Branchencheck

20.06.2017

Produktmärkte in Norwegen (Mai 2017)

Inhalt

Investitionen im Öl- und Gassektor 2017 nochmals leicht rückläufig / Von Heiko Steinacher

Oslo (GTAI) - Das allgemeine Geschäftsklima verbesserte sich in Norwegen nach Untersuchungen des Statistikamts (SSB) im 1. Quartal 2017. Die Auftragseingangserwartungen im verarbeitenden Gewerbe hellen sich, zumindest für das Inlandsgeschäft, seit Herbst 2016 wieder leicht auf. Die Investitionen des Maschinenbaus dürften - nach einem Minus um über ein Drittel im Vorjahr - 2017 nochmals schwach zurückgehen. Upstream-Bereiche der Ölwirtschaft sollen sich 2017 etwas erholen. Stark expansiv ist der Anlagenbau.

Maschinenbauindustrie: Leichtes Plus bei Inlandsbestellungen von Kapitalgütern erwartet

Norwegens Maschinenbau ist stark technologiebasiert und forschungsintensiv. Im Rahmen des MonitorX-Projekts arbeiten zum Beispiel Partner aus Industrie und Forschung an Digitalisierungslösungen für die Wasserkraftindustrie. Land deckt eine ganze Bandbreite von Know-how und Dienstleistungen ab, die die gesamte Wertschöpfungskette der Öl- und Gaswirtschaft umfassen. Im Zuge der starken Abhängigkeit vom Ölgeschäft meldete die Branche 2016 einen Orderrückgang um mehr als ein Viertel. Das Auftragsminus betraf zwar vor allem das Auslands-, aber auch das Inlandsgeschäft. Die Investitionen im norwegischen Maschinen- und Anlagenbau sind nach Angaben des Statistikamts 2016 um über ein Drittel zurückgegangen. 2017 dürften sie nochmals sinken, aber nur leicht um 3 bis 5%.

Weitere Informationen:

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-maschinen-und-anlagenbau,t=branche-kompakt-norwegens-maschinenbau-hat-talsohle-noch-nicht-durchschritten,did=1490050.html

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegen-sieht-industrie-40-als-grosse-chance,did=1484044.html

Chemieindustrie: Wacker investiert in neue Anlage für Siliciummetall

Im Zuge des gesunkenen Ölpreises war der Umsatz in der Chemiebranche, der zum Großteil auf das Konto der Petrochemie geht, 2016 im dritten Jahr in Folge rückläufig (um 17%). Allerdings haben die Investitionen von Unternehmen der Grundchemie 2016 um mehr als ein Drittel angezogen. Die Regierung in Oslo unterstützt die Unternehmen Norcem, Yara und Klemetsrud 2017 mit 360 Mio. nkr, damit diese ihre Studien zur Abscheidung und Speicherung von CO2 und neue Versuche mit der CCS-Technik (Carbon Capture and Storage) fortsetzen beziehungsweise aufnehmen können. Ein wichtiges Forschungsfeld in Norwegen sind auch Biochemikalien, um erdölbasierte Rohstoffe zu ersetzen. Der Münchener Chemiekonzern Wacker investiert rund 85 Mio. Euro in eine neue Anlage zur Herstellung von Siliciummetall an seinem Standort Holla.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-chemische-industrie,t=branche-kompakt--chemie-chemische-industrie--norwegen-2015,did=1167826.html

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegen-will-lifesciencesektor-ausbauen,did=1406684.html

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegen-bietet-viel-potenzial-fuer-den-aufbau-einer-biooekonomie,did=1470290.html

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegens-oel-und-gaswirtschaft-hat-einen-langen-atem,did=1523896.html

Energiewirtschaft: Zahlreiche Onshore-Windkraftprojekte

Seit September 2016 bauen Deutschland und Norwegen gemeinsam an der Untersee-Stromtrasse NordLink; die rund 2 Mrd. Euro teure Hochspannungsleitung zwischen den beiden Ländern wird 1,4 GW Kapazität haben und soll 2019 in Betrieb gehen und gilt als Meilenstein bei der Realisierung der Energiewende. Ferner verfolgt Norwegen viele Onshore-Windkraftprojekte. Die größten Vorhaben sind Fosen, Hamnefjell, Tellenes, Egersund und Raskiftet. Hinter den oft ausländischen Geldgebern sind vorwiegend Finanzinvestoren, doch engagieren sich auch deutsche Versorger wie die Stadtwerke München (SWM). Im April 2017 haben sich Schweden und Norwegen darauf geeinigt, das Grüne-Zertifikate-Vergütungssystem für erneuerbare Energien bis zum Jahr 2030 zu verlängern. Eine Erholung der Zertifikatspreise könnte neue Investoren anlocken.

Weitere Informationen:

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-erneuerbare-energien,t=branche-kompakt-norwegen-will-beim-ausbau-der-windenergie-aufholen,did=1644718.html

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegen-forciert-die-entwicklung-innovativer-smartgridloesungen,did=1595498.html

Bauwirtschaft: Zu Jahresbeginn 2017 starkes Wachstum im Wohnungsbau

Norwegens Bauwirtschaft ist laut dem Forschungsinstitut Prognosesenteret 2016 um etwa 5% gewachsen, der Anlagenbau sogar um 10%. Im Jahr 2017 soll sich die Zunahme auf 1% entschleunigen, der Anlagenbau wird mit etwa 8% aber weiter expansiv bleiben. Besonders zugelegt hat zu Jahresbeginn der Wohnungsbau. Beobachter rechnen 2017 mit einem Zuwachs im Wohnungsbau um 10 bis 20%. Fachleute erwarten, dass sich dieser Teilmarkt - ähnlich wie vor einigen Jahren der Transportinfrastrukturbereich - schon aus Kapazitätsgründen bald stärker für ausländische Wettbewerber öffnen wird. Am derzeit größten Infrastrukturprojekt des Landes, dem Bau der neuen Follobahn von Oslo nach Ski (22 km Gesamtlänge, davon 19 km Tunnel), ist unter anderem auch Hochtief beteiligt.

Weitere Informationen:

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-bauwirtschaft,t=branche-kompakt-norwegens-hochbau-setzt-hoehenflug-fort,did=1689182.html

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegen-setzt-neue-standards-im-tunnelbau,did=1649716.html

Gesundheitswirtschaft: Hohe Ausgaben für Forschung und Entwicklung

Norwegens Gesundheitswirtschaft ist 2016 nach einem Bericht der Management-Beratung Menon Economics um 12% gegenüber dem Vorjahr gewachsen. In den kommenden Jahren soll der Branchenumsatz noch stärker steigen. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liege bei Forschung und Entwicklung, lautet es in dem Bericht. Zwei von drei Branchenunternehmen hätten 2016 ein eigenes Forschungszentrum gegründet. Darüber hinaus werden in Norwegen mehrere Krankenhäuser gebaut beziehungsweise modernisiert. Seit 2015 wird am Osloer Flughafen ein neues Krankenhaus für Herz- und Lungenerkrankungen errichtet. Weitere Großkrankenhäuser sollen folgen. Der norwegische Forschungsrat hat im Februar 2017 Fördergelder in Höhe von 110 Mio. nkr für neue, interdisziplinäre Biotechnologie-Projekte bereitgestellt.

Weitere Informationen:

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-medizintechnik,t=branche-kompakt-norwegens-medizintechnikmarkt-duerfte-bis-2020-jaehrlich-um-4-bis-5-wachsen,did=1578544.html

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegen-investiert-in-krankenhaeuser,did=1289810.html

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegen-setzt-auf-digitalisierung,did=1415612.html

Öl / Gas: Upstream-Bereiche der Ölwirtschaft dürften sich 2017 etwas erholen

Das Norwegische Öldirektorat rechnet in den nächsten Jahren mit insgesamt zehn Projekten zur Erschließung neuer Öl- und Gasfelder auf dem norwegischen Kontinentalsockel. Steigende Investitionen werden 2017 in die Ölfelder Johan Castberg (Barentssee) und Snorre (Nordsee; beide Statoil) erwartet. Schätzungen zufolge dürften in diesem Jahr rund 55 Mrd. nkr in die laufende Feldesentwicklungsplanung investiert werden. Die Deutsche Erdöl AG (DEA) hat sich zu Beginn des Jahres 2017 in Norwegen zwei neue Offshore-Lizenzen gesichert. Wintershall wurden in dieser Vergaberunde fünf und VNG vier Lizenzen zugeteilt. Für Wintershall liegen die Schlüsselprojekte der nächsten Jahre neben Russland und Argentinien vor allem in Norwegen (Felder Maria und Aasta Hansteen).

Weitere Informationen:

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegens-oel-und-gaswirtschaft-hat-einen-langen-atem,did=1523896.html

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=industrie-40-bietet-grosse-chancen-fuer-norwegens-oel-und-gassektor,did=1226802.html

Schiffbau: Siemens will hohe Summen in die Entwicklung maritimer Antriebssysteme investieren

In der Fischereiwirtschaft könnte die Verschärfung der Vorschriften für das Fischen in Emissions-Überwachungsgebieten (ECA) die Nachfrage nach Elektroantrieben und/oder umweltfreundlichen Kraftstoffen beflügeln. Im Februar 2017 ging das weltweit erste batterieelektrische Arbeitsschiff für die Fischzucht in Betrieb; Siemens hat dafür das Antriebs- und Steuerungssystem entwickelt. Gegenüber der norwegischen Presse teilte das Unternehmen mit, 100 Mio. nkr in ein Kompetenzzentrum für Batterielösungen für maritime Anwendungen investieren zu wollen. Ferner erhält die deutsche Industrie einen milliardenschweren Auftrag der norwegischen Marine: Die Schiffbausparte des deutschen Industriekonzerns ThyssenKrupp wird für die Streitkräfte des nordischen Landes vier U-Boote bauen.

Weitere Informationen:

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=fuer-norwegens-fischereiwirtschaft-war-2015-ein-rekordjahr,did=1516264.html

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=norwegen-will-aquakultur-ausbauen,did=1516278.html

Einen Ausblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung finden Sie unter: https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Wirtschaftsklima/wirtschaftsausblick,t=wirtschaftsausblick-mai-2017--norwegen,did=1734908.html

Dieser Artikel ist relevant für:

Norwegen Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein, Wasserfahrzeuge, Öl, Gas

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