Branchencheck

17.12.2018

Branchencheck - Sudan (November 2018)

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Neue Projekte sorgen für dringend benötigte wirtschaftliche Impulse / Von Oliver Idem

Kairo (GTAI) - Mehrere große staatliche Infrastrukturinvestitionen prägen das Bild in Sudan. Im Agrarsektor wollen sich hingegen mehrere türkische Privatunternehmen engagieren.

Chemieindustrie: Bedarf an Kunststofferzeugnissen nimmt zu

Im Rahmen des National Project for Sustainable Industrial Development setzt das sudanesische Industrieministerium auf eine stärkere Verarbeitung lokaler Rohstoffe. Teil der Pläne ist auch die Herstellung von petrochemischen Erzeugnissen und Kunststoffen. Das Marktvolumen von Kunststofferzeugnissen soll, inklusive Rohstoffen und Endprodukten, etwa 1 Milliarde US-Dollar (US$) pro Jahr betragen. In den kommenden Jahren dürfte die durchschnittliche Wachstumsrate circa 10 Prozent betragen. Für die Chemiebranche liegt die Erwartung bei etwa 8 Prozent.

Energiewirtschaft: Kernkraftwerk für 1 Milliarde US$ in Planung

Herausragendes Vorhaben in der sudanesischen Energiewirtschaft ist der Bau eines Kernkraftwerks für 1 Milliarde US$. Das Ministry of Irrigation and Water Resources peilt einen Standort in Nord-Darfur an. Beim Bau der 1.200-Megawatt-Anlage fungiert Russland als Partner. Zudem entsteht bis zum 1. Quartal 2020 in zwei Phasen eine Stromnetzverbindung mit Ägypten. Das Vorhaben soll 60 bis 70 Millionen US$ kosten und den Austausch von maximal 600 Megawatt Strom ermöglichen.

Bauwirtschaft: Umfangreiche Arbeiten am Hafen Suakin

Die Verkehrsministerien von Sudan und Katar planen eine umfangreiche Erneuerung des Seehafens Suakin am Roten Meer. Unter anderem sollen Umschlaggerät, Brandschutzausrüstung, Stromgeneratoren sowie Navigations- und Telekommunikationsausrüstungen angeschafft werden. Die Finanzierung steht bereits: Katar hat die notwendigen 4 Milliarden US$ für das Projekt bewilligt. Kräne und Schlepper werden von der Qatar Ports Management Company (Mwani) geliefert. Für Ende 2020 ist der Abschluss des Projekts geplant.

Gesundheitswirtschaft: Private und staatliche Gesundheitsausgaben nehmen zu

Die Gesundheitsausgaben in Sudan sollen Business Monitor International zufolge 2019 und in den beiden Folgejahren um jeweils rund 8 Prozent zulegen. Im Jahr 2018 betragen die Ausgaben voraussichtlich insgesamt knapp 5,6 Milliarden US$. Davon entfallen knapp 80 Prozent auf private und rund 20 Prozent auf staatliche Quellen. Der Staat hat große Mühe, den Ausbau des Gesundheitssystems für die wachsende Bevölkerung zu finanzieren. Zudem ist das Niveau der Gesundheitsversorgung regional sehr unterschiedlich.

Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei: Türkische Großinvestition steht im Agrarsektor bevor

Die Economist Intelligence Unit (EIU) erwartet für den sudanesischen Landwirtschaftssektor 2018 eine Wachstumsrate von 1,5 Prozent und 2019 eine Zunahme um 2 Prozent. Laut einer Vereinbarung von September 2018 stellt Sudan 780.500 Hektar Agrarland für Investitionen türkischer Privatunternehmen in die Lebensmittelerzeugung bereit. Aus einem Bericht des U.S. Department of State geht hervor, dass Sudan ein attraktiver Markt für Traktoren, Kreisberegnungsanlagen und Saatgut ist.

Bergbau: Goldabbau floriert weiterhin

Die Goldproduktion in Sudan schreibt ihre Erfolgsgeschichte weiter fort. In den ersten neun Monaten 2018 erreichte die Förderung 78 Tonnen. Im Gesamtjahr 2017 betrug die Erzeugung 100 Tonnen. Das bevorstehende Engagement eines saudischen Investors in South Kordofan dürfte die Produktion mittelfristig weiter anheizen. Laut einem Pressebericht lag die Zahl der registrierten Bergbauunternehmen im Land 2017 bei 361. Umweltgruppen dringen darauf, dass statt Zyaniden weniger giftige chemische Stoffe bei der Goldgewinnung eingesetzt werden.

Öl/Gas: Offshore-Raffinerie im Roten Meer geplant

Das Ministry of Energy and Mining plant vor Port Sudan den Bau einer Offshore-Raffinerie mit einer Kapazität von 200.000 Tonnen Rohöl pro Tag. Im 3. Quartal 2019 ist mit den zugehörigen Ausschreibungen zu rechnen. Einem Pressebericht von August 2018 zufolge möchte die Turkish Petroleum Corporation bis zu 100 Millionen US$ in die Erschließung sudanesischer Ölfelder investieren. Zudem verhandelt das Ministry of Oil and Gas mit dem langjährigen Partner China National Petroleum Company über eine Ausweitung der Kooperation.

Nahrungsmittelindustrie: Großinvestition aus Katar geplant

Im Juni 2018 wurde bekannt, dass das katarische Unternehmen Hassad umfangreiche Investitionen in die Nahrungsmittelproduktion plant. Hassad möchte dabei mit sudanesischen Partnern zusammenarbeiten. Innerhalb von drei Jahren sind 500 Millionen US$ Investitionen vorgesehen. Die sudanesische Regierung setzt auf die Renovierung der Schlachthöfe. Bislang exportiert das Land lebende Schafe, Kamele und andere Tiere. Durch die Ausfuhr von verarbeitetem Fleisch sollen die Wertschöpfung vertieft und die Deviseneinnahmen gesteigert werden.

Dieser Artikel ist relevant für:

Sudan Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, allgemein, Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Bergbau / Rohstoffe, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Öl, Gas

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