Branchencheck

06.07.2017

Produktmärkte in Österreich (Juni 2017)

Inhalt

Industrie expandiert auf breiter Front / Konsumlaune bleibt bestehen / Axel Simer

Bonn/Wien (GTAI) - Österreichs Industriebranchen sind im Aufwind. Ursachen sind die anhaltende inländischen Konsumneigung, weiter steigende Ausrüstungsinvestitionen sowie anziehende Exporte. Auch die Baukonjunktur läuft rund. Diese insgesamt sehr günstigen Perspektiven eröffnen vielerlei Chancen für ausländische Lieferanten.

Maschinenbauindustrie: Branche profitiert von hohen Ausrüstungsinvestitionen

Die Maschinenbauer rechnen mit steigenden Exporten in den Jahren 2017 und 2018 und daher - angesichts einer Exportquote von 80% - auch mit einem deutlichen Produktionsplus. Durch die sehr expansiven Ausrüstungsinvestitionen hat die Nachfrage aus dem Inland bereits 2016 angezogen und wird weiter steigen. Produktionswachstum erwarten 2017 neben den bereits gut laufenden Branchen Bau, Metallwaren und Chemie die Industriesegmente Lebensmittel, Elektrotechnik, Stahl und Kunststoffwaren. Am positivsten ist die Stimmung für 2017 in der Bauwirtschaft, insbesondere im Wohnungsbau. Eine anhaltende Zuwanderung (nicht nur durch Flüchtlinge) stimuliert den Wohnungsmarkt und die Nachfrage nach Baumaschinen.

Weitere Informationen:

Branche kompakt - Maschinenbau

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-maschinen-und-anlagenbau,t=branche-kompakt-maschinenbau-in-oesterreich-freut-sich-ueber-steigende-investitionen,did=1683254.html

Industrieinvestitionen

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=industriebetriebe-in-oesterreich-wollen-2017-deutlich-mehr-investieren,did=1644082.html

Chemieindustrie: Aufwärtstrend startet 2017

Nach einer verhaltenen Entwicklung im Jahr 2016 erwartet der Fachverband 2017 erstmals nach fünf Jahren für die Gesamtbranche ein deutliches Plus. Als besonders innovationsfreudig und dynamisch gilt der Bereich Life Science/Pharma. Sehr gut laufen ferner Lacke und Chemiefasern, die Beschäftigungszuwachs und steigende Investitionen melden. Das bedeutendste Segment Kunststoffe/Kunststoffwaren leidet allerdings unter rückläufigen Kunststoffpreisen auf dem Weltmarkt. Gute Chancen bietet "Chemie 4.0". Unter diesem Begriff fasst der Fachverband den Trend zu smarten Produkten mit bestimmten funktionellen Eigenschaften (Smart Chemistry) ebenso wie die Suche nach einem Ersatz für Erdöl (Green Chemistry) zusammen. Die Branche steht außerdem vor einer Digitalisierungswelle.

Weitere Informationen:

Entwicklung der Chemieindustrie

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=oesterreichs-chemieindustrie-gewinnt-an-schwung,did=1680894.html

Energiewirtschaft: öffentliche Förderung von Energieeffizienz füllt die Auftragsbücher

Die Energiewende dominiert die aktuelle Diskussion in der Stromwirtschaft. Zentrale fossile Energiequellen werden zunehmend durch dezentrale, erneuerbare ersetzt. Österreich bezieht bereits rund 60% seines Stroms aus Wasserkraftwerken. Gute Geschäftschancen bietet der Neubau oder Ausbau von Wasserkraftanlagen sowie die staatlich geförderte Photovoltaik und Windenergie. Das gleiche gilt für Maßnahmen der Energieeffizienz im Gebäudebau, also moderne Heizungen (Wärmepumpe, Solar, Pellets, Hackschnitzel), Dämmungen oder Isolierglasfenster und -türen. Für deutsche Firmen bestehen gute Lieferchancen, da deutsche Produkte einen guten Ruf genießen. Die Wohnbauförderung und Wohnhaussanierung der Bundesländer ist mit 3 Mrd. Euro pro Jahr das wichtigste Förderinstrument.

Weitere Informationen:

Österreichs Energieverbrauch

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=oesterreichs-energieverbrauch-ist-2015-gestiegen,did=1596190.html

Österreichs Energiewende

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=oesterreichs-energiewende-bietet-vielfaeltige-geschaeftschancen,did=1405024.html

Bauwirtschaft: Aussichten bleiben günstig

Die Baukonjunktur hat sich 2016 sehr positiv entwickelt und läuft auch 2017 rund, im Tief- wie im Hochbau. Auf der Grundlage der sehr guten Rahmenbedingungen für neue Bauinvestitionen, das heißt den verbesserten gesamtwirtschaftlichen Aussichten, dem hohen Investitionsbedarf in vielen Segmenten und den niedrigen Finanzierungskosten, kann die Bauwirtschaft 2017 mit einem Umsatzplus von rund 1,5% rechnen. Vor allem der Geschäfts- und Industriebau zeigt sich 2017 dynamisch. Angesichts der Initiierung öffentlicher Wohnbauprogramme sind 2018 insbesondere für den Wohnungsbau die Perspektiven überdurchschnittlich. Im Tiefbau werden Projekte im Straßen- und Bahnbau die Auftragsbücher weiter füllen, ohne jedoch eine größer Dynamik zu erzeugen.

Weitere Informationen:

Branche kompakt - Hochbau Österreich

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-bauwirtschaft,t=branche-kompakt-oesterreichs-hochbau-steht-vor-einer-phase-der-erholung,did=1535170.html

Investitionen ins Autobahnnetz

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=oesterreich-investiert-1-mrd-euro-ins-autobahnnetz,did=1424196.html

Gesundheitswirtschaft: Kosteneinsparung konterkariert Nachfragetrends

Österreich hat einen hohen Bedarf an Medizintechnik. Trotzdem steigt die Nachfrage nur geringfügig. Denn Sparmaßnahmen der Krankenhäuser stehen einer Nachfragebelebung im Wege. Der Inlandsbedarf an Medizintechnik wird weitgehend durch Einfuhren gedeckt; fast die Hälfte der Importe stammt aus Deutschland. Gute Chancen bieten sich bei Elektrodiagnoseapparaten. Ansteigen wird voraussichtlich auch die Nachfrage nach Dialyse-Ausrüstungen, Herzschrittmachern, hochwertigen Röntgenapparaten und nuklearmedizinischen Instrumenten. Gleiches gilt für Heimpflege- und Reha-Ausrüstungen. Auch die Nachfrage nach Kleingeräten für den Privatgebrauch (Blutzuckermessgeräte, Pulsmesser etc.) dürfte zunehmen.

Weitere Informationen:

Branche kompakt

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-medizintechnik,t=branche-kompakt-grosser-bedarf-an-medizintechnik-in-oesterreich,did=1642776.html

Nahrungsmittelmarkt: Bio und Convenience heizen Nachfrage an

Angesichts freundlicher Perspektiven der Konsumnachfrage sind die Aussichten für die Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln und Getränken 2017 und 2018 gut bis sehr gut. Überproportionale Wachstumsraten weisen Bio- und Convenience-Produkte auf. Deutsche Erzeugnisse sind populär und haben seit längerem Stammplätze in den Regalen der Supermärkten erobert. 2016 erreichte die Einfuhr von Lebensmitteln über 9 Mrd. Euro (+2,1%), im 1. Quartal 2017 lag der Einfuhrwert um 6,6% über dem Vorjahresvergleich. Der deutsche Lieferanteil erreichte über 44%. Erleichternd für einen Markteintritt ist, dass der Kölner Rewe-Konzern die Nummer Eins der Branche ist. Dritter im Markt ist die österreichische Aldi-Tochter; während Metro Cash & Carry den Großhandel für Gastronomie/Hotellerie dominiert.

Weitere Informationen:

Branche kompakt Ernährungswirtschaft

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-ernaehrungswirtschaft,t=branche-kompakt--ernaehrungswirtschaft--oesterreich-2015,did=1266372.html

Einzelhandel / Lebensmitteleinzelhandel

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=oesterreichs-einzelhandel-zeigte-2015-mehr-licht-als-schatten,did=1406660.html

Kfz-Markt: Deutsche Marken sind am beliebtesten / E-Fahrzeuge werden gefördert

Den Pkw-Binnenmarkt dominiert die Marke VW. Fahrzeuge deutscher Produktion haben insgesamt einen Marktanteil von 45%. Im Jahr 2016 lagen die Zulassungszahlen mit 430.600 Kfz um 7,4% über denen des Vorjahres. Für 2017 rechnen die Pkw-Importeure angesichts der guten Konsumneigung mit +6 bis +8%. Reine Elektrofahrzeuge hatten 2016 einen Anteil von nur 1,2% an den Neuzulassungen. Seit März 2017 gibt es Zuschüsse für den Erwerb von Elektrofahrzeugen. Die Regierung fördert zudem den Aufbau eines landesweiten Netzes von Ladestationen. Dies dürfte die Zulassungszahlen 2017 merklich beeinflussen. E- und Hybridfahrzeuge kamen im Zeitraum Januar bis Mai 2017 auf einen Anteil von zusammen 3,6%, reine Elektrofahrzeuge auf 1,4%.

Weitere Informationen:

Pkw-Nachfrage

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=pkwnachfrage-in-oesterreich-steuert-2016-auf-neues-rekordhoch-zu,did=1515668.html

E-Mobility

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=oesterreich-foerdert-den-kauf-von-elektroautos,did=1650606.html

Dieser Artikel ist relevant für:

Österreich Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Medizintechnik, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein, Straßenfahrzeuge, allgemein, Strom-, Energieerzeugung, allgemein

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