Branchencheck

05.06.2019

Branchencheck - Vereinigtes Königreich (Juni 2019)

Inhalt

Konjunkturabschwächung trifft die Kernbranchen / Von Robert Scheid

London (GTAI) - Die Brexit-Unsicherheiten halten an. Die heimische Kfz-Branche gehört bereits zu den größten Verlierern. Energie- und Schienenprojekte bieten Chancen.

Maschinenbauindustrie: Aufträge aus dem In- und Ausland sinken

Der britische Maschinenbau stagniert. Nach jüngsten Schätzungen des Verbandes Make UK (vormals EEF) wird 2019 ein Produktionsrückgang um 2,1 Prozent erwartet. Für das Jahr 2020 erwartet der Verband dann wieder ein Plus von 1,8 Prozent. Allerdings sind die Prognosen aufgrund der noch unklaren Handelsbeziehungen nach dem geplanten Brexit schwierig. Die Branche leidet unter sinkenden Aufträge aus dem Inland, aber auch unter der rückläufigen Nachfrage wichtiger Exportmärkte. Maschinen aus Deutschland haben einen guten Ruf, das schwache britische Pfund Sterling macht deutsche Produkte jedoch teurer.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Britische Maschinenbauer von Brexit-Ungewissheiten betroffen

http://www.gtai.de/MKT201905288000

Chemieindustrie: Zertifizierungen und Zulassungen vom Brexit abhängig

Der Verband Make UK prognostiziert für die Produktion der Chemiebranche im Jahr 2019 ein Plus von 1,1 Prozent. Für die Pharmabranche erwartet er einen leichten Rückgang. Unternehmen sind besorgt, weil die Auswirkungen des Brexits auf Chemikalienprüfungen und Zertifizierungen sowie auf die Zulassung von Arzneimitteln noch unklar sind. Die Regierung veröffentlichte Ende 2018 die Bioeconomy Strategy. Die Strategie sieht Fördermittel in Höhe von umgerechnet rund 69 Millionen Euro vor. Diese stehen unter anderem zur Entwicklung biobasierter und biologisch abbaubarer Kunststoffe zur Verfügung.

Weitere Informationen:

Brexit bereitet britischer Pharmabranche Schmerzen

http://www.gtai.de/MKT201803068006

Brexit erschwert Absatz von Kosmetik und Körperpflegemitteln im Vereinigten Königreich

http://www.gtai.de/MKT201710308001

Energiewirtschaft: Ausbau von Offshore-Windkraft kommt voran

Hinsichtlich der installierten Offshore-Windkapazität stehen die Briten weltweit bereits auf Platz 1. Bis 2030 soll sich die Erzeugungskapazität von Windenergie durch milliardenschwere Investitionen verdoppeln. Im März 2019 wurde der Offshore Wind Sector Deal veröffentlicht. Ziel ist unter anderem, dass ein Drittel der Stromproduktion aus Offshore-Windkraft gewonnen wird. Der Januar 2019 veröffentlichte "National Energy and Climate Plan"-Entwurf gilt als Fahrplan. Großprojekte zum Ausbau von Atomkraft und Schiefergasfracking stoßen auf Probleme.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Vereinigtes Königreich investiert kräftig in Offshore-Windparks

http://www.gtai.de/MKT201902208011

Branche kompakt: Vereinigtes Königreich lässt Förderungen am Solarmarkt auslaufen

http://www.gtai.de/MKT201903138000

Energieeffizienz im Vereinigten Königreich: Ambitionierte Ziele, aber unklare Umsetzung

http://www.gtai.de/MKT201904108005

Bauwirtschaft: Schienenausbau liefert Impulse

Der Baustoffverband CPA (Construction Products Association) prognostiziert für die britische Bauwirtschaft ein Minus von 0,4 Prozent in 2019. Vor allem der Büroneubau (minus 11 Prozent) und Geschäftsbau (minus 7 Prozent) leiden unter der schlechten Auftragslage. Für den Industriebau erwartet CPA 2019 ein Wachstum von 0,6 Prozent. Der Infrastrukturbau entwickelt sich mit einem Plus von 9,3 Prozent positiv. Der Staat investiert massiv in neue Schienenverbindungen, im Vordergrund stehen die kontrovers diskutieren Hochgeschwindigkeitsstrecken HS2 und das teure Crossrail 2 Projekt in London.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Megaprojekte im britischen Infrastrukturbau geben Impulse

http://www.gtai.de/MKT201811218011

Britischer Bausektor ist besonders vom Brexit betroffen

http://www.gtai.de/MKT201711108004

Briten planen den Bau neuer Städte und Gemeinden

http://www.gtai.de/MKT201701108008

Gesundheitswirtschaft: NHS erhält Zusatzmittel

Der nationale Gesundheitsdienst (National Health Service; NHS) verantwortet etwa 85 Prozent der Gesundheitsversorgung. Im aktuellen Haushalt der Regierung sind für den unterfinanzierten NHS in den nächsten fünf Jahren circa 20,5 Milliarden Pfund Sterling (rund 23,2 Milliarden Euro) zusätzliche Mittel vorgesehen. Der Bau von mehreren Krankenhäusern verzögert sich aufgrund der Insolvenz des Bauunternehmens Carillion. Andere Projekte sind aufgrund der rückläufigen Nachfrage im privaten Gesundheitssektor eingefroren. Die Digitalisierung gewinnt im Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Britische Medizintechnikbranche leidet unter dem geplanten Brexit

http://www.gtai.de/MKT201711088007

Kfz-/Kfz-Teile-Produktion: Investitionen brechen vor dem Brexit ein

Für die britische Autobranche ist der Brexit eine extreme Herausforderung. Kfz-Teile übertreten oft mehrmals europäische Grenzen, bevor sie im Vereinigten Königreich montiert werden können. Die Investitionen der Branche brechen ein. Die Schaeffler-Gruppe schließt zwei ihrer drei britischen Werke. Honda schließt sein Werk in Swindon ab 2021. Toyota baut ein neues Modell in Japan und nicht wie ursprünglich geplant im Vereinigten Königreich. Jaguar Land Rover, Ford, Bentley (VW-Gruppe) und die Groupe PSA kämpfen mit der schwierigen Marktdynamik.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Ungewissheiten belasten Autohersteller im Vereinigten Königreich

http://www.gtai.de/MKT201811238000

Kfz und -Teile: Briten liefern Waren im Wert von 21 Milliarden Euro in die EU

http://www.gtai.de/MKT201805308014

Elektromobilität Vereinigtes Königreich: Regierung strebt Weltmarktführung bei Batterietechnik an

http://www.gtai.de/MKT201803128007

Informations- und Kommunikationswirtschaft: Die Briten sind Fintech Vorreiter

Die britische Bevölkerung gilt als technologiefreundlich. Das Land ist ein beliebter Testmarkt für neue Entwicklungen sowie ein Drehkreuz für innovative Start-ups, allen voran für Fintech und Software. Die Entwicklung der fünften Mobilfunkgeneration (5G) läuft, der internationale Konflikt um die chinesische Firma Huawei betrifft auch die britische Regierung. Beim Thema Industrie 4.0 engagiert sind vor allem das Manufacturing Technology Centre (MTC) in Coventry, der Industrieverband MakeUK, der Automobilverband SMMT und die staatlich finanzierten "Digital Catapult"-Centers.

Weitere Informationen:

Vereinigtes Königreich will mit Digitalisierung die Produktivität steigern

http://www.gtai.de/MKT201902278031

Vereinigtes Königreich rüstet sich für die digitale Zukunft

http://www.gtai.de/MKT201612298003

Wirtschaft Digital - Trends von Industrie 4.0 bis E-Health

http://www.gtai.de/Digitalisierung

Nahrungsmittelmarkt: Convenience und "frei von" Nahrungsmittel auf dem Vormarsch

Der Verband Make UK erwartet für 2019 ein Wachstum der Nahrungsmittel- und Getränkeproduktion um 1 Prozent. Einen starken Zuwachs verzeichnen "frei von"-Produkte (weizen-, gluten-, zucker-, laktosefrei). Immer häufiger wird auch zu vorgefertigten Produkten, sogenanntem Convenience Food, gegriffen. Bio-Läden (Whole Foods, As Nature Intended), Aldi, Lidl und Londoner Feinkostläden führen ein großes Sortiment deutscher Produkte. Die großen britischen Supermarktketten wiederum gelten als schwierig zu erschließen. Einzelne Hersteller im Vereinigten Königreich horten bereits Zutaten und Produkte im Vorfeld des Brexits.

Weitere Informationen:

Der Nahrungsmittelumsatz im Vereinigten Königreich wächst

http://www.gtai.de/MKT201904258001

Kfz-Markt: Pkw-Nachfrage bricht vor dem Brexit ein

Die britischen Haushalte zögern vor dem Brexit mit größeren Anschaffungen. Die Neuwagenverkäufe sanken 2018 um 6,8 Prozent. Dieselautos verzeichneten mit einem Minus von 29,6 Prozent den größten Rückgang. Positiv entwickelt sich der Absatz von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben (21,3 Prozent), die entsprechenden Marktanteile sind aber noch sehr gering. Der britische Staat fördert seit vielen Jahren den Kauf von Elektrofahrzeugen. Ein harter Schlag für die Branche war die Kürzung der Fördermittel im Oktober 2018, bei der Hybrid-Autos von der Förderung ausgeschlossen wurden.

Weitere Informationen:

Branche kompakt: Ungewissheiten belasten Autohersteller im Vereinigten Königreich

http://www.gtai.de/MKT201811238000

Britische Automobilindustrie bereitet sich auf den Brexit vor: http://www.gtai.de/MKT201711228001

Elektromobilität Vereinigtes Königreich: Regierung fördert E-Mobility schon seit 2011: http://www.gtai.de/MKT201803128004

Weitere Informationen zum Land finden Sie unter http://www.gtai.de/vk.

Mehr zum Thema Brexit finden Sie auf http://www.gtai.de/brexit.

Dieser Artikel ist relevant für:

Vereinigtes Königreich Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, EDV-, Telekommunikationsdienstleistungen, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein, Brexit

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