baut Kapazitäten aus

http://www.gtai.de/MKT201603148006

Indonesiens Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten bleibt hoch

http://www.gtai.de/MKT201611108013

Kfz-/Kfz-Teile-Produktion: Trend zu kleineren Modellen

In Indonesien gibt es einen Trend zu kleineren Autos. Ein Grund dafür sind die sogenannten Low-Cost Green Cars (LCGC), die von der Luxussteuer ausgenommen sind. Von dieser Regelung profitieren vor allem die japanischen Hersteller, die in diesem Segment praktisch ein Monopol besitzen. Konkurrenz haben sie seit 2017 vom ersten in Indonesien zusammengesetzten chinesischen Automobil, dem Wuling Confero. Aktuelle Zahlen lassen auf einen Wiederanstieg der Absatzzahlen im Jahr 2018 schließen. Reine Elektrofahrzeuge wird es auf Indonesiens Straßen in absehbarer Zeit nicht geben.

Weitere Informationen:

In Indonesien gewinnen Kleinwagen Marktanteile

http://www.gtai.de/MKT201711168005

Autokonjunktur in Indonesien belebt sich

http://www.gtai.de/MKT201702108004

Indonesien will seine Kfz-Produktion verdoppeln

http://www.gtai.de/MKT201702148006

Informations- und Kommunikationswirtschaft: Netze werden ausgebaut

Indonesier sind ausgesprochen digitalaffin. Praktisch jeder jüngere Städter besitzt ein Smartphone und nutzt damit das Internet zum Bestellen eines Taxis, zum Einkaufen oder etwa zum Aufladen seines Stromguthabens. Telefontarife sind ausgesprochen günstig. Jede App, die Waren oder Dienstleistungen erschwinglicher macht, wird sofort genutzt. Telekommunikationsunternehmen bauen daher fortwährend die Netze aus. Die Marktteilnehmer stehen allerdings in einem scharfen Wettbewerb und leiden unter geringen Margen. Die Technologie für den Netzausbau kommt überwiegend aus dem Ausland.

Weitere Informationen:

Indonesien geht online

http://www.gtai.de/MKT201610148000

Indonesien modernisiert seine IuK-Infrastruktur

http://www.gtai.de/MKT201610248006

Dieser Artikel ist relevant für:

Indonesien Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, allgemein, Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, EDV-, Telekommunikationsdienstleistungen, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Metallerzeugung, -verarbeitung, allgemein, Bergbau / Rohstoffe, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Medizintechnik, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein, Straßenfahrzeuge, allgemein

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