Branchencheck

22.11.2018

Branchencheck - Japan (November 2018)

Inhalt

Japans Unternehmen wollen technologischen Wandel aktiv mitgestalten / Von Jürgen Maurer

Tokyo (GTAI) - Industriefirmen und Dienstleister in Japan investieren in Produktionsprozesse und Produktangebote. Um wettbewerbsfähiger zu werden, stehen Automatisierung und Digitalisierung im Fokus.

Maschinenbauindustrie: Handelskonflikt USA-China zeigt erste Auswirkungen

Die Nachfrage nach japanischer Ausrüstung steigt bislang noch, gegenwärtig hauptsächlich durch inländische Erweiterungs- und Modernisierungsaktivitäten. Die Bestellungen aus dem Ausland verloren 2018 an Dynamik, ausgelöst durch die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China.

Bei Werkzeugmaschinen ist der Wert der Neubestellungen aus China in den ersten neun Monaten 2018 gegenüber 2017 um 2,5 Prozent geschrumpft. Relativ hohe Bestelleingänge aus den USA und Europa konnten den Rückgang etwas abmildern. Dennoch haben einige Maschinenbauer ihre Gewinnerwartungen für 2019 heruntergeschraubt.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Japans Maschinenbau erwartet weiter gute Auftragslage

https://www.gtai.de/MKT201808178001

Chemieindustrie: Firmen investieren vor allem in Automobilwerkstoffe

Die chemische Industrie investiert in die Modernisierung und Erweiterung im Inland. Dabei zielt dies hauptsächlich auf Bereiche ab, die mit Automobilen, Batterien und elektronischen Werkstoffen in Verbindung stehen, denn in vielen Ländern wird die Elektromobilität auf- und ausgebaut.

Einige Kunststoffhersteller haben Investitionen in die Erweiterung ihres Kfz-bezogenen Angebotes angekündigt. Um den steigenden Bedarf an Werkstoffen für die Batterieherstellung zu befriedigen, investiert Asahi Kasei 255 Millionen US-Dollar (US$) in seine Separatorenfertigung für Lithium-Ionen-Batterien in Japan.

Weitere Informationen:

Japans Chemieunternehmen bleiben in Investitionslaune

https://www.gtai.de/MKT201808298003

Japans Kunststoffhersteller investieren in ihr Produktangebot

https://www.gtai.de/MKT201808068004

Branche kompakt: Japans Chemieindustrie erlebt Konjunkturaufschwung

https://www.gtai.de/MKT201806128002

Energiewirtschaft: Biomasse und Wind sollen stärker ausgebaut werden

Japan will den Anteil von erneuerbaren Energien bis 2030 auf circa 22 bis 24 Prozent erhöhen. Dabei sollen Wind und Bioenergie stärker in den Fokus rücken, worauf die Entwicklung der Einspeisetarife und die regulatorischen Reformen hinweisen. Der Anteil von Solarenergie ist mit über 5 Prozent bereits relativ hoch.

Relativ gering ist der Windenergieanteil; er soll durch den Offshore-Anlagenbau jedoch an Bedeutung gewinnen. Planungen hierzu sind noch im Anfangsstadium. Hingegen sind bei Biomasse viele Projekte in der Pipeline, die 2019 in die Umsetzungsphase kommen und 2021 Strom liefern sollen.

Weitere Informationen:

Japan treibt Bioenergienutzung voran

https://www.gtai.de/MKT201810258002

Japan will den Offshore-Windenergiemarkt ausbauen

https://www.gtai.de/MKT201810058005

Japan senkt Anreize für Solarenergienutzung

https://www.gtai.de/MKT201810058006

Bauwirtschaft: Stadtmodernisierung führt zu stabilem Bedarf

Japans Baukonjunktur läuft robust. Investiert werden sollen im Fiskaljahr 2018 (1. April bis 31. März) 520 Milliarden US$. Den stärksten Zuwachs verzeichnen Wirtschaftsbau und privater Wohnungsbau. Insbesondere beim Wirtschaftsbau machen sich die Investitionen in neue Bürokomplexe und Geschäftszentren bemerkbar.

Während private Bauinvestitionen 2019 auf gleichem Niveau wie 2018 bleiben sollen, rechnet das Forschungsinstitut RICE damit, dass die öffentlichen Bauleistungen im Fiskaljahr 2019 schrumpfen. Wertmäßig bleiben sie hoch, da unter anderem die Transportinfrastruktur modernisiert wird.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Japans Bauindustrie ist gut ausgelastet

https://www.gtai.de/MKT201809248002

Japan investiert Milliarden in Sportinfrastruktur

https://www.gtai.de/MKT201808278008

In Japan wird kräftig in neue Hotels investiert

https://www.gtai.de/MKT201808098003

Gesundheitswirtschaft: Bedarf an fortschrittlichen Erzeugnissen bleibt hoch

Japans Gesundheitswirtschaft entwickelt sich konstant aufwärts. Damit die öffentlichen Gesundheitsausgaben nicht ausufern, wird auf Preiskontrollen und private Zusatzversorgung gesetzt. Generika, moderne Medizintechnik und Telemedizin sollen die Kosten ebenfalls senken helfen.

Studien zufolge hat das Marktvolumen den Höhepunkt überschritten. Die Bevölkerungszahl sinkt, während der Anteil der über 65-Jährigen von gegenwärtig 28 Prozent auf mindestens 33 Prozent im Jahr 2040 steigt. Die Gesundheitseinrichtungen, die zu über 80 Prozent privat betrieben werden, richten ihr Angebot darauf aus.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Japan setzt auf moderne Medizintechnik

https://www.gtai.de/MKT201810228002

Arzneimittelausgaben in Japan haben ihren Höhepunkt überschritten

https://www.gtai.de/MKT201809178002

Kfz-/Kfz-Teile-Produktion: Firmen stellen Produktion schrittweise auf neue Antriebe um

Die Automobilindustrie ist die größte und investitionsintensivste Branche Japans. Die Pkw-Produktion belief sich im 1. Halbjahr 2018 auf 4,2 Millionen Einheiten. Mehr elektrifizierte Antriebe, neue Batterietechnologie und die Brennstoffzellentechnik bestimmen die Investitionsentwicklung in Japan, aber vor allem im Ausland.

Investitionen in Japan finden hauptsächlich bei Kfz-Teilen statt. Nidec beispielsweise will in den Fiskaljahren 2018 bis 2020 jährlich jeweils rund 1,4 Milliarden US$ in existierende und neue Werke investieren, um die steigende Nachfrage nach Elektromotoren zu befriedigen.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Japans Automobilsektor will im Elektromobilitätsrennen aufholen

https://www.gtai.de/MKT201807138000

Japan will Batterieentwicklung beschleunigen

https://www.gtai.de/MKT201807188009

Elektromobilität Japan: Hersteller konzentrieren sich auf Hybride

https://www.gtai.de/MKT201803128019

Kfz-Markt: Nachfrage im Inland sinkt, aber nicht für Importautos

Japans Kfz-Branche erwartet, dass die Absatzzahlen 2018 und 2019 sinken werden. Darauf weisen die Gesamtverkäufe von Pkw und Nutzfahrzeugen in den ersten sechs Monaten 2018 hin, die um 4,2 Prozent unter denen des 1. Halbjahres 2017 lagen. Im Pkw-Segment lag der Rückgang bei 4,8 Prozent, so Angaben der Japan Automobile Dealers Association.

Weiterhin stabil entwickelt sich der Import von Pkw nicht-japanischer Marken, der circa 10 Prozent der Autoverkäufe ausmacht. Diesen Importmarkt für Neufahrzeuge dominieren mit Mercedes-Benz, VW und BMW deutsche Automarken.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Japans Automobilsektor will im Elektromobilitätsrennen aufholen

https://www.gtai.de/MKT201807138000

Elektromobilität Japan: Hybride bestimmen den Elektrofahrzeugmarkt

https://www.gtai.de/MKT201803128018

Informations- und Kommunikationswirtschaft: Hohe Investitionen in 5G-Ausbau zu erwarten

Japan bereitet den Übergang zur 5G-Technologie vor, um die Voraussetzungen unter anderem für autonomes Fahren und Anwendungen des Internets der Dinge zu verbessern. Die Lizenzen für die 5G-Netze sollen noch im 1. Halbjahr 2019 vergeben werden.

Beispielsweise hat Japans größter Telekommunikationsanbieter NTTDocomo angekündigt, von 2019 bis 2023 circa 8,2 Milliarden US$ in den 5G-Ausbau investieren zu wollen. Für Übertragungsstationen haben Fujitsu und Ericsson sowie NEC und Samsung Partnerschaften geschlossen, um die Hardware gemeinsam zu entwickeln.

Dieser Artikel ist relevant für:

Japan EDV-, Telekommunikationsdienstleistungen, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Medizintechnik, allgemein, Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein

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