Infrastrukturprojekte im Iran

Iran will Verkehrsinfrastruktur ausbauen

Nach der Lockerung der Wirtschaftssanktionen 2016 will Iran seine Infrastruktur modernisieren. Die höchsten Investitionen sind für die Verkehrsinfrastruktur vorgesehen. Im Fokus stehen das nationale Schienennetz und Flughäfen. Der Staat setzt angesichts seiner Haushaltsprobleme bei Infrastrukturinvestitionen auf den Privatsektor. Fast alle Projekte stehen noch unter Finanzierungsvorbehalt. Beteiligungschancen gibt es bei der Projektplanung, im  Projektmanagement oder als Unterauftragnehmer.

18.05.2017

Iran: Erneuerung der Infrastruktur geplant

Nach der Anfang 2016 erfolgten Aufhebung beziehungsweise Lockerung der Wirtschaftssanktionen will Iran seine Infrastruktur in Kooperation mit ausländischen Partnern umfassend modernisieren. Die Infrastrukturentwicklung ist durch die Wirtschaftssanktionen zwar stark verlangsamt worden, dennoch gab es erhebliche Fortschritte. Unterstützung kam unter anderem von der VR China, die heute Irans führender Handelspartner ist und dies auch zukünftig bleiben möchte.


Rahmenbedingungen

Indikator

2016 1)

2025 (Prognose)

Bevölkerung (in Mio.)

78,8

87,7

Bevölkerungswachstum (in %)

1,2

1,2

Bevölkerung Stadt (in %)

72,7

85,0

Bevölkerung Land (in %)

27,2

15,0

BIP (nominal, in Mio. US$)

371,4

484,7 2) (2020)

Investitionen (in % des BIP)

23,5

25,0

1) die Daten beziehen sich auf das iranische Jahr 1394 (2015/16)
Quellen: Statistical Center of Iran, Germany Trade & Invest, 2) Statista


Die höchsten Investitionen sind im Bereich Verkehrsinfrastruktur vorgesehen. Als Prioritäten gelten die Entwicklung des nationalen Schienennetzes und der Flughäfen. Aber auch der maritime Sektor erfordert hohe Investitionen. In den Ballungsräumen sollen die Metrosysteme auf- beziehungsweise ausgebaut werden.


Qualität der Infrastruktur

 

Ranking

Score

Qualität der gesamten Infrastruktur (Transport, Telefonie, Kommunikation)

76

4.0

Qualität der Straßen

68

4.1

Qualität der Schienentransportsysteme

46

3.5

Qualität der Häfen

73

3.9

Qualität der Lufttransportsysteme

111

3.4

Qualität der Elektrizitätsversorgung

63

5.0

Quelle: Global Competitiveness Report 2016-2017


Sehr großer Nachholbedarf besteht im Bereich der digitalen Infrastruktur. Es ist allerdings politisch umstritten, wie weit die Islamische Republik ihre digitale Infrastruktur gegenüber dem Ausland öffnen soll. Zudem behindern die fortbestehenden Iran-Sanktionen der USA die Beschaffung notwendiger Hard- und Software. US-Exportkontrollen bzw. -verbote bremsen aber auch Projekte in anderen Infrastrukturbereichen.


Text: Robert Espey

18.05.2017

Iran modernisiert Schienennetz und Flughäfen

Priorität hat derzeit der Ausbau des Schienennetzes. In Kooperation mit ausländischen Partnern will Iran sein Schienennetz stark ausbauen. Das heute überwiegend noch einspurige Netz soll größtenteils zweispurig und weitgehend elektrifiziert werden, mehrere Hochgeschwindigkeitsstrecken sind geplant. Es wird angestrebt, das notwendige moderne rollende Material weitgehend in Iran zu produzieren.


Strukturdaten Verkehrsinfrastruktur

 

2016 1)

2020 (Prognose)

Wert der Bauinvestitionen insgesamt (in Mrd. US$) 2)

31,3

45,0

davon Verkehrsinfrastrukturbau

--

--

Straßennetz (km)

86.623

90.000

Schienennetz (km, Hauptstrecken, 2015)

10.376

15.000

Flughäfen (Anzahl)

54

56

Flughäfen (Passagiere)

49,1

70,0

Containerhäfen (Umschlag in Mio. TEU, 2015)

2,2

3,0

1) die Daten beziehen sich auf das iranische Jahr 1394 (2015/16); 2) umgerechnet zum durchschnittlichen Zentralbankkurs
Quellen: Statistical Center of Iran, Ministry of Roads and Urban Development, Pressemeldungen, Germany Trade & Invest


Während des 6. Fünf-Jahresplans (2016/17 bis 2020/21) ist der Bau von über 9.000 km Schienenstrecke geplant, gegenwärtig sollen 3.500 km bereits im Bau sein, davon 540 km kurz vor der Fertigstellung. Vorrangig werden ausländische Finanzierungen für folgende Projekte gesucht: Tehran-Esfahan High Speed (410 km), Tehran-Mashhad Electrification (930 km), Garmsar-Incheh Borun Electrification (495 km), Qazvin-Rasht (388 km), Mianeh-Tabriz (200 km), Tehran-Hamedan-Sanandaj (430 km), Shiraz-Bushehr (250 km), Gorgan-Bojnourd-Mashhad (570 km), Mianeh-Ardabil (175 km) und das Gharb (West) Rail Project. Für einige der genannten Projekte soll es bereits Teilfinanzierungen geben.


Ausgewählte Projekte

Projekt

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Tehran to Mashhad High Speed Railway

3.000

Iran Railways

Studie

Tehran Metro Line 8, 9 and 4 Express Lines

10.000

Tehran Urban & Suburban Railway Company

Design

Imam Khomeini International Airport- New Terminal

2.800

Ministry of Roads & Urban Development

Präqualifikation

Quellen: Ministry of Roads & Urban Development, MEED Projects, Pressemeldungen


Für den Ausbau der beiden Flughäfen in Teheran (Iman Khomeini und Mehrabad) sowie der Flughäfen Tabriz, Mashhad, Esfahan, Kerman und Shiraz werden ausländische Investitionen in Höhe von insgesamt 3 Mrd. US$ erwartet. Zahlreiche Absichtserklärungen wurden in den letzten Monaten unterzeichnet.

Am Bau des "Iranshahr Terminal" (Iman Khomeini Airport) sind der führende türkische Flughafenbetreiber, die TAV Airports Holding, beziehungsweise der TAV-Hauptaktionär, die Aeroports de Paris Group, und das französische Bauunternehmen Bouygues interessiert. Frankreichs Vinci führt Gespräche über die Erweiterung der Flughäfen Mashhad und Esfahan.

Die italienischen Firmen SEA und Vitali verhandeln über Projekte am Mehrabad beziehungsweise Tabriz Airport. Auch für die Flughäfen Kerman und Shiraz soll es ausländische Interessenten geben. Im Januar 2017 haben die Flughäfen Frankfurt und München sowie Dornier Consulting eine Ansichtserklärung über die Zusammenarbeit mit der Iran Airports & Air Navigation Company unterzeichnet.


Text: Robert Espey


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Transport und Verkehr

Bauwirtschaft

18.05.2017

Iran will Stromerzeugungskapazitäten weiter ausbauen

Irans Kraftwerkskapazitäten sind zwischen 2011 und 2016 um etwa 15 auf 75 Gigawatt (GW) gestiegen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen sich die Kapazitäten um 26 GW erhöhen. Obwohl erneuerbare Energien an Bedeutung gewinnen dürften, wird der Kapazitätsausbau im Wesentlichen durch Nutzung von Gas und Atomenergie erfolgen. Die notwendigen Milliardeninvestitionen werden hauptsächlich von privaten Betreibern erwartet. Der Staat will sich als Investor zurückziehen. Die zusätzlichen Kraftwerkskapazitäten werden nur teilweise zur Deckung des wachsenden nationalen Verbrauchs benötigt, Iran will zu einem wichtigen Stromexporteur werden.


Strukturdaten Energieinfrastruktur

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Primärenergieverbrauch (Mio. t of oil equivalent)

275,0

316,0

Stromverbrauch/Kopf (kW/h)

3.558

3.700

Stromerzeugungskapazitäten (Jahr in GW)

75

100

Öl/Gas (in %)

83

85

Atomkraft (in %)

1

1

Wasserkraft (in %)

16

13

andere erneuerbare Energien (in %)

0

2

Endpreis Industriestrom / Haushaltsstrom (in US$ 1)2))

--/0,09

--/0,18

Bevölkerung mit Anschluss an das Stromnetz (in %)

100

100

1) Jahresdurchschnittskurs 2016 (1 Riad = 0,00003US$), Quelle; Oanda; Umrechnungskurs; 2) bei Industriestrom variieren die Kosten pro kWh nach Art des Stromanschlusses, nach Branche und nach Tageszeit, bei Haushaltsstrom sind die Kosten pro kWh verbrauchsabhängig, es ist die höchste Preiskategorie angegeben
Quellen: Ministry of Energy, BP Statistical Review of World Energy, Pressemeldungen, Germany Trade & Invest


Neben neuen Kraftwerken soll ein Teil des geplanten Kapazitätszuwachses durch den Umbau wenig effizienter Gasturbinenkraftwerke in Gas- und Dampf-Kombikraftwerke entstehen. Die für die Umwandlung vorgesehenen Kraftwerke verfügen über eine Leistung von 16 GW, die zusätzlichen Dampfturbinen erhöhen die Kapazität um 7 GW. Mehrere Konversionsprojekte sollen 2017 auf BOO-Basis (Build, Own, Operate) international ausgeschrieben werden, darunter die Geno Power Plant in Bandar Abbas. Beim Bau von Atomkraftwerken kooperiert Iran weiterhin mit Russland.


Ausgewählte Projekte

Projekt

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Combined Cycle Thermal Power Plant (500 MW)

500

Sirjan Gohar Energy Company

Studie

Mehran Power Station (1.000 MW)

700

Pichak Sanat Ilam Company

Studie

Fasa Solar Power Plant (200 MW)

600

Ministry of Energy

Studie

Quellen: Pressemeldungen, Ministry of Energy, MEED Projects


Die Zukunft der erneuerbaren Energien (EE) in Iran ist ungewiss. Mit einem attraktiven "Feed-in-Tariff" sind zwar grundsätzlich günstige Rahmenbedingungen für privates Engagement geschaffen worden und über EE-Projekte im Gesamtwert von 3 Mrd. US$ wird nach offiziellen Angaben derzeit verhandelt. Aber die Bereitschaft privater Unternehmen, Finanzierungen zu übernehmen, ist noch gering. Anlässlich der Inbetriebnahme von zwei staatlich finanzierten 7 MW Solar-Parks in der Provinz Hamedan hat im Februar 2017 Energieminister Chitchian auf die bislang geringe Dynamik im EE-Sektor hingewiesen. Nur etwa 200 MW seinen innerhalb der letzten 20 Jahre installiert worden. Als Zielgröße für 2030 nennt Chitchian 7.500 MW.


Text: Robert Espey


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Kraftwerksbau

Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung

18.05.2017

Ausbau der iranischen IKT-Infrastruktur langsamer als geplant

Präsident Rohani erklärte bei Amtsantritt (2013) die Entwicklung einer modernen IKT-Infrastruktur und den Abbau der Internet-Zensur zu Prioritäten seiner Regierung. Die bis Anfang 2016 geltenden Sanktionen haben die Modernisierung der Telekommunikationssysteme behindert. Dennoch konnte die Internetversorgung über Mobilfunk und das Festnetz deutlich verbessert werden. Ausländische Unternehmen zeigen Interesse an einem Engagement in Irans Telekommunikationssektor.


IKT-Infrastruktur

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Durchschnittliche Geschwindigkeit der Internetanschlüsse (in kbps)

2.048

10.240

Festnetzanschlüsse (in % der Einwohner)

44

50

Mobile Netzabdeckung (in % der Einwohner)

90

100

Anteil der Haushalte mit Internetzugang (in %)

60

70

Breitbandpreise (in % des Bruttonationaleinkommen) *)

2,7

2,0

*) Internetplan mit maximal 2 Mbps und einem maximalen Datenvolumen von 30 GB "domestic traffic" und 15 GB "international traffic", zusätzliches Datenvolumen kostet 0,42 US$/GB
Quellen: Ministry of Communication and Information Technology, Statistical Center of Iran, Pressemeldungen, Germany Trade & Invest


Nach Angaben des Ministry of Communication and Information Technology lag im September 2016 die Zahl der Nutzer von Breitband-Internet bei 40 Mio., dies entspricht einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 50%. Die Zahl der Internet-Festnetzanschlüsse wird mit 9,3 Mio. angegeben. Zusätzlich nutzen 27,1 Mio. Personen das Internet über die 3G und 4G Mobilfunknetze.

Die Geschwindigkeit von Festnetz-Breitbandanschlüssen liegt aktuell bei durchschnittlich lediglich 2 Mbps, das mobile Breitband bietet hingegen 5 bis 6 Mbps. Iran arbeitet seit 2011 an einem Glasfasernetz. In sieben iranischen Städten sollte das Netz 2015 verfügbar sein und dadurch Festnetz-Geschwindigkeiten von 20 Mbps ermöglichen. Aber weiterhin wartet Iran auf die Glasfaseranschlüsse, noch ist ADSL die schnellste Technologie.

Das Glasfaser-Projekt wird vom staatlichen Monopolisten Iranian Net durchgeführt. Gegenwärtig wird diskutiert, das Projekt neu zu vergeben. Iranian Net versucht dies zu verhindern und sucht Investoren, der lokale Mobilnetzbetreiber MTN Irancell ist interessiert. Das Ministerium hat im Mai 2016 erklärt, innerhalb von fünf Jahren eine durchschnittliche Internet-Geschwindigkeit von 20 Mbps erreichen zu wollen. Dieses Ziel bezieht sich aber nur auf Verbindungen zu lokalen Servern, ein "National Information Network" ist im Aufbau. Der Anteil des Internet-Verkehrs, der über ausländische Server läuft, soll stark sinken.


Text: Robert Espey

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest

18.05.2017

Steigender Verbrauch erschwert Wasserversorgung im Iran

Der durch ein hohes Bevölkerungswachstum sowie durch die Ausweitung der industriellen und landwirtschaftlichen Produktion stark gestiegene Wasserbedarf hat in Iran zu einer angespannteren Versorgungssituation geführt. Das Wasserangebot soll unter anderem durch verstärkte Nutzung von recyceltem Abwasser erhöht werden. Die National Water and Wastewater Engineering Company (NWWEC) erklärt, dass 205 Kläranlagen in Betrieb seien. Über 100 Klärwerksprojekte sind in der Planung oder bereits im Bau.


Rahmendaten Umweltinfrastruktur

Indikator

2016 1)

2020 (Prognose)

Improved sanitation facilities*(% der Bevölkerung mit Zugang)

92

98

Anschluss an Trinkwassernetz (% der Bevölkerung)

96

99

Recyclingquote 2)

Festmüll

7

10

organische Abfälle

15

18

1) Schätzungen; 2) Siedlungsabfälle
Quellen: WHO, Tehran Waste Management Organization, Germany Trade & Invest


Nach NWWEC-Angaben können insgesamt 3.000 Wasser- und Abwasserprojekte infolge von Finanzierungsproblemen nicht abgeschlossen werden. Ausländische Investoren sollen übernehmen. Im Oktober 2016 hat die Tehran Province Wastewater Company mit der türkischen Kuzu Group einen 140 Mio. US$ Vertrag zum Bau einer von der Islamic Development Bank finanzierten Kläranlage im südwestlichen Teheran unterzeichnet.


Ausgewählte Projekte

Projekt

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Tabriz Sewage Treatment Plant (Second Module)

100

East Azarbaijan Water and Wastewater Co.

Ausschreibung

Western Tehran Wastewater Treatment Project

250

National Water & Wastewater Engineering Company

Ausschreibung

Fars Wastewater Treatment Plants

187

Fars Water & Wastewater Company

Präqualifizierung

Quellen: Pressemeldungen, Ministry of Energy, MEED Projects


Meerwasserentsalzung spielt in Iran bislang nur im Öl- und Gassektor sowie in der petrochemischen Industrie eine wichtige Rolle. Hingegen trägt Meerwasserentsalzung zur Trinkwasserversorgung wenig bei. Jetzt sind 50 Entsalzungsanlagen geplant, die nicht nur die Küstenregionen versorgen sollen, sondern auch die zentral-iranischen Provinzen. In Siraf (Provinz Bushehr) wurde kürzlich mit dem Bau einer Anlage begonnen. Die Wasserversorgung der Provinz Bushehr erfolgt gegenwärtig zu 90% aus Nachbarprovinzen.

Nach Angaben des Gouverneurs der Provinz Kerman, Ali Reza Razm Hosseini, befindet sich ein Projekt zur Versorgung der Provinz durch eine Meerwasserentsalzungsanlage am Golf von Oman in der Durchführung. In einer ersten Bauphase soll eine Kapazität von jährlich 440 Mio. cbm erreicht werden.

Seit Jahren wird über ein Projekt zur Versorgung der ariden Provinz Semnan mit Wasser aus dem Kaspischen Meer diskutiert. Das Energieministerium erklärte Anfang 2016, es werde nach ausländischen und lokalen Investoren gesucht. Ziel ist es, jährlich 200 Mio. cbm in den Süden zu pumpen. Das Projekt wird aber von Irans Umweltbehörde kritisiert.


Text: Robert Espey

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz

18.05.2017

Iran plant Neu- und Ausbau von Krankenhäusern

Mittelfristig ist die Erweiterung der Krankenhauskapazitäten um rund 115.000 Betten geplant. Angaben zur aktuellen Bettenzahl bewegen sich zwischen 130.000 und 140.000. Das Gesundheitsministerium und andere nicht-private Trägergesellschaften (Sozialversicherungsorganisationen etc.). haben an der Bettenkapazität einen Anteil von etwa 90%. Zukünftig will sich der Staat nur noch begrenzt bei Ausbau und Modernisierung des Gesundheitswesens engagieren.


Ausgewählte Projekte

Projekt

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Hospitals in Shiraz and Tabriz (2 x 320 Betten)

360

Iranian Social Security Organization

Studie

Fars Hospital (1200 Betten)

600

Ministry of Health

Studie

Tehran Specialized Nuclear Hospital

331

Atomic Energy Organization of Iran

Studie

Quellen: Pressemeldungen, Ministry of Health, MEED Projects


Privaten Investoren werden Vereinbarungen über garantierte Patientenzahlen und Vergütungen medizinischer Dienstleistungen angeboten. Ob diese Form der "Private Public Partnership" hinreichend Investoren anlockt, ist jedoch unklar. Das Gesundheitsministerium hat eine Liste mit 24 Krankenhausprojekten (insgesamt 19.250 Betten) erstellt. Italienische (Pessina Costruzioni) und koreanische Firmen (Samsung, Daewoo) werden als mögliche Investoren genannt.


Text: Robert Espey

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:
Gesundheitswesen

18.05.2017

Iran: Ausländische Firmen sollen Finanzierung mitbringen

In Iran haben ausländische Firmen bei nahezu allen größeren Infrastrukturprojekten in der Regel nur dann eine Chance auf Beteiligung, wenn sie einen Großteil der benötigten Finanzierungen mitbringen können oder besser noch, wenn die Bereitschaft zu Investitionen beispielweise in Form von BOO-Projekten (Build, Own, Operate) besteht. Der Staat will angesichts seiner erheblichen Haushaltsprobleme, die auch nach Lockerung der Wirtschaftssanktionen fortbestehen, Infrastrukturinvestitionen möglichst weitgehend dem Privatsektor überlassen.

Seit Anfang 2016 sind mit ausländischen Unternehmen zahlreiche Vereinbarungen unter anderem über den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, über Projekte im Bereich der Wasserversorgung und Abwasseraufbereitung sowie über den Bau neuer Krankenhäuser unterzeichnet worden. Aber fast alle Projekte stehen unter Finanzierungsvorbehalt.

Vor allem aufgrund der weiterhin geltenden US-Sanktionen ist der europäische Bankensektor allerdings bislang nicht bereit, die notwendigen Milliardenfinanzierungen zu mobilisieren. Hinzu kommt das allgemeine Länderrisiko, das aber durch die europäischen Exportkreditversicherer stark reduziert werden kann. Die derzeit wieder wachsenden Spannungen zwischen Washington und Teheran und das damit steigende Risiko der Reaktivierung von Sanktionen und/oder neuer Sanktionen erschweren die Lösung der Finanzierungsfrage zusätzlich.

Projektfinanzierungen kommen derzeit vor allem aus der VR China und Korea (Rep.), aber auch aus Russland. Obwohl Iran europäische Unternehmen vielfach vorziehen würde, kommen letztlich Partner, die Finanzierungspakete anbieten, zum Zuge.


Text: Robert Espey

18.05.2017

Iran: Deutsche Expertise wird geschätzt

Verkehrsminister Dobrindt hat während seiner Besuche in Teheran im Oktober 2016 und Januar 2017 das große Interesse deutscher Unternehmen verdeutlicht, sich an iranischen Infrastrukturprojekten zu beteiligen. Es wurden sechs Absichtserklärungen unterzeichnet und vereinbart, eine bilaterale Task-Force zur Förderung der Kooperation im Verkehrssektor zu etablieren.

Deutschland wird in Iran derzeit vor allem als wichtiger Partner beim Ausbau des iranischen Eisenbahnsektors genannt. Hier steht Siemens im Fokus. Das Unternehmen hat bereits im Januar 2016 Absichtserklärungen über Kooperationen unterzeichnet und zwischenzeitlich mit seinem alten iranischen Partner Mapna die lokale Montage von Diesel-Lokomotiven wieder aufgenommen. Gespräche laufen auch über den Bau von Lokomotiven für geplante Hochgeschwindigkeitsstrecken.

In der lokalen iranischen Presse, aber auch bei Bloomberg wurde im November 2016 von einem 1,2 Mrd. Euro Kredit der KfW IPEX-Bank zur Mitfinanzierung der geplanten 930 km High-Speed-Verbindung zwischen Teheran und Mashhad berichtet, die Quelle war die iranische Zentralbank. Die KfW-Tochter konnte diese Information jedoch nicht bestätigen.

Siemens soll beim Teheran-Mashhad-Projekt unter anderem den Auftrag für die Elektrifizierung erhalten. Siemens ist auch im Gespräch über eine Beteiligung am Hochgeschwindigkeitsprojekt Teheran-Isfahan. Der größte ausländische Kreditgeber in Irans Eisenbahnsektor ist die VR China, die auch einen Großteil der Hochgeschwindigkeitsstrecken finanziert.

Im Kraftwerkssektor spielt Deutschland in Iran als Turbinenlieferant (Siemens) eine wichtige Rolle. Als ausländische Hauptauftragsnehmer beziehungsweise Investoren sind bei Kraftwerksprojekten unter anderem türkische und koreanische Firmen im Gespräch. Im Juni 2016 hat das türkische Unternehmen Unit International angekündigt, 4,2 Mrd. US$ in sieben Gas- und Dampf-Kombikraftwerke (GuD-Kraftwerke) mit einer Gesamtleistung von über 6 Gigawatt (GW) investieren zu wollen, ein BOT-Vertrag (Build, Operate, Transfer) mit 20jähriger Laufzeit soll abgeschlossen werden. Die ebenfalls türkische Zorlu Enerji verhandelt über Kraftwerke für 4 Mrd. US$ mit insgesamt 5 GW.

Ein koreanisch-iranisches Joint Venture soll für den Bau eines 500 Megawatt (MW) GuD-Kraftwerks in Sirjan gegründet werden. Anteilseigner sind die zu Omid Investment gehörende lokale Gohar Energy sowie Daewoo und Korea Western Power. Dem Vernehmen nach will die Korea Technologies Company 600 Mio. US$ in ein 200 MW Solarprojekt und 220 Mio. US$ in ein 100 MW Windkraftwerk investieren.

Deutsche KMU können bei der Entwicklung der iranischen Infrastruktur eine wichtige Rolle spielen. Beteiligungschancen gibt es unter anderem in den Bereichen Projektplanung, Projektmanagement oder als Unterauftragnehmer. Auch bei Projekten, die wesentlich von asiatischen Geldgebern finanziert werden, wird häufig von iranischer Seite die (partielle) Nutzung europäischer Technologien vorgeschrieben.


Text: Robert Espey

18.05.2017

Iran: Kontakte, Veranstaltungen, Internetadressen

Institution

Internetadresse

Ministry of Roads and Urban Development

http://mrud.ir/en

Islamic Republic of Iran Railways

http://www.rai.ir

Civil Aviation Organization

http://www.cao.ir

Ports & Maritime Organization

http://www.pmo.ir

Ministry of Energy

http://news.moe.gov.ir/

Power Generation Transmission & Distribution Management Company (Tavanir)

www.tavanir.org.ir

Renewable Energy Organization of Iran (SUNA)

http://www.suna.org.ir/en/home

National Water & Wastewater Engineering Company

http://www.nww.ir/

Ministry of Information and Communications Technology

http://www.ict.gov.ir

Ministry of Health

http://ird.behdasht.gov.ir/

Iran Rail Expo - International Exhibition of Transportation and Rail Industry

www.miladfair.ir

IRANIMEX - Iran International Maritime & Offshore Technologies Exhibition

www.iranimex.ir/

Elecshow - International Electricity Exhibition

www.elecshow.ir

IES - Iran International Renewable Energy & Energy Saving Exhibition

http://energysaving.ir/English/

Project Iran - International Trade Exhibition for Construction Materials, Equipment and Environmental Technology

www.project-iran.com

Iran Confair - International Building & Construction Exhibition

www.iranconfair.ir/

Iran Telecom Innovations - International Trade Show on Innovative CIT Solutions

www.iran-telecom.info/irantelecom0.html

WATEX - International Water & Waste Water Exhibition

www.watex.ir

Iran Enviro - International Environmental Exhibition

www.mandtgroup.com

Iran Health - Internationale Fachmesse für Medizintechnik

www.iranhealthexhibition.org

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Robert Espey

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