Branchencheck

21.07.2017

Produktmärkte in Sambia (Juli 2017)

Inhalt

Großprojekte im Bergbau / Energiesektor bietet Chancen / Von Heiko Stumpf

Johannesburg (GTAI) - Sambias Kupferproduzenten haben große Investitionen in den Ausbau ihrer Minen angekündigt, die für Nachfrage nach Bergbauausrüstung sorgen werden. Starke Aktivität zeichnet sich im Energiesektor ab. Die Abhängigkeit von Wasserkraft soll reduziert werden, wodurch insbesondere Solarenergie ins Spiel kommt. In der Landwirtschaft wird die Bewässerungsfläche ausgeweitet, brachliegende Betriebe für Kaffee und Tee sollen revitalisiert werden. Im Gesundheitssektor entstehen neue Einrichtungen.

Energiewirtschaft: Diversifizierung des Energiemixes angestrebt

Sambias Spitzenlastkapazität soll bis 2020 von derzeit etwa 1.950 auf 3.000 MW steigen. Zurzeit werden mehr als 90% durch Wasserkraft generiert, weshalb verstärkt auch auf andere Erzeugungsquellen gesetzt werden soll. Im Rahmen des Scaling Solar-Projekts sollen mit Photovoltaik (PV)-Anlagen Kapazitäten von insgesamt 600 MW geschaffen werden. Die sambische Regierung plant Vorschriften, wonach neue Shoppingmalls und Wohnkomplexe verbindlich PV-Anlagen installieren müssen. Die KfW Entwicklungsbank will mit dem Programm GET FiT Zambia in den nächsten fünf bis sieben Jahren den Aufbau von 200 MW aus regenerativen Quellen fördern. Zunächst soll es eine Ausschreibung für 50 MW aus Solar-PV geben. Danach sollen Anlagen für Kleinwasserkraft, Biomasse oder Windkraft folgen.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=sambia-investiert-in-die-energieversorgung,did=1713800.html

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=sambias-energiesektor-wartet-auf-kostendeckende-tarife,did=1448620.html

Bauwirtschaft: Chancen für Public Private Partnership (PPP)

Sambia betreibt große Straßenbauprogramme wie "Link Zambia 8000", in dessen noch ausstehender 3. Phase rund 1.500 km zum Verkehrsnetz hinzu kommen sollen. Auch die Vorhaben "Lusaka 400" und "Copperbelt 400" werden fortgesetzt, wobei jeweils 400 km an innerstädtischen Straßen gebaut werden. Die Regierung setzt bei Straßenprojekten verstärkt auf PPP, zum Beispiel beim geplanten zweispurigen Ausbau der Trasse von Lusaka nach Ndola. Ein privat vorangetriebenes Vorhaben ist die North-West-Railway (südafrikanische Logistikgruppe Grindrod). Der Bau der 290 km langen Strecke soll rund 500 Mio. US$ kosten und einen Anschluss vom Kupfergürtel nach Solwezi schaffen, wo sich die drei großen Kupferminen Kansanshi und Sentinel (First Quantum) sowie Lumwana (Barrick Gold) befinden.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=sambia-investiert-in-verkehrswege,did=1448622.html

Gesundheitswirtschaft: Zahlreiche Kliniken werden gebaut oder modernisiert

Sambias Regierung arbeitet an einer Verbesserung des Zugangs zu öffentlichen Gesundheitseinrichtungen. In der aktuellen Projektpipeline befindet sich der Bau von 350 Gesundheitsstationen und 35 Distriktkrankenhäusern. Das Levy Mwanawasa Hospital in Lusaka soll von 120 auf 850 Betten erweitert werden. Die Tertiäreinrichtungen University Teaching Hospital Lusaka, Ndola Central, Livingstone General, Kitwe Central und Arthur Davison Children's Hospital werden modernisiert. Nachdem eine 252-Betten-Spezialklinik zur Krebsbehandlung in Lusaka 2016 fertiggestellt werden konnte, sollen landesweit kleinere Satellitenzentren entstehen, die sich auf eine Behandlung im Frühstadium konzentrieren. Zur Verbesserung der Versorgung arbeitet die Regierung auch an einer nationalen gesetzlichen Krankenversicherung.

Bergbau: Kupferproduzenten auf Expansionskurs

Die drei großen sambischen Kupferproduzenten investieren kräftig in ihre Abbaustätten. Vedanta Resources will 1 Mrd. $ in die Hand nehmen, um die Jahresproduktion der Minen Konkola Deep und Nchanga von derzeit rund 100.000 t in den kommenden drei Jahren auf bis zu 400.000 t zu steigern. Die kanadische First Quantum will rund 1 Mrd. $ in der Ausbau ihrer Kansanshi-Mine stecken. Davon fließen 700 Mio. $ in eine neue Kupferschmelze, zusätzlich soll die Förderleistung der Tagebaumine deutlich gesteigert werden. Die mehrheitlich zu Glencore gehörende Mopani Copper Mines arbeitet bis 2019 an dem Bau zweier rund 2.000 m tiefer Schächte für die beiden Minen Nkana in Kitwe (Mindolo Deep Shaft) und Mufulira mit geschätzten Kosten von 1,3 Mrd. $. Der neue Synclinorium-Schacht ging 2016 in Betrieb.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=sambias-bergbau-ruestet-sich-fuer-die-zukunft,did=1450994.html

Landwirtschaft: Regierung startet Initiativen zur Produktionssteigerung

Sambia will im Rahmen des "7th National Development Plan" (2017 bis 2021) den Anbau von Kaffee und Tee vorantreiben. Dazu sollen die brachliegenden Unternehmen Kasama Coffee Company und Kawambwa Tea Company revitalisiert werden. Über die Zambia Forestry and Forest Industries Corporation (Zaffico) sollen zudem 500.000 ha an Forstwirtschaftsfläche entstehen. Im Jahr 2017 starteten darüber hinaus Machbarkeitsstudien für die Farmblöcke Kalungwishi (140.000 ha) und Katuta (100.000 ha). Diese sollen neue Investoren anziehen, die neben dem kommerziellen Betrieb auch die Ansiedlung von Kleinbauern ermöglichen. Mit Geldern der Weltbank wird in Chisamba mit dem Mwomboshi Dam die landesweit größte Bewässerungsanlage realisiert. Insgesamt sollen dadurch 10.000 ha unter Bewässerung gebracht werden.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=sambias-landwirtschaft-zieht-agrarkonzerne-an,did=1673288.html

Nahrungsmittelindustrie: Hohe Konkurrenz durch Südafrika

Sambia verfügt bereits über einen Grundstock an Nahrungsmittelproduzenten wie Zambeef oder Trade Kings. Diesen fällt der Zugang zu den lokalen Supermärkten aber schwer. Die Geschäfte gehören insbesondere zu südafrikanischen Ketten mit landesweit rund 66 Filialen (Ende 2016), die vor allem verarbeitete Nahrungsmittel aus der Kaprepublik im Sortiment haben. Die lokalen Hersteller leiden unter schwierigem Zugang zu Finanzierungen, häufigen Stromausfällen und steigenden Energiepreisen. Investitionen tätigen vor allem größere Firmen, die erforderliche Finanzierungen stemmen können. Zambeef betreibt den Ausbau der Milchproduktion, von Kühlketten und der Geflügelverarbeitung. Zambian Breweries will rund 30 Mio. $ in den Ausbau ihrer Brauerei in Ndola investieren. Seba Foods beabsichtigt den Ausbau der Produktpalette für Soja.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=sambias-landwirtschaft-zieht-agrarkonzerne-an,did=1673288.html

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=zunehmend-mehr-nahrungsmittel-made-in-africa,did=1655450.html

Öl / Gas: Neue Pipelines in Planung

Die Versorgung Sambias mit Erdöl erfolgt über die 1.700 km lange TAZAMA-Pipeline von Daressalam (Tansania) zur Indeni-Raffinerie in Ndola. Aufgrund des schlechten Zustandes der Anlagen wurden zuletzt auch fertige Mineralölprodukte importiert. Seitens der Betreibergesellschaft der TAZAMA-Pipeline gibt es Pläne, parallel zur bestehenden eine neue Leitung für Fertigprodukte mit einer Kapazität von 4 Mio. t pro Jahr zu bauen. Die Kosten werden auf 1,5 Mrd. $ geschätzt. Zudem soll es Verlängerungen nach Lusaka und Solwezi geben. Gleichzeitig könnte eine parallele Gasleitung entstehen, die in Chinsali ein 400-MW-Gaskraftwerk beliefern soll. In der Nordprovinz sowie in Luapula startet die britische Tullow Oil ein mehrjähriges Explorationsprogramm für Erdöl mit einem Investitionsvolumen von 70 Mio. $.

Umwelttechnik (Wasser/Abfall/Luft): Große Programme im Wassersektor

Sambia investiert in die Wassernetze der städtischen Ballungsräume. Die Urbanisierungsrate ist mit 42% im afrikanischen Vergleich relativ hoch, die Infrastruktur konnte mit dieser Entwicklung jedoch nicht mithalten. Landesweit haben nur 25% der Bevölkerung Zugang zu adäquaten sanitären Einrichtungen. Für die Hauptstadt Lusaka wurden drei Masterpläne für die Bereiche Trinkwasser, Abwasser und Regenwasserableitung erstellt, die zusammen ein Investitionsvolumen von 4 Mrd. $ umfassen und schrittweise bis 2035 umgesetzt werden. Die Finanzierung der ersten Einzelprogramme erfolgt über internationale Geber wie Weltbank, KfW Entwicklungsbank und Europäische Investitionsbank (EIB). Auch im Kupfergürtel gibt es Programme wie das Nkana Water Supply and Sanitation Project, wofür im Zeitraum 2016 bis 2020 rund 260 Mio. Euro budgetiert sind.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=sehr-viel-aktivitaet-in-sambias-wassersektor,did=1448626.html

Informations- und Kommunikationswirtschaft: Regierung forciert Infrastrukturausbau

Sambias IKT-Sektor konnte 2016 nach Angaben des nationalen Statistikamtes um beachtliche 40,2% wachsen. Die Zahl der Mobilfunknutzer stieg auf 12 Mio. (2015: 11,6 Mio.), was einer Abdeckungsrate von 75% entspricht. Die Regierung prüft, neben MTN Zambia (48,3% Marktanteil), Airtel Zambia (41,3%) und Zamtel (10,4%) einen vierten Mobilfunkbetreiber zuzulassen, was neue Investitionen auslösen könnte. Im Rahmen der 2. Phase des SMART Zambia Masterplans sollen Kredite in Höhe von 369 Mio. $ für den Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur aufgenommen werden. Zu den geplanten Vorhaben zählen das National Optic Fibre Backbone, das Metropolitan Area Network, das Government Campus Network, Virtual Landing Points sowie der Bau regionaler Datencenter.

Einen Ausblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung finden Sie unter: Einen Ausblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung finden Sie unter: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Wirtschaftsklima/wirtschaftsausblick,t=wirtschaftsausblick-juli-2017--sambia,did=1755064.html

Dieser Artikel ist relevant für:

Sambia Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, allgemein, Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, EDV-, Telekommunikationsdienstleistungen, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz, allgemein, Bergbau / Rohstoffe, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Öl, Gas

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