Produktmärkte

07.07.2017

Produktmärkte in Serbien (Juni 2017)

Inhalt

Aufschwung erreicht nahezu alle Segmente / Von Jan Triebel

Belgrad (GTAI) - Das Konjunkturhoch sorgt auf zahlreichen Produktmärkten für mehr Nachfrage. Serbiens Wirtschaftswachstum um 3% lässt 2017 beispielsweise den Maschinenabsatz ansteigen. Die Verkäufe fabrikneuer Pkw steuern das zweite Jahr in Folge auf ein markantes Absatzplus zu. Nach Negativrekorden in den Vorjahren dürfte der Bausektor wieder Zuwachs erzielen. Seine Auftragslage jedenfalls hat sich im Zuge des Aufschwungs deutlich gebessert.

Maschinenbauindustrie: Anstieg der Investitionen liefert positive Impulse

Die Bruttoanlageinvestitionen legten 2017 um nahezu 6% zu. Vor allem Ausrüstungen sind gefragt. Der Anteil von Maschinen und Anlagen machte in den letzten Jahren durchschnittlich etwa 54% aus. Der Investitionsschub sorgt für mehr Aufträge unter den lokalen Maschinenbauern, die aber nur ein Nischendasein führen. Den leichten Fertigungsrückgang im Vorjahr dürfte die Sparte 2017 deutlich kompensieren. Sie weitete allein zwischen Januar und April 2017 ihre Produktion um 39,7% aus, was sich förderlich auf das eigene Investitionsverhalten auswirken sollte.

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http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-maschinen-und-anlagenbau,t=branche-kompakt-serbiens-markt-fuer-maschinen-und-anlagen-bietet-absatzmoeglichkeiten,did=1688256.html

Chemieindustrie: Suche nach strategischen Partnern für drei Großunternehmen

In den meisten Teilbereichen der chemischen Industrie geht es 2017 aufwärts. Eine Ausnahme bildete im Zeitraum Januar bis April 2017 zunächst noch das wichtige Segment Petrochemie, wo der Produktionsindex nachgab. Gleichwohl erzielte mit NIS einer der Hauptakteure des Sektors dank des zwischenzeitlich gestiegenen Ölpreises eine deutlich verbesserte Ertragslage, was der angekündigten Ausweitung des Investitionsbudgets zugutekommen dürfte. Für Spannung sorgt zudem derzeit die Ende März 2017 per Ausschreibung gestartete Suche nach strategischen Partnern für drei Schwergewichte der serbischen Chemiebranche. Das weitere Schicksal der Kandidaten - HIP Petrohemija (Schwerpunkt: Kunststoffe), HIP Azotara (Düngemittel) und MSK (organische Chemikalien) - soll sich Mitte 2017 klären.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-chemische-industrie,t=branche-kompakt-serbien-fragt-wieder-mehr-chemiewaren-nach,did=1459104.html

Energiewirtschaft: Popularitätsschub für Nutzung der Windkraft

Zur Sicherung der Energieversorgung des Landes bleibt Serbien wahrscheinlich auch langfristig auf Braunkohle als wichtigste Ressource angewiesen. Daher betreffen mehrere Großvorhaben, mit dem Ziel die Kapazitäten zur Strom- und Wärmeversorgung zu modernisieren oder auszubauen, diesen Energieträger. Hinzu kommen verschiedene Wasserkraftprojekte. Ziel ist es, bestehende Großkraftwerke mit kleineren Anlagen effektiv zu ergänzen. Zudem nimmt das Interesse an der energetischen Nutzung von Windkraft und Biomasse zu. Hier gelten die Entscheidungswege in der Regel aber als recht lang. Mittlerweile sind erste kleinere Referenzobjekte installiert, und mit den Windparks Kovacica und Kosava werden zwei jeweils mehr als 100 Mio. Euro teure Großprojekte realisiert.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=serbien-stockt-seine-infrastruktur-zur-erdgasversorgung-auf,did=1461894.html

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=serbien-forciert-den-ausbau-der-kleinen-wasserkraft,did=944230.html

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=serbien-strebt-im-energiebereich-staerkeren-rueckgriff-auf-erneuerbare-ressourcen-an,did=1008788.html

Bauwirtschaft: Gute Auftragslage treibt Branche an

Die Baukonjunktur in Serbien ist nach einer längeren Durststrecke wieder angesprungen. Impulse geben vor allem einige Großprojekte in den Bereichen Verkehrs- und Energieinfrastruktur sowie im Hochbau mit den Schwerpunkten Wohn- und Büroflächen. Das größte Projektvolumen hat mit 3,5 Mrd. Euro das Wohn- und Geschäftsviertel Belgrade Waterfront. Trotz witterungsbedingter Verzögerungen am Bau zu Jahresbeginn 2017 bleibt der Ausblick der Branche dank einer außerordentlich guten Auftragslage vielversprechend. Das beschleunigte Bearbeitungsprocedere für Bauanträge lässt die Zahl der erteilten Genehmigungen weiter in die Höhe schnellen: Im 1. Quartal 2017 plus 124%. Mit einem Anstieg von 69% zog auch das wertmäßige Volumen der Neuaufträge spürbar an.

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http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-bauwirtschaft,t=branche-kompakt-serbiens-bauwirtschaft-laesst-krisenmodus-hinter-sich,did=1633406.html

Gesundheitswirtschaft: Realisierung eines großen Modernisierungsprojektes rückt näher

Der Bedarf zur Modernisierung im serbischen Gesundheitswesen gilt unverändert als sehr hoch. Die Versorgungsqualität lässt sich angesichts unzureichender Mittelzuwendungen aber nur schwer spürbar verbessern. Davon profitieren private Anbieter medizinischer Leistungen, die dynamisch expandieren. Der positive Konjunkturverlauf weitet jedoch den finanziellen Spielraum der öffentlichen Hand leicht aus. Die größten Einzelprojekte sind vier Klinikzentren im Land, die für insgesamt 200 Mio. Euro modernisiert und erweitert werden. Die Europäische Investitionsbank stellt zur Teilfinanzierung Kreditlinien über 150 Mio. Euro bereit. Nach Nis, wo das Projekt gut vorankommt, rückt 2017 zunehmend das Belgrader Klinikzentrum in den Fokus. Der Tender für den 86 Mio. Euro teuren Umbau startete im Frühjahr 2017.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-medizintechnik,t=branche-kompakt-serbien-erwartet-bei-medizintechnik-leicht-steigende-verkaeufe,did=1626568.html

Kfz-/Kfz-Teile-Produktion: Modellkosmetik soll Fiats Absatzprobleme lösen

Die durch den Fiat-Ableger FCA Srbija repräsentierte lokale Kfz-Produktion hofft auf einen Nachfrageschub. Diesen auslösen sollen drei zu 40% neu gestaltete Versionen des Modells 500L, die Ende Mai 2017 vorgestellt wurden. Trotz einer Kapazität von 300.000 Pkw pro Jahr produzierte Fiats Werk in Kragujevac 2016 nur etwa 84.500 Fahrzeuge - ein Rückgang von 8% zum Vorjahr. Parallel dazu steigt jedoch der Bedarf bei Vorprodukten für die Komponentenfertigung. Zahlreiche Zulieferer, darunter aus Deutschland, setzen auf Serbien, um mitteleuropäische Pkw-Montagen zu versorgen. So errichtet der Bordnetz-Spezialist Kromberg & Schubert aktuell in Krusevac für 29 Mio. Euro seinen ersten Betrieb im Land. Für Leoni ist es bereits das dritte serbische Werk für Kabelbäume, welches der Zulieferer derzeit für 22 Mio. Euro in Nis hochzieht.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-kfz-industrie-und-kfz-teile,t=branche-kompakt-serbiens-kfzmarkt-waechst-nach-durststrecke-wieder,did=1438856.html

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=deutsche-exporteure-bleiben-in-serbien-erfolgreich,did=1690924.html

Nahrungsmittelindustrie: EU-Binnenmarkt erfordert neue Ausrüstung

In Serbien gilt die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie mit einem Umsatzanteil von gut einem Viertel als wichtigster Pfeiler des verarbeitenden Gewerbes. Der dort in technologischer Hinsicht herrschende Ausrüstungs- und Anpassungsbedarf wird derzeit stark durch die EU-Beitrittsperspektive des Landes beeinflusst. Wer von den rund 3.350 Branchenvertretern - darunter rund 92% kleine Familienbetriebe - langfristig auf dem EU-Binnenmarkt bestehen möchte, muss die dort geltenden Hygiene- und Sicherheitsvorschriften sukzessive erfüllen. Besonders für die zahlreichen Schlachthöfe und Fleischverarbeiter im Land oder den Bereich Molkereiprodukte gilt die technische Aufrüstung als Muss. Die Betriebe sind angesichts einer geringen lokalen Fertigung zumeist auf Ausrüstungszukäufe aus dem Ausland angewiesen.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=verhaltene-nachfrage-nach-nahrungsmittel-und-verpackungsmaschinen-in-serbien,did=1104904.html

Umwelttechnik (Wasser und Abfall): Bald Baustart einer Kläranlage für Batajnica

Im Zusammenhang mit der voranschreitenden Übernahme von EU-Regularien ist der serbische Umweltsektor durch rege Aktivitäten gekennzeichnet. Bei einem geschätzten Finanzierungsbedarf von 10,5 Mrd. Euro fällt das Aufgabenspektrum gewaltig aus. Die gesamte Leistungspalette ausländischer Akteure ist beim Aus- und Neubau im Sektor Wasser/Abwasser sowie im Bereich Abfallwirtschaft/Recycling gefragt. Für die häufig mit finanzieller Hilfe internationaler Geber angestoßenen Projekte winken ausländischen Anbietern Aufträge für Ausrüstungen und als Consultant. Größtes Einzelprojekt in diesem Sektor ist ein modernes Abfallmanagementsystem für Belgrad . Im Bereich Abwasser nehmen in Batajnica der Bau einer Kläranlage und der Ausbau des Kanalisationsnetzes konkrete Formen an.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-recycling-und-entsorgungswirtschaft,t=branche-kompakt--recycling-und-entsorgungswirtschaft--serbien-2015,did=1324140.html

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=serbiens-hauptstadt-krempelt-ihre-muellentsorgung-grundlegend-um,did=1155856.html

Kfz-Markt: Erneut zweistelliges Verkaufsplus bei Neuwagen in Sicht

Dank der Aufhellung der Verbraucherstimmung hat der Markt für fabrikneue Pkw in Serbien endgültig die Talsohle durchschritten und steuert 2017 auf einen deutlichen Zuwachs zu. Im Zeitraum Januar bis April wurden etwa 10.130 Fahrzeuge verkauft, was in Stück gerechnet einem Plus von 14,5% entsprach. Bereits im Gesamtjahr 2016 hatte der Absatz um 17,8% auf 26.730 Einheiten zugelegt. Gemessen an der Größe des serbischen Marktes besteht deutlich Luft nach oben. Mit Blick auf die geringe Kaufkraft breiter Bevölkerungsschichten bleiben Pkw der Kategorien Kleinwagen und Kompaktklasse am chancenreichsten. Ein Aufwärtstrend kennzeichnet zudem das Nfz-Segment, wo vor allem das Speditionsgewerbe Zugmaschinen der Abgasnorm Euro VI einkauft.

Weitere Informationen:

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(T.J.)

Einen Ausblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung finden Sie unter: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Wirtschaftsklima/wirtschaftsausblick,t=wirtschaftsausblick-juni-2017--serbien,did=1743674.html

Dieser Artikel ist relevant für:

Serbien Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Medizintechnik, allgemein, Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein

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Christian Overhoff

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