Infrastrukturprojekte in Ägypten

Ägypten muss Infrastruktur modernisieren

Die Investitionen können mit dem Bedarf des Ausbaus der Infrastruktur in Ägypten kaum Schritt halten. Viele Straßen, Brücken und das Eisenbahnnetz sind veraltet. Auch bei der sozialen und der Versorgungsinfrastruktur sind Investitionen notwendig. Die Energieinfrastruktur wird dagegen erfolgreich ausgebaut. Der Staat nutzt eigene Haushaltsmittel, Kredite, PPPs und die Unterstützung internationaler Geber. Chancen für deutsche Unternehmen liegen vor allem bei Spezialaufgaben.

18.05.2017

Wachsender Infrastrukturbedarf stellt Ägypten vor Herausforderungen

Ein entscheidender Treiber für den Ausbau und die Erneuerung der Infrastruktur in Ägypten ist das Bevölkerungswachstum von 2,5% pro Jahr. Die rund 91 Mio. Ägypter leben, bedingt durch die Wüstenlage, auf nur etwa 5% der Landesfläche. Schwerpunkte sind der Großraum Kairo mit etwa 20 Mio. Einwohnern und das Nildelta. Da die Investitionen mit dem Bedarf oft nicht Schritt halten können, sind viele Straßen, Brücken und das Eisenbahnnetz in die Jahre gekommen. Das Haushaltsdefizit von 12% im Jahr 2016 wirft ein Licht auf die Schwierigkeiten des Staates, für ausreichende Mittel zu sorgen.

Rahmenbedingungen Ägypten

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Bevölkerung

91,0

99,7

Bevölkerungswachstum (%)

2,5 1)

9,5 2)

Bevölkerung Stadt (%)

48,0

k.A.

Bevölkerung Land (%)

52,0

k.A.

BIP (nominal; in Mrd. US$)

332,3

k.A.

Investitionen (in % des BIP)

14,5

18,4

1) Schätzung; 2) Veränderung 2016/20
Quellen: IWF, EIU (April 2017), Weltbank, CIA Factbook


Dennoch wurden in den letzten Jahren insbesondere beim Ausbau der Energieinfrastruktur deutliche Erfolge erzielt. Seit dem Krisensommer 2014 hat sich die Versorgung wesentlich verbessert, wozu auch der Bau von drei Großkraftwerken durch Siemens beiträgt. Eine ägyptische Besonderheit ist die hohe Bedeutung des Militärs etwa beim erfolgten Ausbau des Suezkanals und im Straßenbau. Der Investitionsstau im Land ist vor allem bei der sozialen, der Versorgungs- und der Verkehrsinfrastruktur ausgeprägt. Der Staat nutzt eigene Haushaltsmittel, Kredite, Public-private Partnerships und die Unterstützung internationaler Geber sowie befreundeter Staaten, um die Infrastruktur auszubauen und zu erneuern. Der Haushaltsentwurf für das Finanzjahr 1.7.17 bis 30.6.18 sieht Investitionen von insgesamt 4,9 Mrd. Euro vor. Gemessen am vielfältigen Erneuerungs- und Ausbaubedarf erscheint dieser Betrag überschaubar.

Qualität der Infrastruktur (2016/2017)

 

Ranking

Score

Qualität der gesamten Infrastruktur (Transport, Telefonie, Kommunikation)

91

3.4

Qualität der Straßen

101

3.0

Qualität der Schienentransportsysteme

70

2.6

Qualität der Häfen

55

4.3

Qualität der Lufttransportsysteme

53

4.8

Qualität der Elektrizitätsversorgung

101

3.5

Quelle: Global Competitiveness Report 2015-2016


Text: Oliver Idem

18.05.2017

Ägypten: Gütertransport konzentriert sich auf Straßen

Verkehrsinfrastruktur in Ägypten bedeutet vor allem Straßen, über die 94% des Gütertransports abgewickelt wird. Instandhaltung und Ausbau sind auch deshalb besonders wichtig. Die Fäden hierfür laufen bei der General Authority for Roads, Bridges and Land Transport zusammen.

Der Schienenverkehr dient vor allem der Personenbeförderung und trotz einiger Anstrengungen sind das rollende Material, die Strecken und die Bahntechnik überwiegend verschlissen. Ein Erfolgsmodell ist die Metro in Kairo, die von etwa 3,5 Mio. Fahrgästen täglich genutzt wird. Die aus sozialen Gründen niedrigen Fahrpreise decken, wie auch bei der staatlichen Eisenbahn, nicht annähernd die Kosten, was bei der Instandhaltung und dem Ausbau zu großen Problemen führt. Ohne zusätzliche Finanzmittel wäre der Ausbau des Metronetzes nicht möglich.

Strukturdaten Verkehrsinfrastruktur Ägypten

 

2016

Wert der Bauinvestitionen insgesamt (in Mrd. US$* Finanzjahr 1.7.14 bis 30.6.15)

0,481

davon Verkehrsinfrastrukturbau

k.A.

Straßennetz (km, 2010)

126.742

Schienennetz (km, 2014)

5.085

Flughäfen (Anzahl, 2013)

83

Flughäfen (Passagierflugbewegungen, 2015 in Mio.)

32,5

Containerhäfen (Anzahl)

4

* Jahresdurchschnittskurs 2015 (1 US$ = 7,68302 Ägyptische Pfund (ägypt£), Quelle: Oanda
Quellen: Statistikamt CAPMAS, CIA World Factbook


Nach dem Absturz einer russischen Passagiermaschine im Oktober 2015 wurden die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen analysiert und massiv verbessert. Die Anschaffung neuer Sicherheitstechnik verspricht auch allgemein Chancen für deutsche Anbieter.

Ausländische Expertise ist zudem bei moderner Gebäudetechnik, Bahntechnik und Spezialleistungen im Tiefbau wie dem Tunnelbau gefragt. Diesbezüglich trat das deutsche Unternehmen Herrenknecht etwa am Suezkanal in Erscheinung. Für die angestrebte Expansion der ägyptischen Industrie und ihrer Exporte ist der Ausbau und die Modernisierung der Seehäfen ein wichtiger Schritt.

Der Bau einer neuen Hauptstadt östlich von Kairo kommt langsamer voran als vorgesehen. Anfang 2017 wurde bekannt, dass nun doch kein chinesisches Staatsunternehmen das Regierungsviertel bauen soll. Damit werden die Karten für andere Anbieter neu gemischt. Da nahezu die komplette Infrastruktur geschaffen werden muss, besteht auch ein umfangreicher Bedarf an Verkehrswegen. Ägyptische Unternehmen und das Militär führten bisher erste grundlegende Arbeiten aus.

Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Hochgeschwindigkeits-Zugstrecke Alexandria-Assuan, Abschnitt Kairo-Luxor

6.335

Ministry of Transport
Projekt im Frühstadium, geplant als EPC plus Finance

Studienphase

Zugstrecke Luxor-Hurghada

4.223

Ministry of Transport

Studienphase

Hafenprojekt Max New Port, Alexandria

3.378

Ministry of Transport

Studienphase

Einschienenbahn, Großraum Kairo

2.500

Ministry of Housing & Urban Communities

Auswertung der Angebote

Quelle: MEED Projects (März 2017)


Text: Oliver Idem


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Transport und Verkehr

Bauwirtschaft

Projekt- und Ausschreibungsmeldungen

18.05.2017

Hohe Investitionen in ägyptischen Stromsektor

Der ägyptische Energiesektor verzeichnete seit dem Krisensommer 2014 massive Investitionen, die die Versorgung stabilisieren. Durch einen bis 2019 gestaffelten Subventionsabbau soll die Unterfinanzierung des Sektors bekämpft werden. Zudem ist die schrittweise Liberalisierung des Strommarktes geplant. Noch kauft das staatliche Übertragungsunternehmen EETC den Erzeugern ihren Strom ab und betreibt auch die Netze. Da jedes Jahr der Strombedarf um etwa 6 bis 7% steigt, bleibt sowohl der Ausbau der Erzeugung als auch der Netze eine Daueraufgabe.

Strukturdaten Energieinfrastruktur Ägypten

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Primärenergieverbrauch (MTOE, 2015)

86,2

k.A.

Stromverbrauch/Kopf (kWh, 2013)

1.812

k.A.

Stromerzeugungskapazitäten (30.6.14 in GW)

32,0

k.A.

Kohle/Öl/Gas (in %)

28,5

k.A.

Atomkraft (in %)

0,0

k.A.

erneuerbare Energien (in %)

3,5

20 (bis 2023)

Endpreis Industriestrom (spannungs- und kundenabhängig) / Haushaltsstrom (verbrauchsabhängig), in Eurocent pro kWh

1,4 bis 3,1/0,4 bis 4,3

k.A.

Bevölkerung mit Anschluss an das Stromnetz (%, 2006)

94,7

k.A.

Quellen: CIA World Factbook, Egyptian Electric Utility and Consumer Protection Regulatory Agency, Recherchen von Germany Trade & Invest


Neben den traditionellen Quellen Gaskraftwerke und Wasserkraft aus dem Assuanstaudamm verbreitert sich der Energiemix zusehends. Trotz einiger Konflikte in der Anfangsphase zieht der Einspeisetarif für Solar- und Windenergie viel Interesse lokaler und ausländischer Investoren auf sich. Zudem ist für insgesamt 25 Mrd. $ der Bau des ersten ägyptischen Kernkraftwerks in El Dabaa an der Mittelmeerküste vorgesehen, flankiert von russischen Krediten. Aufgrund der hohen Investitionssummen ist im Kraftwerksbereich ein rein staatliches Engagement nicht denkbar. Die japanische Förderagentur JICA finanziert das in der Tabelle genannte 10 Mrd. $ teure Kraftwerk, während drei chinesische Banken für die Finanzierung des zweiten Großkraftwerks ausgewählt wurden.

Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Kohlekraftwerk am Standort Kairo (6.000 MW)

10.000

Egyptian Electricity Holding Company

Studienphase

Kohlekraftwerk, Standort noch offen (6.510 MW)

8.000

Egyptian Electricity Holding Company
Bieter: General Electric (USA), Harbin Electric International (VR China)

Auswertung der Angebote

Runde 2 des Einspeisetarifs für erneuerbare Energien (4.300 MW); zahlreiche Einzelvorhaben

7.500

New & Renewable Energy Authority

Studienphase

Quelle: MEED Projects (März 2017)


Text: Oliver Idem


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Kraftwerksbau

Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung

18.05.2017

Ägypten: IKT-basierte Dienstleistungen im Aufschwung

Ägypten will seine geographischen Vorteile als Telekommunikationsdrehscheibe stärker nutzen. Das Land ist über Seekabel mit dem Nahen Osten, Europa, Ostasien und Australien verbunden. Der Investitionsplan des Kommunikationsministeriums von 2014 bis 2017 hat ein Volumen von umgerechnet 6 Mrd. Euro. Die Breitband-Internetversorgung wird ausgebaut und die Digitalisierung der Verwaltung, des Bildungs- und Gesundheitswesens vorangetrieben. Ausgehend von den erfolgreichen Beispielen Smart Village und Cairo Technology Park sind weitere Technologieparks geplant. Diese Infrastruktur schafft Voraussetzungen für den Ausbau von Dienstleistungen, bei denen sich Ägypten immer erfolgreicher positioniert. Mehrsprachige Universitätsabsolventen ohne starken Akzent bilden eine Basis für internationale Callcenter. Die Bedeutung des Landes als IKT-Servicezentrum für lokale und ausländische Unternehmen nimmt insgesamt zu. Nach der Kursfreigabe der Landeswährung im November 2016 verfügt Ägypten außerdem über Kostenvorteile zum Beispiel gegenüber indischen Konkurrenten. Kairo gewinnt seit 2011 überdies als Standort von Start-up-Gründungen an Bedeutung.


IKT-Infrastruktur in Ägypten

Indikator

2016

Durchschnittliche Geschwindigkeit der Internetanschlüsse (in mbps, 4. Quartal 2016)

2,2

Festnetzanschlüsse (in % der Einwohner, 2015)

7,4

Mobile Netzabdeckung (in % der Einwohner, ggf. Wachstumsrate)

k.A.

Anteil der Haushalte mit Internetzugang (in %)

46,2

* Machine-to-Machine-Communication (digitale Vernetzung von Maschinen und Geräten über das Internet)
Quellen: Ministry of Communications and Information Technology, Akamai’s State of the Internet Report 4. Quartal 2016


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger

Projektstand

Bau von sieben Technologieparks

unbekannt

Ministry of Communications and Information Technology

Umsetzung

Ausbau des Breitband- Internets

unbekannt

Ministry of Communications and Information Technology

Umsetzung

Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest


Text: Oliver Idem


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest
Projekt- und Ausschreibungsmeldungen

18.05.2017

Ägypten: Wasserversorgung trotz Knappheit sicherstellen

Eine nahezu flächendeckende Wasserversorgung ist in Ägypten hergestellt, wenngleich zeitweise Abschaltungen vorkommen. Längerfristig fordern ein geringes Wasserangebot pro Kopf und das Bevölkerungswachstum die Planer heraus. Der Schlüssel zur Lösung ist die Landwirtschaft, die etwa 80% der Wasserressourcen verbraucht und ihre Bewässerungseffizienz deutlich steigern könnte. Bei der Abwasserbehandlung besteht ein starkes Gefälle zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. Abfälle werden in Ägypten nur zu etwa 55% eingesammelt und lediglich begrenzt wiederverwertet. Dabei liegt durchaus Potenzial in Resten der landwirtschaftlichen Produktion, ebenso wie in der Wiederverwertung von Baustoffen. Informelle Sammler haben jedoch zum Beispiel in Kairo eine starke Position und wollen ihr Geschäftsmodell erhalten.

Rahmendaten Umweltinfrastruktur

Indikator

2016

Investitionen in Umweltinfrastruktur

k.A.

Verbesserte Sanitäreinrichtungen* (% der Bevölkerung mit Zugang, 2015)*

94,7

Anschluss an Trinkwassernetz (% der Bevölkerung, 2015)

99,4

Müllaufkommen (in Mio. t, 2015)

99,0

organisch

k.A.

Spezialmüll (gefährliche Stoffe, in Mio. t)

0,2 bis 0,5

Recyclingquote (2013 in %, bezogen auf Siedlungsabfälle)

10 bis 15

Quellen: CIA World Factbook, Ministry of Environment, Country Report on the Solid Waste Management in Egypt (April 2014)
* Kategorie der WHO


Dreh- und Angelpunkt zur Planung von Projekten ist der Staat. Mangels flächendeckender Verbrauchserfassung und Bezahlung von Rechnungen kann jedoch zum Beispiel die Holding Company for Water and Wastewater nicht genug Einnahmen zur Kostendeckung generieren. Darum sind ausländische Geber und Finanzierungen entscheidend. Der Wassersektor verzeichnet ein starkes Engagement internationaler Institutionen. So werden die Projekte in nachfolgender Tabelle von der EBRD, African Development Bank, Weltbank und dem Kuwait Fund for Arab Economic Development finanziert. Deutsche Unternehmen wie Dorsch Consult oder der Anlagenbauer WWWS AG kamen bereits mehrfach bei wasserwirtschaftlichen Projekten in Ägypten zum Zuge.

Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Energiegewinnung aus festen Abfällen; Anlagen in Gizeh, Helwan und Kairo

2.000

Ministry of Housing & Urban Communities

Studienphase

Erhaltung und Sanierung der Bewässerung, Westnildelta

500

Ministry of Water Resources & Irrigation
Ausschreibung des Hauptauftrags 2018 geplant

Projektdesign

Meerwasserentsalzungsanlage, East Port Said

500

Ausschreibung des Hauptauftrags im Juni 2017 geplant

Studienphase

Quelle: MEED Projects (März 2017)


Text: Oliver Idem


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz

18.05.2017

Ägypten investiert in Rohstoffgewinnung und Wirtschaftsförderung

Zwei spezifisch ägyptische Vorhaben sind das auf der Gewinnung und Nutzung lokaler Rohstoffe basierende Golden Triangle Project und die Gestaltung der Wirtschaftszone am Suezkanal. Letztere soll zu einem exportorientierten Standort verschiedener Industriezweige ausgebaut werden. Die soziale Infrastruktur ist von einem hohen Investitionsstau im Bildungs- und Gesundheitswesen gekennzeichnet. Klassen mit weit mehr als 50 Kindern sind keine Seltenheit in staatlichen Schulen und viele öffentliche Krankenhäuser befinden sich baulich und technisch in schlechtem Zustand. Ein Motor für Veränderungen ist die Verfassung von 2014. Sie verlangt Mindestausgaben von 3% des Bruttoinlandsprodukts für Gesundheit und 4% für Bildung. Das Gesundheitsministerium plant bis 2030 den Bau von 26 neuen Krankenhäusern vor allem in ländlichen Gebieten. Zwei modern ausgestattete Medical Cities von privaten Investoren sollen in Alexandria und der neuen Hauptstadt entstehen.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Golden Triangle Project (Bergbau und Rohstoffverarbeitung), Gouvernorat Assiut

29.000

Ministry of Trade and Industry
Ausschreibung des Hauptauftrags Anfang 2019 geplant

Projektdesign

Regionalentwicklung Suezkanal, Gouvernorat Suez

3.300

Suez Canal Authority
Studien und Planung: Dar Al Handasah

Projektdesign

Quelle: MEED Projects (März 2017)


Text: Oliver Idem

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Bergbau/Rohstoffe
Gesundheitswesen
 

Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:
Gesundheitswesen

18.05.2017

Ausländische Geber an ägyptischem Infrastrukturausbau beteiligt

Der ägyptische Staat ist als Initiator von Vorhaben wichtig, kann den Investitionsbedarf in vielen Infrastrukturbereichen aber nicht aus eigener Kraft decken. Seit 2010 existiert eine gesetzliche Grundlage für Public-private Partnerships (PPP). Solche Vorhaben auf den Weg zu bringen, erfordert jedoch lange und komplizierte Abstimmungsprozesse. Koordiniert werden die Projekte durch die PPP Central Unit, die in ihrem Internetauftritt auch englischsprachige Informationen bereitstellt.

Ägypten kann auf die Unterstützung zahlreicher Partner zählen. So tauchen im Zusammenhang mit Infrastrukturprojekten immer wieder die Weltbank, die African Development Bank (AfDB), die KfW, die EBRD und Fonds aus den Golfstaaten auf. Die Weltbank finanziert derzeit 10 Projekte im Infrastrukturbereich mit insgesamt 3,5 Mrd. US$ und die AfDB neun Vorhaben mit einem Schwerpunkt auf Energie sowie Wasser und Abwasser. Der Fokus der KfW Entwicklungsbank liegt im Energiesektor, 2015 beliefen sich ihre Zusagen in diesem Bereich auf 72 Mio. Euro. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit engagieren sich auch zahlreiche andere europäische Länder, die USA und Japan.

Seit Anfang 2015 nimmt das Interesse chinesischer Staatsunternehmen an Infrastrukturprojekten in Ägypten erkennbar zu. Anbieter aus der VR China erfahren staatliche Unterstützung und bringen zumeist Finanzierungen mit. Das fordert Wettbewerber aus anderen Ländern heraus, die nicht mit einer so starken Flankierung arbeiten können. Zudem erleichtert eine Währungsswap-Vereinbarung Ägypten die Inanspruchnahme chinesischer Leistungen. Dennoch ist die Kooperation kein Selbstläufer und viele Ideen bleiben bloße Absichten. Dem Vernehmen nach waren Konflikte um den Quadratmeterpreis und die Gestaltung von Gebäuden die Ursache dafür, dass das Herzstück der neuen Hauptstadt nun doch nicht von einem chinesischen Anbieter gebaut wird.


Text: Oliver Idem

18.05.2017

Ägypten: Deutsche punkten bei Spezialaufgaben

Chancen für deutsche Unternehmen bei ägyptischen Infrastrukturprojekten liegen vor allem bei Spezialaufgaben. Planung, Beratung und Gutachten sind ein interessantes Feld für ausländische Anbieter, etwa in der Wasserwirtschaft oder beim Golden Triangle Project. Letzteres wird vom italienischen Unternehmen D’Appolonia geplant. Spezialleistungen wie der Bau von Tunneln, Brücken und Staudämmen bieten gute Möglichkeiten für ausländische Anbieter. Komplexe Vorhaben werden zumeist von in- und ausländischen Partnern gemeinsam umgesetzt, etwa der Ausbau der Metro in Kairo. Die drei Großkraftwerke von Siemens mit insgesamt 14,4 GW Leistung entstehen unter anderem mit großen lokalen Partnern wie El Sewedy Electric und Orascom Construction. Durch eine Vielzahl von Vergabewegen und eine oft zurückhaltende Informationspolitik lassen sich nicht zu allen Vorhaben in Ägypten Details in Erfahrung bringen. Der Staat schreibt sowohl auf den Internetseiten von Ministerien und Behörden als auch in Zeitungen Projekte aus, allerdings existiert kein einheitliches Internetportal dafür. Vor allem Untervergaben werden aus ausländischer Sicht manchmal kurzfristig ausgeschrieben. Hinzu kommt das Instrument öffentlicher Direktvergaben beispielsweise durch das Kabinett per „direct order“. Unternehmen, die ägyptischen Bedarf decken und oft eine Finanzierung mitbringen können, vereinbaren auch teilweise direkt Verträge mit staatlichen Stellen. Der Trend geht jedoch zu Ausschreibungen und Bieterwettbewerben, da sich der Staat davon niedrigere Kosten verspricht. Das starke Engagement ausländischer Geber ist ein positiver Faktor für die Auftragsvergabe, da sie ihre Ausschreibungen nach international üblichen Standards durchführen. Internationale bilaterale Finanzierungen über Entwicklungsdarlehen oder Zuschüsse sind mögliche Türöffner für Unternehmen aus dem Geberland. Das kann sich auf die direkte Beteiligung an einem Bauprojekt, aber auch die Lieferung von Maschinen und anderer Ausrüstung beziehen.


Text: Oliver Idem

18.05.2017

Ägypten: Kontakte, Veranstaltungen, Internetadressen

 

Institution

Internetadresse

AHK Ägypten

www.ahkmena.com

Cairo Metro

http://cairometro.gov.eg

Egyptian National Railways

https://enr.gov.eg

Egyptian Electricity Holding Company

www.eehc.gov.eg

Holding Company for Water & Wastewater

www.hcww.com.eg

National Authority for Tunnels

www.nat.org.eg

General Authority for Investment and Free Zones

www.gafi.gov.eg

Civil Aviation Authority

www.civilaviation.gov.eg

Ministry of Communications and Information Technology

www.mcit.gov.eg

Ministry of Education

www.moe.gov.eg

Ministry of Electricity and Renewable Energy

www.moee.gov.eg

Ministry of Environment

www.eeaa.gov.eg

Ministry of Health & Population

www.mohp.gov.eg

Ministry of Housing & Urban Communities

www.moh.gov.eg

Ministry of Investment and International Cooperation

www.moic.gov.eg

Ministry of Transport

http://mot.gov.eg

Ministry of Water Resources and Irrigation

www.mwri.gov.eg

New & Renewable Energy Authority

www.nrea.gov.eg

New Urban Communities Authority

www.newcities.gov.eg

Informationsportal zur neuen Hauptstadt

http://thecapitalcairo.com

Public-private Partnership Central Unit

www.pppcentralunit.mof.gov.eg

Suez Canal Authority

www.suezcanal.gov.eg

Suez Canal Economic Zone

https://www.sczone.eg/English/Pages/default.aspx

Egyptian Information, Telecommunications, Electronic and Software Alliance

http://www.eitesal.org

Information Technology Industry Development Agency

www.itida.gov.eg

Egyptian Green Building Council

http://egypt-gbc.org

Egyptian Federation for Construction & Building Contractors

http://www.tasheed.org

Egyptian Engineers Syndicate

http://www.eea.org.eg

Building Materials Industries Chamber

www.fei.org.eg/index.php/en/chambers-en/633-building-materials

Projex Africa

http://www.projexafrica.net

Egypt Projects Summit

https://www.egypt-projects.com

Cairo ICT

http://cairoict.com

Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest


Text: Oliver Idem

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