Branchencheck

24.05.2019

Branchencheck - Japan (Mai 2019)

Inhalt

Japan spürt negative Effekte des Handelskonflikts zwischen den USA und China / Von Jürgen Maurer

Tokyo (GTAI) - Die Absatzsorgen sind in einigen Branchen gestiegen. Denn in wichtigen Abnehmermärkten trübt sich die Konjunktur ein. Auf der Insel selbst hat die Wachstumsdynamik nachgelassen.

Maschinenbauindustrie: Bestellungen gehen zurück

Der Maschinenbau betrachtet die protektionistischen Tendenzen in den wichtigsten Absatzmärkten mit Sorge. Der Bestelleingang hat an Dynamik verloren. Dennoch erwartet der Branchenverband im Fiskaljahr 2019 (1. April bis 31. März) ein mittleres einstelliges Wachstum.

Im Inland haben einige der Abnehmerindustrien ihre Investitionsabsichten schon verringert. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, werden die Inlandsfirmen aber weiterhin in Modernisierung und Automatisierung investieren. Zum Teil sind neue Kapazitäten in der Planung, insbesondere für konsumorientierte Produkte, 5G und Internet der Dinge.

Weitere Informationen:

Japans Maschinenbau bleibt für 2019 zuversichtlich

http://www.gtai.de/MKT201903158000

Chemieindustrie: Stagnation erwartet

Japans Chemieindustrie rechnet 2019 und 2020 mit stagnierender Produktion und Nachfrage, insbesondere für Kunststoffe in Primärform. In einigen Segmenten ist dennoch Wachstum zu erwarten - wie bei den Kosmetikfirmen, die sogar Kapazitäten erweitern und ihre Produktion modernisieren.

Relativ gut sieht es bei den Anbietern von Spezialchemikalien aus, die an die Automobil-, Luftfahrt- und Elektronikteilebranche oder auch den Bau liefern. Da hier mit einem größeren Bedarf gerechnet wird, investieren Firmen wie Asahi Kasei, Mitsui Chemicals und Mitsubishi Chemicals in ihre Erzeugung in Japan.

Weitere Informationen:

Japans Kosmetikmarkt expandiert weiter

http://www.gtai.de/MKT201902208005

Energiewirtschaft: Flaute bei neuen Projekten

Japans Energiebedarf soll sich bis 2030 kaum erhöhen, da Maßnahmen zur Effizienzverbesserung und Einsparung umgesetzt werden. Die Stromerzeugung erfolgt gegenwärtig zu etwa 80 Prozent durch fossile Kraftwerke, wohingegen die meisten Kernkraftwerke nicht wieder ans Netz gegangen sind.

Einige Planungen zum Bau neuer Kohlekraftwerke wurden aufgegeben. Nur wenige neue Projekte für erneuerbare Energienutzung wie eine Anlage in der Mie-Präfektur sind in der Pipeline, und die Entwicklung von Offshore-Windenergieparks ist noch unsicher. Am dringendsten ist der Bau von Übertragungsleitungen.

Weitere Informationen:

Japan treibt Bioenergienutzung voran

http://www.gtai.de/MKT201810258002

Japan will den Offshore-Windenergiemarkt ausbauen

http://www.gtai.de/MKT201810058005

Japan senkt Anreize für Solarenergienutzung

http://www.gtai.de/MKT201810058006

Bauwirtschaft: Öffentliche Investitionen stützen

Japans Bauwirtschaft wird im Fiskaljahr 2019 hauptsächlich von öffentlichen Projekten getrieben, deren Investitionshöhe real um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen könnte. Die Investitionen in den privaten Wohnungs- und Wirtschaftsbau sollen stagnieren oder schrumpfen, die Zahl der Genehmigungen geht zurück.

Die Stadterneuerung - vor allem in Tokyo - schreitet voran, stehen doch die Olympischen Sommerspiele 2020 vor der Tür. Die Investitionen in den Transportbereich bleiben hoch - darunter der Ausbau des Flughafen Haneda und der Bau der Magnetschwebebahn zwischen Tokyo und Nagoya.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Japans Bauindustrie ist gut ausgelastet

http://www.gtai.de/MKT201809248002

Gesundheitswirtschaft: Gute Wirkung ist gefragt

Japans Bedarf an Medizintechnik und Arzneimitteln steigt stetig und nimmt stärker zu als die inländische Produktion. Das schnell alternde Land wird daher einen hohen Anteil an moderner Medizintechnik sowie an hochwertigen Arzneimitteln weiterhin importieren müssen.

Gleichzeitig investieren lokale Branchenhersteller in die Entwicklung neuester Technologie wie KI-basierter Medizin und Robotik. Die Entwicklung pharmazeutischer Erzeugnisse wird intensiv betrieben - insbesondere auch die Forschung und der Einsatz von regenerativer Medizin und Biotechnologie.

Weitere Informationen:

Japan importiert hochwertige Medizintechnik

http://www.gtai.de/MKT201902188000

Arzneimittelausgaben haben in Japan weiter zugelegt

http://www.gtai.de/MKT201902208007

Nahrungsmittelindustrie: Firmen investieren in Japan

Nach kräftigen Investitionen im Vorjahr will die Nahrungsmittelbranche 2019 ihre Anlageausgaben weiter hoch halten. Japans Branchenfirmen produzieren wieder verstärkt im Inland, um von hier aus auch die Exporte nach Asien zu bedienen. Denn Erzeugnisse "made in Japan" finden eine wachsende Abnehmerschaft.

In Japan selbst gehören Tiefkühlkost und Convenience Food zu den Wachstumssegmenten, die aufgrund der zunehmenden Zahl von arbeitenden Frauen und Singlehaushalten weiter zulegen sollten. Darüber hinaus wachsen die Bereiche Gesundheitskost wie auch nicht alkoholische Getränke.

Weitere Informationen:

Japanische Nahrungsmittelbranche will 2019 mehr investieren

http://www.gtai.de/MKT201902208006

Erzeugung alkoholfreier Getränke legt in Japan zu

http://www.gtai.de/MKT201902208003

Kfz-Markt: Absatz geht zurück

Die Japan Automobile Manufacturers Association rechnet 2019 mit einer sinkenden Automobilnachfrage von circa 2 Prozent, die sich sowohl in der Pkw- als auch der Nutzfahrzeugsparte bemerkbar machen wird. Davon werden auch die Produktionszahlen beeinflusst. Lediglich im Ausland werden neue Erzeugungskapazitäten geschaffen.

Unterdessen investieren Japans Automobilhersteller und Kfz-Teile-Produzenten in Mobilitätsveränderungen und wollen die technischen Voraussetzungen für Connected Cars und autonomes Fahren schaffen. Dabei setzen sie sowohl auf Elektro- als auch Brennstoffzellenantriebe.

Weitere Informationen:

Japans Automobilindustrie steht unter Wandlungsdruck

http://www.gtai.de/MKT201903278005

Japan verfolgt bei Batterien eine duale Strategie

http://www.gtai.de/MKT201903088014

Elektronikindustrie: Ausländische Nachfrageschwäche belastet

Japans Elektronikbranche erwartet ein schwierigeres Jahr. Der Prognose des Branchenverbandes zufolge könnte der Erzeugungswert 2019 dennoch leicht auf rund 110 Milliarden US-Dollar steigen. Darunter machen Halbleiter und elektronische Bauteile mit einem Anteil von über 50 Prozent die größten Segmente aus.

Trotz der schwächer erwarteten internationalen Konjunktur und des Handelskonflikts zwischen den USA und China, sollen die Wachstumsaussichten bei Halbleitern und Bauteilen weiter zufriedenstellend bleiben. Für Impulse in der japanischen Produktion sollen 8K-Fernsehgeräte sorgen.

Weitere Informationen:

Japans Elektronikausrüster erwarten 2019 geringere Nachfrage

http://www.gtai.de/MKT201901228004

Japans Elektronikbranche soll sich 2019 stabil entwickeln

http://www.gtai.de/MKT201903158002

Japans Optoelektronikbranche soll 2019 stagnieren

http://www.gtai.de/MKT201903278004

Informations- und Kommunikationswirtschaft: 5G bestimmt das Rennen

Japans Telekommunikationsunternehmen haben umfangreiche Investitionen in die Einführung von 5G als einer Basisinfrastruktur für Anwendungen im Internet der Dinge angekündigt. Millionen neuer Basisstationen, Zellen, Antennen, Modems und Datenspeicher werden benötigt.

Dabei besteht nicht nur bei der technologischen Infrastruktur der Telekomkonzerne ein Modernisierungsbedarf. Zudem müssten viele japanische Unternehmen ihre Informationstechnologie auf den neuesten Stand bringen, um Big Data und andere neue Technologiefelder anwenden zu können.

Weitere Informationen:

Japans Telekomanbieter investieren massiv in 5G

http://www.gtai.de/MKT201902058008

Dieser Artikel ist relevant für:

Japan Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, EDV-, Telekommunikationsdienstleistungen, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein, Elektronik, allgemein

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