Branchencheck

26.01.2018

Branchencheck Österreich (Januar 2018)

Inhalt

Industrie produziert mehr und investiert kräftig / Von Axel Simer

Bonn (GTAI) - Die großen Industriebranchen Österreichs wie auch die Bauwirtschaft haben 2017 alle einen Gang höher geschaltet. Das Industriewachstum wird sich 2018 ähnlich dynamisch fortsetzen. Prognosen gehen von einem realen Plus in einer Größenordnung von 5 Prozent aus. Wachstumstreiber sind der Export und die stark expansiven Ausrüstungsinvestitionen.

Maschinenbauindustrie: Hersteller weiten ihre Kapazitäten aus

Wie keine andere Branche profitiert der Maschinenbau vom realen Produktionsplus der Industrie, das 2017 bei mindestens 4 Prozent gelegen haben dürfte und 2018 eine ähnliche Rate erreichen wird. Ein deutliches Produktionswachstum erwarten 2018 beispielsweise die Branchen Bau, Chemie, Lebensmittel, Elektrotechnik, Stahl, Kunststoffwaren, Metallwaren und Kfz. Alle Branchen investieren kräftig, die Auftragsbücher der Maschinenbauer sind voll. Zudem läuft das Exportgeschäft mehr als rund; für 2017 liegt das Ausfuhrplus für die einzelnen Segmente zwischen 5 und 15 Prozent. Die Maschinenbauer investieren daher 2018 - wie schon 2017 - kräftig in die Ausweitung ihrer Kapazitäten.

Weitere Informationen:

Branche kompakt - Maschinenbau in Österreich freut sich über steigende Investitionen

http://www.gtai.de/MKT201704208007

Österreichs Maschinenbauer sind wieder auf Wachstumskurs

http://www.gtai.de/MKT201710118000

Chemieindustrie: Starker Export sorgt für Optimismus

Im Jahr 2017 hat die Branche nach fünf Jahren erstmals wieder ein deutliches Produktionsplus verbuchen können. Mit voraussichtlich 2 bis 3 Prozent fiel es allerdings in der aktuellen Konjunktureuphorie unterdurchschnittlich aus. Für 2018 sind höhere Expansionsraten möglich, vor allem weil das Exportgeschäft brummt. Als besonders dynamisch gelten die Bereich Life Science/Pharma sowie Fasern und Kautschukwaren. Beschäftigung und Investitionen expandieren deutlich. Aber auch Chemikalien, Industriegase, Lacke und Kunststoffwaren liegen im Plus. Gute Chancen bietet "Chemie 4.0". Unter diesem Begriff fasst der Fachverband den Trend zu smarten Produkten und die Suche nach einem Ersatz für Erdöl (Green Chemistry) zusammen.

Weitere Informationen:

Österreichs Chemieindustrie gewinnt an Schwung

http://www.gtai.de/MKT201704188001

Energiewirtschaft: Die Auftragsbücher sind voll

Die Energiewende dominiert die aktuelle Diskussion in der Stromwirtschaft. Zentrale fossile Energiequellen werden zunehmend durch dezentrale, erneuerbare ersetzt. Österreich bezieht bereits rund 60 Prozent seines Stroms aus Wasserkraftwerken. Gute Geschäftschancen bietet der Neubau oder Ausbau von Wasserkraftanlagen sowie die staatlich geförderte Fotovoltaik und Windenergie. Das gleiche gilt für Maßnahmen der Energieeffizienz im Gebäudebau, also moderne Heizungen, Dämmungen oder Isolierglasfenster und -türen. Für deutsche Firmen bestehen gute Lieferchancen, da deutsche Produkte einen hervorragenden Ruf genießen. Die Wohnbauförderung und Wohnhaussanierung der Bundesländer ist mit 3 Milliarden Euro pro Jahr das wichtigste Förderinstrument.

Weitere Informationen:

Österreichs Energieverbrauch ist 2015 gestiegen

http://www.gtai.de/MKT201612138018

Bauwirtschaft: Expansion auch 2018

Die Baukonjunktur hat sich 2017 sehr positiv entwickelt und läuft auch Anfang 2018 rund, im Tief- wie im Hochbau. Wegen der sehr guten Rahmenbedingungen für neue Bauinvestitionen, das heißt der sehr guten gesamtwirtschaftlichen Aussichten, des hohen Investitionsbedarfs in vielen Segmenten und der niedrigen Finanzierungskosten, konnte die Bauwirtschaft 2017 ein Umsatzplus von real rund 4 Prozent einfahren. Vor allem der Wohnungsbau zeigte sich 2017 dynamisch. Angesichts der Initiierung öffentlicher Wohnbauprogramme sind 2018 für den Wohnbau die Perspektiven erneut überdurchschnittlich. Auch der Wirtschaftsbau wird 2018 stärker expandieren als 2017. Im Tiefbau werden Projekte im Straßen- und Bahnbau die Auftragsbücher weiter füllen, ohne jedoch eine größer Dynamik zu erzeugen.

Weitere Informationen:

Branche kompakt - Österreichs Hochbau steht vor einer Phase der Erholung

http://www.gtai.de/MKT201609308010

Österreich investiert 1 Mrd. Euro ins Autobahnnetz

http://www.gtai.de/MKT201603098008

Gesundheitswirtschaft: Kosteneinsparungen überlagern Nachfragetrends

Österreich hat einen hohen Bedarf an Medizintechnik. Allerdings steigt die Nachfrage nur geringfügig, denn Sparmaßnahmen der Krankenhäuser stehen einer Nachfragebelebung im Wege. Der Inlandsbedarf an Medizintechnik wird weitgehend durch Einfuhren gedeckt; fast die Hälfte der Importe stammt aus Deutschland. Gute Geschäftschancen bieten sich bei Elektrodiagnoseapparaten. Steigen wird voraussichtlich auch die Nachfrage nach Dialyseausrüstungen, Herzschrittmachern, hochwertigen Röntgenapparaten und nuklearmedizinischen Instrumenten. Gleiches gilt für Heimpflege- und Reha-Ausrüstungen. Des Weiteren ist zu erwarten, dass die Nachfrage nach Kleingeräten für den Privatgebrauch (Blutzuckermessgeräte, Pulsmesser etc.) zunehmen wird.

Weitere Informationen:

Branche kompakt - Großer Bedarf an Medizintechnik in Österreich

http://www.gtai.de/MKT201702098010

Nahrungsmittelmarkt: Bio und Convenience heizen Nachfrage an

Angesichts anhaltend freundlicher Perspektiven der Konsumnachfrage sind die Aussichten für die Nachfrage nach Lebensmitteln und Getränken 2018 gut bis sehr gut. Überproportionale Wachstumsraten weisen Bio- und Convenience-Produkte auf. Deutsche Erzeugnisse sind populär und haben längst Stammplätze in den Regalen der Supermärkte erobert. 2017 erreichte die Einfuhr von Lebensmitteln schätzungsweise knapp 10 Milliarden Euro. In den ersten zehn Monaten 2017 lag der Einfuhrwert um 6 Prozent über dem Vorjahresvergleich. Der deutsche Lieferanteil erreichte rund 45 Prozent. Dass der Kölner Rewe-Konzern die Nummer Eins der Branche ist, erleichtert den Markteintritt. Dritter im Markt ist die österreichische Aldi-Tochter. Metro Cash & Carry dominiert den Großhandel für Gastronomie und Hotellerie.

Weitere Informationen:

Kaufkraft und Konsumverhalten - Österreich

http://www.gtai.de/MKT201709048003

Kfz-Markt: Deutsche Marken sind am beliebtesten

Den Pkw-Binnenmarkt dominiert die Marke VW. Fahrzeuge aus deutscher Produktion halten insgesamt einen Marktanteil von 43 Prozent. Im Jahr 2017 lagen die Zulassungszahlen mit 457.200 Kfz um 6,2 Prozent über denen des Vorjahres. Für 2018 rechnen die Pkw-Importeure angesichts des guten Konsumklimas mit einem erneuten Plus bei Pkw wie bei Nfz. Reine Elektrofahrzeuge hatten 2017 einen Anteil von nur 1,5 Prozent an den Neuzulassungen, obwohl es seit März 2017 Zuschüsse für den Erwerb von Elektrofahrzeugen gibt. Die Regierung fördert zudem den Aufbau eines landesweiten Netzes von Ladestationen. Dies könnte die Zulassungszahlen 2018 merklich beeinflussen. Hybridfahrzeuge kamen 2017 auf einen Anteil von 2,3 Prozent.

Weitere Informationen:

Branche kompakt - Absatzwachstum sorgt für gute Aussichten der österreichischen Kfz-Industrie

http://www.gtai.de/MKT201712068028

Österreich fördert den Kauf von Elektroautos

http://www.gtai.de/MKT201702238004

Dieser Artikel ist relevant für:

Österreich Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Medizintechnik, allgemein, Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein

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