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08.08.2019

Audi Hungaria baut Kompetenz bei Elektromobilität aus

Auch asiatische Firmen investieren in ungarische Batteriefertigung / Von Waldemar Lichter

Budapest (GTAI) - Ungarn entwickelt sich zum Zentrum für Elektromobilität. Audi treibt entsprechende Projekte in Györ voran. Firmen aus Südkorea engagieren sich ebenfalls immer stärker in diesem Bereich.

Audis ungarische Konzerntochter, Audi Hungaria Zrt., kündigte Mitte Juli 2019 die Durchführung des Projekts E-Transformation in seinem Auto- und Motorenwerk in Györ an. Die Investitionskosten werden mit umgerechnet 125 Millionen Euro beziffert. Die ungarische Regierung unterstützt die geplanten Maßnahmen, in deren Folge 250 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, mit einem Zuschuss von rund 20,3 Millionen Euro.

Ziel des Projekts ist es, die Fertigungskapazitäten und die technische Kompetenz von Audi im Bereich der Elektromobilität zu erhöhen und so die Automobilproduktion für das Elektrozeitalter fit zu machen. Audi Hungaria soll dabei ein Schlüsselunternehmen sowohl innerhalb des Audi-Konzerns als auch in der ungarischen Wirtschaft bleiben, so Achim Heinfling, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, bei der Vorstellung des Projekts.

Produktion von Elektromotoren bei Audi im Fokus

Der größte Teil des Transformationsprojekts betrifft die Produktionserweiterung von Elektromotoren in Györ. An diesem Standort montiert das Unternehmen seit 2018 Elektromotoren für das erste vollelektrische Modell des Konzerns, den Audi e-tron. Neben fast 2 Millionen konventionellen Motoren wurden 2018 in Györ insgesamt 9.453 Elektromotoren produziert. Als weitere Komponente des Projekts sollen Kompetenzen und Kapazitäten der technischen Entwicklung ausgebaut werden, sowohl für herkömmliche als auch für elektrische Antriebe. Geplant ist, außer einem neuen Bürogebäude eine hochmoderne Werkstatt mit neuen Prüfständen zu errichten.

Audi Hungaria gehört zu den umsatz- und exportstärksten Unternehmen in Ungarn. Der Umsatz ging 2018 um 2 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro zurück. Hergestellt wurden fast 2 Millionen Motoren und rund 100.000 Pkw (2017: 105.941 Pkw). Aufgenommen wurde 2018 in Györ die Produktion des Audi Q3, Audis erstem Modell in der Kategorie Sport Utility Vehicle (SUV). Diesem wird 2019 das zweite SUV-Modell, Audi Q3 Sportback, folgen.

Ungarische Regierung fördert die Ansiedlung von Batterieproduktionen

Ungarn zieht derzeit das Interesse einer Reihe ausländischer Investoren an, die Vorhaben im Bereich Elektromobilität, vor allem im Zulieferbereich durchführen. Das gilt insbesondere für die Produktion von Antriebsbatterien beziehungsweise Batteriezellen für Elektrofahrzeuge. Inzwischen haben mehrere Hersteller aus Asien den Bau eigener Werke in Ungarn angekündigt oder diese Vorhaben bereits realisiert. Es handelt sich um die südkoreanischen Firmen SK Innovation (Komárom), Samsung SDI (Göd) und den japanischen Hersteller GS Yuasa (Lithium-Ionen-Batterien in Miskolc).

Im Juli 2019 hat das Unternehmen Inzi Controls aus Südkorea die Errichtung eines neuen Batterie-Werks mit 122 Beschäftigten angekündigt. Die Kosten werden sich auf 47 Millionen Euro belaufen, der Zuschuss der Regierung beträgt 5,1 Millionen Euro. In Tatabánya hat das südkoreanische Unternehmen Doosan bereits begonnen, ein Werk für Kupferfolien zu Einsatz in Elektroautobatterien (181 Beschäftigte) zu bauen. Diese Investition wird mit 95 Millionen Euro beziffert. Die Kapazität des Werkes soll 50.000 Tonnen Folie pro Jahr erreichen.

Eine Fabrik für Aluminiumtrennfolien für Batterien von Elektroautos wird im nordungarischen Ort Salgótarján das südkoreanische Unternehmen Bumchun Precision für rund 41 Millionen Euro bauen. Der Zuschuss der Regierung beläuft sich auf rund 20 Prozent, es entstehen 200 Arbeitsplätze. Der Produktionsstart ist für 2021 vorgesehen. Es wird das erste Werk des Unternehmens im Ausland sein.

Weitere Informationen zu Ungarn finden Sie unter http://www.gtai.de/Ungarn

Dieser Artikel ist relevant für:

Ungarn Personenkraftwagen (Pkw), Elektromobilität

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