Produktmärkte

17.01.2017

Produktmärkte in Bulgarien 2017

Inhalt

EU-Programme als Stabilitätsfaktor / Michael Marks

Sofia (GTAI) - Bulgariens Produktmärkte werden voraussichtlich dem positiven wirtschaftlichen Umfeld folgen. Starke Entwicklungen sind allerdings kaum zu erwarten. Fragezeichen bleiben hinter der Investitionsbereitschaft. Die politischen Unsicherheiten mögen hier durchaus kontraproduktiv wirken. Der EU-Förderrahmen 2014 bis 2020 trägt zur Verstetigung bei. Das Land bleibt auf Importe und ausländische Direktinvestitionen angewiesen. Der Nachholbedarf ist in vielen Bereichen noch hoch.

Maschinenbauindustrie: Moderate Steigerung erwartet

Bulgariens Wirtschaftswachstum wird sich 2017 leicht abschwächen bei zunehmender Investitionstätigkeit. Der Maschinenmarkt dürfte damit eher moderat zulegen. Laut EU-Kommission werden die Ausrüstungsinvestitionen 2017 (2018) um 5,0 (+3,5)% zunehmen. Der Maschinenbau verzeichnete 2015 bei den Exporten einen Zuwachs um 4% auf rund 1,6 Mrd. Euro. Die Branche will das Auslandsgeschäft weiter ausbauen und investiert in Modernisierung und digitale Vernetzung der Wertschöpfungsprozesse. Die Branche profitiert von EU-Fördermitteln zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

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http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-maschinen-und-anlagenbau,t=branche-kompakt-maschinenbau-in-bulgarien-unter-starkem-konkurrenzdruck,did=1530340.html

Chemieindustrie: Importe geben den Ton an

Eine Steigerung der Nachfrage nach Erzeugnissen der bulgarischen Chemieindustrie ist im Rahmen des allgemeinen Wirtschaftswachstums des Landes zu erwarten. Insbesondere die Petrochemie profitiert von geringen Kosten in Form eines weiterhin relativ niedrigen Ölpreises. Die außereuropäische Ausfuhr der gesamten Chemiebranche unterstützt der schwache Euro. Die bulgarischen Chemieexporte stiegen 2015 um 13% auf insgesamt gut 2,3 Mrd. Euro. An Bedeutung gewinnen die Sparten Petrochemie, Pharmazie und kosmetische Industrie. Shell Exploration und Production (LIX) B.V. wird nach fossilen Energieträgern im Silistar-Gebiet vor der Schwarzmeer-Küste des Landes suchen. Das Unternehmen soll dabei 18,6 Mio. Euro investieren.

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http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-chemische-industrie,t=branche-kompakt--chemie-chemische-industrie--bulgarien-2015,did=1311966.html

Energiewirtschaft: Diversifikation bei Erdöl/ Erdgas und Steigerung der Energieeffizienz

Aufgrund der bestehenden großen Kapazitäten und der ungünstiger gewordenen Rahmenbedingungen dürfte sich die Nachfrage durch Vorhaben im Bereich erneuerbare Energien mäßig entwickeln. Vorangetrieben wird ein Vorhaben zum Bau einer Erdgasverbindungsleitung mit Griechenland, Serbien und der Türkei. Geplant ist die Erneuerung und Modernisierung des nationalen Gasübertragungssystems sowie der Bau von Stromleitungen. Priorität hat zudem die Steigerung der Energieeffizienz der Energieverbraucher. Für die Diversifizierung der Gaslieferungen und ihrer Transportwege hat Bulgarien zusammen mit der EU ein Projekt für den Bau eines Gas-Hubs Balkan in Varna ausgearbeitet. Dafür ist auch eine Kapazitätserweiterung unterirdischen Gasspeichers Chiren vorgesehen.

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http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=bulgarien-braucht-konsistente-energiestrategie,did=1008714.html

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Bauwirtschaft: Belebung angesagt

Laut Herbstprognose der EU sollen die Bauinvestitionen nach mehrjähriger Schwäche 2017 (2018) um 1,1 (+3,3)% zunehmen. Die neue EU-Förderperiode wird ihre Wirkung ab 2017 langsam entfalten. Der Fokus liegt auf Ausbau und Modernisierung des Autobahn- und Schienennetzes sowie dem Tunnelbau. Im Bereich der kommunalen Infrastruktur sind Bau und Sanierung der Wasser- und Abwassersysteme sowie Recyclinganlagen und Mülldeponien geplant. Für die öffentlichen Bauinvestitionen war 2016 wegen des Übergangs zur neuen Förderperiode ein schwaches Jahr. Im Gewerbe nehmen Industriebau und der Bau von Lagerraum relativ dynamisch zu. In leichtem Aufschwung ist seit 2015 der Wohnungsbau. Das nationale Programm für die Energieeffizienz von Wohngebäuden beläuft sich auf rund 500 Mio. Euro.

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http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-bauwirtschaft,t=branche-kompakt--bauwirtschaft--bulgarien-2015,did=1403880.html

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-recycling-und-entsorgungswirtschaft,t=branche-kompakt--recycling-und-entsorgungswirtschaft--bulgarien-2015,did=1342996.html

Gesundheitswirtschaft: Weitgehende Importorientierung

Bulgariens kleiner Markt für Medizintechnik wächst moderat. Aufgrund der geringen Inlandsproduktion ist das Land weitgehend auf Importe angewiesen. Der Medizintechnikmarkt wird nach Einschätzung der Marktforschungsfirma Espicom bis 2020 im Durchschnitt um jährlich 1,9% auf 281,2 Mio. US$ wachsen. Im Jahr 2015 lag es bei 256,5 Mio. $. Die Nachfrage nach moderner Medizintechnik stützt sich vor allem auf den privaten Sektor und wird weitgehend durch Importe gedeckt. Für den Zwölfmonatszeitraum bis Mai 2016 betrug deren Wert 212,6 Mio. $ (+15,3%), die Exporte lagen bei 125,7 Mio. $ (+6,2%). Die türkische Acibadem hat als größter privater Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen in Bulgarien zwei Akquisitionen (Tokuda Group und City Clinic Group) in Höhe von insgesamt 76 Mio. Euro getätigt.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-medizintechnik,t=branche-kompakt--medizintechnik--bulgarien-2015,did=1205056.html

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=tuerkisches-krankenhausunternehmen-investiert-in-bulgarien,did=1450908.html?channel=premium_channel_gtai_1

Bergbau: Investitionen in Kupfer- und Goldgewinnung

Durch die Nationale Strategie für die Entwicklung der Bergbauindustrie bis 2030 sollen neue Investitionen angezogen werden. Im Jahr 2015 betrug die gesamte Gewinnung von Bodenschätzen rund 79,5 Mio. t (pro Kopf 11 t). Bulgarien steht an dritter Stelle bei der Kupfer- und an vierter Stelle bei der Goldgewinnung in Europa. Die Einnahmen aus Konzessionen erreichen umgerechnet 35 Mio. bis 40 Mio. Euro im Jahr, die höchsten stammen aus der Gewinnung von Kupfer, Gold, Kaolin, Kohle sowie Erdöl und Erdgas. Neuinvestitionen betreffen den Bau von Fabriken zur Verarbeitung und Anreicherung von Erzen, den Bau von Komplexen für die Gewinnung und Verarbeitung von Gold- und Silber-, ferner Kupfererzen sowie auch von Kaolin und Quarzsand. Die neuen Investitionen steigern den Bedarf an Förder- und Umwelt- sowie Messtechnik.

Kfz-/Kfz-Teile-Produktion: Zulieferindustrie expandiert

Eine Reihe von Kfz-Zulieferern nimmt in Bulgarien die Produktion oder Erweiterung auf (darunter zum Beispiel Festo, Kemmler Electronic oder Mecalit). Die anstehenden Investitionsprojekte sind mit der Produktion von Auto-Klimatechnik, Kabelsätzen, Autoelektronik, Innen- und Außenbeleuchtung sowie auch Kfz-Teilen aus Kunststoff verbunden. Dabei ist Deutschland traditionell einer der wichtigsten Lieferanten von Kfz-Teilen. Knapp 30% der bulgarischen Kfz-Teile-Importe stammten 2015 aus Deutschland. Besonders hoch ist dabei der Wert der eingeführten Kabelsätze, Beleuchtungs- und Signalgeräte, Scheibenwischer, ferner Zündanlagen, Anlasser und Lichtmaschinen. Gute Absatzchancen haben die Hersteller von Kunststoff- und Gummimaschinen wie auch von Werkzeug- und Metallbearbeitungsmaschinen.

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https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-kfz-industrie-und-kfz-teile,t=branche-kompakt-inlandsnachfrage-am-bulgarischen-kfzmarkt-kommt-nur-langsam-aus-der-krise,did=1463404.html

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=bulgariens-kfzzulieferindustrie-expandiert,did=1448628.html

Landwirtschaft: Große Nachfrage nach Land- und Bewässerungstechnik

Für die Förderung der Landwirtschaft stehen 2,9 Mrd. Euro aus dem Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum 2014 bis 2020 zur Verfügung. Das Programm wird den Erwerb von neuen Landmaschinen, spezialisierten Transportmitteln wie Kühltransporter oder Lkw für Vieh und Geflügel ermöglichen. Die Investitionen in Bewässerungssysteme gehören ebenfalls zu den Prioritäten. Der Einsatz von Düngemitteln zeigt Nachholbedarf. Auch ist der Bioanbau auf dem Vormarsch. Die Bruttoproduktion des Agrarsektors belief sich 2015 auf 3,9 Mrd. Euro. Die höchsten Ertragsanteile wiesen Getreide- (29,6%) und technische Kulturen (22,9%) auf. Die Viehzucht stellte 13,4% der gesamten Produktionserträge dar, wobei tierische Erzeugnisse 12,2% vom Gesamt ausmachten.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=bulgarien-investiert-milliarden-in-laendliche-entwicklung,did=1314250.html

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Textil- und Bekleidungsindustrie: Moderne Näh- und Strickmaschinen gefragt

Die Branche bleibt exportorientiert. Bei den neuen Investitionen handelt es sich um die Produktion von Kleidern, Blazern, Hemden, ferner auch Wollbearbeitung und gestrickte Oberbekleidung. Das deutsche Unternehmen Dr. Bock Industries plant eine Investition in Höhe von rund 4 Mio. Euro für den Bau eines Werks für Bekleidung und Textilbearbeitung in Targovischte einschließlich einer eigenen Kläranlage. Bei den neuen Vorhaben ist eine Steigerung der Nachfrage nach Nähmaschinen, Strickmaschinen, Bügelpressen, Waschmaschinen und Trocknern auf dem neuesten Stand der Technik wie auch nach Textilfasern und Farben zu erwarten. Bei fast allen Investitionsprojekten wird der Einkauf von Maschinen durch das EU-Programm Innovation und Wettbewerbsfähigkeit 2014 bis 2020 finanziert.

Weitere Informationen:

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=bulgariens-textil-und-bekleidungsindustrie-ist-optimistisch,did=1049544.html

Umwelttechnik (Wasser und Abfall): Nachholbedarf hoch

Bulgariens Wasser- und Abfallwirtschaft weisen jeweils noch erhebliche Defizite auf. Investitionen in Anlagen und Ausrüstungen für die Getrenntsammlung, Sortierung und Behandlung besonders von biologisch abbaubaren Siedlungsabfällen sind notwendig. Im Operationellen Programm (OP) Umwelt 2014 bis 2020 sind Fördermittel einschließlich nationaler Kofinanzierung in Höhe von 1,77 Mrd. Euro für den Bau von Mülldeponien, Müllverbrennungsanlagen so wie auch Recyclinganlagen vorgesehen. Bau und Sanierung der Wasserversorgungs- und Abwasserbehandlungssysteme werden auch mit EU-Fördermitteln finanziert. Für die Einrichtung von Labors für die Kontrolle des Trinkwassers wie auch der chemischen Zusammensetzung des Grundwassers wird Messtechnik nachgefragt.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-recycling-und-entsorgungswirtschaft,t=branche-kompakt--recycling-und-entsorgungswirtschaft--bulgarien-2015,did=1342996.html

Einen Ausblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung finden Sie unter: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Wirtschaftsklima/wirtschaftsentwicklung,t=wirtschaftsausblick-winter-201617--bulgarien,did=1626570.html

Dieser Artikel ist relevant für:

Bulgarien Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Textilien, Bekleidung, Leder, allgemein, Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Bergbau / Rohstoffe, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Medizintechnik, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein, Straßenfahrzeuge, allgemein

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Christian Overhoff

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