Branchencheck

14.01.2019

Branchencheck - Slowenien (Dezember 2018)

Inhalt

Gute Konjunktur sorgt für Investitionen in vielen Branchen / Von Waldemar Lichter

Ljubljana (GTAI) - Die slowenische Industrie hat den positiven Trend des Vorjahres 2018 fortsetzen können. Mit Ausnahme des Bergbaus haben alle Zweige zum Teil kräftig zugelegt.

Maschinenbauindustrie: Hohe Nachfrage aus dem Ausland

Die Produktion des slowenischen Maschinenbaus nahm 2017 um 6,7 Prozent zu. In den ersten neun Monaten 2018 zog die Erzeugung mit einem Plus von 13,6 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode deutlich an. Die Umsätze stiegen um 12,2 Prozent. Stark bleibt die Nachfrage aus dem Ausland (13,6 Prozent), insbesondere aus der Euro-Zone (22,2 Prozent). Das neue Werk für Industrieroboter von Yaskawa mit einer Kapazität von 6.000 Einheiten pro Jahr in Kocevje (25 Millionen Euro) wird Mitte 2019 in Betrieb genommen.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Verbesserte Aussichten auf dem Maschinenmarkt in Slowenien (2017)

http://www.gtai.de/MKT201706278009

Chemieindustrie: Produktion der Kunststoff- und Gummiindustrie steigt stark

Die Chemieindustrie hat sich von dem Rückschlag im Jahr 2017 erholt. In den ersten neun Monaten 2018 nahm die Produktion um 1,1 Prozent zu. Besser entwickelt sich die Kunststoff- und Gummiindustrie, die 2017 um 11,5 Prozent und in den ersten neun Monaten 2018 um 3,4 Prozent zulegte. Der Branche kommt die Nachfrage der Automobilindustrie zugute. Zu wichtigsten Investitionsvorhaben gehören das Werk für medizinische Elastomerprodukte, hier investiert die Schweizer Lonstroff-Gruppe 43 Millionen Euro, und die Expansion des deutschen Herstellers von technischen Gasen, Messer, auf dem Markt.

Energiewirtschaft: Investitionen in Strom- und Gasübertragungsnetze

Im März 2018 wurde das neue Konzept zur langfristigen Entwicklung der Energiewirtschaft verabschiedet. Es sieht vor, die Nutzung fossiler Brennstoffe und die CO2-Emissionen zu reduzieren. Das soll durch Verbesserung der Energieeffizienz und Anwendung moderner Technologien erreicht werden. Erneuerbaren Energien kommt dabei eine größere Bedeutung zu. Allerdings lassen sich Wasserkraftkapazitäten nach dem Abschluss laufender oder geplanter Projekte kaum weiter ausbauen. Die Nutzung der Kernenergie bleibt ein Schwerpunkt der Stromerzeugung. Gearbeitet wird an Projekten zur Errichtung von (grenzüberschreitenden) Strom- und Gasfernleitungen und "smart grids".

Bauwirtschaft: Aufwärtstrend setzt sich fort

Die positive Entwicklung im Bausektor hielt auch 2018 an. Nach einem Plus von 17,7 Prozent 2017 nahm der Produktionswert in den ersten zehn Monaten 2018 um 21,5 (davon Hochbau: 20,8 und Tiefbau: 21,7) Prozent zu. Der Tiefbau profitiert von den wieder steigenden öffentlichen Investitionen. Impulse werden in den nächsten Jahren von Infrastrukturvorhaben ausgehen, beispielsweise im Verkehrssektor (Bahn, Straßen).

Weitere Informationen:

Slowenien investiert in die Transportinfrastruktur (März 2018)

http://www.gtai.de/MKT201803238010

Gesundheitswirtschaft: Medizintechnikmarkt wird um 6,4 Prozent pro Jahr wachsen

Der Anteil der Gesundheitsausgaben lag 2017 bei 8,7 Prozent und war damit höher als etwa in Polen oder Ungarn, aber geringer als in den meisten Ländern Westeuropas. Prognosen zufolge wird der Medizintechnikmarkt 2017 bis 2022 um 6,4 Prozent pro Jahr zulegen und dann ein Volumen von 400 Millionen Euro erreichen. Der Bedarf wird zum großen Teil durch Einfuhren bedient. Führendes Lieferland ist dabei Deutschland.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Sloweniens Medizintechnikmarkt erwartet moderates Wachstum (Oktober 2018)

http://www.gtai.de/MKT201810228001

Kfz-/Kfz-Teile-Produktion: Erfolgreiche Kfz-Zulieferindustrie

Die Fahrzeugindustrie verzeichnete in den ersten neun Monaten 2018 ein Plus von 14,1 Prozent. Wichtigstes Branchenunternehmen ist die Tochtergesellschaft des französischen Autobauers Renault, Revoz. Sie bereitet derzeit den Produktionsstart eines neuen Modells vor. Erfolge feiern die zahlreichen Kfz-Zulieferer, von denen viele mit namhaften ausländischen Konzernen kooperieren wie zum Beispiel TPV (BMW) oder Hidria (PSA). Der kanadische Konzern Magna plant den Bau einer Lackiererei bei Maribor und verfolgt weitergehende Investitionspläne.

Informations- und Kommunikationswirtschaft: IT-Dienstleistungen gefragt

Der slowenischen IT-Ausgaben werden Prognosen von Fachleuten zufolge bis 2022 um 5,5 Prozent pro Jahr wachsen und 1,9 Milliarden Euro erreichen. Am stärksten wird dabei die Nachfrage nach IT-Dienstleistungen zulegen - von rund 1,0 Milliarde Euro 2018 auf 1,3 Milliarden Euro 2022. Das Marktwachstum wird durch die gute konjunkturelle Entwicklung gestützt. Nachfrage geht auch vom öffentlichen Sektor aus, der eine Digitalisierungsstrategie verfolgt ("Digital Slovenia 2020").

Nahrungsmittelmarkt: Konsumenten kaufen hochwertige Produkte

Die gute wirtschaftliche Lage und steigende Einkommen werden den Markt für Nahrungsmittel wachsen lassen. Experten von Business Monitor International (BMI) erwarten für 2018 bis 2022 eine Zunahme von 4,8 Prozent pro Jahr auf rund 4 Milliarden Euro. Stärker gefragt werden gesunde Erzeugnisse und Produkte höherer Qualität. Überdurchschnittlich steigen wird die Nachfrage nach Molkereiprodukten sowie nach frischem und konserviertem Obst und Gemüse.

Kfz-Markt: Steigendes Interesse an Elektro- und Hybridfahrzeugen

Auch der slowenische Pkw-Markt profitiert von der guten Wirtschaftslage und den steigenden Einkommen. Die Zahl der neu angemeldeten Pkw stieg 2017 um 11,3 und in den ersten elf Monaten 2018 um 3,5 Prozent. Die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen wird durch die günstige Baukonjunktur und den steigenden Güterverkehr angetrieben. Es wird ein wachsendes Interesse an Elektro- und Hybridfahrzeugen festgestellt. Ab 2025 wird die Zulassung neuer Straßenfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren schrittweise einschränkt.

Weitere Informationen:

Slowenien setzt auf Elektromobilität:

HYPERLINK "http://www.gtai.de/MKT201711068003"http://www.gtai.de/MKT201711068003

Weitere Informationen zu Slowenien finden Sie unter http://www.gtai.de/Slowenien

Dieser Artikel ist relevant für:

Slowenien Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, EDV-, Telekommunikationsdienstleistungen, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein

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