Infrastrukturprojekte in Spanien

Spanien investiert wieder in die Infrastruktur

Nachdem die Bauinvestitionen in Spanien zwischen 2008 und 2014 zurückgegangen waren, gibt es seitdem wieder positivere Meldungen. Der Markt ist zwar nicht zuletzt wegen des starken lokalen Bausektors hart umkämpft, für Spezialaufträge oder Lieferungen von Technologie bestehen aber durchaus Chancen. Da der Staat weiter sparen muss, spielen EU-Mittel und der private Kapitalmarkt für die Finanzierung eine wichtige Rolle.

18.05.2017

Markteintritt in Spaniens Bausektor gilt als schwierig

Spanien verfügt über eine ausgezeichnete Infrastruktur und ist mit Autobahnen, Flughäfen, Krankenhäusern, Hochgeschwindigkeitsschienen oder Entsalzungsanlagen zum Teil über den aktuellen Bedarf hinaus ausgestattet. Dem Staat sind dort, wo dennoch Ausbaubedarf vorhanden ist, häufig die Hände gebunden, da er sein exzessives Haushaltsdefizit weiter abbauen muss (2017 auf 3,1% des BIP). 2008 endete der Immobilien- und Baurausch in Spanien abrupt, die Staatsverschuldungsquote verdreifachte sich nahezu auf 100% des BIP.

Der sechsjährige Rückgang der Bauinvestitionen endete 2014. Der von Staatsaufträgen abhängige Infrastrukturbaumarkt, der 2014 und 2015 vor den Parlamentswahlen aufflackerte, kann mit privaten Projekten in Hochbausanierung und Neubau angesichts der Haushaltssanierung noch nicht mithalten.

Spaniens Urbanisierungsgrad steigt von Jahr zu Jahr und liegt bei 80%, mit den Metropolen Madrid und Barcelona als Hauptmagneten. Große Teile des Landes sind im Unterschied etwa zu Frankreich oder Deutschland nur sehr dünn besiedelt. Verkehrsinfrastruktur, Wasserkanäle und Energienetze halten das Königreich regelrecht zusammen.

Das Gewicht liegt auf Infrastrukturprojekten, die aus EU-Fonds und -Programmen finanziert werden können. Das ist der Fall in der Wasser- und Abwasserwirtschaft, im Entsorgungs- und Umweltsektor, bei Hafen- und anderen Logistikinfrastrukturen, bei Schienenwegen oder dem Ausbau der energetischen Interkonnektivität. Solche Projekte sind zum Beispiel in die Connect-Europe-Pläne oder die Beantragung von Finanzierung bei der EIB deutlich vor den Ausschreibungen in Einzelheiten zu verfolgen. Sie finden sich dann auch im Tenders Electronic Daily TED, der Online-Version für das europäische öffentliche Auftragswesen.

Auf einem anderen Blatt steht, dass der Baumarkt durch die Vernetzung und Dominanz der spanischen Anbieter (weltweit führende Konzerne, aber auch Mittelständler) als

von außen kaum zu knacken gilt. Der 2016 auf rund 6,0 Mrd. Euro geschrumpfte Markt für öffentliche Tiefbauausschreibungen (samt Hochbau 9,4 Mrd. Euro) ist hart umkämpft.

Eine im April 2017 veröffentlichte Analyse des Wirtschaftsberatungsunternehmens EY summiert als Hauptprobleme des öffentlichen spanischen Ausschreibungssystems für Infrastrukturen: mangelnde Transparenz und Korruption, Vertrauensverlust, juristische Unsicherheit. Es empfiehlt, den Moment der Anpassung rechtlicher Normen an EU-Vorgaben zu nutzen, um in 25 Punkten die Qualität der Prozesse zu verbessern. Die Vorschläge reichen von der Einrichtung eines einzigen Informationsportals über eine vereinheitlichte Normenauslegung bis hin zur Behandlung exzessiv nach unten abweichender Gebote.


Rahmenbedingungen

Indikator

2016

2025 (Prognose)

Bevölkerung (in Mio.) 1)

46,6

46,2

Bevölkerungswachstum (in %)

-0,1

-0,7

Bevölkerung Stadt (in Mio.) 2)

38,6

k.A.

Bevölkerung Land (in Mio.) 2)

8,0

k.A.

BIP (nominal, in Mrd. US$)

1.460,6

k.A.

Investitionen (in % des BIP)

21,0

k.A.

1) bei den Einwohnermeldeämtern registrierte Einwohnerzahl; INE (Estadística del Padron Padrón Continuo zum 1.1.16); 2) Angaben von 2013
Quellen: INE (Proyecciones de Población 2016-2066) zum 20.10.16; Fundación BBVA (Delimitación de areas rurales y urbanas a nivel local. Informes 2016; Eurostat


Qualität der Infrastruktur (2016/2017)

 

Ranking

Score

Qualität der gesamten Infrastruktur (Transport, Telefonie, Kommunikation)

12

5,9

Qualität der Straßen

17

5,5

Qualität der Schienentransportsysteme

8

5,6

Qualität der Häfen

16

5,5

Qualität der Lufttransportsysteme

14

5,8

Qualität der Elektrizitätsversorgung

25

6,2

Quelle: Global Competitiveness Report


Text: Miriam Neubert

18.05.2017

Spanien: Ausbau des Schienenfern- und nahverkehrs

Das Ministerium für öffentliches Bauwesen arbeitet an einem nationalen Infrastrukturplan, der Ende 2017 vorliegen könnte. Sein Budget gilt als Binnenbarometer für die Branche. Für 2017 belaufen sich die geplanten Investitionen auf 9 Mrd. Euro. Sie liegen damit unter der Vorjahresplanung, aber um 45% über den tatsächlich erfolgten Ausgaben des Jahres 2016.


Strukturdaten Verkehrsinfrastruktur in Spanien

 

2015

Wert der Bauinvestitionen insgesamt (in Mrd. Euro) *)

106,4

davon Verkehrsinfrastrukturbau

k.A.

Straßennetz (km)

166.003

Schienennetz (km)

15.900

Flughäfen (Anzahl)

48

Flughäfen (Passagiere)

207.421

Containerhäfen (Umschlag in Tsd.Tonen)

158.991

*) im Rahmen der Bruttoanlageinvestitionen, laufende Preise, vorläufige Angaben; Wohnungsbau: 47,9 Mrd. Euro; andere Gebäude und Bauten: 58,5 Mrd. Euro
Quellen: Spanisches Statistikamt Instituto Nacional de Estadística INE; Ministerio de Fomento (Anuario Estadístico 2015)


Den Löwenanteil verschlingt das Eisenbahnnetz mit dem Ausbau verschiedener Korridore und Maßnahmen im konventionellen Netz. Die Finanzierung des Mediterranen Korridors gilt als finanziell gesichert mit eingeplanten 3,1 Mrd. Euro von 2017 bis 2020. Es geht um die Anpassung an die internationale Spurbreite (drittes Gleis) und Hochgeschwindigkeitsverbindungen von der Grenze zu Frankreich bis Murcia im Südosten des Landes. Hinzu kommen Strecken des Nordost- (2017 bis 2020: 2,1 Mrd. Euro) und des Nord-Korridors (3,3 Mrd. Euro). Ein wichtiges Thema ist die multimodale Anbindung der Häfen des Landes. Hier sind Projekte im Wert von 1,4 Mrd. Euro zwischen 2017 und 2021 geplant. Durch Verlängerung von Konzessionen wird zugleich ein verstärktes Engagement von privater Seite erwartet.

Weitere Mittel fließen in die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs. Flughafeninvestitionen regelt der Plan DORA (Documento de Regulación Aeroportuaria). Er sieht von 2017 bis 2021 Investitionen in Höhe von insgesamt 2,6 Mrd. Euro vor. Im Straßenverkehrsnetz sind zwischen 2012 und 2016 im Schnitt jährlich 185 km neuer Straßen in Verkehr genommen worden. Für 2017 stehen 1,9 Mrd. Euro bereit. Die rechtliche Auseinandersetzung zwischen Konzessionären und Staat um acht in Folge der Rezession defizitäre Konzessionsautobahnen ziehen sich weiter hin.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. Euro)

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

Mittelmeerkorridor, 2017 bis 2020 abschnittsweise

3.122

Eisenbahnstrukturverwalter Adif

Im Bau

Adif

Hafen Barcelona, neuer Bahnzugang und intermodaler Binnenterminal

150

Puerto de Barcelona
Adif

Finanzierungsabkommen Juni 2016; Ausschreibungen in 2017

 

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Miriam Neubert


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Verkehr und Transport

Bauwirtschaft

18.05.2017

Spaniens Energiesektor im Umbau

Spaniens Energiemodell steht im Wandel zu mehr Nachhaltigkeit. Im Moment zeichnet es sich aber noch durch Energieintensität und Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Importen (2015: 73,3%) aus. Bis 2020 muss der Primärenergieverbrauch gegenüber 2005 um 20% sinken (Stand laut Eurostat 2015: 13,8%) und der Anteil erneuerbarer Quellen am Bruttoendenergieverbrauch auf 20% steigen (2015: 16,2%).


Strukturdaten Energieinfrastruktur

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Primärenergieverbrauch (in Mio. t Rohöleinheiten) *)

117,1

108,7

Stromverbrauch/Kopf (in kWh)

5.691

7.554

Stromerzeugung Bruttoproduktion (in GWh)

262.104

331.355

Kohle/Öl/Gas (in %) 

28,4

31,7

Atomkraft (in %)

21,7

18,0

erneuerbare Energien (in %)

38,9

36,6

Endpreis Industriestrom/Haushaltsstrom (in Euro je kWh)

0,1097/0,1839

k.A

Bevölkerung mit Anschluss an das Stromnetz (in %)

100

100

*) letztverfügbare Daten 2015
Quellen: Eurostat; Secretaría de Estado de Energía SEE; Red Eléctrica de España REE; INE España; Weltbank


Ein seit 2012 geltendes Fördermoratorium auf grüne Anlagen ist 2016 beendet und das System auf Tender umgestellt worden. Im Mai 2017 gab es eine Auktion über 3.000 MW für erneuerbare Energien, die von der Windkraft abgeräumt wurde. Eine weitere, nur für Windkraft und PV-Kapazitäten soll noch vor dem Sommer 2017 folgen. In der konventionellen Stromerzeugung herrscht bei den Gas-Dampf-Kraftwerken extreme Unterauslastung. Kohlekapazitäten sinken durch Kraftwerkschließungen. Die Kernkraft könnte eine Verlängerung ihrer Betriebslaufzeiten anstreben, falls im Sommer 2017 grünes Licht für das seit 2012 stillstehende AKW Garoña gegeben wird. Unter den großen Energiekonzernen (Endesa, Iberdrola, Gas Natural Fenosa) ist kein deutscher, seit E.ON 2015 das spanische Geschäft verkaufte.

Wichtiger Investor ist die Stromnetzbetreiberin Red Eléctrica Española REE. Sie hat 2016 weitere 674 Kilometer neuer Stromleitungen in das Transportnetz integriert. Der Großteil dieser bis 2019 weiter geplanter Investitionen besteht in Projekten zur strukturellen Verstärkung des Netzes, in Stromverbindungen zwischen den Inseln, Energie aus erneuerbaren Quellen und der Energiespeicherung (Pumpspeicherkraftwerke).

Ein großes Anliegen ist die Steigerung der Interkonnektivität, um Spanien aus seiner Insellage herauszubringen und es zugleich zur alternativen Gas- und Strombeschaffungsquelle für die EU zu machen. Ein Riesenschritt nach vorn war die Mitte 2015 eingeweihte Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) zwischen Frankreich und Spanien. Siemens errichtete hierfür die Stromrichterstationen. Trotzdem liegt Spaniens Anteil der konsumierten Energie, die technisch vom Nachbarn Frankreich bezogen werden könnte erst bei 3,0%. Das EU-Ziel 2020 lautet 10%.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. Euro)

Träger

Projektstand

Modernisierung des Elektrizitätsnetzes im Zentrum und Norden Spaniens

1.008

Gas Natural Fenosa

EIB prüft mögliche Finanzierung; Start 2017 bis 2019

MidCat, Gaspipeline von 224 km zur Interkonnektion mit Frankreich

472

Enagas

Planungsphase;

PCI-Projekt der EU

Wasserkraftwerk Soria-Chira (Kanaren), Pumpspeicherkraftwerk (200 MW), das zwei Stauseen verbindet; mit Entsalzungsanlage

320

REE

Informationsprozess; dann Einholung der Genehmigungen; Bauzeit ab Start 5 Jahre

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Miriam Neubert


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Energieerzeugung

18.05.2017

Hohe Investitionen in Spaniens IKT-Netz zeigen Wirkung

Die Überwindung der Rezession seit 2014, die vom Ministerium für Energie, Tourismus und Digitale Agenda verwaltete digitale Agenda des Landes und EU-Fördermittel treiben den Sektor an. Profilieren kann sich Spanien bei der E-Verwaltung, wobei der IKT-Plan der Zentralverwaltung 2015 bis 2020 diese Position ausbauen soll. Nachholbedarf gibt es in der Gesellschaft selbst, etwa bei der Internetnutzung oder digitalen Kompetenzen.


IKT-Infrastruktur in Spanien

Indikator

2016

Durchschnittliche Geschwindigkeit der Internetanschlüsse (in kbps) 1)

12.100

Festnetzanschlüsse (in % der Einwohner) 1)

41,9

Mobile Netzabdeckung (in % der Einwohner, Wachstum) 2)

111,0,(+1,0)

Anteil der Haushalte mit Internetzugang (in %, Wachstum) 2)

81,4, (+4,1)

Breitbandpreise (in % des Bruttonationaleinkommens)

1,09

M2M subscriptions per 100 mobile-cellular subscriptions) 3)

7,1

1) letztverfügbare Daten 2015; 2) Wachstum im Vergleich zum Vorjahr; 3) Machine-to-Machine-Communication (digitale Vernetzung von Maschinen und Geräten über das Internet)
Quellen: Akamai, CNMC


Die Milliardeninvestitionen ins Glasfasernetz von Telefónica, Vodafone sowie Orange in den vergangenen Jahren machen sich in Linienzugewinnen bemerkbar. Allein 2016 kamen 1,8 Mio. FTTH-Verbindungen hinzu (insgesamt 4,9 Mio. Linien). ADSL-Verbindungen nahmen um 1,3 Mio. auf 6,3 Mio. Linien ab. Jeder Bürger und jedes Unternehmen sollen eine Verbindung zum Hochgeschwindigkeitsinternet erhalten. Dazu bedarf es regulatorischer Initiativen, wie der Befreiung der Frequenz im 700 MHz-Band, was die Ankunft von mobilen Technologien der fünften Generation (5G) bedeuten wird (wofür es aber noch keinen konkreten Termin gibt).

Die Mobiltelefonie schloss 2016 mit 51,2 Mio. mobilen Linien, 0,9% mehr als 2015. Die Durchdringung liegt bei 110 Linien pro 100 Einwohnern. Dank der massiven Installation von intelligenten Energiezählern, der Verwaltung von Transportflotten oder der Entwicklung der Smart Cities sind die mobilen Verbindungen zwischen Maschinen (M2M) ein Treiber für den Mobilfunk.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio.EU)

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

El Corte Ingles, digitale Transformation der Kaufhauskette samt Versorgungskette

232,0

El Corte Ingles

Dezember 2016 EIB-Darlehen über 116 Mio. Euro

k.A. 

MásMóvil, Ausweitung Glasfaser auf 500.000 Haushalte bis 2018 in Gegenden mit wenig Wettbewerb (Vereinbarung mit Orange, das weitere 500.000 erreichen will)

69,0

MásMóvil
Orange

In Umsetzung; Anleihen im Juli 2016 und März 2017

Huawei Technologies España

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Miriam Neubert


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest

18.05.2017

EU-Mittel für Spaniens Wasser- und Entsorgungsinfrastruktur

Den Weg in die Kreislaufwirtschaft gibt der Abfallwirtschaftsplan 2016 bis 2022 (PEMAR) vor, zum Teil mit Finanzierung aus EU-Fonds. Groß bleibt der Handlungsbedarf bei Siedlungsabfällen, der Trennung von Biomüll und dem Deponieabbau. Das ist ein sehr dezentrales Thema, da in den 17 Regionen jeweils Programme mit Investitionen über mehrere Jahre laufen. Unter anderem geht es um die Nachrüstung mechanisch-biologischer Systeme. Auf eine Verbrennungsanlage setzt die baskische Provinz Guipúzkoa. Der Auftrag wurde an eine zeitlich befristete Unternehmensgemeinschaft vergeben unter Führung des Entsorgungsunternehmens Urbaser. Dieses ist vom Baukonzern ACS Ende 2016 an die chinesische Gesellschaft China Tianying (CNTY) verkauft worden, die damit einen Fuß in gleich 50 Städte des zuvor sehr national aufgestellten spanischen Entsorgungsmarkts bekommen hat.


Rahmendaten Umweltinfrastruktur in Spanien

Indikator

2014

2020 (Prognose)

Improved sanitation facilities (% der Bevölkerung mit Zugang)

99,9

99,9

Anschluss an Trinkwassernetz (% der Bevölkerung)

100

100

Siedlungsabfälle (urbane Abfälle in 1.000 t)

21.328

21.400

Müllaufkommen insgesamt (in Tsd t) *)

49.766

k.A

recycelt

27.035

k.A

deponiert

19.373

k.A

verbrannt

3.358

k.A

Recyclingquote

54,3

k.A

*) Behandelte Abfälle
Quellen: The World Bank; INE


EU-Fördermittel fließen zugleich in die Wasser- und Abwasserwirtschaft sowie die Modernisierung der Bewässerungssysteme. Nur dank eines komplexen Systems aus über 1000 Stauseen sowie Dutzenden von Kanälen und Flussumleitungen sind an der mediterranen und levantinischen Küste Landwirtschaft und Tourismus in der gegenwärtigen Intensität möglich. Die 16 Wasserwirtschaftspläne, die Spanien im Rahmen des zweiten hydrologischen Zyklus für 2016 bis 2021 verabschiedet hat, umfassen Investitionen in Höhe von 17,5 Mrd. Euro. Bei etwa zwei Dritteln der Summe geht es um Umwelt- und Überschwemmungsschutz. Bei einem Drittel um nachfragebedingte Investitionen in Infrastrukturen. Zuständig ist das Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei, Ernährung und Umwelt, in dessen Geschäftsbereich 25 Wasserwirtschaftskonföderationen eingegliedert sind. Diese sind für die wasserwirtschaftliche Planung jeweils eines Flusseinzugsgebiets und Investitionen in die Infrastruktur zuständig - von Einströmrohen über Pumpstationen bis hin zu Stauseen. Ausschreibungen nimmt die Staatsgesellschaft Acuaes vor.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. Euro)

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

Bau Müllverbrennungsanlage Guipúzkoa; Stromproduktion von 160.000 MWh/Jahr

217

Diputación de Gipuzcoa

Baubeginn April 2017; Inbetriebnahme 2019

UTE Urbaser

Talsperre/Stausee Lastras de Cuéllar am Fluss Cega, Segovia

k.A.

Confederación Hidrográfica del Duero

Ausschreibung des Entwurfs Februar 2017

 

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest

Text: Miriam Neubert

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz

18.05.2017

Großer Modernisierungsbedarf bei Spaniens Gebäudebestand

Aktuell bringt der Hochbau in einer Mischung aus Neubau und Sanierung Impulse für die Baukonjunktur. Da der einstige Baurausch am Gebäudebestand vorbeigegangen ist, tun sich bei integraler Stadtteil- und Stadtinfrastruktursanierung sowie energieeffizienter Gebäudemodernisierung viele Baustellen auf. Hinzu kommt Nachholbedarf im Sozialwohnungsbau und bei erschwinglichen Wohnungen. Die Metropolen Madrid und Barcelona gehen hier mit Projekten voran, sind aber nicht die einzigen. Impulse gibt die Fortsetzung des spanischen Programms zur Mietwohnungssanierung; 2017 sind 343 Mio. Euro an Staatshilfen für Miete und Sanierung eingeplant. Ein neuer Staatlicher Wohnungsplan 2018 bis 2021 ist in Arbeit.

Im Rahmen eines Programms zum Erhalt des historischen architektonischen Erbes schreibt das Ministerium für öffentliches Bauwesen zudem Denkmalrestaurierungen aus (2017: 26,5 Mio. Euro).

Tourismusboom, anspruchsvollere Kunden und eine modernisierungsbedürftige Infrastruktur führen im Hotelsektor zu vielen Projekten. Es geht in der Regel um Umbau, Erweiterung, Aufwertung älterer Hotels oder die Konversion von Gebäuden in Hotels. Fördermittel für Energieeffizienzmaßnahmen in Hotels und die Auffrischung der Tourismusinfrastruktur unterstützen den Trend.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger

Projektstand

Planung/Bauausführung

Umbau des Fußballstadions Santiago Bernabéu von Real Madrid, mit neuer Fassade, Luxushotel, Außenanlagen

413

www.nuevoestadiobernabeu.com

Information des Publikums; Start geplant noch 2017, Beendigung 2021

Nach Entwurf des deutschen Architektenbüros gmp, L35, Ribas & Ribas

Edificio España Madrid, Umbau zum 4-Sterne-Hotel mit 700 Zimmern

100

RIU Hoteles, Konsortium mit Baraka Immmobilien

In Planung

 k.A.

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Miriam Neubert

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:
Hochbau 
Tourismus

18.05.2017

EU-Mittel und Kapitalmarkt sind wichtige Geldquellen für Spaniens Infrastruktur

Da der Staat knapp bei Kasse ist und das Anfang April 2017 verabschiedete Budget für das laufende Jahr in Sachen Infrastruktur weiterhin keine großen Sprünge erlaubt, liegt das Gewicht auf Infrastrukturschwerpunkten, die über EU-Fördermittel, den Europäischen Fonds für Strategische Investitionen (EFSI), den Connect Europe-Fonds (CEF) oder Programme wie Horizon2020 finanziert werden können.

Doch ist der Investitionsbedarf weitaus größer. Der Verband der Infrastrukturbau- und Konzessionsunternehmen SEOPAN spricht von mindestens 38 Mrd. Euro pro Jahr. Um mehr Investoren, auch aus dem Ausland, zu interessieren, gilt ein stabiler gesetzlicher Rahmen, der hohe juristische Sicherheit bietet, als unerlässlich. Nachdem einige PPP-Projekte (Public-private-Partnership) durch die Wirtschaftsentwicklung schlecht gelaufen sind, fordern die Unternehmen eine neue Regelung solcher Projekte, die häufig 30 Jahre laufen, hohe Vorleistungen und Risiken mit sich bringen. Gewünscht sind zum Beispiel Proportionalität, wenn Veränderungen eintreten oder Revisionsklauseln, je nachdem, wie sich die Nutzung der Infrastruktur entwickelt.

Gerade bei langfristigem Finanzierungsbedarf greifen große Unternehmen inzwischen häufig auf den Kapitalmarkt zurück. Sie begeben Anleihen, um sich an der Schuldenfront oder für neue Projekte Luft zu verschaffen. Ein Beispiel wären FCC und ACS, die 2015 auf internationalen Märkten Anleihen im Wert von 1,0 Mrd. Euro begaben, um den Bau der Linie 2 der Metro in Lima zu finanzieren. In Spanien geht zum Beispiel der staatliche Gleisbetreiber Adif diesen Weg, genauso wie auch der viertgrößte Mobilfunkanbieter MásMóvil, der im Juli 2016 und März 2017 zwei Anleihen im Wert von insgesamt 69 Mio. Euro begab, um das Glasfasernetz ausweiten zu können.


Text: Miriam Neubert

18.05.2017

Spanien: Chancen bei Spezialaufträgen und Techniklieferungen

Spaniens führende Infrastrukturbaukonzerne machen inzwischen circa 80% ihrer Umsätze im Ausland. Die wichtigsten sind ACS (zu dem Hochtief gehört), Ferrovial, Técnicas Reunidas, OHL, Acciona, Sacyr und FCC (inzwischen mehrheitlich in mexikanischer Hand). Chancen tun sich angesichts der EPC-Erfahrung, der Bau- und Bauingenieurstärke dieser und anderer Unternehmen bislang weniger bei Beteiligungen, als bei der Zulieferung von Maschinen und Technologien auf, sowie unter Umständen bei der Übernahme von Spezialaufträgen. Wer direkt ein Bein in den spanischen Infrastrukturbaumarkt bekommen möchte, sollte dem Internationalisierungsrezept der Spanier folgen und ein gut im Markt etabliertes und vernetztes Unternehmen selbst kaufen. Vom Ausland her an größere private oder öffentliche Aufträge in Spanien heranzukommen, ist nach Einschätzung von Branchenkennern nahezu unmöglich. Dazu ist eine langansässige, mit den markt- und ortsüblichen Gepflogenheiten vertraute Niederlassung unerlässlich. Denkbar sind Chancen bei Industrie- und Hotelbauten, vor allem wenn der Auftraggeber eine der gut 2.000 in Spanien ansässigen Töchter deutscher Unternehmen ist. Auch die Zusammenarbeit mit Planungs- und Architektenbüros könnte ein Weg sein, je nach Fall auch die mit Energiespar-Contracting-Dienstleistern.

Der Blick auf Großprojekte spricht Bände: Bei einer Sichtung der elf großen öffentlichen Tender im Wert ab 100 Mio. Euro, die seit 2011 vergeben wurden, findet sich im spanischen öffentlichen Ausschreibungsportal nur in einem Fall ein deutscher Name, aber mit langjährigen Wurzeln in Spanien: in der zeitlich beschränkten Unternehmensvereinigung aus Siemens Rail Automation (seit 40 Jahren in Tres Cantos bei Madrid ansässig) und Thales España. Siemens erhielt 2014 den Auftrag zur Lieferung, Installation und Wartung der Signaltechnik, der Zugsicherungssysteme, der Telekommunikationsanlagen und Verkehrsleittechnik für die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Olmedo nach Ourense. Im Segment Bahntechnik und Schienenfahrzeuge ist Siemens auch bei anderen Tendern zum Zuge gekommen.

Auf Drittmärkten können sich im Bauingenieurwesen Chancen ergeben, wenn komplexe Referenzerfordernisse Konsortien nötig machen und spanische Unternehmen nach Partnern suchen. So interessiert sich das Ingenieurdienstleistungsunternehmen Ayesa (www.ayesa.com) beispielsweise für eine Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen bei Konsortialbewerbungen auf Drittmärkten. Ayesa ist ein Familienunternehmen mit 50jähriger Tradition und in den Segmenten Verkehrsinfrastruktur, Wasser, Energie, Ausrüstungen oder Industrieanlangen weltweit mit Referenzprojekten vertreten. Der Auftragsbestand wird auf 360 Mio. Euro beziffert. Besonders aktiv ist Ayesa in Lateinamerika. In Mexiko gehört es zum Konsortium, das für Entwurf und Aufsicht über den Bau des ersten Terminals des neuen Flughafens von Mexiko-City verantwortlich ist.

Geht es um spezielle Bautechnologien mit hoher Präzision und Effizienz sind deutsche Spezialisten durchaus gefragt. So wurde die maschinelle Tunnelvortriebstechnik von Herrenknecht bei verschiedenen Projekten eingesetzt. Der Einkauf in ein lokales Unternehmen ist eine gute Möglichkeit, in die regionalen und kommunalen Märkte hineinzukommen, gerade wenn es um das zunehmende Geschäft im Zusammenhang mit urbaner Sanierung und Energieeffizienz, aber auch die Wasserwirtschaftsinfrastruktur geht. Beispiele für Unternehmen, die diesen Weg gingen, sind MC-Bauchemie, Ista und Rothenberger.


Text: Miriam Neubert

18.05.2017

Spanien: Kontakte, Veranstaltungen, Internetadressen

Institution

Internetadresse

Spanische Plattform für öffentliche Ausschreibungen

https://contrataciondelestado.es/wps/portal/plataforma

Ministerium für öffentliches Bauwesen/Ministerio de Fomento

http://www.fomento.es

Ministerium für Energie, Tourismus und Digitale Agenda/Ministerio de Energía, Turismo y Agenda Digital

http://www.minetad.gob.es

Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei, Nahrungsmittel und Umwelt/Ministerio de Agricultura, Pesca, Alimentación y Medio Ambiente

http://www.mapama.gob.es

Zugang zu Entsorgungs- und Recycling- Plänen und Strategien der Regionen

http://www.mapama.gob.es/

Elektrischer Netzbetreiber Spaniens REE/Red Eléctrica Es pañola REE

http://www.ree.es

Verband der Infrastrukturbau- und Konzessionsunternehmen/Asociación de Empresas Constructoras y Concesionarias de Infraestructuras (SEOPAN)

http://www.seopan.es

Nationale Architektenkammer/Consejo Superior de los Colegios de Arquitectos de España

http://www.cscae.com

Internationale Ausstellung für Stadtplanung und Umwelt TECMA.

13-15.6.18

http://www.ifema.es

Barcelona Building CONSTRUMAT. Frühjahr 2019

http://www.construmat.com

Internationale Ausstellung für Wasser und Bewässerung SMAGUA. Frühjahr 2019

http://www.feriazaragoza.es

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Miriam Neubert

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