Branchencheck

21.05.2018

Branchencheck - Italien (Mai 2018)

Inhalt

Gute Aussichten in der italienischen Industrie / Von Robert Scheid

Mailand (GTAI) - Die wichtigsten italienischen Industriezweige entwickeln sich mittelfristig positiv. Der Maschinenbau und die Elektronikbranche werden von großzügigen Investitionsanreizen für die Industrie 4.0 gestützt. Die Kfz- und Chemiebranche vernetzen sich international immer stärker und traditionelle italienische Sektoren stoßen auf eine ständig steigende Exportnachfrage.

Maschinenbauindustrie: Industrie 4.0 verleiht starke Impulse

Die italienische Maschinenbaubranche brummt. Die Aufträge aus dem Inland lagen 2017 gut 13 Prozent über dem Vorjahresniveau. Auch die starke Nachfrage aus dem Ausland hält an. Im ersten Quartal 2018 ist die Produktion von Maschinen und Anlagen um 4,7 Prozent gestiegen. Das Regierungsprogramm zur Förderung der Industrie 4.0 setzt starke Impulse. Für Investitionen in Maschinen und Elektronik zur Digitalisierung der Produktion können Unternehmen branchenübergreifend auf großzügige Steuererleichterungen zurückgreifen. Die hohe Maschinennachfrage wird mindestens bis zum Jahresende anhalten, abhängig von der Verlängerung der Förderung.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Italiens Maschinenbau gewinnt an Schwung

http://www.gtai.de/MKT201705028016

Italiens Nationaler Plan für die Industrie 4.0 trägt Früchte

http://www.gtai.de/MKT201712048003

Chemieindustrie: Internationale Verflechtung der Branche setzt sich fort

Die italienische Chemiebranche ist die drittgrößte in Europa, hinter Deutschland und Frankreich. Während der langen Wirtschaftskrise von 2007 bis 2015 ist die Binnennachfrage stark eingebrochen, doch die Branche hat sich auf das Auslandsgeschäft konzentriert und konnte die Ausfuhren deutlich erhöhen. Im Jahr 2017 ist die Erzeugung von Chemikalien um knapp 3 Prozent gestiegen. Im ersten Quartal 2018 hielt das Produktionsplus an. Insbesondere die Produktion von Fein- und Spezialchemikalien wächst. Der Energiekonzern Eni investiert zurzeit in den Ausbau der "grünen Chemie".

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Niedriges Wachstum für Italiens Chemieindustrie http://www.gtai.de/MKT201706138002

Arzneimittel stoßen in Italien auf stabile Nachfrage

http://www.gtai.de/MKT201707118008

Energiewirtschaft: Ehrgeizige Energieziele locken Investitionen

Italien gehört in Europa zu den Vorreitern bei der Umstellung auf nachhaltigen Strom. Nachdem die großzügigen Einspeisetarife einen Boom der Fotovoltaik und Windkraft ausgelöst hatten, konnte das Land einzelne EU-Energieziele übertreffen. Ende 2017 hat die Regierung die neue nationale Energiestrategie vorgelegt, die Investitionen von 175 Milliarden Euro bis 2030 in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und in das Stromnetz vorsieht. Gaskraftwerke sollen gebaut werden. Es wird ein Ausstieg aus der Kohlekraft bis 2025 angestrebt. Der Bereich Biomethan kommt in Schwung.

Weitere Informationen:

Italien investiert 175 Milliarden Euro in die Energiewende

http://www.gtai.de/MKT201711248003

Startschuss für die Biomethan-Branche in Italien

http://www.gtai.de/MKT201804178003

Energiespeicher sind in Italien ein Wachstumsmarkt

http://www.gtai.de/MKT201706068009

Bauwirtschaft: Energieeffizienz im Gebäudebau bietet gute Geschäftschancen

Hoch- und- Tiefbau sind die am stärksten von der langen Wirtschaftskrise in Italien betroffenen Branchen. Die Bauinvestitionen haben sich in der Krise um ein Drittel reduziert. Doch nun sind die Modernisierungsinvestitionen aufgrund von Steueranreizen, die für Renovierungen und Investitionen in die Energieeffizienz gewährt werden, gestiegen. Die staatlichen Ausgaben für Infrastrukturprojekte sind aufgrund klammer öffentlicher Kassen gesunken. Große Autobahn-, Hochgeschwindigkeitsbahn-, und U-Bahnbauprojekte werden realisiert, gelten aber für ausländische Unternehmen als schwierig. Für Zulieferer sind jedoch weiterhin Geschäftschancen vorhanden.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Wenig Dynamik im italienischen Hochbau

http://www.gtai.de/MKT201708238001

In Italien steigen die Investitionen in die Sanierung von Gebäuden

http://www.gtai.de/MKT201701248008

Italien investiert in Eisenbahntechnik

http://www.gtai.de/MKT201703138009

Gesundheitswirtschaft: Pharmabranche im Aufwind

Die zunehmende Alterung der Gesellschaft bietet Geschäftschancen in der Gesundheitswirtschaft. Mittelfristig dürfte die Nachfrage sowohl nach Medizintechnik als auch nach Arzneimitteln steigen. Der Substitutionsbedarf an medizinischen Großgeräten in den Krankenhäusern ist relativ hoch. Allerdings ist die Medizintechnikbranche - hier werden die Ausgaben von der öffentlichen Hand dominiert -, durch den hohen Spardruck der öffentlichen Hand direkt betroffen. Die Pharmaindustrie, die 2016 einen Produktionswert von 30 Milliarden Euro erreicht hat, bleibt auf Wachstumskurs und investiert weiter. Die Produktion von Arzneimitteln ist im Jahr 2017 um über 7 Prozent gestiegen, ein ähnliches Plus wird für 2018 erwartet.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Italiens Medizintechnikhersteller bauen Exportgeschäft aus

http://www.gtai.de/MKT201801198000

Medizinische Biotechnologie gewinnt in Italien an Bedeutung

http://www.gtai.de/MKT201702158008

Arzneimittel stoßen in Italien auf stabile Nachfrage

http://www.gtai.de/MKT201707118008

Nahrungsmittelindustrie: "Made in Italy" weltweit beliebt

Die Nahrungsmittelbranche ist mit einem Gesamtumsatz von 137 Milliarden Euro im Jahr 2017 einer der Kernsektoren der italienischen Industrie. Die lokalen Produkte erweisen sich als Exportschlager und erreichen jährlich neue Rekordwerte bei den Ausfuhren. In vier Jahren sind die Ausfuhren um 22 Prozent auf 32 Milliarden Euro (2017) gestiegen. Auch der Binnenkonsum steigt kontinuierlich. Im Jahr 2017 haben Italiener Nahrungsmittel im Wert von 240 Milliarden Euro gekauft. Die lokalen Nahrungsmittelunternehmen investieren zunehmend in Produktion und Logistik. Italien punktet mit der höchsten Zahl der von der EU geschützten Ursprungsbezeichnungen für Nahrungsmittel. Bio- und Convenience-Produkte sind auf dem Vormarsch.

Weitere Informationen:

Italienische Nahrungsmittelindustrie wächst

http://www.gtai.de/MKT201707108018

Italiener setzen zunehmend auf Bionahrungsmittel

http://www.gtai.de/MKT201701178003

Italien ist wieder der größte Weinproduzent der Welt

http://www.gtai.de/MKT201611038001

Textil- und Bekleidungsindustrie: Modehäuser blicken optimistisch nach vorne

Die italienische Modebranche profitiert von ihrem weltweit hohen Ansehen. Die Umsätze und Ausfuhren haben 2017 die Erwartungen übertroffen. Branchenunternehmen investieren in die Digitalisierung, insbesondere Kleinunternehmen haben noch großes Potenzial. Auch umweltfreundliche Produktionsprozesse in der Textilbranche gewinnen an Bedeutung. Während die Modehäuser optimistisch in die Zukunft blicken, kämpfen italienische Stoffhersteller noch um ihren Weg aus der Krise.

Weitere Informationen:

Italienische Textilbranche im Aufwind

http://www.gtai.de/MKT201512038006

Kfz-/Kfz-Teile-Produktion: Gute Aussichten für die Autoindustrie

Seit 2015 erholt sich der italienische Pkw-Markt, allerdings gibt es im ersten Quartal 2018 Zeichen einer Abschwächung der Nachfrage. Starke Wachstumsraten verzeichnen Autos mit einem alternativen Antrieb, insbesondere Erdgas- und Elektroautos. Der nationale Hersteller Fiat (inzwischen FCA) hält am heimischen Markt einen Anteil von fast 30 Prozent und exportiert auch beliebte Marken der Gruppe wie Jeep und Ferrari. Die Gruppe wird ihren neuen Investitionsplan im Juni vorstellen. Kfz-Teile-Hersteller sind stark mit der deutschen und französischen Kfz-Produktion verbunden und investieren mittelfristig mehr in die Produktion.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Italienische Kfz-Industrie erholt sich

http://www.gtai.de/MKT201707258004

Elektromobilität Italien: Zulieferindustrie steht im Vordergrund

http://www.gtai.de/MKT201803128030

Elektromobilität Italien: E-Autos sind noch ein Nischenprodukt

http://www.gtai.de/MKT201803128029

Elektronikindustrie: Digitalisierung der Industrie führt zu steigenden Investitionen

Italien setzt auf die Digitalisierung der Wirtschaft. Insbesondere das Programm für die Industrie 4.0 setzt Anreize für Investitionen in die Produktion, was zu einer höheren Nachfrage nach elektronischen Bauelementen und Maschinen führt. Die Bestellungen sind 2017 um 7 Prozent angestiegen. Auch Investitionen in die Informations- und Kommunikationstechnik für Büros können steuerlich abgeschrieben werden. Die digitale Infrastruktur hat noch Nachholbedarf, die Regierung investiert bis 2020 Milliarden in den schnellen Ausbau des Breitbandnetzes. Auch die Sparten Automatisierungs- und Sicherheitstechnik entwickeln sich positiv.

Weitere Informationen:

Italien initiiert 5G-Pilotprojekte

http://www.gtai.de/MKT201802028014

Italien investiert zunehmend in Sicherheitstechnik

http://www.gtai.de/MKT201710198003

Steigende Nachfrage nach Elektronik und Elektrotechnik in Italien

http://www.gtai.de/MKT201711038005

Dieser Artikel ist relevant für:

Italien Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Textilien, Bekleidung, Leder, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein, Elektronik, allgemein

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