Branchencheck

24.12.2018

Branchencheck - Polen (November 2018)

Inhalt

Investitionen ziehen weiter an / Von Niklas Becker

Warschau (GTAI) - Die gute Konjunktur setzt sich in vielen polnischen Branchen fort. Die Unternehmen investieren auch 2019. Der wachsende Arbeitskräftemangel macht ihnen zunehmend zu schaffen.

Maschinenbauindustrie: Investitionen steigen weiter an

Die Nachfrage der Firmen nach neuen Maschinen hat im 1. Halbjahr 2018 kräftig zugelegt. Auch für die restlichen Monate 2018 und die kommenden Jahre werden steigende Investitionen prognostiziert. Dank Ausgaben für Infrastrukturarbeiten in Milliardenhöhe dürfte auch die Nachfrage nach Baumaschinen wachsen. Das Energieministerium hat Investitionen der Kohlegesellschaften 2018 und 2019 angekündigt, die voraussichtlich zu einer größeren Nachfrage nach Bergwerksmaschinen führen werden. Ein steigender Arbeitnehmermangel stärkt den Bedarf nach einer höheren Automatisierung.

Weitere Informationen:

Polen benötigt Maschinen für den Infrastrukturbau: http://www.gtai.de/MKT201809048004

Deutsche Maschinenbauer haben gute Absatzchancen in Polen: http://www.gtai.de/MKT201809038002

Polens Kohlebergwerke brauchen mehr Maschinen:

http://www.gtai.de/MKT201809178003

Chemieindustrie: Milliardenschwere Investitionen geplant

Die polnische Chemiebranche investiert auf breiter Front. Der staatliche Erdölkonzern PKN Orlen will seinen petrochemischen Ertrag um 30 Prozent steigern. Mitte 2018 hatte das Unternehmen Investitionen von fast 2 Milliarden Euro angekündigt. Die Grupa Azoty investiert 1 Milliarde Euro in Anlagen zur Kunststoffherstellung und in ein Gasterminal mit entsprechender Infrastruktur. Die polnischen Kunststoffhersteller können die Inlandsnachfrage seit vielen Jahren nicht mehr ausreichend bedienen. Dank der guten Konjunktur bauen auch Zulieferer für verschiedene Branchen ihre Kapazitäten kontinuierlich aus.

Weitere Informationen:

Polen investiert in Petrochemie-Projekte: http://www.gtai.de/MKT201807248001

Polen weitet Produktion von Pflanzenschutzmitteln und Kunstdünger aus: http://www.gtai.de/MKT201805248002

Polen benötigt moderne Verpackungen für weltweite Exporte: http://www.gtai.de/MKT201809188019

Energiewirtschaft: Bei erneuerbaren Energien kommt Bewegung in den Markt

Im Bereich der erneuerbaren Energien kommt nach mehrjähriger Pause Bewegung in den Markt. Eine Novelle vom Juni 2018 war die Grundlage neuer Auktionen für Wind- und Solarenergie. Einige Firmen sehen positive Anzeichen für eine Verbesserung der Situation für erneuerbare Energien. Polenergia und Equinor planen den Bau von Offshore-Windparks in der Ostsee. Der staatliche Stromnetzbetreiber PSE sieht bis 2027 Investitionen von etwa 3 Milliarden Euro vor. Für die Entwicklung von Fernwärme arbeitet der Nationale Fonds für Umweltschutz und Wasserwirtschaft (NFOSIGW) an Plänen für ein Förderprogramm.

Weitere Informationen:

Windenergie in Polen hofft auf neuen Rückenwind: http://www.gtai.de/MKT201811268007

Polen setzt verstärkt auf Energiespeicher: http://www.gtai.de/MKT201808098002

Polen will mehr Erdwärme fördern: http://www.gtai.de/MKT201807258009

Bauwirtschaft: Steigende Kosten bereiten der Branche Sorgen

Die Nachfrage nach Bauleistungen in Polen hält an. Die Bauproduktion nahm in den ersten drei Quartalen 2018 um fast 20 Prozent zu. Sowohl beim Hoch- als auch beim Tiefbau ist die Nachfrage stark. Ein verbesserter Einsatz von Geldern der Europäischen Union (EU) lässt öffentliche Investitionen in diesem Bereich ansteigen. Neben Infrastrukturprojekten sind auch soziale Wohnungsbauprojekte geplant. Auch die Nachfrage nach Büro- und Geschäftsbauten wächst. Arbeitnehmermangel und steigende Preise für Baumaterialien lassen die Margen der Bauunternehmen allerdings schrumpfen. Immer mehr Unternehmen ziehen sich zurück.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Polens Hochbau strebt nach oben: http://www.gtai.de/MKT201808278000

Hoher Investitionsbedarf im polnischen Tiefbau und Infrastrukturbau: http://www.gtai.de/MKT201809038003

EU-Mittel kurbeln in Polen Bau von Krankenhäusern an: http://www.gtai.de/MKT201810178004

Gesundheitswirtschaft: Regierung stellt mehr Mittel zur Verfügung

Die Gesundheitsausgaben in Polen werden bis 2024 jährlich steigen. Von 4,86 Prozent 2018 sollen die bereitgestellten Mittel innerhalb von sechs Jahren auf 6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigen. Dem Finanzplan des Nationalen Gesundheitsfonds für 2019 zufolge sind neben Lohnerhöhungen auch Mehrausgaben für medizinische Geräte vorgesehen. EU-Fördergelder werden zum Bau von Krankenhäusern sowie zum Kauf von Medizintechnik eingesetzt. Private Krankenversicherungen freuen sich in Polen über vermehrten Zulauf. Der Pharmamarkt wächst unaufhaltsam, alleine 2017 um 5 Prozent.

Weitere Informationen:

EU-Mittel kurbeln in Polen Bau von Krankenhäusern an:

http://www.gtai.de/MKT201810178004

In Polen steigt die Nachfrage nach privaten Krankenversicherungen:

http://www.gtai.de/MKT201810188001

Nahrungsmittelindustrie: Investitionen gehen zurück

Nach Jahren großer Investitionen schlägt die Nahrungsmittelindustrie ruhigere Töne an. Im 1. Halbjahr 2018 sanken die Investitionsausgaben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,6 Prozent. Statt Kapazitätsausbau sind produktivitätssteigernde und kostensenkende Investitionen gefragt. Verspätete Zahlungen und Zahlungsausfälle, der Brexit sowie der sinkende Preisvorteil durch den Lohnanstieg im Land stellen die Unternehmen vor Probleme. Auf der anderen Seite lassen die steigenden Einkommen den Markt für Lebensmittel wachsen. Die Herkunft der Produkte spielt für die Verbraucher eine zunehmende Rolle.

Weitere Informationen:

Polen trinken mehr edle Tropfen: http://www.gtai.de/MKT201809268001

Kfz-/Kfz-Teile-Produktion: PKW Hersteller verzeichnen Produktionsrückgänge

Die Produktionsergebnisse der Kfz-Produzenten in Polen könnten unterschiedlicher nicht sein. Während die Hersteller von Lkw und Bussen seit Beginn des Jahres zweistellige Produktionszuwächse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnen konnten, meldeten die Pkw-Produzenten im gleichen Zeitraum zweistellige Rückgänge. Nichtsdestotrotz investieren viele von ihnen in neue Werke. LG sowie das schwedische Unternehmen Northvolt wollen Batteriefabriken für Elektroautos in Polen bauen. Die Zuliefererbranche vermeldet bei einem jährlichen Umsatz von fast 20 Milliarden Euro ein stetiges Wachstum.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Polnischer Automobilsektor eilt zum nächsten Rekord: http://www.gtai.de/MKT201808278001

Umwelttechnik (Abfall/Luft): Regierung will den Smog bekämpfen

Um das Smog-Problem anzugehen, hat die Regierung ein Programm zum Austausch alter Heizungsanlagen und für Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz für Privathaushalte beschlossen. Insgesamt stehen 25 Milliarden Euro zur Verfügung. Auch verschiedene Städte bieten ähnliche Subventionen an. Der Bau der geplanten größten und modernsten Müllverbrennungsanlage Polens in Warschau verzögert sich nach dem Rückzug von Astaldi. Nach dem Ausschluss der Shanghai Electric Power Construction bleibt ein Konsortium aus PORR und CNIM übrig. Eine rechtskräftige Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Weitere Informationen:

Polen investiert 100 Milliarden Zloty gegen den Smog: http://www.gtai.de/MKT201811148001

Polen will die Umweltbilanz von Einfamilienhäusern verbessern: http://www.gtai.de/MKT201807058001

Elektroindustrie: Inlandsnachfrage nach Haushaltsgeräten wächst

Polen ist Europas bedeutendster Produktionsstandort für Haushaltsgeräte. Steigende Einkommen kurbeln zudem die Inlandsnachfrage an. Der polnische Haushaltswarenhersteller Amica berichtet von Umsatzsteigerungen im 1. Halbjahr 2018 von fast 10 Prozent. Die Firmen investieren in den Kapazitätsausbau. Miele will Ende 2019 sein neues Produktionswerk für 45 Millionen Euro eröffnen. Electrolux plant bis Ende 2019 Ausbauvorhaben im Wert von über 10 Millionen Euro. Auch bei Ladestationen für Elektroautos stehen Investitionen an. Das staatliche Unternehmen PGE will 1.500 Ladepunkte installieren.

Weitere Informationen:

Polens Straßen erhalten Verkehrsleitsystem: http://www.gtai.de/MKT201810228000

Kfz-Markt: Steigende Verkaufszahlen halten an

Nachdem 2017 bereits 15 Prozent mehr Neuwagen zugelassen wurden als im Jahr zuvor, stiegen die Verkaufszahlen 2018 nochmals an. Zwischen Januar und September wurden 452.000 Neuwagen und damit 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum verkauft. Ein neues Messverfahren für Abgase hat die Verkäufe im September allerdings deutlich geringer ausfallen lassen. Elektro- und Hybridfahrzeuge haben nur kleine Marktanteile, dafür aber große Zuwachsraten. Auch Premiummarken werden verstärkt nachgefragt. Geschäftskunden machen zweidrittel der Neuwagenkäufe aus. Jedes vierte Unternehme plant die Flotte zu erweitern.

Weitere Informationen:

Automobilmarkt in Polen auf Rekordkurs: http://www.gtai.de/MKT201811028003

Dieser Artikel ist relevant für:

Polen Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein, Schienenfahrzeuge, Elektronik, allgemein

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