Wirtschaftsentwicklung

27.03.2019

Spaniens Wirtschaft wächst langsamer

Inhalt

Globales Umfeld birgt Unsicherheiten / Von Miriam Neubert

Madrid (GTAI) - Spaniens Bruttoinlandsprodukt hat 2018 real um 2,6 Prozent zugenommen und liegt damit deutlich über dem EU-Schnitt von 1,9 Prozent.

Die gute Konjunktur in Spanien 2018 brachte viele positive Entwicklungen. Um mit dem für die Gesellschaft wichtigsten Punkt zu beginnen: Die Beschäftigung nahm im Gesamtjahr um rund 453.200 Personen zu, davon rund ein Viertel im öffentlichen Dienst. Parallel dazu sank die Erwerbslosenquote im 4. Quartal auf 14,5 Prozent. Es war der niedrigste Jahresendstand seit 2008, dem Jahr des Ausbruchs der Weltwirtschaftskrise. Danach stürzte Spanien in eine fünfjährige Rezession und die Arbeitslosigkeit explodierte auf 26 Prozent.

Verbessert hat sich die Bilanz auch bei anderen Kennziffern. Erstmals seit der Krise fiel die staatliche Neuverschuldung 2018 auf 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Der Wohnungsmarkt erholte sich mit über einer halben Million verkaufter Immobilien - die höchste Anzahl seit einem Jahrzehnt. Rekordwerte gab es erneut beim Tourismus: 82,8 Millionen ausländische Besucher kamen ins Land, gut 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit fast 90 Milliarden Euro gaben sie zugleich mehr aus.

Industrie wächst leicht

Die Industrie blieb auf Expansionskurs. Im Vergleich zum Vorjahr stieg ihre Produktion unbereinigt um 1,1 Prozent. Doch war es das schwächste Ergebnis der Erholungsphase, die 2014 einsetzte. Anders als beim Baugewerbe sank ihr Beitrag zum Wachstum der Bruttowertschöpfung. Mehr Unternehmen als 2017 wurden gegründet. Die Zahl der Firmeninsolvenzen fiel weiter. Ein kräftiger Auftragseingang gegen Jahresende lässt für 2019 hoffen.

Generell wurde das Wirtschaftswachstum 2018 von der Binnennachfrage angetrieben. Mit 2,9 Prozent zog diese ähnlich stark an wie im Jahr zuvor. Der Außenbeitrag ging um 0,3 Prozent zurück, da sich die Importe dynamischer entwickelten als die Exporte.

Warenexporte mit neuem Höchstwert

Trotz eines schwierigen Umfelds - durch mehr Protektionismus und Brexit - wiesen die Warenexporte 2018 einen neuen Höchstwert auf. Nach vorläufigen Angaben des Statistikamts erreichten sie 286,5 Milliarden Euro und verzeichneten gegenüber 2017 einen nominalen Zuwachs um 3,1 Prozent. Auch die Warenimporte kletterten mit 317,8 Milliarden Euro auf einen Rekordwert, was einer Steigerung um 6 Prozent entsprach.

Wirtschaftliche Erholung verliert an Schwung

Getragen von Konsum und Investitionen soll sich die wirtschaftliche Erholung Spaniens solide fortsetzen. Ähnlich wie in anderen Ländern der Europäischen Union (EU) aber verliert sie an Schwung. Im Februar senkte die EU-Kommission ihre Vorhersage für Spanien leicht und prognostizierte für 2019 einen BIP-Zuwachs um 2,1 Prozent und 2020 um 1,9 Prozent. Risiken bestehen, wenn sich das globale Umfeld schwächer entwickelt als erwartet und die Unsicherheit - intern wie extern - zunehmen sollte.

Weitere Informationen zu Spanien finden Sie unter http://www.gtai.de/Spanien.

Dieser Artikel ist relevant für:

Spanien Außenwirtschaft, allgemein, Wirtschaftslage, -entwicklung, allgemein, Sozialprodukt / Volkseinkommen / BIP / BSP, Investitionen (Inland), Investitionsklima, allgemein, Konjunktur, allgemein, Konsum / Konsumentenverhalten, Produktion / Produktivität

Funktionen

Karl-Heinz Dahm Karl-Heinz Dahm | © GTAI

Kontakt

Karl-Heinz Dahm

‎+49 228 24 993 274

Suche / Mann mit Lupe | © GettyImages/BernardaSv

Suche

Recherchieren Sie aktuelle Marktanalysen, Wirtschaftsdaten, Zoll- und Rechtsinformationen, Projekte und Ausschreibungen aus über 120 Ländern.

Zur Suche