Branchencheck

12.07.2018

Branchencheck - Slowenien (Juni 2018)

Inhalt

Aufwärtstrend in den meisten Industriezweigen setzt sich fort / Von Waldemar Lichter

Ljubljana (GTAI) - Die positive Entwicklung der slowenischen Industrie bietet deutschen Firmen Chancen bei Zulieferungen. Die hohe Auslastung der Kapazitäten lässt Betriebe in ihre Anlagen investieren.

Maschinenbauindustrie: Nachfrage aus dem Ausland sorgt für starkes Wachstum

Die Produktion der slowenischen Maschinenbauindustrie zog 2015 um 6,2 Prozent, 2016 um 6,7 Prozent und 2017 sogar um 14,5 Prozent an. In den ersten drei Monaten 2018 sorgte das Plus von 14,4 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode für gute Stimmung. Die wichtigsten Nachfrageimpulse kommen aus dem Ausland. Zu den bedeutendsten Vorhaben gehört die Errichtung eines Werks für Industrieroboter durch Yaskawa in Kocevje bis Ende 2018. Hier investiert das japanische Unternehmen weitere 25 Millionen Euro in ein Werk für elektrische Komponenten.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Verbesserte Aussichten auf dem Maschinenmarkt in Slowenien (2017)

http://www.gtai.de MKT201706278009

Chemieindustrie: Wende hält seit 2017 an

Die Chemieindustrie hat den starken Rückschlag von 2016 (Produktionsrückgang 8,8 Prozent) überwunden. Die dann eingesetzte Wende hält auch 2018 abgeschwächt weiter an. Nach einem Plus von 9,3 Prozent im Jahr 2017 nahm die Erzeugung in den ersten drei Monaten 2018 um 3,5 Prozent zu. Noch günstiger ist die Entwicklung in der Kunststoff- und Gummiindustrie, deren Produktion 2017 um 9,8 Prozent und im ersten Quartal 2018 um 7,9 Prozent zulegte. Sie profitiert von der Nachfrage der Automobilindustrie. Zu den größeren Vorhaben in dem Bereich gehört derzeit der Bau eines Werks für medizinische Elastomerprodukte in Logatec durch die Firma Lonstroff (Schweiz, Tochter der Sumitomo Rubber Industries) für 43 Millionen Euro.

Energiewirtschaft: Neues Energiekonzept beschlossen

Die Regierung verabschiedete im März 2018 ein neues Konzept zur langfristigen Entwicklung der Energiewirtschaft in Slowenien. Wichtigste Ziele sind, die Nutzung fossiler Brennstoffe und die CO2-Emissionen zu reduzieren. Erreicht werden soll dies durch Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz sowie die Anwendung moderner Energie- und Produktionstechnologien. Erneuerbaren Energien kommt dabei eine größere Bedeutung zu. Für einen weiteren Ausbau von Wasserkraftkapazitäten werden nach dem Abschluss bereits laufender oder geplanter Projekte nur noch begrenzte Möglichkeiten gesehen. Die Nutzung der Atomkraft bleibt ein Schwerpunkt der slowenischen Stromerzeugung. Gearbeitet wird an Projekten zur Errichtung von Strom- und Gasfernleitungen.

Bauwirtschaft: Positiver Trend seit Anfang 2017 setzt sich auch 2018 fort

Die positive Entwicklung im Bausektor hält auch 2018 an. Nach sieben zum Teil stark negativen Quartalsergebnissen in Folge drehte die Produktion Anfang 2017 ins Plus (2017: 17,7 Prozent; davon Hochbau 27,5 und Tiefbau 14,3 Prozent). In den ersten vier Monaten 2018 setzte sich der kräftige Aufwärtstrend fort (16,5 Prozent; darunter Hochbau: 21,4 und Tiefbau: 13 Prozent). Allerdings ist das Niveau der Bauleistungen noch weit vom Niveau früherer Jahre entfernt. Ende 2017 war das Volumen um rund 29 Prozent geringer als 2010. Die Branche ist zuversichtlich über die weitere Entwicklung. Sorgen bereiten allerdings der große Preisdruck und der Mangel an Facharbeitern. Bedeutende Impulse werden in den nächsten Jahren von Infrastrukturinvestitionen ausgehen, wie beispielsweise im Verkehrssektor (Bahn, Straßen).

Weitere Informationen:

Slowenien investiert in die Transportinfrastruktur

http://www.gtai.de/MKT201803238010

Gesundheitswirtschaft: Wachstum auf dem Medizinmarkt erwartet

Die slowenischen Gesundheitsausgaben sind in den vergangenen Jahren leicht gesunken. Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt lag nach letztverfügbaren Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für 2016 bei 8,6 Prozent und war damit höher als in den EU-Ländern Slowakei, Polen oder Ungarn. Experten von Business Monitor International (BMI) gehen für den Medizintechnikmarkt von einem durchschnittlichen Wachstum von 4,2 Prozent pro Jahr aus. Die Umsätze auf dem Markt werden bis 2020 rund 283 Millionen Euro erreichen. Der Bedarf wird zum großen Teil durch Einfuhren bedient. Führendes Lieferland ist dabei Deutschland.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Nachfrage nach Medizintechnik in Slowenien legt wieder leicht zu

http://www.gtai.de/MKT201701318012

Kfz-/Kfz-Teile-Produktion: Erfolgreiche Zulieferindustrie

Die Automobilindustrie befindet sich seit Anfang 2017 im Aufwind. Nach dem Rückgang von 2,5 Prozent im Jahr 2016 stieg die Produktion 2017 um 25,2 Prozent. Im 1.Quartal 2018 belief sich das Plus sogar auf 35,4 Prozent. Die Tochterfirma des französischen Autobauers Renault, Revoz, fertigt am Standort Novo Mesto die Modelle Twingo und Clio sowie Smart ForFour. Vorbereitet wird der Produktionsstart eines neuen Clio-Modells. Zahlreiche Zulieferer behaupten sich gut auf dem Markt und kooperieren erfolgreich mit namhaften ausländischen Konzernen. Dazu gehört beispielsweise der BMW-Zulieferer TPV (Novo Mesto). Der kanadische Konzern Magna plant den Bau einer Lackiererei bei Maribor und verfolgt weitergehende Investitionspläne.

Informations- und Kommunikationswirtschaft: IT-Dienste und Software treiben Marktwachstum an

Die slowenischen Ausgaben für Informationstechnologie (IT) werden Prognosen von BMI-Experten zufolge bis 2022 um 5,4 Prozent pro Jahr wachsen und dann einen Umfang von 1,9 Milliarden Euro erreichen. Die Nachfrage nach Hardware wird sich mit einem Plus von 0,4 Prozent pro Jahr (2022: 215 Millionen Euro) eher schwach entwickeln. Hohes Wachstum ist dagegen bei Software (7 Prozent pro Jahr auf 296 Millionen Euro) und bei IT-Dienstleistungen (5,9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro) zu erwarten. Wichtigste Impulse werden von Unternehmen ausgehen, die expandieren und modernisieren wollen und in IT-Sicherheit investieren müssen. Nachfrage wird auch aus dem öffentlichen Sektor erwartet, der auf Digitalisierung setzt.

Nahrungsmittelmarkt: Steigende Einkommen lassen höhere Nachfrage nach Premiumprodukten erwarten

Der Nahrungsmittelmarkt profitiert von der guten wirtschaftlichen Entwicklung und den steigenden Einkommen der slowenischen Bevölkerung. In den nächsten Jahren wird deshalb nach Einschätzung von BMI-Experten die Nachfrage nach Premium- und "gesunden" Produkten stärker zunehmen. Für den gesamten Markt für Nahrungsmittel erwarten die BMI-Prognosen für 2017 bis 2021 ein Wachstum der Umsätze von 3,9 Prozent pro Jahr auf rund 3,8 Milliarden Euro. Der Markt für alkoholische Getränke wird um durchschnittlich 2,9 Prozent pro Jahr auf 430 Millionen Euro, der für alkoholfreie Getränke um 4 Prozent pro Jahr auf 411 Millionen Euro im Jahr 2021 zulegen.

Kfz-Markt: Pkw-Verkäufe haben das Vorkrisenniveau von 2008 wieder erreicht

Der slowenische Pkw-Markt scheint die Krise der Vorjahre überwunden zu haben. Die Zahl der neu angemeldeten Fahrzeuge nimmt seit 2013 zu. Im Jahr 2017 waren mit 70.892 erstmals wieder mehr neue Pkw registriert worden als 2008 (68.533) - dem letzten Jahr vor der Krise. Auch die Zahl der mit alternativen Kraftstoffen angetriebenen Fahrzeuge nimmt stark zu (2017: +113, 1. Quartal 2018: +85 Prozent). Die Stückzahlen sind allerdings noch relativ niedrig (2017: 1.843). Der Markt für diese Fahrzeuge dürfte aber durch neue gesetzliche Bestimmungen einen Schub erhalten: Ab 2025 wird die Zulassung neuer Straßenfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren eingeschränkt.

Weitere Informationen:

Slowenien setzt auf Elektromobilität

http://www.gtai.de/MKT201711068003

Dieser Artikel ist relevant für:

Slowenien Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, EDV-, Telekommunikationsdienstleistungen, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein, Elektromobilität

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