Wirtschaftsausblick

19.06.2019

Wirtschaftsausblick - Slowenien (Mai 2019)

Inhalt

Sloweniens Wirtschaft über dem EU-Durchschnitt / Von Waldemar Lichter

Ljubljana (GTAI) - Sloweniens Wirtschaft wird weiter kräftig wachsen, wenngleich etwas schwächer als in den Jahren davor. Impulse gehen von der Binnennachfrage aus. Investitionen nehmen spürbar zu.

Wirtschaftsentwicklung: BIP legt weiterhin kräftig zu

Die slowenische Wirtschaft gehört zu den wachstumsstärksten in der Europäischen Union (EU). Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte 2017 und 2018 mit 4,9 und 4,5 Prozent etwa doppelt so stark zu wie das der EU insgesamt (2,5 und 2 Prozent). Die BIP-Zunahme wird sich zwar 2019 und 2020 nach Prognosen der EU-Kommission abschwächen, bleibt aber weiter über dem EU-Durchschnitt.

Das Wachstum wird in den nächsten Jahren stärker von der Inlandsnachfrage getragen. Der private Verbrauch bleibt robust. Die Investitionen werden zwar weniger stark zunehmen als in den Jahren davor, ihr Anstieg fällt aber immer noch kräftig aus. Risiken für die Wirtschaft könnten von einer geringeren Nachfrage aus dem Ausland ausgehen. Sollte sich die Konjunktur bei den wichtigsten Wirtschaftspartnern des Landes abkühlen, dann wird das auch die slowenische Exportwirtschaft beeinträchtigen. Zudem könnte die drohende Anhebung der US-Zölle indirekt einige Branchen in Slowenien treffen, so zum Beispiel die Kfz-Zulieferindustrie.

MKT201906188019.14

Wirtschaftliche Eckdaten Sloweniens
Indikator 2017 2018 Vergleichsdaten Deutschland 2018
BIP (nominal, Mrd. Euro) 43,0 45,9 3.277,3
BIP pro Kopf (Euro) 20.800 22.200 39.649
Bevölkerung (Mio.) 2,1 2,1 82,7

Quellen: Eurostat, Europäische Zentralbank, Statistisches Bundesamt

Investitionen: Wachstum hält leicht abgeschwächt an

Das Wachstum der Bruttoanlageinvestitionen wird Prognosen der EU-Kommission zufolge 2019 und 2020 mit über 7 Prozent stark bleiben. Die hohe Kapazitätsauslastung der Unternehmen treibt die Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen (2019: 6,5; 2020: 5,8 Prozent) an. Nach Angaben von Eurostat belief sich die Auslastung im 2. Quartal 2019 auf 85 Prozent und gehörte damit zu den höchsten in der EU nach Tschechien, Deutschland, Ungarn, Österreich, der Slowakei und Schweden. Der Abruf von EU-Fördermitteln trägt zum Anstieg der öffentlichen Investitionen bei, vor allem im Infrastruktursektor.

Ausgewählte Großprojekte in Slowenien
Projektbezeichnung Investitionssumme (in Mio. Euro) Projektstand Anmerkung/Ansprechpartner
Kernkraftwerk Krsko, 1) Laufzeitverlängerung bis 2043; 2) neuer Block mit 1.200 bis 1.600 MW 1) 218; 2) 6.000 bis 8.000 1) 2019: 50 Mio. Euro für Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit geplant; 2) Bau eines neuen Blocks erwogen; nach Fukushima-Unfall unwahrscheinlich GEN Energija, http://www.gen-energija.si
Bau von zehn Wasserkraftwerken am mittleren Lauf der Save 1.300 bis 1.500 In Planung; Gesamtleistung: 330 MW; Netzanschluss von Suhadol, Trbovlje und Renke zwischen 2020 und 2025; Finanzierungsprobleme Holding Slovenske elektrarne (HSE), http://www.hse.si; GEN Energija, http://www.gen-energija.si
Pumpspeicherwasserkraftwerk Kozjak 400 420 MW; geplante Fertigstellung: 2025 HSE-Tochter DEM, Bau noch nicht aufgenommen, http://www.dem.si/en-gb/
Modernisierung und Ausbau der Bahnstrecke Divaca - Koper Rund 1.200 Prioritätsprojekt, in Planung, Finanzierung offen, Mittel der Connecting Europe Fazilität (CEF), Kredit der Europäischen Investitionsbank von 250 Millionen Euro Ministerium für Infrastruktur, http://www.mzi.gov.si; Projektgesellschaft 2TDK: http://www.drugitir.si
1.) Autobahnbau: zweite Röhre im Karawankentunnel (zusammen mit Österreich); 2.) Nord-Süd-Schnellstraße (sogenannte dritte Entwicklungsachse) 1.) 312 (slowenischer Teil 150); 2.) 2.050 1.) Tender und Zuschlag an Cengiz Insaat/Türkei (89,3 Mio. Euro) annulliert; neue Verhandlungen 2.) Planung; Finanzierung offen; Baubeginn: nach 2019 Autobahngesellschaft DARS: http://www.dars.si; Infrastrukturministerium: http://www.mzi.gov.si

Quellen: Recherchen von Germany Trade & Invest; Pressemeldungen

Nationale Ausschreibungsdatenbank: https://www.enarocanje.si

Informationen zu EU-Binnenmarktausschreibungen unter http://www.gtai-EU-Ausschreibungen.de.

Konsum: Steigende Einkommen lassen Verbrauch wachsen

Vom privaten Verbrauch gehen starke Impulse für das BIP-Wachstum aus. Begünstigt wird die positive Konsumentwicklung durch wachsende Beschäftigung, sinkende Erwerbslosigkeit und steigende Einkommen. Der angespannte Arbeitsmarkt lässt die Löhne steigen. Die Europäische Kommission erwartet für 2019 und 2020 einen Anstieg von 4,8 und 3,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote wird bis 2020 auf 4,6 Prozent zurückgehen - im Vergleich zu rund 9 Prozent im Jahr 2015.

Außenhandel: Schwächeres Wachstum der Exporte erwartet

Slowenien steuert 2019 bei den Exporten und Importen auf einen neuen Rekord zu. Nach einem kräftigen Plus 2018 legten die Ausfuhren im 1. Quartal 2019 um 8,7 und die Einfuhren um 8,5 Prozent zu. Das Wachstumstempo der Ausfuhren wird jedoch in den nächsten Jahren wegen der nachlassenden Konjunktur im EU-Raum schwächer. Auch die Einfuhren dürften aufgrund des geringeren Wirtschaftswachstums weniger stark zulegen als 2017. Die kräftigen Investitionen und die gute Verbraucherstimmung werden aber weiterhin für eine hohe Importnachfrage sorgen. Deutschland, Italien, Kroatien und Österreich gehören zu den wichtigsten Handelspartnern des Landes.

Außenhandel Sloweniens (in Mio. Euro; Warenimporte und -exporte, Veränderung in Prozent)
2017 2018 Veränderung 2018/2017
Importe 31,9 35,8 12,2
Exporte 34,0 37,4 10,0
Handelsbilanzsaldo 2,1 1,6 -

Quelle: Eurostat

Weitere Informationen (zum Beispiel SWOT-Analyse, Branchenberichte) finden Sie unter http://www.gtai.de/Slowenien

Dieser Artikel ist relevant für:

Slowenien Außenwirtschaft, allgemein, Wirtschaftslage, -entwicklung, allgemein, Sozialprodukt / Volkseinkommen / BIP / BSP, Investitionen (Inland), Investitionsklima, allgemein, Konjunktur, allgemein, Konsum / Konsumentenverhalten, Produktion / Produktivität

Funktionen

Kontakt

Ingeborg Kozel

‎+49 228 24 993 365

Suche / Mann mit Lupe | © GettyImages/BernardaSv

Suche

Recherchieren Sie aktuelle Marktanalysen, Wirtschaftsdaten, Zoll- und Rechtsinformationen, Projekte und Ausschreibungen aus über 120 Ländern.

Zur Suche