Wirtschaftsausblick

25.01.2018

Wirtschaftsausblick Januar 2018 - Deutschland

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Deutsche Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs / Von Guenter Maier

Berlin (GTAI) - Die deutsche Wirtschaft setzt auch 2018 ihren Wachstumskurs fort und wird ihn voraussichtlich 2019 weiter festigen. Die Beschäftigung steigt und stärkt die Nachfrage nach Konsumgütern. Die Exportwirtschaft wiederum profitiert von der besseren globalen Konjunktur. So ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) 2017 laut Statistischem Bundesamt um 2,2 Prozent gestiegen. Für 2018 prognostiziert die Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsforschungsinstitute ein Wachstum von 1,9 Prozent.

Wirtschaftsentwicklung: Stetiges Wachstum und anhaltender Konsumanstieg

Anfang 2018 befindet sich die deutsche Wirtschaft in guter Verfassung. Der Aufschwung hält laut Gemeinschaftsdiagnose (GD) der fünf renommierten Wirtschaftsforschungsinstitute voraussichtlich bis Ende 2019 an. Die BIP-Prognosen vom Herbst 2017 müssen schon zu Jahresbeginn 2018 revidiert und höher angesetzt werden.

In der ifo Konjunkturbefragung vom Herbst 2017 bewerteten die Unternehmen in Deutschland die Wirtschaftslage so gut wie seit 1991 nicht mehr. Der Geschäftsklimaindex zog bis November auf 117,5 Punkte an (Mai 2017: 113).

Die starke Beschäftigungsdynamik dauerte 2017 an und die Zahl der Beschäftigten nahm in den Jahren 2016 bis 2018 insgesamt um 1,2 Millionen Personen zu. Für 2018 und 2019 deutet sich eine weitere Zunahme an, wenn auch mit geringerem Wachstum. In 2018 soll die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt das Niveau von 44,8 Millionen Personen erreichen. Die Arbeitslosenquote (2016: 6,1 Prozent) sank 2017 auf 5,7 Prozent. Sie dürfte sich bis Ende 2019 weiter auf 5,2 Prozent verringern.

Relativ konstant ist auch der prognostizierte Anstieg der Inlandsnachfrage. Sie soll sich 2018 um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöhen (2017: 2,2 Prozent). Der Konsum bleibt die entscheidende Kraft für die anhaltend positive Konjunkturentwicklung. Der Privatverbrauch wird mittelfristig stetig expandieren.

Der Überschuss in der deutschen Leistungsbilanz wurde in der GD für 2016 auf 262 Milliarden Euro beziffert. Er ist der Prognose zufolge 2017 auf 254 Milliarden Euro gesunken und soll sich 2018 und 2019 jedoch wieder erhöhen.

Die Budgetüberschüsse (Finanzierungssaldo des Staates) der Bundesrepublik Deutschland bleiben hoch. Die öffentlichen Haushalte erzielten 2017 einen gestiegenen Überschuss von circa 28,3 Milliarden Euro, was 0,9 Prozent des nominalen Bruttoinlandsproduktes entsprach. Nach Einschätzung der Wirtschaftsforschungsinstitute werden diese 2018 und 2019 sogar noch erheblich zunehmen und die Schwelle von einem Prozent gemessen am nominalen BIP überspringen. Die Sozialbeiträge stiegen jedoch 2017 und auch 2018 dürfte bei fehlender Gegensteuerung des Staates erneut die Sozialabgabenbelastung zunehmen.

MKT201801248002.14

Wirtschaftliche Eckdaten: Deutschland
Indikator 2016 2017 2018 *)
BIP (nominal, Mrd. Euro) 3.144 3.263 3.381
BIP je Einwohner (Euro) 38.183 39.475 k.A.
Bevölkerung (Mio.) 82,3 82,7 k.A.

*) Prognose

Quellen: Statistisches Bundesamt; Gemeinschaftsdiagnose vom Oktober 2017

Investitionen: Mehr Engagement wünschenswert und erforderlich

Die Kapazitäten der Industrie sind Anfang 2018 gut ausgelastet. Die Bruttoanlageinvestitionen (preisbereinigt; 2016: +3,1 Prozent) wuchsen 2017 Destatis zufolge um circa 3 Prozent. Der reale Wertanstieg wird in der GD für 2018 in Höhe von 3,8 Prozent prognostiziert. Die Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge haben sich im Verlauf von 2017 belebt. Der reale Investitionsanstieg bei Ausrüstungen wurde im Gemeinschaftsgutachten auf 2 Prozent beziffert. Er soll sich 2018 auf 3,7 Prozent erhöhen. Auch sonstige Investitionen, darunter Aufwendungen für Software, Datenbanken sowie für Forschung und Entwicklung verzeichneten eine Nachfragebelebung.

Da am Kapitalmarkt das Zinsniveau weiterhin vergleichsweise niedrig ist, gelten die Rahmenbedingungen und Aussichten für Bauinvestitionen als günstig. Mehr noch als der gewerbliche und öffentliche Bau spürt besonders der Wohnungsbau kräftige Nachfrageimpulse. Die Bauinvestitionen haben sich 2017 um circa 4,3 Prozent erhöht. Die Prognose für 2018 lautet 3,8 Prozent.

Ein Problem für Investoren ist der trendmäßige Anstieg der Abgabenbelastung, die derzeit bei über 40 Prozent gemessen am BIP liegt. Im Zuge der progressiven Einkommensbesteuerung nimmt die Abgabenlast weiter zu. Die Digitalisierung und Vernetzung der Unternehmen bleibt ein strategisch herausragendes Zukunftsthema.

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Konsum: Tragfähige Säule der deutschen Wirtschaft

Beim privaten Konsum setzt sich die Dynamik auf hohem Niveau fort. Bedingt durch den Zuwachs an Beschäftigung und auch Lohnzuwächse erhöhen sich die Konsumausgaben der Privathaushalte. Viele Produktneuheiten aus dem Bereich der Mikroelektronik stimulieren kontinuierlich und nachhaltig das Käuferinteresse. Die realen Konsumausgaben der Privathaushalte verzeichneten zwar gegenüber 2016 (2,1 Prozent) im Jahr 2017 einen leicht verminderten Anstieg um 1,8 Prozent. Die Zuwachsrate dürfte sich 2018 bei circa 1,6 Prozent stabilisieren. Bei den Konsumausgaben des Staates, die vom Statistischen Bundesamt für 2016 auf 3,7 Prozent beziffert wurden, rechnet die Gemeinschaftsprognose für 2017 und 2018 mit Wachstumsraten von real 1,6 beziehungsweise 1,7 Prozent. Auch 2019 soll diese Zuwachsrate stabil bleiben.

Die niedrige Inflationsrate (2016: 0,5 Prozent) mündete Anfang 2017 in einen stärkeren Preisauftrieb. Die Verbraucherpreise stiegen um circa 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, besonders bedingt durch höhere Kosten für Energie und Nahrungsmittel. Das Wachstum wird für 2018 auf voraussichtlich 1,6 Prozent und für 2019 auf 1,8 Prozent geschätzt.

Außenhandel: Im Fahrwasser der internationalen Konjunkturbelebung

Die Entwicklung des Außenhandels hat für die deutsche Konjunktur entscheidende Auswirkungen. Die Konjunkturprognosen internationaler Organisationen gehen davon aus, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft weiter belebt. Demzufolge sind spürbare Wachstumsimpulse für den Welthandel zu erwarten.

Für Deutschlands Export von Waren und Dienstleistungen rechnet die Prognose des Gemeinschaftsgutachtens mit einem Plus von real 3,5 Prozent im Jahr 2017. Die Schätzung für 2018 lautet 4 Prozent. Wegen der florierenden Inlandsnachfrage stieg der Import 2017 nominal um 7,9 Prozent, stärker als der Export (nominal 6,4 Prozent; Destatis, Januar 2018). Die expansive Entwicklung soll mittelfristig andauern, so dass die Wirtschaftsforschungsinstitute für 2018 einen Exportanstieg um real 4 Prozent und einen Importanstieg um real 4,7 Prozent prognostiziert hatten. Damit schlägt sich die Expansion des Außenhandels per Saldo nicht als Wachstumsbeitrag nieder. Die deutsche Leistungsbilanz gemessen am nominalen BIP betrug 2016 noch 8,3 Prozent; die Gemeinschaftsprognose rechnete für 2018 mit einem Rückgang auf 7,4 Prozent.

Außenhandel Deutschlands (in Mrd. Euro)
2015 2016 Januar bis Oktober 2017
Importe 949,2 954,9 859,1
Exporte 1.154,6 1.203,8 1.062,2
Handelsbilanzsaldo 205,4 248,9 203,1

Quelle: Statistisches Bundesamt

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.gtai.de/Deutschland

Dieser Artikel ist relevant für:

Deutschland Außenwirtschaft, allgemein, Wirtschaftslage, -entwicklung, allgemein, Sozialprodukt / Volkseinkommen / BIP / BSP, Investitionen (Inland), Investitionsklima, allgemein, Konjunktur, allgemein, Konsum / Konsumentenverhalten, Produktion / Produktivität

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