Branchencheck

13.12.2018

Branchencheck - Mexiko (November 2018)

Inhalt

Stabile Entwicklung dank starkem Konsum / Von Florian Steinmeyer

Mexiko-Stadt (GTAI) - Die mexikanische Industrie ist verunsichert durch den Kurs der neuen Regierung und die US-Handelspolitik. Branchen, die vorwiegend für den heimischen Markt produzieren, profitieren vom starken Konsum.

Maschinenbauindustrie: Unterangebot an flexibel verfügbaren Werkzeugen

Trotz der steigenden Industrieproduktion ist der mexikanische Maschinenbau schwach ausgeprägt. Ausländische Maschinenhersteller fertigen nur vereinzelt im Land wie das dänische Unternehmen FLSmidth im Bereich der Bergbauausrüstung. Deutsche Hersteller sind ebenfalls nur punktuell mit einer eigenen Fertigung vertreten, obwohl die deutschen Maschinenexporte Jahr für Jahr steigen und 2017 einen Wert von knapp 3,7 Milliarden US-Dollar (US$) erreichten. Produzierende Unternehmen in Mexiko berichten von einem Unterangebot von flexibel verfügbaren Werkzeugen, darunter Spannvorrichtungen und Formen.

Chemieindustrie: Vorprodukte sind Hemmschuh für den Sektor

Die mexikanische Chemieindustrie krankt nach wie vor an der geringen Verfügbarkeit von Vorprodukten. Insbesondere der Mangel an Erdgas belastet laut dem Branchenverband Aniq die Firmen. Der neue Präsident López Obrador setzt auf den Staatkonzern Pemex, um die Produktion von basischemischen Produkten zu steigern. Angesichts der geringen Effizienz und der großen Schuldenlast von Pemex ist diese Strategie jedoch mit Risiken behaftet. Chemiesegmente, in denen Mexiko traditionell stark aufgestellt ist, expandieren Dank der in- und ausländischen Nachfrage, darunter die Pharma- und Kunststoffindustrie.

Weitere Informationen:

Gute Aussichten für Mexikos Pharmamarkt

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Energiewirtschaft: Wasser und Wind vor Comeback

Nachdem Fotovoltaikprojekte die langfristigen Stromausschreibungen der vergangenen Jahre dominierten, könnten sich die Energieträger unter der neuen Regierung wieder diversifizieren. López Obrador spricht sich für den Bau neuer Wasserkraftwerke im Süden und Südosten des Landes aus. Laut Vertretern des Energieministeriums ist es auch möglich, dass Windvorhaben wieder größere Anteile erreichen. Die vierte langfristige Stromausschreibung wird nach einer Verschiebung nun am 18. Dezember abgeschlossen. Auch wichtige Projekte für den Ausbau des Übertragungsnetzes werden ab Dezember 2018 vergeben.

Weitere Informationen:

Künftiger Präsident will mexikanische Energiewirtschaft stärken

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Mexikanische Solarbranche fiebert neuer Vergaberunde entgegen

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Bauwirtschaft: Für Branche geht es nach schwierigen Jahren wieder aufwärts

Laut dem Branchenverband CMIC hat die mexikanische Bauwirtschaft die Talsohle durchschritten und wächst sowohl 2018 als auch in den Folgejahren wieder. Für 2018 geht der Verband von einem Plus von 1 bis 2 Prozent aus; 2019 seien Steigerungsraten von 2,5 bis 3 Prozent und 2020 von 3,5 bis 4 Prozent möglich. Die Prognosen gehen auf die guten Aussichten des Hochbaus zurück, insbesondere der Segmente Gewerbe und Industrie. Ab 2020 können die derzeit in Planung befindlichen Infrastrukturprojekte der neuen Regierung den Sektor zusätzlich befeuern.

Weitere Informationen:

Mexikos neue Regierung will massiv in Transportinfrastruktur investieren

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Mexiko setzt auf den Zug

http://www.gtai.de/MKT201808238001

Gesundheitswirtschaft: Markt wächst, wenn auch langsamer

Das mexikanische Gesundheitswesen fragt in den kommenden Jahren mehr Medizintechnik nach, allerdings geht das Marktwachstum zurück. Sparte mit den besten Aussichten ist die Diagnosetechnik. Der Bau neuer Krankenhäuser in öffentlich-privaten Partnerschaften sorgt für eine Professionalisierung des Sektors, wozu auch die häufigere Modernisierung der technischen Ausstattung gehört. Der Absatz von Arzneimitteln wird in den kommenden Jahren um jeweils über 6 Prozent steigen, allerdings verschiebt sich der Markt noch stärker als bisher hin zu Nachahmerpräparaten. Auch die Produktpiraterie nimmt zu.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Pharmasektor in Mexiko mit robustem Wachstum

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Öl/Gas: Neue Akzente in der Energiepolitik

Mit der Wahl López Obradors ändert sich das Szenario für die mexikanische Ölindustrie schlagartig. Anstelle auf den Liberalisierungskurs der vergangenen Jahre, setzt er auf eine starke Stellung des Staatskonzerns Pemex. Der soll die Ölförderung bis 2024 auf 2,6 Millionen Barrel pro Tag steigern. Im Moment kommt Pemex auf 1,8 Millionen Barrel pro Tag. In der Verarbeitung gibt es ein neues Großprojekt: Um sein Wahlkampfversprechen zu halten, die Kraftstoffproduktion zu steigern, will López Obrador ab 2019 für rund 8 Milliarden US$ eine neue Raffinerie nahe der Hafenstadt Dos Bocas bauen lassen.

Nahrungsmittelindustrie: Gutes Konsumklima beflügelt den Sektor

Dank des guten Konsumklimas bleibt die Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Getränken hoch. Das kommt den Maschinenanbietern zugute. Die Importe von Verpackungsmaschinen stiegen 2017 um knapp 8 Prozent auf 751 Millionen US$. Nach Aussagen von Nahrungsmittelverarbeitern besteht Bedarf an anspruchsvolleren Verpackungen und entsprechend an leistungsfähigerer Ausrüstung. Auch die höheren Hygieneanforderungen für Exportprodukte - insbesondere in den USA - fördern den Absatz von modernem Equipment. Wichtige Investitionen kommen vom Bierbrauer Constellation Brands in seinem Werk im Bundesstaat Sonora.

Weitere Informationen:

Mexikanische Nahrungsmittelbranche freut sich über schwungvolle Auftragslage

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Metallindustrie: Hohe Dynamik im Leichtmetallguss

Für die gesamte Gießereiindustrie prognostiziert der Branchenverband SMFAC, dass der Produktionswert 2018 um rund 8 Prozent anzieht. Mexikanische Hersteller von Vorprodukten suchen angesichts der US-Zölle auf Stahl und Aluminium verstärkt den Absatz in Europa und Ostasien. Dynamischstes Segment ist der Leichtmetallguss, der besonders von der starken Nachfrage aus der Kfz-Industrie profitiert. Laut der Marktanalysefirma Mordor Intelligence steigt der Umsatz mit Aluminiumgussteilen für den Kfz-Sektor bis 2020 um durchschnittlich 8 Prozent pro Jahr. Teile aus Magnesium werden um 10 Prozent und solche aus Zink um 2 Prozent zulegen.

Weitere Informationen:

Mexikanische Gießereiindustrie modernisiert sich

http://www.gtai.de/MKT201809058001

Kfz-/Kfz-Teile-Produktion: Neues Handelsabkommen birgt Herausforderungen

Die zwischen den USA, Mexiko und Kanada erzielte Einigung im Handelsstreit fordert Autohersteller und Zulieferer heraus. Die Länder einigten sich darauf, die regionale Mindestwertschöpfung für Pkw von 62,5 auf 75 Prozent anzuheben. Zudem müssen künftig je nach Modell 40 bis 45 Prozent der Teile aus Hochlohnregionen innerhalb Nordamerikas stammen, in denen der Durchschnittslohn der Kfz-Branche wenigstens 16 US$ pro Stunde beträgt. Von den Regelungen wären europäische und asiatische Autobauer in Mexiko besonders betroffen. Sie kaufen häufig Teile auf ihren Heimatmärkten außerhalb Nordamerikas ein.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Mexikanische Kfz-Industrie wächst langsamer

http://www.gtai.de/MKT201809188012

Handelsdeal mit den USA hat Folgen für Automobilfirmen in Mexiko

http://www.gtai.de/MKT201809108001

Mexikanischer Transportsektor wird elektrisch

http://www.gtai.de/MKT201808288003

Nahrungsmittelmarkt: EU-Mexiko-Abkommen würde Marktzugang verbessern

Die Ende April erzielte politische Einigung über das neue Handelsabkommen zwischen Mexiko und der Europäischen Union sieht eine fast vollständige Abschaffung der Zölle vor. Mexiko wird für viele Käsesorten einen präferierten Zugang sowie Einfuhrquoten für Milchpulver gewähren. Zudem können praktisch alle Erzeugnisse aus Schweinefleisch sowie Schokolade und Pasta zollfrei gehandelt werden. Noch ist unklar, wann das Abkommen endgültig unterzeichnet wird. Bereits unter den bislang geltenden Regelungen nahmen die deutschen Nahrungsmittelexporte deutlich zu - wenn auch auf niedrigem Niveau.

Weitere Informationen:

Gute Aussichten für hochwertige Lebensmittel in Mexiko

http://www.gtai.de/MKT201808288002

Dieser Artikel ist relevant für:

Mexiko Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Metallerzeugung, -verarbeitung, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Medizintechnik, allgemein, Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein, Wasserfahrzeuge, Öl, Gas

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