Branchencheck

08.11.2018

Branchencheck - Oman (November 2018)

Inhalt

Viele Chancen für ausländische Investoren / Von Robert Espey

Dubai/Maskat (GTAI) - Oman diversifiziert seine Wirtschaft und baut seine Infrastruktur aus. Petrochemie, Energie, Gesundheit, Umwelttechnik und Metallindustrie bieten interessante Geschäftschancen.

Chemieindustrie: Der Investitionsschwerpunkt

Die geplanten oder laufenden Chemieprojekte in Oman belaufen sich auf 22 Milliarden US-Dollar (US$).Der Ausbau der Raffineriekapazitäten sowie der petrochemischen Produktion gehört zu den Prioritäten der staatlichen Industrialisierungsstrategie. Oman verfügt über Raffineriekapazitäten von etwa 0,3 Millionen barrel per day. Mit dem Bau einer dritten Raffinerie (Kapazität 230.000 barrel per day) wurde 2018 in der Sonderwirtschaftszone Duqm begonnen. Sie wird ein Mega-Petrochemie-Projekt versorgen. In der nördlichen Stadt Sohar entsteht eine Petrochemie-Großanlage, die 2020 in Produktion gehen soll.

Weitere Informationen:

Omans Downstream-Sektor macht Fortschritte

https://www.gtai.de/MKT201807238002

Oman setzt auf Wirtschaftssonderzone Duqm

https://www.gtai.de/MKT201803238006

Omans Industrie vor Wachstumsschub

https://www.gtai.de/MKT201803288008

Energiewirtschaft: Investitionen in Kohlekraftwerke und Erneuerbare Energien

Die Erzeugerkapazitäten steigen 2019 durch die Inbetriebnahmen neuer Kraftwerke von 8,6 auf 11 Gigawatt. Die neuen Kraftwerke werden mit Gas betrieben. Beim weiteren Kapazitätsausbau setzen die Betreiber aber auf Kohle und Erneuerbare Energien (EE). Bis 2030 sollen Kohlekraftwerke insgesamt 3.000 Megawatt liefern. Die Präqualifikation für ein 1.200 Megawatt Kohlekraftwerk in Duqm läuft. Als erstes größeres EE-Projekt soll 2020 ein Windkraftwerk den Betrieb aufnehmen. Ein 500 Megawatt Photovoltaik-Park wird derzeit außerdem ausgeschrieben. Drei weitere 500 Megawatt Anlagen sollen bis 2024 folgen.

Weitere Informationen:

Oman setzt auf Erneuerbare Energien und Kohlekraft

https://www.gtai.de/MKT201810178007

Bauwirtschaft: Noch kein Ende der Krise

Omans Bausektor befindet sich in einer tiefen Rezession. Die Branche ist 2017 um 7 Prozent geschrumpft und 2018 könnte das Minus zweistellig ausfallen. Die Auftragsentwicklung hängt von der Umsetzung industrieller Großvorhaben und von Infrastrukturprojekten ab. Die hohen Haushaltsdefizite seit 2014 führten zu einem deutlichen Rückgang der öffentlichen Bautätigkeiten. Die Mehreinnahmen durch den aktuell wieder hohen Ölpreis will die Regierung vorerst nicht für zusätzliche Bauinvestitionen einsetzen. Der Privatsektor hält sich ebenfalls zurück.

Weitere Informationen:

Oman setzt auf Wirtschaftssonderzone Duqm

http://www.gtai.de/MKT201803238006

Omans Flughäfen auf Wachstumskurs

http://www.gtai.de/MKT201803288007

Omans Häfen melden Wachstum

http://www.gtai.de/MKT201807268000

Gesundheitswirtschaft: Benötigt dringend privates Kapital

Der hauptsächlich staatlich finanzierte Gesundheitssektor benötigt dringend private Investitionen. In den letzten zehn Jahren sank die Zahl der Krankenhausbetten je 10.000 Einwohner von 19 auf 15. Ende 2017 wurden 6.697 Betten gezählt, davon entfielen 5.972 auf 55 staatliche Einrichtungen. Das Gesundheitsministerium hat derzeit kein Hospital im Bau. Die Einführung einer arbeitgeberfinanzierten Pflichtkrankenversicherung für die Beschäftigten im Privatsektor verzögert sich. Die Regierung arbeitet an einer Implementierung in fünf Stufen, die 2019 beginnen sollen.

Weitere Informationen:

Oman will Gesundheitswesen umbauen

https://www.gtai.de/MKT201804238001

Bergbau: Kalk-, Gips- und Kupfervorkommen mit Potenzial

Im Bergbausektor hat die Erschließung von großen Kalkstein- und Gipsvorkommen in der südlichen Provinz Dhofar Priorität. Eine Bahnstrecke soll zudem zwischen den Lagerstätten und der Hafenstadt Duqm gebaut werden. Die drei Firmen Parson, Khatib & Alami sowie Rete Ferroviara Italiana erhielten 2017 einen Beratervertrag zum Bau der Mineral Rail. Das Projekt soll auf Private Public Partnership Basis realisiert werden. Das Unternehmen Al Hadeetha Resources will außerdem in der Provinz Batinah Kupfervorkommen erschließen und eine Konzentratanlage mit einer Jahreskapazität von 1 Million Tonnen errichten.

Öl/Gas: Ölproduktion stabil, Gasförderung steigt

Die Öl- und Gasförderung machte 2017 circa 41 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus und generierte 73 Prozent der Staatseinnahmen. Sie erreichte 2016 mit 1 Million Barrel pro Tag einen Höchststand und liegt derzeit leicht unter diesem Spitzenwert. Die Ölproduktion wird mittelfristig um diese Höchstmarke pendeln und erfordert hohe Investitionen in Enhanced Oil Recovery Technologien sowie in die Erschließung neuer Vorkommen. Die Gasförderung wächst um mehr als 25 Prozent. Im September 2017 erfolgte die Inbetriebnahme der Khazzan & Makarem Gasfelder.

Weitere Informationen:

Oman erhöht Gasförderung

https://www.gtai.de/MKT201810258000

Metallindustrie: Stahlsektor wächst

Omans Metallsektor ist im Norden in Sohar konzentriert. Der indische Stahlkonzern Jindal Steel and Power betreibt dort ein Stahlwerk und will 300 Millionen US$ in ein weiteres investieren. Zudem plant das Unternehmen seit langem ein Eisenerz-Pelletierwerk. Ein 230 Millionen US$ Electrical Arc Furnance Stahlwerk der Firma Misco soll 2019 in Produktion gehen. Die deutsche SMS Gruppe ist am Bau beteiligt. Zwei zeitweise auf Eis gelegte Pläne der Dhofar Steel Company sollen wieder aufgenommen werden. Dabei geht es um ein 400 Millionen US$ Stahlwerk und eine 100 Millionen US$ Walzanlage.

Weitere Informationen:

Omans Industrie vor Wachstumsschub

https://www.gtai.de/MKT201803288008

Kfz-/Kfz-Teile-Produktion: Pläne für Kfz-Montage

Der Aufbau einer Kfz- und Zulieferindustrie gehört zur omanischen Diversifizierungsstrategie. Drei Projekte sollen in Duqm realisiert werden. Der Omani Industrial Fund will mit dem iranischen Hersteller Iran Khodro eine 200 Millionen US$ Fabrik für jährlich bis zu 20.000 Pkw errichten. Ein staatliches katarisch-omanisches Joint Venture plant ein 200 Millionen US$ Montagewerk für chinesische Busse der Marke Higer mit einer Jahreskapazität von 1.000 und später von 3.000 Fahrzeugen. Die Wuhan Xiao Long Auto-Tech Company aus China will darüber hinaus eine Geländewagen-Fertigung errichten.

Umwelttechnik: Investitionen in Meerwasserentsalzungsanlagen

Meerwasserentsalzungsanlagen mit einer Gesamtkapazität von etwa 2 Millionen Kubikmeter/Tag sollen von 2018 bis 2024 in Produktion gehen. Sie werden den kontinuierlich wachsenden Trinkwasserbedarfs decken. Bau und Finanzierung der Anlagen erfolgt in der Regel auf der Basis Build-Operate-Transfer oder Build-Own-Operate. Auch in den Abwassersektor wird erheblich investiert, insbesondere in der Hauptstadtregion. Zur Abfallentsorgung sind weitere moderne Deponien und Transferstationen im Bau. Ein 50 Megawatt Waste to Energy Kraftwerk soll 2023 in Produktion gehen.

Weitere Informationen:

Oman investiert in Meerwasserentsalzungsanlagen

https://www.gtai.de/MKT201810178008

Oman investiert in Umwelttechnik

https://www.gtai.de/MKT201804188006

Informations- und Kommunikationswirtschaft: Harter Kampf um Marktanteile

Der Mobilfunkmarkt erreicht eine hohe Durchdringungsrate, die Mitte 2018 bei 146 Prozent lag. Aufgrund neuer Registrierungsvorschriften waren Mitte 2018 aber nur noch 6,7 Millionen Mobilfunkanschlüsse aktiv (Mitte 2017: 7,1 Millionen). Auf Omantel entfielen 3,8 Millionen und auf Ooredoo 2,9 Millionen. Darunter wurden 4,2 Millionen Breitbandanschlüsse über das Mobilnetz und weitere 0,4 Millionen über das Festnetz gezählt. Der Wettbewerbsdruck ist hoch und die Mobilfunkanbieter werben mit attraktiven Tarifen und neuen Netzen. Die Betreiber Omantel und Ooredoo investieren kräftig in den Ausbau ihrer 4G/LTE-Netze.

Kfz-Markt: Talsohle möglicherweise erreicht

Der Kfz-Markt schrumpfte 2018 im fünften Jahr in Folge. Der Informationsdienst Best Selling Cars meldet für die erste Hälfte 2018 einen Rückgang der Pkw-Importe um 12 Prozent auf 63.110 Fahrzeuge, im Gesamtjahr 2017 waren es 145.651. Die Talsohle könnte inzwischen erreicht sein. Die auf Herstellerangaben basierenden Daten enthalten auch Fahrzeuge, die über Oman in Drittländer re-exportiert werden. Im Sechsmonatszeitraum 2018 kam Toyota auf einen Marktanteil von 51 Prozent, gefolgt von Nissan (24 Prozent) und Hyundai/Kia (9 Prozent). Die deutschen Hersteller lagen bei geschätzten 2 Prozent.

Einen Ausblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung finden Sie unter: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Wirtschaftsklima/wirtschaftsausblick,t=wirtschaftsausblick--oman-november-2018,did=2173978.html

Dieser Artikel ist relevant für:

Oman EDV-, Telekommunikationsdienstleistungen, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Metallerzeugung, -verarbeitung, allgemein, Bergbau / Rohstoffe, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Medizintechnik, allgemein, Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Öl, Gas

Funktionen

Kontakt

Thomas Hundt

‎+49 228 24 993 439

Suche / Mann mit Lupe | © GettyImages/BernardaSv

Suche

Recherchieren Sie aktuelle Marktanalysen, Wirtschaftsdaten, Zoll- und Rechtsinformationen, Projekte und Ausschreibungen aus über 120 Ländern.

Zur Suche