Branchencheck

01.07.2019

Branchencheck - Irland (Juni 2019)

Inhalt

Hoher Investitionsbedarf in vielen Wirtschaftszweigen / Von Torsten Pauly

Dublin (GTAI) - Das verarbeitende Gewerbe in Irland setzte im 1. Quartal 2019 etwa 3,3 Prozent mehr um als vor Jahresfrist. Der Dienstleistungsindex legte im selben Zeitraum sogar um 10,4 Prozent zu.

Maschinenbauindustrie: Brexit kann deutsche Lieferposition verbessern

Irland muss Maschinen in hohem Maße einführen, da die inländische Branche keine große Bedeutung hat. Viele Ausrüstungen kommen über britische Händler ins Land, werden aber nicht im Vereinigten Königreich gefertigt. So kamen 2018 nur 11,3 Prozent dieser Importe direkt aus Deutschland. Allerdings kann der Brexit deutlich höhere deutsche Direktlieferungen nach sich ziehen. Irlands starke Informations- und Kommunikationstechnik- (IKT) und Elektronikbranche bieten eine gute Grundlage für Industrie-4.0-Innovationen. Dadurch könnte der irische Maschinenbau an Bedeutung gewinnen.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Irland bietet für Maschinenbau exzellente Geschäftschancen

http://www.gtai.de/MKT201612148006

Maschinen: Briten liefern Waren im Wert von rund 20 Milliarden Euro in die EU

http://www.gtai.de/MKT201805308017

Irland bei Industrie 4.0 europaweit mit führend

http://www.gtai.de/MKT201702228010

Chemieindustrie: Viele Betriebe erwägen, ihre Lieferketten neu auszurichten

Irlands Pharmasektor prägen stark exportorientierte multinationale Konzerne. Die Branche erbrachte 2017 allein 39,2 Prozent aller Nettoverkaufserlöse im verarbeitenden Gewerbe und Bergbau. Weitere 9,1 Prozent generierten Chemieunternehmen. Die internationalen Investoren stammen überwiegend aus dem angelsächsischen Raum, teilweise aber auch aus Deutschland. Zu einer erheblichen logistischen Herausforderung kann für viele irische Betriebe der Brexit werden, da sie oft von britischen Partnern beliefert werden.

Weitere Informationen:

Pharma- und Chemieindustrie investiert in Irland mehrere Milliarden Euro

http://www.gtai.de/MKT201811238001

Energiewirtschaft: 2019 sollen erste Auktionen für Windparks starten

Irland möchte Ende 2019 Konzessionen für erneuerbare Energien erstmals per Auktion vergeben. Im Mai 2019 listete der irische Netzbetreiber Eirgrid geplante Windparks mit einer Gesamtkapazität von 1 Gigawatt. Darüber hinaus führt Eirgrid Vorhaben zur Nutzung von Solarenergie im Umfang von 700 Megawatt und von weiteren regenerativen Trägern von 300 Megawatt auf. Die kommende Ausschreibung soll prinzipiell offen für verschiedene Technologien sein. De facto sind allerdings Windparks aufgrund der besseren natürlichen Voraussetzungen stark begünstigt.

Weitere Informationen:

Irland plant ab 2019 Auktionen für erneuerbare Energien

http://www.gtai.de/MKT201808208000

Irland plant weitere Windparks

http://www.gtai.de/MKT201804038000

Branche kompakt: Solarmarkt steht in Irland noch am Anfang

http://www.gtai.de/MKT201904178004

Bauwirtschaft: Gebäudebedarf ist in den Zentren sehr hoch

Die irischen Bauinvestitionen werden 2019 nach Prognosen der Europäischen Kommission preisbereinigt um 10,3 Prozent anziehen. In den Zentren steigen die Immobilienpreise wegen der hohen Nachfrage stark an. Dies führt zu reger Bautätigkeit. Die öffentliche Hand will von 2018 bis 2027 rund 14,5 Milliarden Euro in den Wohnungsbau und 7,3 Milliarden Euro in Überlandstraßen investieren. Im 1. Quartal 2019 waren die Bauleistungen real um 5,9 Prozent höher als im selben Zeitraum 2018. Dabei gab es im Hochbau (+6,5 Prozent) eine noch bessere Entwicklung als im Tiefbau (+1,6 Prozent).

Weitere Informationen:

Irland investiert massiv in sein Bahn- und Busnetz

http://www.gtai.de/MKT201901108001

Branche kompakt: Hochbau hat in Irland wieder exzellente Perspektiven

http://www.gtai.de/MKT201809248001

Dublin rüstet sich für die Zukunft

http://www.gtai.de/MKT201810028007

Gesundheitswirtschaft: Neue Kinderklinik kostet 1,4 Milliarden Euro

Die irische Regierung plant, von 2018 bis 2027 knapp 11 Milliarden Euro ins Gesundheitswesen zu investieren. Das mit 1,4 Milliarden Euro teuerste Vorhaben ist eine neue Kinderklinik in Dublin mit 39 medizinischen Fachrichtungen, die 2023 öffnet. Für eine neue Entbindungsklinik in der Hauptstadt stehen 295 Millionen Euro bereit. In Galway entsteht eine neue Notaufnahme für 120 Millionen Euro und die Unikliniken in Galway und Cork investieren 64 Millionen beziehungsweise 55 Millionen Euro in ihre Zentren zur Tumorbehandlung.

Weitere Informationen:

Irland investiert in neue Kliniken und E-Health-Technik

http://www.gtai.de/MKT201807168000

Branche kompakt: Irland plant neue Klinikprojekte

http://www.gtai.de/MKT201802078002

Nahrungsmittelindustrie: Zölle könnten Absatz auf britischem Markt schmälern

Die exportorientierte Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie hat 2017 insgesamt 22,9 Prozent aller Nettoverkaufserlöse im verarbeitenden Gewerbe und Bergbau generiert. In der Branche dominieren irischstämmige Anbieter weit mehr als in den anderen führenden Sektoren. Die Nahrungsmittelhersteller haben zwischen Februar und April 2019 etwa 6,7 Prozent mehr umgesetzt als im selben Vorjahreszeitraum. Da das Vereinigte Königreich der wichtigste Auslandsmarkt ist, bergen mögliche Zölle und die Abwertung des Pfund Sterling im Zuge des Brexits aber erhebliche Herausforderungen.

Weitere Informationen:

Irlands Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie investiert kräftig

http://www.gtai.de/MKT201810018003

Irland: Brexit beeinträchtigt Unternehmen in vielerlei Hinsicht

http://www.gtai.de/MKT201805308022

Nahrungsmittel und Getränke: Briten liefern Waren im Wert von rund 15 Milliarden Euro in die EU

http://www.gtai.de/MKT201805308025

Umwelttechnik (Wasser/Abfall/Luft): Hohe Investitionen fließen bis 2027

Irlands öffentliche Hand will von 2018 bis 2027 für Umwelttechnik 8,8 Milliarden Euro aufwenden. Vor allem in der Wasserwirtschaft ist der Modernisierungsbedarf groß. So plant das Unternehmen Irish Water 500 Millionen Euro bis 2021 ein, um die Quote der Leitungsverluste im Frischwassernetz von 47 Prozent (2017) auf 38 Prozent zu senken. In den Ausbau der Wasserversorgung an der Ostküste und deren Hinterland fließen 1,3 Milliarden Euro. Dies beinhaltet auch den Bau einer 170 Kilometer langen Pipeline nach Dublin. Dort kostet ein zweites Klärwerk weitere 500 Millionen Euro.

Weitere Informationen:

Irland fährt Investitionen in die Wasserwirtschaft hoch

http://www.gtai.de/MKT201810248010

Elektro- und Elektronikindustrie: Cluster fördern Innovationen

Die oftmals multinationalen Produzenten von EDV-, elektronischen, optischen und elektrischen Geräten bilden Irlands drittgrößten Industriezweig, der 2017 etwa 10,3 Prozent aller Nettoverkaufserlöse im verarbeitenden Gewerbe und Bergbau erwirtschaftet hat. Allerdings hat die Elektroindustrie zwischen Februar und April 2019 etwa 4,8 Prozent weniger umgesetzt als im gleichen Vorjahreszeitraum. Chancen bieten Innovationen in der künstlichen Intelligenz und bei Industrie-4.0-Lösungen, da es hierzu mehrere Cluster mit akademischen und privatwirtschaftlichen Akteuren gibt.

Weitere Informationen:

Irland bei Industrie 4.0 europaweit mit führend

http://www.gtai.de/MKT201702228010

Elektro- und IKT-Erzeugnisse: Briten liefern Waren im Wert von rund 14 Milliarden Euro in die EU

http://www.gtai.de/MKT201805308020

Informations- und Kommunikationswirtschaft: Breitbandnetzausbau kostet 6 Milliarden Euro

Der Wert der erbrachten IKT-Dienstleistungen war im 1. Quartal 2019 um 33 Prozent höher als vor Jahresfrist. In die Branche fließen viele Investitionen aus dem Ausland. Große Chancen eröffnet die künstliche Intelligenz, zu der es bereits mehrere Studiengänge gibt. Jeder irische Haushalt, jedes Unternehmen, jede Farm und jede öffentliche Einrichtung soll bis 2026 einen Breitbandzugang erhalten. Dies erfordert 1,1 Millionen Anschlüsse und kostet 6 Milliarden Euro. Davon entfallen 3 Milliarden Euro auf die öffentliche Hand. Einen entsprechenden Plan hat die Regierung im Mai 2019 gebilligt.

Weitere Informationen:

Irland zieht als Digital-Standort hohe Investitionen an

http://www.gtai.de/MKT201902278030

Irland investiert stark in IKT-Infrastruktur

http://www.gtai.de/MKT201801038006

Kfz-Markt: Importierte Gebrauchtwagen gewinnen weiter Marktanteile

Die Zahl der registrierten neuen Kfz war in Irland in den ersten fünf Monaten 2019 mit 92.891 Fahrzeugen um 6,3 Prozent geringer als im gleichen Vorjahreszeitraum. Dabei gab es zwischen Januar und Mai 2019 sowohl bei neuen Autos (-7 Prozent) als auch bei neuen Nutzfahrzeugen (-8,2 Prozent) weniger Zulassungen. Dagegen stieg die Zahl der aus dem Vereinigten Königreich importierten Gebrauchtfahrzeuge im selben Zeitvergleich um 4,2 Prozent auf 55.719 Kfz. Viele irische Käufer entschieden sich wegen des gefallenen Kurses des Pfund Sterling für einen Gebrauchtwagen aus dem Vereinigten Königreich.

Weitere Informationen:

Irischer Automarkt bleibt 2019 stabil

http://www.gtai.de/MKT20190227801

Weitere Informationen zu Irland finden Sie unter http://www.gtai.de/irland

Dieser Artikel ist relevant für:

Irland Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, EDV-, Telekommunikationsdienstleistungen, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein, Elektronik, allgemein

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