Branchencheck

16.11.2017

Branchencheck Norwegen (November 2017)

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Regierung treibt Öl- und Gasexploration in arktischen Gewässern voran / Chemiebranche meldet Umsatzwachstum / Von Heiko Steinacher

Oslo (GTAI) - Das allgemeine Geschäftsklima hat sich in Norwegen laut Erhebungen des Statistikamts vom 1. bis 3. Quartal 2017 verbessert. Das verarbeitende Gewerbe ist wieder optimistischer. Die Investitionen des Maschinenbaus dürften, nach stärkeren Rückgängen in den beiden Vorjahren, 2017 wieder um 7 Prozent steigen. Im Industriepark Heroya soll ab 2020 die industrielle Produktion des Erdölersatzes Blue Crude starten. Energieversorger investieren in Smart Grids.

Maschinenbauindustrie: Höhere Investitionen erwartet

Norwegens Maschinenbau ist stark technologiebasiert und forschungsintensiv. Das Know-how und die Dienstleistungen im Land decken die gesamte Wertschöpfungskette der Öl- und Gaswirtschaft ab. Das rückläufige Öl- und Gasgeschäft hat zwar auch den Maschinen- und Anlagenbau negativ beeinträchtigt, doch meldete die Branche vom 1. bis 3. Quartal 2017 immerhin einen leichten Orderzuwachs. Das Auftragsplus betraf vor allem das Inlands-, aber auch das Auslandsgeschäft. Die Investitionen in der Branche dürften nach der August-Erhebung des Statistikamts 2017 um rund 7 Prozent steigen, nachdem sie 2015 und 2016 um 23 beziehungsweise 37 Prozent gesunken waren. Die Siemens-Tochter Gamesa liefert 67 neue Turbinen an zwei Onshore-Windparks westlich von Tromsö.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-maschinen-und-anlagenbau,t=branche-kompakt-norwegens-maschinenbau-hat-talsohle-noch-nicht-durchschritten,did=1490050.html

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegen-sieht-industrie-40-als-grosse-chance,did=1484044.html

Chemieindustrie: Produktion des Erdölersatzes Blue Crude geplant

Nach drei rückläufigen Jahren verzeichnete die Chemiebranche, deren Umsatz zum Großteil auf das Konto der Petrochemie geht, von Januar bis August 2017 wieder ein Plus um knapp ein Fünftel. Die Investitionen von Unternehmen der Grundchemie dürften 2017 zwar um etwa ein Drittel einknicken, 2018 dann aber wieder auf das Niveau von 2016 anziehen. Ab 2020 soll im Industriepark Heroya die industrielle Produktion des Erdölersatzes Blue Crude starten; die Unternehmen Nordic Blue Crude, Sunfire, Climeworks und EDL Anlagenbau haben bereits mit den Planungsarbeiten für die vorgesehene 10-Millionen-Liter-Anlage begonnen. Der Münchener Technologiekonzern Siemens will knapp 11 Millionen Euro in eine Fabrik zur Herstellung von Batterien für elektrisch angetriebene Schiffe in Trondheim investieren.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-chemische-industrie,t=branche-kompakt--chemie-chemische-industrie--norwegen-2015,did=1167826.html

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegen-will-lifesciencesektor-ausbauen,did=1406684.html

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegens-oel-und-gaswirtschaft-hat-einen-langen-atem,did=1523896.html

Energiewirtschaft: Versorger investieren in Smart Grids

Seit 2016 bauen Deutschland und Norwegen gemeinsam an der Untersee-Stromtrasse NordLink; die rund 2 Milliarden Euro teure Hochspannungsleitung zwischen den beiden Ländern wird 1,4 Gigawatt Kapazität haben, soll 2019 in Betrieb gehen und gilt als Meilenstein bei der Energiewende. Ferner verfolgt das Königreich viele Onshore-Windkraftprojekte. Die Investoren für diese Vorhaben kommen häufig aus dem Ausland und der Finanzbranche; allein durch ausländisches Kapital könnten im Jahr 2018 Windparks im Wert von 1,6 Milliarden Euro ans Netz gehen. Da bis 1. Januar 2019 alle Stromkunden in Norwegen intelligente Stromzähler haben müssen, investieren Energieversorger in diesem und im nächsten Jahr stark in Smart Grids. Das Grüne-Zertifikate-Vergütungssystem für erneuerbare Energien wurde bis 2030 verlängert.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegens-windstromerzeugung-koennte-sich-in-den-naechsten-jahren-vervielfachen,did=1798816.html

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-erneuerbare-energien,t=branche-kompakt-norwegen-will-beim-ausbau-der-windenergie-aufholen,did=1644718.html

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegen-forciert-die-entwicklung-innovativer-smartgridloesungen,did=1595498.html

Bauwirtschaft: Zu Jahresbeginn 2017 starkes Wachstum im Wohnungsbau

Norwegens Bauwirtschaft wird laut Fachleuten 2017 um etwa 7 Prozent wachsen, der Wohnungsbau sogar um 9 Prozent. Für 2018 wird aber nur noch ein Plus von 2 bis 4 Prozent vorausgesagt, für den Wohnungsbau von 1 bis 2 Prozent. Es wird erwartet, dass sich der Wohnungsbau - ähnlich wie der Transportinfrastrukturbereich vor einigen Jahren - aus Kapazitätsgründen bald stärker für ausländische Wettbewerber öffnen wird. Der Anlagenbau dürfte 2018 mit einem Plus von voraussichtlich 6 bis 7 Prozent expansiv bleiben. Am derzeit größten Infrastrukturprojekt des Landes, dem Bau der neuen Follobahn von Oslo nach Ski (22 Kilometer Gesamtlänge, davon 19 Kilometer Tunnel), ist unter anderem auch Hochtief beteiligt. Durch die Halbinsel Stadlandet nördlich von Maloy wird ein 1,7 Kilometer langer Tunnel für Hochseeschiffe gebaut.

Weitere Informationen:

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-bauwirtschaft,t=branche-kompakt-norwegens-hochbau-setzt-hoehenflug-fort,did=1689182.html

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Meta/Presse/Markets/Markets-international/Ausgaben-2017/markets-international-ausgabe-2017-03,t=unten-durch,did=1722392.html

Gesundheitswirtschaft: Biotechnologie international salonfähig

Norwegens Gesundheitswirtschaft dürfte 2017 nach einem Bericht der Management-Beratung Menon Economics um gut 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen. In den kommenden Jahren soll der Branchenumsatz noch stärker steigen. Mehrere Krankenhäuser werden gebaut beziehungsweise modernisiert. Zu den größten Projekten zählen der Ausbau der Universitätsklinik Oslo sowie der Bau eines neuen Krankenhauses für Herz- und Lungenerkrankungen am Osloer Flughafen. Starkes Engagement und hohe Fördergelder machen auch Norwegens Biotechnologiebranche zusehends international salonfähig. Der vor rund zwei Jahren am Oslo Cancer Cluster eröffnete Innovationspark könnte bald zu einem internationalen Testbed für Hochtechnologiemedizin werden.

Weitere Informationen:

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-medizintechnik,t=branche-kompakt-norwegens-medizintechnikmarkt-duerfte-bis-2020-jaehrlich-um-4-bis-5-wachsen,did=1578544.html

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegen-investiert-in-krankenhaeuser,did=1289810.html

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegen-setzt-auf-digitalisierung,did=1415612.html

Öl / Gas: Aktuelle Lizenzrunde umfasst vor allem Blöcke in der Barentssee

Nach Angaben des staatlichen Öldirektorats wurden auf dem norwegischen Kontinentalsockel im 1. Halbjahr 2017 sechs Ölvorkommen entdeckt und sechs Feldentwicklungspläne genehmigt. Zudem sind drei neue Erdölfelder erschlossen worden. Trotz hoher Entwicklungskosten treibt die Regierung auch die Öl- und Gasexploration in arktischen Gewässern voran. So umfasst die aktuelle Lizenzrunde, deren Antragsfrist am 30. November 2017 endet, vor allem Blöcke in der Barentssee. Die Deutsche Erdöl AG hat sich Anfang 2017 zwei neue Offshore-Lizenzen gesichert. Wintershall wurden in jener Vergaberunde fünf und VNG vier Lizenzen zugeteilt. Für Wintershall befinden sich die nächsten Schlüsselprojekte nicht nur in Russland und Argentinien sondern vor allem in Norwegen (Felder Maria und Aasta Hansteen).

Weitere Informationen:

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegens-oel-und-gaswirtschaft-hat-einen-langen-atem,did=1523896.html

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=industrie-40-bietet-grosse-chancen-fuer-norwegens-oel-und-gassektor,did=1226802.html

Schiffbau: Milliardenvertrag mit Thyssenkrupp angestrebt

Der deutsche Industriekonzern Thyssenkrupp entwickelt mit mehreren Partnern ein Konzept, um der norwegischen Marine vier Unterseeboote und der deutschen Marine zwei baugleiche Boote zur Verfügung zu stellen; der entsprechende Milliardenauftrag soll 2019 unterzeichnet werden. Der Düngemittelhersteller Yara plant gemeinsam mit der Kongsberg-Gruppeein Elektro-Containerschiff. Im Februar 2017 ging das weltweit erste batterieelektrische Arbeitsschiff für die Fischzucht in Betrieb; Siemens hat dafür das Antriebs- und Steuerungssystem entwickelt. Die Verschärfung der Vorschriften für das Fischen in Emissions-Überwachungsgebieten könnte die Nachfrage nach Elektroantrieben und/oder umweltfreundlichen Kraftstoffen in der Fischereiwirtschaft weiter beflügeln.

Weitere Informationen:

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=fuer-norwegens-fischereiwirtschaft-war-2015-ein-rekordjahr,did=1516264.html

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegen-will-aquakultur-ausbauen,did=1516278.html

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Norwegen Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein, Wasserfahrzeuge, Öl, Gas

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