Wirtschaftsausblick

08.01.2019

Wirtschaftsausblick - Slowenien (Dezember 2018)

Inhalt

Slowenische Wirtschaftsleistung wird auch 2019 und 2020 kräftig zulegen / Von Waldemar Lichter

Ljubljana (GTAI) - Die slowenische Konjunktur behält ihre Dynamik bei, wenn auch leicht abgeschwächt. Die Investitionen steigen, der Verbrauch zieht an.

Wirtschaftsentwicklung: Sloweniens Wirtschaft bleibt wachstumsstark

Die slowenische Wirtschaft gehört zu den wachstumsstärksten innerhalb der Europäischen Union (EU). Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte 2017 mit 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr fast doppelt so stark zu wie im EU-Durchschnitt (2,6 Prozent). Das wird auch in den nächsten Jahren ähnlich bleiben. In den ersten drei Quartalen 2018 nahm das slowenische BIP nach Angaben von Eurostat um 5,1 (EU: 2,3), 4,6 (2,1) und 5 (1,8) Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum zu.

Zwar wird sich das Wachstum 2019 und 2020 Prognosen der EU-Kommission zufolge abschwächen, es bleibt aber mit 3,3 beziehungsweise 3 Prozent hoch. Der private Verbrauch wird dabei noch mehr an Schwung gewinnen. Die Investitionen schwächen sich dagegen etwas ab. Sollte sich die Konjunktur bei Sloweniens wichtigsten Wirtschaftspartnern abkühlen, wird das Wachstum der Exporte deutlich abnehmen.

MKT201901078007.14

Wirtschaftliche Eckdaten Sloweniens
Indikator 2016 2017 Vergleichsdaten Deutschland 2017
BIP (nominal, Mrd. Euro) 40,4 43,0 3.277,3
BIP pro Kopf (Euro) 19.500 20.800 39.649
Bevölkerung (Mio.) 2,1 2,1 82,7

Quellen: Eurostat; Deutsche Bundesbank; Statistisches Bundesamt

Investitionen: Höhere öffentliche Investitionen erwartet

Die Bruttoanlageinvestitionen werden Prognosen der EU-Kommission 2019 und 2020 zufolge schwächer wachsen als in den beiden Vorjahren. Für Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen wird eine Zunahme von 6,6 beziehungsweise 6,5 Prozent vorhergesagt. Nach Einschätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts IMAD werden dabei sowohl die Hoch- und Tiefbauinvestitionen als auch Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen zulegen. Dazu tragen die hohe Kapazitätsauslastung der Unternehmen und die gute Geschäftslage der Unternehmen bei. Die öffentlichen Investitionen (vor allem in Infrastrukturvorhaben) werden dabei stärker zunehmen, was einem besseren Abruf von EU-Fördermitteln zu verdanken sein wird.

Ausgewählte Großprojekte in Slowenien
Projektbezeichnung Investitionssumme (in Mio. Euro) Projektstand Anmerkung/Ansprechpartner
Kernkraftwerk Krsko, 1.) Laufzeitverlängerung bis 2043; 2.) neuer Block 1.) 218; 2.) 3.500 bis 5.000 1.) In Durchführung, 2019: 50 Mio. Euro für Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit geplant; 2.) Bau eines neuen Blocks mit 1.200 bis 1.600 MW erwogen GEN Energija, http://www.gen-energija.si
Bau von zehn Wasserkraftwerken am mittleren Lauf der Save 1.300 bis 1.500 In Planung; Gesamtleistung: 330 MW; Netzanschluss von Suhadol, Trbovlje und Renke zwischen 2020 und 2025; Finanzierungsprobleme Holding Slovenske elektrarne (HSE), http://www.hse.si; GEN Energija, http://www.gen-energija.si
Wasserkraftwerk Mokrice am unteren Lauf der Save 150 28 MW; geplante Fertigstellung: bis 2021 Hidroelektrarne na Spodnji Savi,(HESS), http://www.he-ss.si
Pumpspeicherwasserkraftwerk Kozjak 400 420 MW; geplanten Fertigstellung: 2025 HSE-Tochter DEM, Bau noch nicht aufgenommen, http://www.dem.si/en-gb/
Modernisierung und Ausbau der Bahnstrecke Divaca - Koper Mehr als 1.000 Prioritätsprojekt, in Planung, Finanzierung offen, Mittel der Connecting Europe Fazilität (CEF), erwogene Beteiligung Ungarns umstritten Ministerium für Infrastruktur, http://www.mzi.gov.si; Projektgesellschaft 2TDK: http://www.drugitir.si
1.) Autobahnbau: zweite Röhre im Karawankentunnel (zusammen mit Österreich); 2.) Nord-Süd-Schnellstraße (sogenannte dritte Entwicklungsachse) 1.) 312 (slowenischer Teil 150); 2.) 2.050 1.) Zuschlag an Cengiz Insaat/Türkei (89,3 Mio. Euro); Verzögerungen durch Einsprüche unterlegener Bieter, Inbetriebnahme 2024 geplant 2.) Planung; Finanzierung offen; Baubeginn: nach 2019 Autobahngesellschaft DARS: http://www.dars.si; Infrastrukturministerium: http://www.mzi.gov.si

Quellen: Recherchen von Germany Trade & Invest; Pressemeldungen

Nationale Ausschreibungsdatenbank: http://www.enarocanje.si

Informationen zu EU-Binnenmarktausschreibungen unter http://www.gtai-EU-Ausschreibungen.de.

Konsum: Steigende Beschäftigung und Löhne stimulieren privaten Verbrauch

Steigende Beschäftigung, sinkende Arbeitslosigkeit und wachsende Einkommen sorgen für eine günstige Verbraucherstimmung. Der Lohnanstieg wird sich nach Meinung von IMAD-Experten 2019 und 2020 verstärken. Das werde auf die gute Konjunktur und zunehmenden Fachkräftemangel zurückzuführen sein. Die Europäische Kommission geht in ihren Prognosen davon aus, dass die Arbeitslosenquote bis 2020 auf 5,1 Prozent sinken wird - gegenüber noch 8 Prozent im Jahr 2016.

Außenhandel: Höhere Binnennachfrage lässt Importe stärker steigen als die Exporte

Der slowenische Außenhandel wird 2018 sowohl bei den Aus- als auch bei den Einfuhren einen neuen Rekordstand erreichen. Die Exportwirtschaft profitiert von der verbesserten Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Dank der guten Konjunktur in den wichtigsten Partnerländern haben die Ausfuhren in den vergangenen Jahren zulegen können. Dieser Effekt dürfte sich in nächster Zeit abschwächen. Wegen des steigenden Binnenverbrauchs ist dagegen ein höheres Wachstum der Importe zu erwarten. Den größten Teil des Außenhandels wickelt das Land mit der EU ab. Wichtigste Handelspartner Sloweniens sind Deutschland, Italien, Kroatien und Österreich.

Außenhandel Sloweniens (in Mio. Euro; Veränderung in %)
2016 2017 Veränderung 2017/2016
Importe 27,6 31,9 15,6
Exporte 29,7 34,0 14,5
Handelsbilanzsaldo 2,1 2,1 -

Quelle: Eurostat

Weitere Informationen (zum Beispiel SWOT-Analyse, Branchenberichte) finden Sie unter http://www.gtai.de/Slowenien

Dieser Artikel ist relevant für:

Slowenien Außenwirtschaft, allgemein, Wirtschaftslage, -entwicklung, allgemein, Sozialprodukt / Volkseinkommen / BIP / BSP, Investitionen (Inland), Investitionsklima, allgemein, Konjunktur, allgemein, Konsum / Konsumentenverhalten, Produktion / Produktivität

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