Branchencheck

15.11.2018

Branchencheck - Myanmar (November 2018)

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Breiteres Industrieprofil angestrebt / Von Waldemar Duscha

Bangkok (GTAI) - Myanmars Industriestruktur diversifiziert sich durch ausländische Direktinvestitionen. Im verarbeitenden Gewerbe sind dies 918 Auslandsunternehmen mit Investitionen von 10 Milliarden US$.

Maschinenbauindustrie: Hoher Nachholbedarf

Eine Eigenproduktion von Maschinen existiert kaum. In dem überwiegend agrarisch geprägten Entwicklungsland ohne wesentliche Industriestruktur passiert dies nur rudimentär auf handwerklicher Basis. Auch die Importnachfrage bewegt sich noch auf sehr niedrigem Niveau. In 2017 importierte Myanmar Maschinen und Ausrüstungen im Wert von 1,8 Milliarden US-Dollar (US-Dollar), somit deutlich weniger als das Nachbarland Thailand mit 19,5 Milliarden US$. Der Maschinenimport aus Deutschland belief sich auf rund 46 Millionen US$, größere Lieferaufträge konnten sich dabei Siemens und ThyssenKrupp mit Hafenkränen und Aufzügen sichern.

Chemieindustrie: Impulse durch Bauwirtschaft und Körperpflege

Die Entwicklung der Chemieindustrie wird massgeblich beeinflusst durch die Nachfrage nach Baumaterialien und Konsumgüter. Größere Direktinvestitionen realisierten bisher Weltunternehmen wie Dupont, Colgate Palmolive, Taekwang & Hutchems, TOA Paint, Mantakanok, Henkel und BASF. Im Zweig der Industriegase sind die japanischen Unternehmen Iwatani und Taiyo Nippon Sanso Myanmar tonangebend, neben der lokalen Yangon Industrial Gases mit dem Partner Bangkok Industrial Gases.

Energiewirtschaft: Mehr Raum für erneuerbare Energien

Bislang dominiert eindeutig die Wasserkraft, während auch der Kohle langfristig ein hohes Gewicht eingeräumt wird. Doch sollen daneben Solar- und Windenergie stärker ausgebaut werden. Einen ersten Solarpark errichtet die thailändische Green Earth Power mit 220 Megawatt in Magway, zwei weitere Parks mit 300 Megawatt sind in Mandalay geplant. Den ersten Windpark will die chinesische Three Gorges Corporation in Ayeyarwaddy mit 30 Megawatt beisteuern. Als erster unabängiger Energieerzeuger betreibt Sembcorp Industries aus Singapur ein Erdgaskraftwerk mit 225 Megawatt für 300 Millionen US$ in Mandalay.

Weitere Informationen:

Myanmars Energiesektor zeigt neue Ansätze

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=myanmars-energiesektor-zeigt-neue-ansaetze,did=1593948.html

Bauwirtschaft: Hochkonjunktur in Yangon

Der Schwerpunkt liegt in der Businessmetropole Yangon mit mehreren Leuchtturmprojekten wie dem Hanthawaddy International Airport, dem Central Railway Headquarter, der Central Railway Station oder einem hochgelegten Expressway. Beispielhaft für Büroimmobilien stehen die neuen Komplexe Red Hill, Time City Office, Crystal Tower, Junction City und Sule Square. Im Handelssektor etablierten sich erste großzügige Malls wie etwa die HAGL Myanmar Plaza. Zu den Newcomern im dynamischen Hotelgewerbe gehören Accor, Best Western, Hilton, Sedona, Pullmann, Melia, Pan Pacific, Daewoo und Kempinski.

Weitere Informationen:

Myanmars Baugewerbe im Hoch https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-bauwirtschaft,t=branche-kompakt-myanmars-baugewerbe-in-hoch,did=2148778.html

Myanmar investiert massiv in Yangons Infrastruktur

chttps://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=myanmar-investiert-massiv-in-yangons-infrastruktur,did=1883850.html

Gesundheitswirtschaft: Langsame Modernisierung mit Auslandshilfe

Das Budget des Gesundheitsministeriums belief sich zuletzt auf 840 Millionen US$ und wurde zumeist für Training und Medizintechnik verausgabt. Der Privatsektor mit nur 14 Prozent der Einrichtungen expandiert nur langsam und dank Auslandsinvestoren. Pioniere sind das Privathospital MJ Parkview Healthcare und die Augenklinik Pioneer Asian Speciality Clinics. Aus Thailand engagieren sich die Privatketten Bumrumgrad, Thonburi, Samitivej und Bangkok Hospital. Einen großen Einstieg plant auch die indonesiche Lippo Group mit zehn Kliniken bis 2023 mit Serge Pun & Associates Group als lokalem Partner.

Nahrungsmittelindustrie: Expansion populärer Weltmarken

Nahrungsmittel & Getränke erwirtschaften alleine zwei Drittel der Warenproduktion in Myanmar. Von den insgesamt 38.683 produzierenden Unternehmen befinden sich 25.965 in der Fabrikation von Nahrungsmitteln. Die aussichtsreiche Dynamik lockte zahlreiche internationale Konzerne an wie etwa Coca-Cola, PepsiCo, Nestlé, Unilever, Carlsberg, Heineken, Mitsubishi, Kirin, Asahi oder Fraser & Nieve. Allein der Biermarkt konnte sich in nur zwei Jahren auf 375 Millionen US$ verdoppeln mit neuen Brauanlagen von Carlsberg und Heineken.

Weitere Informationen:

Myanmar will Nahrungsmittelproduktion ausbauen

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=myanmar-will-nahrungsmittelproduktion-ausbauen,did=1251606.html

Informations- und Kommunikationswirtschaft: Rasante Aufholjagd

Der Sektor Transport & Kommunikation steht mit 55 Projekten und über Investitionen von 9,3 Milliarden US$ an vierter Stelle der akkumulierten Auslandsinvestitionen. Die Pioniere waren Ooredoo und Telenor mit Investitionen von 2 Milliarden US$ und 1,5 Milliarden US$, zusammen versorgen sie 28 Millionen Abonnenten. Die Marktspitze mit 20 Millionen Kunden hält die ehemalige staatliche MPT, welche mit ihren neuen japanischen Partnern KDDI und Sumitomo über 2 Milliarden US$ investiert. Die 4G LTE-Technologie ist seit dem Frühjahr 2018 im mobilen Internet-Netzwerk für Smartphones im Einsatz.

Weitere Informationen:

Myanmars Telekommunikationssektor bleibt dynamisch

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=myanmars-telekommunikationssektor-bleibt-dynamisch,did=1632900.html

Textil- und Bekleidungsindustrie: Exportstärke durch Sonderstatus

Die Aufhebung der Sanktionen durch Washington und Brüssel belebte das Investitionsklima, insbesondere dank der Reaktivierung des GSP-Importstatus der EU (Generalised System of Preferences). Stammen bislang die meisten Investoren aus China, Hongkong, Taiwan oder Südkorea, finden sich nunmehr auch westliche Marken wie GAP, H&M, Primark oder Marks & Spencer. Aktuell werden etwa 350.000 Arbeiter beschäftigt . Die fast 400 Fabriken sind zumeist auf CMP beschränkt (cut-make-pack), darunter 171 reine Auslandsunternehmen und 22 Joint Ventures. Weitere Investitionen werden erwartet. Der Export verdreifachte sich in fünf Jahren auf rund 3 Milliarden US$.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=bekleidungsbranche-in-myanmar-expandiert,did=1150612.html

Dieser Artikel ist relevant für:

Myanmar Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, EDV-, Telekommunikationsdienstleistungen, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Textilien, Bekleidung, Leder, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein

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