Start-Ups in Indien

Indiens Start-up-Szene ist im Aufwind

Die indische Regierung will die Rahmenbedingungen für Start-up-Gründungen verbessern. Bis 2020 sollen 10.000 Unternehmen entstehen.

28.01.2019

Aktionsplan der indischen Regierung könnte noch ausgebaut werden

Ein Start-up in Indien zu gründen gilt als sehr riskant. „Es ist nicht unbedingt das, was deine Eltern sich für dich wünschen“, sagte Rahul Singh, Gründer der Spiele-Software-Firma Flexboard in einem Interview mit Germany Trade and Invest (GTAI). Tatsächlich ist das Gründen von Start-ups erst seit dem Erfolg der Gründer Binny Bansal (Flipcart), Kunal Bahl (Snapdeal) oder Bhavish Aggharwal (Ola Cabs) als Karrieremodell anerkannt. Sie sind die Schöpfer der indischen Ausgaben von Amazon, Ebay oder Uber, die indischen Stars analog zu Travis Kalanick oder Jeff Bezos.

„Wir leben in einem Schwellenland und haben andere Verantwortungsbereiche als Kollegen in unserem Alter aus den USA. Kaum einer kann es sich leisten, ein solches Risiko einzugehen“, so Singh, der selbst aus eher einfachen Verhältnissen stammt. Wenn man sich das Profil der erfolgreichen Start-up-Gründer der letzten zehn Jahre anschaut, sind es tatsächlich die besser Betuchten, die ein Unternehmen gründen. Sie haben oftmals in Amerika oder Europa studiert und kehren nun in ihre Heimat zurück, um sich als Geschäftsleute zu beweisen. Häufig haben sie an Eliteuniversitäten studiert oder bei internationalen Großkonzernen gearbeitet.

Profil von Start-up-Gründern in Indien

Kriterium

Angaben in %

Alter

 

< 26 Jahre

20

26-30 Jahre

31

31-45 Jahre

44

Geschlecht

 

männlich

89

weiblich

11

Bildung

 

Studium Ingenieurwesen

50

MBA

25

Quelle: Nasscom, Oktober 2018

Inder sind bekannt für kreative, kostengünstige und innovative Lösungsansätze, die meistens aus einer Notwendigkeit, bedingt durch Ressourcenknappheit, entstehen. Genau darauf setzte man, als sich die Start-up-Szene entwickelte. Man hoffte auf einfache, aber neuartige Ideen und Lösungen, die die Lücken in den meisten Lebensbereichen und Branchen in Indien ausfüllen könnten und so dem Land bei seiner Entwicklung nützen würden. Dieser Innovationsgeist heißt in Indien Jugaad.

„Es gibt erfolgreiche neue Produkte auf dem Subkontinent. Häufig aber sind das eher globale Modelle oder lokale Nachahmungen mit minimaler Innovation“, sagt Alok Bardiya, Chief Executive Officer des Investmentarms des Telekommunikationsunternehmens Cisco, in einem Interview mit der Wirtschaftswoche. „Ob die E-Commerceplattformen Flipkart oder Snapdeal, der Taxidienst Ola oder der Bezahldienst Paytm, die erfolgreichsten Start-ups der vergangenen zehn Jahre waren in erster Linie indische Replikate internationaler Modelle, Kopien von Amazon, Uber oder Paypal“.

Die Hoffnung ist weiterhin groß, dass indische Start-ups in Sektoren wie dem Gesundheitsbereich oder den Informationstechnologie-Dienstleistungen und überall dort entstehen, wo Technologie gebraucht wird, die Lösungsansätze für die dringenden Probleme des Landes bietet. Dafür sind ausländischen Mentoren, die nicht nur Kapital bereitstellen, sondern auch beratend zur Seite stehen, sehr gefragt.

Investitionen steigen um über 100 Prozent

Im Zeitraum von Januar bis September 2018 wurden 4,2 Milliarden US-Dollar (US$) und damit 108 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode in Start-ups investiert. Den größten Teil konnte sich Late-Stage mit 3 Milliarden US$ sichern. Vor allem die Finanzierung in der Startphase ist zurückgegangen, während die in der Frühphase ein Plus von 4 Prozent verzeichnete.

Finanzierung innerhalb der verschiedenen Phasen (Veränderungsrate in %)

 

Jan.-Sep. 2017

Jan.-Sep. 2018

Veränd. 2018/17

Startphase - < US$ 1 Mio.

191

151

-21

Frühphase - US$ 1 bis 5 Mio.

993

1000

+4

Wachstums-/Expansionsphase - > US$ 20 Mio.

847

3000

+259

Quelle: Nasscom, 2018

Finanzielle Unterstützung erhalten viele Gründer zunächst von ihrer Familie, durch Freunde oder Nachbarn. Die Finanzierung über Banken ist, wie für andere kleine Unternehmen im Land, schwierig. Banken stellen zumeist hohe Anforderungen für die Gewährung eines Kredits. Geschäfte mit etablierten Kunden oder auch „Late Stage“ Start-ups bedeuten für die Kreditinstitute einen Aufwand, allerdings ein geringeres Risiko als Jungfirmen in der Start- oder Frühphase und sind damit interessanter. Umso wichtiger ist die Etablierung von Inkubatoren und Acceleratoren (I&A).

Starthilfe ist ausbaufähig

Mit Stand von 2017 gibt es in Indien über 190 aktive I&A. Das ist im internationalen Vergleich wenig: In Deutschland gab es 2017 beispielsweise rund 390 und in Israel 356 I&A. Abgesehen davon befinden sich die meisten in Tier 1-Städten wie Mumbai, Delhi oder Bangalore. Es gibt nur wenige I&A in ländlichen Gebieten und ärmeren Regionen wie Bihar und Jharkand. Weiterhin bemängeln Experten oftmals die Qualität von I&A - gerade mal geschätzte 20 Prozent leisten gute Arbeit und verfügen über engagierte Mitarbeiter.

Die meisten I&A in Indien befinden sich an Hochschulen und Universitäten, da diese oft von der Regierung unterstützt werden. Viele Gründerzentren werden von akademischen Mitarbeitern betreut, die aber nur über unzureichendes Wissen des Geschäftswesens verfügen, erklärt Julian Zix, Projektleitung GINSEP, in einem Interview mit der GTAI.

Wachstumsimpulse setzen vor allem die Unternehmerseite sowie die privaten Anbieter. Laut des indischen Fachverbands National Association of Software and Services Companies (Nasscom) beteiligen sich Firmen an mehr als 50 Innovationsprogrammen, 20 I&A sowie 30 bis 40 aktiven Investmentfonds. Auch globale Unternehmen suchten verstärkt nach Kooperationspartnern. Im 1. Halbjahr 2018 registrierte Nasscom über 70 Unternehmenszusammenschlüsse, was einem Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zu 2017 entspricht.

I&A

Anzahl

Beispiele

Unterstützungsform (Beispiele)

Unternehmen

20

Zes Fintech, Bosch, Shell

Beratung; Netzwerkmöglichkeiten

Privat

65

Axilor Venture, ISME Ace

Mentorship; Bereitstellung von Bürofläche

Akademischer Bereich

90

IIM Kozhikode, IIT Roorkee

Zugang zu Fakultät; Bereitstellung von Bürofläche

Regierung

15

10.000 Start-ups

Gestaltung einfacherer Rahmenbedingungen

Quelle: Nasscom, 2018

Mit dem Start-up India Action Plan legte Premierminister Modi 2016 eine 19 Punkte-Liste vor, die erhebliche Erleichterungen in Form von etwa Steuervergünstigungen und Fonds verspricht. Weiterhin wurden die Complianceanforderungen und Beschränkungen für ausländische Start-up-Investoren gelockert.

Laut Experten werden die bisherigen Maßnahmen alleine nicht ausreichen. Es ist nach wie vor schwierig für Unternehmensgründer, sich im Rechtsrahmen zurechtzufinden oder sich gar bei Rechtsstreitigkeiten durchzusetzen. Neben der Finanzierung scheitern viele Start-ups daran, Kunden zu akquirieren und qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Auch der Schutz geistigen Eigentums ist schwach ausgeprägt. Laut einer Studie von Nasscom schaffen gerade einmal 10 Prozent den Schritt, ein rentables Unternehmen zu werden.

Weiterhin hat die indische Regierung die Zielsetzung von 10.000 Neugründungen bis 2020 angekündigt. Dieser Plan ist sehr ambitioniert. Der Vergleich macht klar: "Israel gilt als großes Vorbild für indische Akteure und verzeichnet jährlich „nur“ 600 bis 700 Start-ups mit skalierbaren Geschäftsmodellen“, erklärte Dana Nihari, Trade Commissioner des israelischen Konsulats in Mumbai, in einem Interview mit GTAI. Ob es Indien gelingt, eine ungleich größere Zahl an erfolgsversprechenden Start-ups ins Leben zu rufen, ist fraglich.


Text: Heena Nazir

28.01.2019

Die Gründerszene Indiens entwickelt sich dynamisch

In Indien ist in den letzten Jahren die Start-up-Szene sehr rasch gewachsen. Allein 2018 wurden mehr als 1.200 neue Start-ups registriert. Zum Vergleich: In Deutschland gab es 2018 rund 600 neue Start-ups; in Israel schätzt man die Zahl auf 1.400. Laut Fachverband National Association of Software and Services Companies (Nasscom) erhöhte sich die Gesamtzahl der indischen Start-ups im Jahr 2018 somit auf rund 7.700, das entspricht einem Anstieg um 15 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode.

Innerhalb der Start-up-Szene entwickelt sich vor allem der Business to Business (B2B) Bereich stark. Branchen wie Healthtech, Fintech und E-Commerce konnten zweistellige Wachstumsraten einfahren. Zudem erhielten B2B-Firmen mehr als 30 Prozent der gesamten Start-up-Investitionen.

Der B2B-Sektor kann sich so gut entwickeln, da die Regulierungen für ausländische Direktinvestitionen (FDI) lockerer sind als bei Business to Consumer (B2C)-Geschäften. FDI sind bei B2B bis zu 100 Prozent gestattet, waren aber im B2C-Onlinehandel untersagt. Die indische Regierung veröffentlichte Ende März 2016 eine lange erwartete Änderung, die 100 Prozent FDI für den B2C-Onlinehandel im Onlinemarktplatz erlaubt. Langfristig gesehen werden diese Maßnahmen allein nicht ausreichen. Weitere Öffnungen vor allem im B2C-Geschäft werden von der Industrie gefordert.

Bangalore ist Indiens Silicon Valley 

Insgesamt konzentrieren sich mehr als 70 Prozent aller Start-ups in Tier 1-Regionen. Zu den Hochburgen gehören Bangalore, National Capital Region (NCR; Großraum um die Hauptstadt New Delhi) und Mumbai. Zwei Drittel aller Jungunternehmen sind hier angesiedelt. Aber auch andere Städte wie Hyderabad, Chennai und Kolkata bieten ein interessantes Ökosystem mit Inkubatoren und Investoren. Die Nummer eins unter den Standorten ist Bangalore. Hier profitieren Firmen von Synergieeffekten durch etablierte Clusterbildungen. Nach Berlin und Amsterdam ist Bangalore die am schnellsten wachsende Start-up-Region der Welt.

Start-ups in Tier 1-Regionen 2018

Stadt

In Prozent %

Bangalore

25

Delhi NCR

21

Mumbai

14

Hyderabad

6

Chennai

4

Kolkata

2

Quelle: Nasscom, Oktober 2018

Insgesamt zeichnet Indiens Start-up-Szene eine hohe Diversität aus und ist in verschiedenen Bereichen aktiv. Die erfolgversprechendsten Jungunternehmen finden sich dabei in den Bereichen Logistik und Transport, Software- und Informationstechnologie, Fintech, Onlinemarktplätze (beispielsweise Amazon) und Gesundheitsdienstleistungen. Auf diese Bereiche konzentrieren sich über 70 Prozent aller Start-ups in Indien.

Anteil der Start-ups in unterschiedlichen Sektoren 2018

Branche

Anteil in %

Logistik und Transport

24

Software- und Informationstechnologie

16

Fintech

14

Onlinemarktplätze

12

Gesundheitsdienstleistungen

8

Bildung

6

Rest (FoodTec, RetailTec etc.)

20

Quelle: Nasscom, Oktober 2018

Mit Stand Oktober 2018 hat Indien laut Nasscom 18 Einhörner (Start-ups mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar) in den vergangenen Jahren hervorgebracht. Die meisten zählen zu der Kategorie Tech-Start-ups. In dieser Statistik liegt Indien auf Platz drei hinter USA (126) und China (77).

Zu den bekanntesten indischen Startup-Erfolgsgeschichten zählen Flipkart (mit über 100 Millionen Kunden der größte Konkurrent von Amazon in Indien), die Internetplattform YourStory (die größte Start-up-Plattform Indiens), der Essenslieferant Swiggy sowie Ola Cabs, das indische Pendant zu Uber. Interesse bei großen Unternehmen wie Metro weckt der Start-up Discover Dollar, mit dessen Softwaresystem einfache und akribische Analysen von Einnahmen und Ausgaben für Unternehmen ermöglicht werden.

Bedeutende Start-ups im Finanzjahr 2016/17 1)

Anbieter

 

Umsatz in Mio. US$ 2)

Anzahl der Beschäftigten

Flipkart

2.716,8

8.000

Ola Cabs

175,9

6.000

Paytm.com

111,4

13.000

Zomato

42,3

2.000

Swiggy

18,2

2.428

Oyo Rooms

17,1

2.700

1) 1. April bis 31. März; 2) Schätzungen
Wechselkurs vom 25. Oktober 2018: 1 US$ = 73,08 indische Rupien
Quellen: Recherchen von Germany Trade & Invest; Pressemeldungen, Oktober 2018


Text: Heena Nazir

28.01.2019

Indische Gründer ohne Scheu vor dem Schritt ins Ausland

Immer mehr indische Start-ups suchen ihren Standort im Ausland. Zu den beliebtesten Ländern zählen die USA: Gute Rahmenbedingungen wie beispielsweise günstigere Möglichkeiten der Finanzierung sind ein Grund, aber vor allem die Innovationskraft der USA wird hochgeschätzt. Zudem scheinen neue Milliardenunternehmen wie Google oder Facebook indische Jungunternehmen magisch anzuziehen.

Zu den weiteren beliebten Standorten zählen englischsprachige Länder wie Australien, das Vereinigte Königreich und Kanada. Dort fällt die Sprachbarriere weg. Aber auch China ist attraktiv für Start-ups, denn es werden den Firmen preisgünstige Leistungen geboten. Die Vereinigten Arabischen Emirate gewinnen an Bedeutung. Viele Inder leben und arbeiten hier bereits.

Deutschland ist bisher als Start-up-Standort für indische Firmen noch nicht sehr bedeutend. Um das zu ändern, hat die Bundesrepublik einige Initiativen gestartet. Zu den bekanntesten zählt die Etablierung des German Indian Start Up Exchange Programm (GINSEP). Hierbei handelt es sich um ein Projekt des Bundesverbandes Deutsche Startups e.V., welches durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird.

Ziel ist die strukturierte Vernetzung indischer und deutscher Start-ups. Das Pilotprojekt läuft erstmalig seit September 2017 bis August 2019. Mit GINSEP möchte der Verband indischen und deutschen jungen Unternehmen und Investoren den Zugang zu Märkten und Netzwerken im jeweils anderen Land erleichtern. GINSEP bietet Zugang zu Informationen und Ansprechpartnern sowie Business to Business (B2B)-Vernetzung zwischen etablierter Wirtschaft und Start-ups.

Ausgewählte erfolgreiche indische Start-ups im Ausland

Firma

Land

Anmerkung

Make My Trip

USA, Singapur, Vereinigte Arabische Emirate (VAE)

Unternehmen bietet Onlinereisedienstleistungen in sieben Ländern an

Zomato

Kanada, USA, Italien, Polen

Zomato umfasst über 1,4 Mio. Restaurants in 24 Ländern

InMobi

 

USA, China, VAE, Vereinigtes Königreich, Australien, Frankreich, Malaysia

InMobi ist eine mobile Marketing- und Werbeplattform. Firma hat 24 Niederlassungen in 17 Ländern

Ola Cabs

Bangladesch, Sri Lanka, Australien

Ola will künftig auch in Großbritannien durchstarten

Oyo Hotels

Japan, Malaysia, China, Indonesien, Vereinigtes Königreich

Bis 2023 will Unternehmen größte Hotelkette der Welt werden

Practo

Philippinen, Indonesien, Singapur, Brasilien

Practo hat auf seiner Plattform mehr als 200.000 Anbieter im Gesundheitswesen

AlphaICs

USA

Produkte von AlphalCs werden in Drohnen, Robotern, IOT Analytics, Cloud Computing verwendet

Quellen: Germany Trade & Invest, Pressemitteilungen, Oktober 2018

Erfolg ausländischer Start-ups in Indien

Indien ist und bleibt ein wichtiger Zukunftsmarkt. Für ausländische Investitionen attraktiv ist der Subkontinent schon allein wegen seiner schieren Bevölkerungszahl von 1,3 Milliarden sowie der damit verbundenen Größe des potenziellen Absatzmarktes. Dazu kommen das hohe Wirtschaftswachstum (circa 7,4 Prozent 2017/18), eine wachsende, konsumfreudige Mittelschicht und eine noch geringe Marktsättigung, die eine hohe Anziehungskraft auf internationale Start-ups ausübt.

 

Industrie fordert weitere Liberalisierungsschritte

Die Rahmenbedingungen für ausländische Direktinvestitionen (FDI) hat Indien bereits grundlegend liberalisiert. Die Obergrenzen für FDI wurden in zahlreichen Branchen an- oder ganz aufgehoben. Dennoch sind Bestimmungen oftmals schwer zu verstehen. FDI sind im B2B-Geschäft bis zu 100 Prozent gestattet, waren aber im Business-to-Consumer (B2C)-Onlinehandel untersagt. Seit Ende März 2016 sind 100 Prozent FDI für B2C im Onlinemarktplatzmodell erlaubt. Seit Ende 2017 können Start-ups zudem bis zu 100 Prozent der Mittel von ausländischen Wagniskapitalanlegern erhalten.

Positive Effekte dieser Maßnahmen sind bereits erkennbar: In der deutsch-indischen Start-up-Szene kann man bereits erste Schritte hin zu mehr Zusammenarbeit und Nutzung von Synergien erkennen. Deutsche Investoren, Risiko- und Startkapitalfonds zeigen Interesse in indische Start-ups zu investieren.

Beispiele deutschen Engagements bei indischen Start-ups

Firma

Investitionssumme in Mio.US$

Anmerkung

Bertelsmann

75,5

Bertelsmann investiert in indische Start-ups: Hotel-Portal Treebo Pepperfry.com (Online-Möbelplattform) sowie in das Fintech-Unternehmen Lendingkart

Müller Medien

1

MM Inno investiert mit amerikanischen Powerhouse Ventures in die digitale Nachrichten- und Medienplattform NewsBytes

Asian E-Commerce Alliance

1

Fonds, der 2014 von in Deutschland ansässigen Investoren gegründet wurde und in mehrere indischen Start-ups investiert hat

Quellen: Recherchen von Germany Trade & Invest; Pressemeldungen, Oktober 2018

Ausgewählte ausländische Kooperationen in der indischen Start-up Szene

Organisation

Anmerkung

Internetadressen

BOSCH

Markttrends frühzeitig erkennen: Bosch-Mentoren begleiten 13 Start-ups

https://www.bosch-startup.com/en/

MAN Truck & Bus

Bereitstellung von Mentoren im Rahmen eines Accelerators

http://impact.man.eu/

German Indian Start Up Exchange Programme

Strukturierte Vernetzung des indischen und deutschen Start-up-Ökosystems

julian.zix@deutschestartups.org

Mayor Of London’s IE20

Business Programme

Unterstützung beim Markteintritt, Marketing- und PR-Beratung, bisher wurden 20 indische Start-ups ausgewählt

www.londonandpartners.com

Quellen: Recherchen von Germany Trade & Invest; Pressemeldungen, Oktober 2018

Ausgewählte erfolgreiche ausländische Start-ups in Indien

Firma

Investitionssumme in US$

Ursprungsland

Anmerkung

Blabla car

Unternehmen konnte 200 Mio. US$ in einer Finanzierungsrunde sichern

Frankreich

Firma ist seit 2015 in Indien aktiv und hat 3 Mio. Nutzer

Kreditech

Unternehmen konnte 120 Mio. US$ in einer Finanzierungsrunde sichern und will Geld ausschließlich in Indien investieren

Deuschland

Fintech-Unternehmen baut Kreditangebot in Indien aus

ZoomCar

Unternehmen konnte 104 Mio. US$ an Finanzierung weltweit sichern, davon sind 3,6 Mio. US$ für indischen Markt bestimmt

USA

Autovermietung, die 2013 gegründet wurde und deren 3000 Autos inzwischen in über 25 indischen Städten fahren

Trivago

Unternehmen konnte 53,8 Mio. US$ an Finanzierung sichern

Deutschland

Hotelpreisportal Trivago plant weitere Investitionen in Indien, vor allem Werbung

WeWork

 

Unternehmen konnte 25 Mio. US$ an Finanzierung sichern

USA

Unternehmen bietet gemeinsame Nutzung von Büroräumen an, seit 2017 in Indien aktiv

Wechselkurs vom 25. Oktober 2018: 1 US$ = 73,08 indische Rupie (iR), Oktober 2018
Quellen: Recherchen von Germany Trade & Invest; Pressemeldungen, Oktober 2018

Zu den Herausforderungen zählen neben der Finanzierung die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. Erschwerend hinzu kommen strukturelle Probleme wie regulatorische Unsicherheit, Ineffizienz und hohe Bürokratie sowie unzureichende Infrastruktur. Auch der deutsche Start-up Rocket Internet verschätzte sich in Indien mit seiner Modeplattform Jabong und hatte hohe Verluste. Der deutsche Essenslieferdienst Foodpanda musste auf einen Schlag sogar 300 Mitarbeiter entlassen und wurde mittlerweile an den indischen Mobilitätsdienst Ola verkauft.


Text: Heena Nazir

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