Infrastrukturprojekte in Indien

Indien modernisiert veraltete Infrastruktur

Indiens Infrastruktur hat sich in den letzten 20 Jahren schon verbessert, der Nachholbedarf bleibt jedoch groß. Die Regierung investiert in den Straßenausbau, ins Eisenbahnnetz und in moderne Häfen und Flughäfen. Urbane Zentren müssen mit Infrastruktur für die Energie- und Wasserversorgung sowie mit Wohnraum ausgestattet werden. Ausländische Unternehmen kommen bei technisch anspruchsvollen Vorhaben und komplexen Dienstleistungen am ehesten zum Zuge.

18.05.2017

Indische Regierung will Infrastrukturdefizite beheben

Indiens Infrastruktur hat sich in den letzten 20 Jahren - von einem rudimentären Zustand ausgehend - verbessert. Im internationalen Ranking der Infrastrukturqualität durch das World Economic Forum liegt der Subkontinent aber immer noch hinter Jamaika und Tunesien auf Rang 81.

Der Nachholbedarf bleibt immens. Zunehmende Urbanisierung, Industrialisierung und internationale Verflechtungen erfordern einen schnellstmöglichen Ausbau. Die Bevölkerungszahl in Höhe von 1,3 Mrd. steigt weiter. Im Jahr 2060 dürften nach UN-Schätzung über 1,7 Mrd. Menschen in dem bald bevölkerungsreichsten Land der Erde leben.

Die Landbevölkerung drängt in die bereits überfüllten Städte. Der Anteil der städtischen Bevölkerung an der Gesamteinwohnerzahl dürfte bis 2050 von 30 auf 40% zulegen. Die urbanen Zentren können selbst heute ihre Bürger nicht ausreichend mit reinem Trinkwasser, sauberer Luft sowie Energie und Wohnraum versorgen.

Die Transportinfrastruktur steht ebenfalls in der Kritik. Die Warenbeförderung über Schienen-, Straßen-, Luft- oder Seeverkehr ist nicht effizient genug. Orte im Hinterland können nur schwerlich und mit hohen Kosten erreicht werden.

Das Finanzministerium hat sein Infrastrukturbudget in den letzten beiden Jahren aufgestockt. Es beträgt im Finanzjahr 2017/18 (1.4. bis 31.3.) umgerechnet 53,2 Mrd. Euro (3960 Mrd. indische Rupien (iR); Jahresdurchschnittskurs 2016: 1 Euro = 74.2371 iR). Dies entspricht 2,5% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Knapp zwei Drittel sind für den Verkehrsbereich eingeplant. Hinzuzurechnen sind noch die Investitionen der Entwicklungsorganisationen, der öffentlichen Infrastrukturgesellschaften und der 29 Bundesstaaten.


Rahmenbedingungen

Indikator

2016

2025 (Prognose)

Bevölkerung (Mio.)

1.297,1

1.418,7

Bevölkerungswachstum (%)

1,2

k.A.

Bevölkerung Stadt (Mio.)

429,8

525,5

Bevölkerung Land (Mio.)

867,3

893,3

BIP (nominal, Mrd. US$)

2.256,33.935,2 *)

Investitionen (in % des BIP)

31,7

k.A.

*) 2022

Quellen: Wirtschaftsdaten, United Nations, IWF


Qualität der Infrastruktur (2016/2017)

 

Ranking

Score

Qualität der gesamten Infrastruktur (Transport, Telefonie, Kommunikation)

51

4,5

Qualität der Straßen

51

4,4

Qualität der Schienentransportsysteme

23

4,5

Qualität der Häfen

48

4,5

Qualität der Lufttransportsysteme

63

4,5

Qualität der Elektrizitätsversorgung

88

4,3

Quelle: Global Competitiveness Report


Text: Thomas Hundt

18.05.2017

Indien baut Verkehrskorridore aus

Indien verfügt mit 5,4 Mio. km nach den USA über das zweitgrößte Straßennetz. Die meisten Straßen sind nicht asphaltiert. Die Unfallzahlen sind extrem hoch. Auf der Agenda stehen daher nicht nur neue Straßen, sondern auch mehr Verkehrsleitsysteme, Videoüberwachung sowie elektronische Mautsysteme.

2016/17 sind nach Angaben des Ministry of Road Transport and Highways (MORTH) über 1 Bill. iR (13,5 Mrd. Euro) für den Straßenbau vorgesehen. Das größte Vorhaben ist das knapp 50.000 km umfassende National Highways Development Project (NHDP, http://www.nhai.org/WHATITIS.asp), welches verschiedene staatliche Agenturen beaufsichtigen und ausschreiben. Der Staat finanziert 58% der NHDP-Projekte und vergibt Engineering, Procurement and Construction (EPC) an Baufirmen. Für 33% der Vorhaben fanden sich privat finanzierte Betreiber, die entweder selbst bauen oder bauen lassen. Etwa 9% werden nach einem Hybridmodell durchgeführt, bei dem der Staat 40% gibt und private Betreiber 60% der Gelder beisteuern.


Strukturdaten Verkehrsinfrastruktur

 

2016

Straßennetz (km)

5,4 Mio.

Schnellstraßen (km)

25.641

Schienennetz (km)

66.030

Flughäfen (Anzahl)

134

Flughäfen (Passagiere in Mio.)

224

Containerhäfen (Anzahl, Umschlag in Mio. TEU *)

212; 12,5

*) Twenty Foot Equivalent Units
Quellen: Ministry of Road Transport and Highways, Containers India Market Report, Techsci Research


Die Staatsbahn Indian Railways (IR) betreibt eines der weltweit größten Schienennetze (circa 66.000 km) und wickelt den Großteil des Bahnverkehrs ab. Zahlreiche Zielsetzungen des Sektors wurden in den letzten Jahrzehnten nicht erreicht. Daher plant IR in diesem und im nächsten Jahr Aufträge zur Renovierung von 25 Bahnhöfen zu erteilen und insgesamt 3.500 km an neuen Bahntrassen verlegen zu lassen.

Eine 1.499 km lange exklusive Güterschienenstrecke wird ab 2019 den Hafen Jawaharlal Nehru Port bei Mumbai mit der Hauptstadt Delhi verbinden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Güterzüge werde 70 km/h betragen. Entlang des Korridors entstehen auch neue Industrie- und Logistikzentren. Ein zweiter 1.839 km langer Bahnfrachtkorridor wird den nördlichen Bundesstaat Punjab mit der Stadt Kalkutta in Westbengalen verbinden.

Die Binnenschifffahrt schöpft aufgrund der unzureichenden Infrastruktur ihre Potenziale nicht aus. Die Inland Waterways Authority ist für den Ausbau von Wasserstraßen und Häfen zuständig. Die Beratungsfirma Uniconsult aus Hamburg unterstützt die Behörde bei ihren Planungen.

Die zwölf Haupthäfen schlugen im Finanzjahr 2015/16 lediglich 8,2 Mio. TEU (+3,0% gegenüber dem Vorjahr) um. Die Hafenanlagen werden vielerorts erneuert und modernisiert.

Die Airports in den großen Metropolen stoßen an ihre Grenzen, weil das innerindische Passagieraufkommen 2016 um 23% zulegte. Erweiterungen sind geplant. Das Ministry of Civil Aviation will auch Regionalflughäfen wiederbeleben. Die zuständige Airports Authority of India soll neue Passagier- und Cargoterminals beauftragen.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger/Ausführer

Projektstand

Bangalore Metro Rail Phase II

4.000

Bangalore Metro Rail Corporation
Ausführer: IL&FS Engineering and Construction Company

Im Bau, Fertigstellung 2020

14 km Zojila Tunnel im Bundesstaat Jammu und Kashmir

900

National Highways and Infrastructure Development Corporation

Ausschreibungen mehrfach wiederholt, neue EPC-Ausschreibung bis Mai 2017

Vizhinjam International Port in Kerala

625

Konzessionär: Adani Vizhinjam Port Private Limited

Ausführer: STUP Consultants India

Ausschreibungen, Fertigstellung Ende 2019

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Thomas Hundt


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Transport und Verkehr

Bauwirtschaft

Projekt- und Ausschreibungsmeldungen

18.05.2017

Indien setzt beim Ausbau der Stromversorgung auf erneuerbare Energien

Etwa 300 Mio. Inder sollen noch ohne Stromversorgung sein. Das Energieministerium verfolgt das ambitionierte Ziel, bis 2022 sämtliche Bürger mit Strom zu versorgen. Die Behörde Central Electricity Authority (CEA) erwartet von 2017 bis 2022 einen Zubau von 4.340 MW an Gaskraftwerken, 15.330 MW an Wasserkraftanlagen, 2.800 MW an Atomkraftwerken und 115.326 MW an Projekten zu erneuerbaren Energien. Auf Basis des erwarteten Anstiegs der Stromnachfrage sowie der Fortschritte in der Energieeffizienz seien keine zusätzlichen Kohlekraftwerke bis 2022 mehr nötig. Ungefähr 50.000 MW werden in der Periode dennoch in Dienst gestellt.


Strukturdaten Energieinfrastruktur

Indikator

2015/2016

2021/22 (Prognose)

Primärenergieverbrauch (in Mtoe)

701 (2015)

1.220

Stromverbrauch/Kopf (in kWh/Kopf)

1.075

 

k.A.

Stromverbrauch (in TWh)

1.114

1.611

Stromerzeugungskapazitäten (Stand 31.1.17 in GW)

316

523

Kohle/Öl/Gas (in GW)

214

278

Atomkraft (in GW)

5,8

10,1

erneuerbare Energien (in GW)

52,2

175

Stromgestehungskosten (in US-Cent)

8,6 (2014/2015)

k.A.

Bevölkerung mit Anschluss an das Stromnetz (in %)

82

100

Quellen: BP Energy Outlook, Central Electricity Authority, IEA


Indien ist ein interessanter Markt für erneuerbare Energien. Die Investitionen beliefen sich nach Schätzung von Bloomberg Finance 2016 wie im Vorjahr auf 9,6 Mrd. US$ (weltweit auf Rang sechs).

Der indische Photovoltaikmarkt ist außerordentlich erfolgreich. Die Marktforschungsfirma Bridge to India erwartet, dass 2017 rund 7,7 GW an Freilandanlagen und 1,1 GW an Dachanlagen installiert werden. Damit würde Indien bei den Neuinstallationen nur noch hinter den USA und der VR China liegen.

Der Photovoltaikstrom ist sehr preisgünstig. Die staatlichen Stellen versteigerten von Juli 2015 bis Dezember 2016 knapp 16 GW an Projekten. Die Bieter werden im Durchschnitt Tarife von 4,31 iR (6,6 US-Cent) über die 25-jährige Laufzeit erhalten. Die Developer gehen von dauerhaft günstigen Solarmodulen aus und berücksichtigen unsichere Abnahmeverträge, steigende Finanz- oder Grundstückskosten nicht hinreichend, heißt es.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/Ausführer

Projektstand

Grüne Energiekorridore (Stromtrassen)

6.600

Entwicklungskredite u.a. der KfW und ADB
Ausführer: Power Grid Corporation of India und regionale Stromübertragungsgesellschaften

Ausschreibungen, Laufzeit bis 2020

1.980 MW Kohlekraftwerk Ghatampur

2.600

Neyveli Uttar Pradesh Power
Bauausführung an L&T Power

Genehmigungen erteilt

Sechs 125 MW Photovoltaikanlagen im Pavagada Solar Park

k.A.

National Thermal Power Corporation

Ausschreibung April 2017, Bau und fünfjähriger Betrieb der Solaranlagen

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Thomas Hundt


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Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung

18.05.2017

Nachholbedarf bei Internetabdeckung in Indien

Lediglich zwei von zehn indischen Haushalten haben einen Internetzugang, und vier von zehn Einwohnern im Alter von über 15 Jahren besitzen ein Mobiltelefon. Die Mittel- und Oberschichten sind dagegen bestens vernetzt und nutzen digitale Angebote rege.


IKT-Infrastruktur

Indikator

2016

Durchschnittliche Geschwindigkeit der Internetanschlüsse (in kbps)

5.568

Festnetzanschlüsse in Mio.

24

Aktive Mobilfunkteilnehmer in Mio.

988

Mobile Breitbandanschlüsse in Mio. (mehr als 512 kbps Download)

217

Feste Breitbandanschlüsse in Mio. (mehr als 512 Kilobits pro Sekunde (kbps) Download

18

Quellen: Telecom Regulatory Authority of India, Akamai


Die Übertragungsrate im Internet erreichte im 4. Quartal 2016 nur einen Durchschnittswert von 5,6 Megabits pro Sekunde (Mbps). Sie konnte immerhin gegenüber dem Vorjahreszeitraum verdoppelt werden, lag im weltweiten Vergleich aber nur auf Rang 97.

Die Telekomnetze müssen verbreitert und verbessert werden. Die Zahl von 430.000 Mobilfunksendemasten werde nach Ansicht von Fachleuten bis 2020 auf etwa 510.000 zulegen. Statt Dieselgeneratoren werden zunehmend erneuerbare Energien oder Hybridanlagen als Back-up installiert.

Die Firmen Bharti Infratel und Indus Towers betreiben die meisten Sendestationen und vermieten diese an die großen vier Netzbetreiber Airtel, Vodafone, Idea und Reliance. Der Mobilfunkdienst Reliance Jio startete im September 2016 mit kostenlosen Angeboten und kam im Februar 2017 auf 100.000 Subscriber. Reliance Jio Infocomm kündigte im Januar 2017 Investitionen in Höhe von 3 Mrd. $ in seine Netze an. Die Telekomfirmen investieren derzeit in 4G-Technik, erweitern WLAN-Hotspots und Breitbandnetze.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Ausbau des 4G Mobilfunknetzes, Optische Netze, Kupferkabelnetze

9.200

Bharti Airtel
Ausführer: Ericsson und andere technische Partner

Laufzeit 2016 bis 2018

Low Power Wide Area Network (Lora)

k.A.

Tata Communications
Partner: Semtech und Hewlett Packard Enterprise

Ausbau des Lora-Netzes in 60 Städten bis Ende 2017

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Das staatliche Projekt "Bharat Net" sieht 2,5 Mio. km an zusätzlichen Glasfaserkabeln und den Anschluss von 250.000 Gemeinden an das Breitbandnetz vor. Die öffentlichen Unternehmen Bharat Broadband Network, Bharat Sanchar Nigam, RailTel und die Power Grid Corporation of India führen die Vorhaben aus, für die das Finanzministerium 2017/18 ein Budget von umgerechnet 1,4 Mrd. Euro bereitstellen wird. Das übergreifende "Digital India"-Programm, das im Jahr 2015 ausgerufen wurde, soll sogar 17 Mrd. $ kosten.

Außerdem planen und errichten die Bundesstaaten eigene Breitbandnetze. Lange Genehmigungsprozesse und hohe Gebühren der Behörden erschweren die Umsetzung von IKT-Projekten.


Text: Thomas Hundt


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest
Projekt- und Ausschreibungsmeldungen

18.05.2017

Abfall- und Wassermanagement stellt Indien vor Herausforderungen

Indiens Städte produzieren immer mehr Abfälle. Die Landwirtschaft verbraucht zu viel Wasser. Industrie und Verkehr belasten die Umwelt mit Giftstoffen und Abgasen. Die Umweltvorschriften sind eigentlich strikt, werden aber zu selten angewandt und überwacht.

Die Grundwasserspiegel fallen laut Messungen des Central Ground Water Board dramatisch. Indien entnimmt gemäß einer Analyse der Vereinten Nationen weltweit das meiste Grundwasser (251 Mrd. Kubikmeter nach zuletzt verfügbaren Daten von 2010). In der Trockenzeit sind viele Brunnen und Stauseen leer.


Rahmendaten Umweltinfrastruktur

Indikator

2016

Investitionen in Umweltinfrastruktur

k.A.

Improved sanitation facilities*(% der Bevölkerung mit Zugang)

56

Anschluss an Trinkwassernetz (% der Bevölkerung)

95

Müllaufkommen (Feststoffabfälle in Mio. t in Großstädten)

62 (2014)

Quellen: UNICEF, Ministry of Environment and Forests


Experten schätzen, dass 2014 ungefähr 62 Mio. t an Feststoffabfällen in den Großstädten anfielen. Es liegen keine genauen Daten vor, weil viele informelle Betriebe in der Sparte tätig sind. Knapp 80% des Mülls dürften eingesammelt werden, aber nur ein Viertel davon werde fachgerecht behandelt. Abfälle landen unsortiert auf überfüllten Deponien oder Müllsammler suchen darin nach Wertstoffen. So sollen PET-Flaschen 2015/16 zu etwa 90% recycelt worden sein.

Die Menge an Kunststoffabfällen in den 60 größten Städten des Subkontinents betrug gemäß der Umweltbehörde Central Pollution Control Board (CPCB) 2013 ungefähr 5,6 Mio. t, davon wurden circa zwei Drittel eingesammelt und sortiert. An Elektronikschrott häufte Indien 2015 etwa 1,9 Mio. t an. Zu 90% wurde er von informellen Betrieben eingesammelt und ausgeschlachtet. Nur knapp 2% erreichen offizielle Recyclingbetriebe, die übrigen 8% an Elektrogeräten enden auf Deponien.

Das CPCB und das Umweltministerium gaben 2016 konkretere Vorschriften für die Entsorgung von Plastik- und Elektromüll, Feststoffabfällen sowie von Bau- und Abbruchabfällen bekannt. Bundesstaaten, Städte und Distrikte setzen diese mehr oder weniger um. Ihre Umweltbetriebe gelten als ineffizient und kaum innovativ. Daher entstehen zunehmend private Umweltfirmen. Die Abfallwirtschaft soll laut der Marktforscher von Novonous 2025 ungefähr 13,6 Mrd. $ erreichen.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

National Hydrology Project (Landesweite Gewässerkunde)

350, davon 175 von der Weltbank

Weltbank
Ausführer: 49 Durchführungsstellen

Laufzeit 2017 bis 2025

Kolkata Environmental Improvement Investment Program

286, davon 200 von der ADB

ADB
Ausführer: Kolkata Municipal Corporation

Laufzeit 2016 bis 2020

Colaba Kläranlage in Mumbai

45

Municipal Corporation of Greater Mumbai
Ausführer: Suez Environnement

Vergabe im Oktober 2016

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Thomas Hundt


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz

18.05.2017

Indische Regierung investiert in Bildung- und Gesundheitsprojekte

Indien muss große Lücken seiner sozialen Infrastruktur schließen. Die Regierung möchte bis 2030 die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung erreichen. Dazu zählen unter anderem die Armutsbekämpfung, die Ernährungssicherung, Bildung und Gesundheit für alle sowie der Kampf gegen den Klimawandel.

Die Denkfabrik "National Institution for Transforming India (NITI Aayog)" zählt allein 58 von der Zentralregierung eingesetzte Programme, mit denen diese Vorgaben erreicht werden sollen. Sie sehen auch Investitionen in die soziale Infrastruktur vor. Zu den größeren Maßnahmen gehören "Clean India" oder "Skill India".

Zentralregierung und Bundesstaaten gaben im Finanzjahr 2016/17 ungefähr 7,0% des BIP für soziale Dienstleistungen aus. Die größten Budgets standen für Bildung (2,9% des BIP) und Gesundheit (1,4%) zur Verfügung. Diese Leistungsquoten waren in den letzten fünf Jahren ziemlich konstant. Das heißt, die staatlichen Sozialausgaben wuchsen im gleichen Tempo wie die Gesamtwirtschaft.

Private Anbieter ergänzen die soziale Infrastruktur zunehmend. Die Zulassungsstelle University Grants Commission zählte im Februar 2017 schon 260 private Hochschulen von den insgesamt 789 Universitäten. Im Krankenhaussektor liegt der private Anteil noch höher, privaten Firmen gehören circa drei Viertel aller Hospitäler. Das Unternehmen Apollo Hospitals verfügt beispielsweise über 9.554 Betten in 69 Krankenhäusern und errichtet derzeit drei weitere Hospitäler mit zusammengenommen 1.000 Betten.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Sardar Patel Cricket Stadium in Ahmedabad (Kapazität 110.000 Zuschauer)

110

Gujarat Cricket Association
Ausführer: Larsen and Toubro

Spatenstich Januar 2017

Amrita Universitätskrankenhaus in Faridabad (2.000 Betten)

k.A.

Mata Amritanandamayi Math
Ausführer: Amrita Hospital

Grundsteinlegung Mai 2016

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Thomas Hundt

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:
Gesundheitswesen 

Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:
Gesundheitswesen
Sozialwesen
Bildung

18.05.2017

Indien: PPPs und Geberfinanzierung ergänzen inländische Kredite

Indien finanziert den größten Teil seiner Infrastrukturinvestitionen über inländische Kredite, die sich im März 2016 nach Berechnung der Indian Credit Rating Agency (ICRA) auf rund 260 Mrd. $ (knapp 13% des BIP) beliefen. Banken haben 60% der gesamten Kredite vergeben, staatliche Infrastrukturfinanzierungsgesellschaften 37% und private 3%.

Banken und die sogenannten "Non-banking Finance Companies" sind nicht mehr so spendabel wie in den Jahren von 2011 bis 2015. Das Kreditvolumen wuchs 2015/16 nur um circa 4%. Das Neugeschäft legte kaum noch zu. Zum einen weil Finanzinstitute zu viele Infrastrukturkredite, vor allem im konventionellen Energiesektor, als kritisch und notleidend einstufen. Zum anderen fehle es an seriösen, gut geplanten, technisch und wirtschaftlich tragfähigen Projekten, so Marktbeobachter.

Das Finanzministerium versucht daher, die Infrastrukturinvestitionen zu beleben und private Betreibermodelle zu mobilisieren. Das Ministerium beabsichtigt, 49% zu einem National Investment and Infrastructure Fund (NIIF) mit einem Gesamtvolumen von 6 Mrd. $ beizutragen. Den Rest soll der NIIF auf dem lokalen Kapitalmarkt sowie bei ausländischen Gebern beschaffen.

Kommerzielle ausländische Kreditgeber haben von 2012 bis 2016 etwa 80 Mrd. $ an External Commercial Borrowings an lokale Infrastrukturunternehmen vergeben. Die internationale und nationale Private Equity-Branche entdeckt ebenfalls - von einem niedrigen Niveau ausgehend - die Infrastruktur als Kapitalanlage.

Weltbank, Asiatische Entwicklungsbank (ADB), International Finance Corporation und die Japan International Cooperation Agency (JICA) haben von 2012 bis 2016 circa 33 Mrd. $ an Krediten für 102 Infrastrukturprojekte vergeben. Die Neuzusagen der KfW Entwicklungsbank für Entwicklungsprojekte in Indien betrugen von 2010 bis 2015 durchschnittlich rund 600 Mio. Euro, ein klarer Schwerpunkt lag dabei kontinuierlich auf dem Energiesektor. Auch künftig werden KfW-Mittel unter anderem in Solarprojekte und neue Stromleitungen fließen, aber auch in Verkehrs- und Umweltvorhaben.


Text: Thomas Hundt

18.05.2017

Indien: Unklare Vergabeprozesse; Chancen bei anspruchsvollen Vorhaben

Ausschreibungen der Weltbank, ADB oder KfW sind relativ transparent. Lokale Project Implementation Units führen die Beschaffungen aus, prüfen die Unterlagen der Bewerber und vergeben schließlich die Aufträge. Falls nationale Stellen Projekte finanzieren, können Local Content-Regeln eine Rolle spielen. Wenn keine heimischen Technologien vorhanden sind, kommen ausländische Unternehmen aber durchaus zum Zuge. Dies ist bei technisch anspruchsvollen Vorhaben und komplexen Dienstleistungen häufig der Fall.

Teilnahmen an öffentlichen Ausschreibungen erfordern viel Geduld und Erfahrung. Die Zuständigkeiten sind komplex und werden häufig entzogen. Es gibt kaum Standards für die Vergaben. Vorschriften sind allgemein gehalten und bieten Interpretationsspielräume.

Ausschreibende Stellen überraschen die Bewerber beispielsweise mit nachträglichen Forderungen nach Erfüllungsgarantien oder fordern Unterlagen nach. Behörden und öffentliche Unternehmen rollen Vergaben auch neu auf, weil sie Unregelmäßigkeiten entdecken oder die Bewerbungen nicht passen.

Entscheidungen durchlaufen mehrere Ebenen und können lange ohne Angabe von Gründen zurückgehalten werden. Ausländische Unternehmen beauftragen daher oft erfahrene, lokale Partner mit der Beobachtung von und Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen. Joint Ventures und Konsortien ermöglichen ebenfalls den Zugriff auf das Know-how und das Know-who in den öffentlichen Beschaffungsstellen.

Indische Kunden sind extrem preissensibel und kalkulieren sehr kurzfristig. Qualität spielt eine untergeordnete Rolle. Westliche Anbieter müssen ihre Produkte und Dienstleistungen deshalb an lokale Gegebenheiten anpassen und einen großen Teil der Leistungen im Inland erzeugen. Sie sollten dabei bedenken, dass Fachkräfte an vielen Stellen fehlen.

Unternehmen haben in einer Umfrage des World Economic Forum die Korruption als das größte Hindernis für geschäftliche Aktivitäten bezeichnet. Die Regierung bekämpft das Problem inzwischen mit drastischen Maßnahmen wie dem Entzug von Bargeld und führt zudem mehr elektronische Verwaltungsprozesse (E-Government) ein.


Text: Thomas Hundt

18.05.2017

Indien: Kontakte, Veranstaltungen, Internetadressen

Institution

Internetadresse

Ausschreibungsplattformen

http://tenders.gov.in; https://eprocure.gov.in

Infrastructure India (Datenbank mit Infrastrukturprojekten)

https://infrastructureindia.gov.in

Ministerien und Behörden (Portalseite)

http://goidirectory.nic.in

Invest India (Investitionsförderungsbehörde)

http://www.investindia.gov.in

Verbände

 

Indian Wind Energy Association (Verband)

http://www.inwea.org

Indian Wind Power Association (Verband)

http://www.windpro.org

Solar Energy Society of India (Verband)

http://www.sesi.in

Telecom Equipment Manufacturers Association of India (Verband)

http://tematelecom.in

CMAI Association of India (Verband)

http://www.cmai.asia

Tower and Infrastructure Providers Association (Verband)

http://taipa.in

India Water Works Association (Verband)

http://www.iwwa.info

Messen

 

Aqua World, 21.8. bis 23.8.17, Neu Delhi (Messe für Wasserindustrie)

http://www.aquaworldindia.in

4th Water India EXPO, 10.9. bis 12.9.17, Pragati Maidan, Neu Delhi (Messe für Wasserindustrie)

http://www.waterindia.com

Renewable Energy India Expo, 20.9. bis 22.9.17, Greater Noida, Uttar Pradesh (Messe für Erneuerbare Energien)

http://www.renewableenergyindiaexpo.com

IFAT India, 26.9. bis 28.9.17, Mumbai, Maharashtra (Messe für Wasser, Abwasser, Abfall und Recycling)

http://www.ifat-india.com

Intersolar India, 5.12. bis 7.12.17, Mumbai, Maharashtra, (Messe für Solarenergie)

https://www.intersolar.in

Convergence India, 7.3. bis 9.3.18, Neu Delhi, (Messe und Konferenz für Telekommunikation)

http://www.convergenceindia.org

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Thomas Hundt

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